Mahngebühren

  • Wer kennt das nicht? In der Korrespondenz bleibt eine Rechnung liegen, und nach einiger Zeit flattert die Mahnung ins Haus. So weit, so gut.


    Doch was, wenn man zusätzlich zur Begleichung der Rechnung Mahngebühren zahlen soll? Bis zu 5 € sind "Standard", hin und wieder kann dieser Betrag allerdings auch höher sein. 25 € für die nicht rechtzeitige Zahlung der Pauschalreise oder 10 € für die Handy-Rechnung - das alles ist nicht unüblich. Sehr hoch ausfallen kann die Rechnung, wenn man Inkasso-Gebühren übernehmen soll, die durch die Erstellung bzw. Einforderung der Mahnung entstanden sind.


    Welche Erfahrung haben Sie gemacht? Finden Sie, dass solche Gebühren im Rahmen des Möglichen sind? Wenn ja, bis zu welcher Höhe sind sie ok?

  • Viele Kosten sind zwar erlaubt stehen aber nur auf dem Papier und werden bei Nichtzahlung mangels Erfolgsaussichten nicht expl eingeklagt


    Mahngebühren :


    Gerichte anerkennen zwischen 1 € (z.b AG Bad Segeberg Urt. v.
    25.11.2011 − 17 C 160/11)und 2,50 € (z.b AG Brandenburg a.d. Havel
    Urteil vom 25.1.2007 – 190/0631 C ) an Mahngebühren pro Mahn Schreiben


    Das vorgerichtliche Inkassogebühren meistens erheblich dezimiert werden ist kein Geheimnis


    Kommt halt immer auf den Kenntnisstand des Schuldners an

  • Können die in Ihrem Ratgeber angegebenen Mahnkosten von bis zu 3 Euro,
    auch für eine eventuelle 2. oder 3. Mahnung verlangt werden ? Da eine
    erste Mahnung schon erstellt wurde, dürften die Nachfolgenden ja einen
    geringeren Aufwand darstellen und müssten theoretisch ja weniger kosten.


    Gibt es für die Kosten, Gebühren usw. von Inkassodienstleistern keinen
    Anhaltspunkt in Euro ? Werden die auch nach Höhe der Forderung berechnet
    wie bei einem Anwalt ?


    Und das heißt auch, dass der Anwalt und das Inkassobüro zu den Kosten/Gebühren auch immer noch Zinsen verlangen dürfen ?


    Danke
    Gruß
    Matthias

  • Zinsen dürfen ab Verzugseintritt nur auf die Hauptforderung(en) berechnet werden. Außergerichtlich sind Zinsen auf Mahnkosten, Portokosten nicht zulässig. Beispiel: S muss spätestens am 31.10. 100,00 € zahlen. Als am 15.11. immer noch kein Geld da ist, schickt G eine Mahnung mit 2,00 € Mahnkosten. Am 1.12. schickt G eine weitere Mahnung und setzt die Zinsen für 102,00 € hinzu. Das geht nicht, er darf nur die Verzugszinsen auf 100,00 € berechnen.


    Aber aufgepaßt! Wird Klage erhoben oder ein Mahnbescheid beantragt, dann können diese außergerichtlichen Kosten verzinst werden.

  • „Angemessen“ ist erst einmal das, was gefällt. Mahngebühren werden nicht rechtlich korrekt von der Rechtsabteilung oder nach geltender Rechtsprechung (AG – Urteile würde ich da erstmal nur zur Kenntnis nehmen) festgelegt, sondern sind oft einfach willkürlich ohne sich um "Agemessenheit" zu scheren.
    Anerkennt man die Forderung und hat lediglich vergessen zu zahlen, dann den ursprungsbetrag zahlen, ohne jede Mahngebühren. Wegen 5, 10 oder auch 25 € wird kein Unternehmen einen Rechtsstreit beginnen.


    Anders bei den Gebühren die ein Inkasso Unternehmen haben will.