Ab wie vielen Positionen ist ein ETF diversifiziert genug?

  • Guten Tag liebe Community,

    ich plane, neben meinem Dow Jones Global Sustainability Screened noch in einen Emergency Market zu investieren, da der DJSC hauptsächlich in Industrieländer investiert.
    Nun habe ich bewusst nicht den MSCI World & EM bespart, da mir der Faktor Nachhaltigkeit wichtig ist und ich eher negativ zu z.B. Waffen stehe.

    Jedenfalls ergibt sich daraus für mich als einzige Alternative zum originalen EM eben der EM SRI mit 180 Positionen - welche ich schon als wenig erachte.

    Nun also meine Frage: Wie viele Positionen braucht ein ausreichend diversifizierter ETF denn pauschal? Oder stelle ich die Frage falsch und es geht eigentlich mehr um die Gewichtung der Sektoren zum Beispiel?

    Ich freue mich über rationale Antworten.

    Vielen Dank
    Tobias

  • Hallo TobiasKrebs und Herzlich Willkommen im FT-Forum,

    grundsätzlich ist Dein Gedanke schon richtig.

    Die reine Anzahl der Aktien in einem ETF sagt erstmal nichts über die Diversifikation des ETF aus (z.B. Branchen/Länder).

    Allerdings kann man sich auf die Indexanbieter schon so weit verlassen, dass Sie einen MSCI EM SRI schon so aufbauen, dass die Verteilung schon die Gewichtung der Länder/Branchen im Index widerspiegelt. ;)

    Man könnte schon mit 30 Einzelaktien ein breit diversifiziertes Depot aufbauen. Der Vorteil eines ETF liegt einfach darin, dass man sich damit nicht weiter beschäftigen muss. Der Index und damit der ETF 'rebalanced' sich sozusagen selbstständig (id.R. nach MCAP).

    Bei 30 Aktien muss schon regelmäßig geprüft werden, ob die Unternehmenzahlen noch passen.

    Ich würde daher immer einen Indexfonds einem Investment in Einzelaktien vorziehen.

  • Hallo Tobias,

    180 Positionen halte ich persönlich für ausreichend. Ich würde da noch auf die Parameter

    - Kapitalgrösse > 1Mrd. Eur

    - Auflagedatum > 3 Jahre

    achten. Alle drei Parameter wären für mich im grünen Bereich.

    Die weitere Diversifikation findet ja auch noch durch den Dow Jones Global Sustainability statt.

    Dieser ? IE00B57X3V84

    Der würde allerdings bei mir wegen der Kapitalgrösse und den hohen Kosten rausfallen

    Grüße Tom

  • Wenn ein ETF dauerhaft zu klein ist (zu geringe Kapitalgröße), rechnet sich der ETF für den Anbieter schlichtweg nicht.

    Entweder müssen dann die Kosten (TER) des ETF rauf oder der Anbieter löst den ETF auf oder verschmilzt Ihn mit einem anderen ETF.

    Je größer das Kapital im ETF ums so geringer ist die Gefahr, dass der Anbieter den ETF auflöst/verschmilzt.

  • Du hattest ja sicherlich Gründe für deine Wahl.:)


    Ein Beispiel: A2AQST

    Nachhaltige ETF (wie deiner ) sind ja gerade im Trend...wenn du dich nach den oben genannten Parametern richtest und da ein bisschen googelst findest du bestimmt etwas

    passendes...

    Grüße Tom

  • Man könnte schon mit 30 Einzelaktien ein breit diversifiziertes Depot aufbauen. Der Vorteil eines ETF liegt einfach darin, dass man sich damit nicht weiter beschäftigen muss.

    Allerdings ist das Ausfallrisiko eines Einzeltitels bei 30 Aktien in einem Fonds schon wesentlich höher als bei 180 im Beispiel oder 1550 im MSCI World.

    Beim Aktiendepot kann ich mir aber die Gewichtung selber auswählen, und kann auf die Betrugsmasche von Volkswagen angemessen reagieren. Wirecard durfte der ETF auf den DAX auch nicht so ohne weiteres aus dem Programm nehmen, als die Gerüchte überhand nahmen.