Gewinnmitnahme ETF ?

  • Hallo zusammen,


    das Jahr neigt zu Ende und dieses Jahr war ich sehr erfolgreich mit meinem A1JX52.


    Aus €10000 ist €12500 geworden.


    Ich möchte buy-low sell high betreiben.


    Macht es Sinn jetzt zu "rebalancen"?


    Investiert habe ich €10k.

    Gewinn ist €2,5k


    Wenn ich mein Invest wieder auf €10K reduziere und auf dem Crash warte kann ich dann im Crash "buy low" machen.


    z.B. 31.12.2021 Invest = €12500

    €2500 verkaufen

    01.01.2022 Invest = €10000


    Es kommt ein Crash am 17.03.2022 --> Invest = €7500 (Beispeil !!!!)

    €2500 kaufen


    18.03.2022 --> Invest = €10000


    Macht meine Vorgehensweise Sinn?

  • Also zuerst will das Finanzamt von den 2500€ Gewinn ca. 25% abhaben (ggf. abzüglich Freibetrag). Somit bleiben zum investieren im Crash gar keine 2500 übrig.

    Und was machst du, wenn die Kurse im März nicht auf 7500 crashen, sondern auf 12000 steigen? Dann verschenkst du Rendite. Markettiming funktioniert im Normalfall nicht, sondern es ist besser, einfach voll investiert zu bleiben

  • €2500 verkaufen

    ... welcher Betrag steht dann netto auf'm Konto?

    Es kommt ein Crash am 17.03.2022

    Für den 17.3.22 ist kein Crash geplant. Neue Crashs sind erst ab Mitte 2024 vorgesehen.

    Wenn ich mein Invest wieder auf €10K reduziere und auf dem Crash warte kann ich dann im Crash "buy low" machen.

    Nö! Du musst vor dem Crash das ganze Päckchen verkaufen und undmittelbar nach dem 'low' wieder kaufen.

  • Macht meine Vorgehensweise Sinn?

    Kurz gesagt: Nein

    Lang gesagt. Warum investieren wir in marktbreite Akten ETF? Weil wir von langfristig steigenden Märkten ausgehen.

    Was Du machen willst, ist klassisches Marktiming. Diverse Studien haben gezeigt, dass Markttiming nicht funktioniert, da niemand halbwegs zuverlässig vorhersagen kann, wie sich die Märkte verhalten.

    Es gilt das Motto: Time in the market, beats timing the market!


    BTW: Warum sind die Profis nicht Anfang 2020 aus dem Aktienmarkt ausgestiegen (vor Corona)? Konnten die studierten Wirtschaftsexperten in den Fondsgesellschaften den Corona-Crash etwa auch nicht vorhersehen?:/

    Warum glaubst Du, dass Du es besser könntest?

  • Warum sind die Profis nicht Anfang 2020 aus dem Aktienmarkt ausgestiegen (vor Corona)? Konnten die studierten Wirtschaftsexperten in den Fondsgesellschaften den Corona-Crash etwa auch nicht vorhersehen?

    Warum? Weil sich die Profis, die Anlegergelder in Fonds und ETF verwalten, ein enges Korsett angelegt haben und gar nicht mal so eben 'aussteigen' dürfen. Selbst wenn sie es dürften, hätten sie gar kein (wirtschaftliches) Interesse...

  • Das sehe ich vollkommen anders, bisher konnte weder ein privater Anleger noch ein so genannter Profi den Zeitpunkt eines Crashs vorhersagen. Wenn es möglich wäre, bräuchten wir dieses Forum nicht. Wir würden in unermesslichem Reichtum bei Hummer und Co sitzen…..

  • JDS

    Die Frage wäre aber trotzdem, ob Sie den Crash vorhersehen konnten.;)

    Das haben auch diverse 'Profis' nicht gekonnt (wie schon so häufig in der Vergangenheit).

    Und ja, es mag wenige Auserwählte bzw. Glückspilze geben, die es (fast) immer schaffen den Markt zu timen.

    Letztlich muss Elgob für sich die Entscheidung treffen, ob er der Meinung ist Marktiming hinzubekommen.

    Wenn das mit dem Markttiming klappt, ist es ein echter Booster!

  • Die Frage wäre aber trotzdem, ob Sie den Crash vorhersehen konnten. ;)

    Das haben auch diverse 'Profis' nicht gekonnt (wie schon so häufig in der Vergangenheit).

    Und ja, es mag wenige Auserwählte bzw. Glückspilze geben, die es (fast) immer schaffen den Markt zu timen.

    Auch wenn es unserem Freund Elgob nix bringt... Wir dürfen die Profi-Propheten (die laut in den Medien trommeln) nicht mit Privatinvestoren (die überwiegend schweigen und genießen) vergleichen... denn die Interessenlagen sind völlig unterschiedlich.

    Ich kenne z.B. Fondsmenschen, die ihre eigenen Portfolios ganz anders und viel intelligenter managen, als die Fonds, die sie betreuen.

    Auch wenn ich mich wieder wiederhole... die Crashes oder Kurseinbrüche der vergangenen fast 3 Dekaden waren alle 'indiziert, mit Ausnahme der Katastrophe in Japan. Und auf die 'Anzeichen' konnte man sehr wohl rechtzeitig reagieren, wenn auch nicht wirklich genau zum idealen Zeitpunkt.

    Dieses 'rechtzeitige Reagieren' erforderte aber einen nicht unerheblichen Zeiteinsatz, der wohl wenigstens der gewöhnlichen Arbeitszeit eines abhängig Beschäftigten von 3 Monaten pro Jahr entsprach. Da fragt sich, ob dieser Zeiteinsatz (gepaart mit einer gewissen Risikofreudigkeit) in gesunder Relation zu dem Einsatz an Kohle bzw. zu den eventuell realisierten Überrenditen - im Vergleich zu einem Pantoffeldepot - steht.


    Wer hat Lust, sich für 2 Mille (pro Jahr) jeden Tag 2 Stunden auf den Allerwertsten zu setzen?

  • Wir dürfen die Profi-Propheten (die laut in den Medien trommeln) nicht mit Privatinvestoren (die überwiegend schweigen und genießen) vergleichen... denn die Interessenlagen sind völlig unterschiedlich.

    Ich kenne z.B. Fondsmenschen, die ihre eigenen Portfolios ganz anders und viel intelligenter managen, als die Fonds, die sie betreuen.

    Auch wenn ich mich wieder wiederhole... die Crashes oder Kurseinbrüche der vergangenen fast 3 Dekaden waren alle 'indiziert, mit Ausnahme der Katastrophe in Japan.

    Klar, kann man sich im Nachgang leicht hinstellen und auf die Indizien hinweisen, die dann zum Crash geführt haben.

    Die Frage ist ja, welcher Investor (egal ob Privat oder Profi) hat erfolgreich auf die Indizien reagiert und ist aus dem Markt ausgestiegen und dann wieder eingestiegen. Wo sind die erfolgreichen Investoren, die über die letzten 3 Dekaden immer max. 3 Monate vor einem Crash ausgestiegen und anschließend max. 3 Monate nach dem Tiefststand der Kurse wieder voll investiert waren? :/

    Das Blöde ist ja auch, dass die besten Tage an der Börse häufig direkt auf Crash-Szenarien folgen. Und gerade das Verpassen der besten Börsentage schmälert die Rendite teilweise erheblich:

    https://www.morningstar.de/de/…bcr-langfristanleger.aspx


    Nun gut, Elgob will ja nicht komplett aussteigen, sondern nur etwas Pulver trocken halten, um es bei einer größeren Korrektur nachschießen zu können.

    Das kann funktionieren, wie es z.B. das GPO von Herrn Beck im Corona-Crash gezeigt hat, als GPO einen Teil der Cash-Reserve zum Nachkaufen genutzt hat. Aber der GPO hat sogar Rendite liegen lassen, weil der 2. Schwellwert für das 100%ige Investment ganz knapp nicht gerissen wurde (So wurden eben nur 50% der Cash-Reserve investiert und nicht 100%).:/

    Und wenn der 1. Schwellwert auch nicht gerissen worden wäre, hätte der GPO gar keinen Vorteil aus der Cash-Reserve ziehen können.

    Das wäre mir Alles zu Viel 'hätte'.

    Seit dem Corona-Crash verliert der GPO wieder jeden Monat Rendite gegenüber einem reinen Aktien-Investment ohne eine Cash-Reserve. :/

  • Die Frage ist ja, welcher Investor (egal ob Privat oder Profi) hat erfolgreich auf die Indizien reagiert und ist aus dem Markt ausgestiegen und dann wieder eingestiegen. Wo sind die erfolgreichen Investoren, die über die letzten 3 Dekaden immer max. 3 Monate vor einem Crash ausgestiegen und anschließend max. 3 Monate nach dem Tiefststand der Kurse wieder voll investiert waren?

    Wie schon erwähnt... diese Leute gibt's und sie halten einfach ihre Klappe bzw. hängen weder ihre Vorhaben zum Aus-, noch zum Wiedereinstieg an die große Glocke.

    Und... diese 'erfolgreichen Investoren', wie du sie nennst, haben eigene Gelder investiert. Im Bereich derjenigen, die mit fremden Geldern 'erfolgreich investieren', wirst du nicht ganz so viele davon finden.

  • JDS

    Das es diese Anleger gibt, ist mir bewusst. Es gibt Millionen von Anlegern, daher müssen auch welche dabei sein, die Zwangsläufig immer den Markt richtig getimt haben. Das ist schlichtweg Statistik.

    Es bleibt dann halt nur die Frage, ob diese Anleger einfach nur Glück hatten, oder ein besonderes Wissen bzw. Talent vorliegt.

    Nur weil man etwas studiert, viele Bücher liest und stundenlang am Börsenticker hängt, wird man noch lange kein besserer Investor, als Jemand, der einfach nur die 'richtige' Nase für das zukünftige Geschäft hat (oder schlichtweg Glück:/).

    Ich kann hundert Kochbücher lesen und trotzdem nur ein grauenhafter Koch sein.

    Das schöne ist ja, dass man den Erfolg an der Börse 'messen' kann. Man kann eben nur leider nicht mehr das Rad um 10 oder 20 Jahre zurück drehen, wenn man einigen Jahren erkennt, dass die eigene Strategie dann evtl. doch nicht den Markt geschlagen hat.

  • Vllt soll ich meine Frage umformulieren.


    Gesetz der Fall mein Depot besteht aus:


    €8000. ETF

    €2000 Tagesgeld anstelle Anleihen


    Mein Asset Allokation ist 80/20


    Ich habe Bogle, Swedroe, Kommer, Collins, usw gelesen und weiß wie wichtig Rebalancing ist (Sprichwort Regression to the mean)


    Am Ende des Jahres sieht mein Depot so aus:


    €10000 ETF

    €2000 Tagesgeld


    Mein Depot is nun approx 84/16


    Um 80/20 wieder herzustellen muss mein Depot so aussehen


    €9000. ETF

    €3000 Tagesgeld


    Sprich : ich muss €1000 ETF Verkaufen um 80/20 wiederherzustellen


    Damit is es gewährleistet, dass ich “buy low, sell high” mache.


    Was meint ihr ?


    Mache ich alles falsch?


    Treibe ich mich damit in die Ruin ?

  • Nein, das kann man so machen. Sinnvoll ist, wenn man noch genügend Zeit bis zur Entnahme hat und der sichere Anteil ausreicht um alle eventuellen Engpässe zu meistern den Prozentsatz Richtung Risiko zu erhöhen. Dieser sollte Richtung Entnahme natürlich wieder gesenkt werden.

  • Elgob

    Nein, dass ist eine völlig normale Vorgehensweise.


    Aber, was ist, wenn Du irgendwann 500K€ Vermögen hast? Braucht es dann auch noch eine feste Aufteilung 80/20? :/

    Ich für meinen Teil, habe Summe X in Cash. Das Cash ist genug Geld, damit zu 99% sichergestellt ist, dass ich niemals an mein Depot heran muss. Alles Geld darüber hinaus stecke ich in mein Depot (per Sparplan).

    Dadurch wird zwangsläufig das Verhältnis Depot vs. Cash immer größer (so lange die Märkte halt steigen;)).

    Das richtige Verhältnis muss jeder für sich selbst finden.