Rückmeldung von Telefonica (O2) zu Minderungsantrag wegen geringer Internetbandbreite

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank zunächst für den Bericht zur Novelle des Telekommunikationsgesetzes an das Finanztip-Team und den Hinweis darauf, dass nun eine Minderung möglich ist, wenn die im Vertrag angegebene üblicherweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit dauerhaft nicht erreicht wird.


    Ich erhalte seit 2020 bei mir in der Wohnung das Produkt O2 my Home M, von Beginn an allerdings statt mit 50 nur mit 25 Mbit/s Download-Geschwindigkeit. Dies hatte ich bereits im Oktober 2020 bei Telefonica angemerkt, wurde aber darauf verwiesen, dass die minimal zugesicherte Bandbreite von 5 Mbit/s ja anlägen und der Vertrag damit erfüllt sei. Nach der TKG-Novelle habe ich nun eine Messreihe mit dem Tool zur Breitbandmessung der Bundesnetzagentur durchgeführt und O2 den Mangel Ende letzten Jahres erneut angezeigt.


    Nachdem man mir an der Kundenhotline zunächst weismachen wollte, ich hätte weiterhin keinen Anspruch auf Entschädigung, da die minimale Geschwindigkeit ja erreicht sei, wurde ich nach einem Hinweis auf die TKG-Novelle gebeten, meinen Minderungsantrag über das eigens dafür eingerichtete Online-Portal einzureichen.


    Gestern hatte ich nun eine Antwort von Telefonica im Briefkasten. Man gesteht mit einen monatlichen Rabatt von 3,33 € auf die Grundgebühr von 29,99 € - also einen Rabatt von 11,1 % bei einer um 50 % reduzierten Internetbandbreite :/. Das kann doch nicht Ziel der TKG-Novelle gewesen sein, oder habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich freue mich über weitere Berichte.


    Viele Grüße

    RaphvK

  • Das ist ganz sicher nicht das Ziel des TKG und eher ein erster Versuch, Deinen Anspruch abzuspeisen. Mein Rat wäre, das ganze einmal geordnet aufzuschreiben und per Online-Formular an die Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur zu schicken.


    Im Gesetz steht konkret: „Bei der Minderung ist das vertraglich vereinbarte Entgelt in dem Verhältnis herabzusetzen, in welchem die tatsächliche Leistung von der vertraglich vereinbarten Leistung abweicht“ (§ 57 Abs. 4 Satz 2 TKG).


    Die Regel lässt sich mit einem einfachen Beispiel herunterbrechen: Zahlst Du 40 Euro für Deinen Internet- und Festnetztarif, bekommst aber nur die Hälfte der laut Vertrag normalerweise zur Verfügung stehenden Geschwindigkeit, musst Du auch nur 20 Euro zahlen.


    https://www.finanztip.de/internetanbieter/internet-langsam/


    PS: "Zustehen" tun Dir übrigens 38 Mbit/s als durchschnittliche Geschwindigkeit. Das würde aber immer noch eher auf 25 Prozent rauslaufen und nicht auf 11 Prozent.

  • O2 versucht, dich mit dem geringen Rabatt zu bescheißen! Was kannst du anderes in diesem Wirtschaftssystem erwarten? Du mußt Härte zeigen, nur diese Sprache wird von Spätkapitalisten verstanden!

  • Vielen Dank für die Rückmeldungen!


    Ich habe mich an die Bundesnetzagentur gewendet, bisher allerdings keine Antwort. Von O2 hatte ich allerdings eine Rückmeldung mit dem Betreff "Änderung Ihres o2 my Home Vertrags" im Briefkasten.


    Mir wurde eine Vertragsübersicht geschickt, wie ich sie auch direkt nach Vertragsabschluss bekommen habe, nur dass dort nun ein Rabatt "3,33 EUR Minderung wegen Bandbreite" aufgeführt ist. Außerdem wird dort eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten erwähnt und es liegen die AGB und eine Widerrufsbelehrung bei. Sehe ich es richtig, dass O2 meine Beschwerde zum Anlass genommen hat, mir einen minimal rabattierten Neuvertrag anzudrehen, der nun wieder mindestens 24 Monate läuft, wenn ich nicht widerrufe? Was soll ich eigentlich widerrufen, ich habe ja nichts beauftragt, sondern nur eine Minderung verlangt? Das Vorgehen von O2 kommt mir sehr unseriös vor..