• Hallo,

    wir sind "Beginner" in diesem Berreich mit folgenden Vorgaben:

    - er Renter, sie Vorruhestand mit Ruhestand 4/23

    - eigenes Haus

    - verfügbares flüssiges Kapital 50 000 EURO

    - Anlagebdingung:

    - Kapital jederzeit frei verfügbar da evtl. Hausumbau mit Vermietung Wohnung oder Hausverkauf ansteht

    - bevorzugtes Ziel der Kapitalanlage ist hauptsächlich Kapitalerhalt (also Reduzierung Inflation)

    Unsere Hausbank sxchlägt und Mischfonds UniRak Nachhaltig Konservativ -net- A vor.


    Frage:

    Wenn sich die Inflation weiter bewegt und die EZB eingreift mit Zinserhöhung ist doch davon auszugehen, dass die Aktien schlechter bewertet werden. DFas hätte Auswirkungen auf den Fonds mit evtl. Kapitalverlust. Der Fonds gibt im Jahr 2017(18 einen Verlust von 3,19 % an. In Folgejahren allerdings weider postitiv. Wie ist die Einsäschtzung von "Praktikern" hierzu? Kann man in dieser späten Phase bei einer Zielhaltezeit von 1-2 Jahren noch einsteigen.

  • Hallo Bakkers ,

    deine Frage kann ich Dir leider so noch nicht beantworten. Ich kann Dir aber sagen was ich mache. Ich bin 80, verheiratet, in einem Jahr haben wir diamantene Hochzeit. Ich habe reichlich Nachkommen und bin überwiegend in aktiven Aktienfonds investiert.

    Wenn Du das Geld mit Sicherheit in 1-2 Jahren wieder brauchst, ist das nichts für Dich.

    Meine Empfehlung währe mit einer kleineren Summe mit einen ETF zu beginnen, und erst einmal sehen wie das so läuft. Läuft es gut, kannst Du das Geld in 1-2 Jahren wieder entnehmen. Läuft es schlecht, solltest Du das Geld in der Anlage stehen lassen, gegebenenfalls für Deine Nachkommen.

    Gruß


    Altsachse

  • Wie ist die Einsäschtzung von "Praktikern" hierzu? Kann man in dieser späten Phase bei einer Zielhaltezeit von 1-2 Jahren noch einsteigen.

    Ich würde den Bankberater aufsuchen und ihm Vorhaltungen wegen kompletter Irreführung machen.


    Zur Erläuterung (Quelle https://www.union-investment.d…U1572731591-fonds-A2DMWZ/ )


    UniRak Nachhaltig Konservativ -net- A ist ein Mischfonds, der überwiegend in verzinsliche Wertpapiere europäischer Emittenten und Aktien weltweiter Aussteller investiert. Der Fonds strebt langfristig eine strategische Aufteilung von circa zwei Drittel in Anleihen und circa einem Drittel in Aktien an.

    Das Risiko liegt nicht auf der Aktien-, sondern auf der Anleihenseite. Laut Factsheet (unter Details und Downloads -> Produktinformation) steht mit Stand 05.01.22


    ca. 62% Anleihenanteil, die

    eine Rendite von 0,26% bringen (wovon dann noch das Verwaltungsentgelt von 1,8% weggeht, also netto eine Negativverzinsung)

    und die eine Restlaufzeit von 8 Jahren + 8 Monaten haben.

    Letztere Zahl bedeutet (grob), dass die Anleihen um diese Zahl an Wert verlieren, wenn der Marktzins um 1% steigt. D.h. würde der langfristige Zins im Euroraum um 2% steigen würde der Anleiheanteil (theoretisch) um 16% fallen und damit das Gesamtportfolio um rund 2/3 davon, also um rund 10%.


    Unabhängig davon kann der Aktienanteil von 35% auch fallen. Das können gerne 20% sein, die wirken sich dann aber nur um ca. 7% auf das Gesamtportfoilo aus.


    Ich bin ja kein Freund drastischer Aussagen, in diesem Fall würde ich -wie die Vorredner in #2 - sagen Finger weg. Den Tipp von Altsachse befolgen, einen kleinen Einstieg in einen Aktien-ETF wagen in dem Umfang, der im Notfall verschmerzbar wäre.

  • Alternativ mal einen Blick in den letzten Rechenschaftsbericht:

    Dividenden 12 Mille

    Zinsen 19 Mille

    Verwaltungsvergütung 48 Mille (beide Anteilsklassen zusammen)

    Trotzdem ist das Fondsvolumen von 2,3 Milliarden auf 5 Milliarden angewachsen. Stolze Vertriebsleistung!


    Ich würde den Anleihenteil rauswerfen, und stattdessen einen Immobilienfonds nehmen. Bei der Union sollte der UniImmo Europa gerade im Verkauf sein. Da sind keine Verluste durch Börsencrash oder steigende Zinsen zu befürchten. Leider gibt es da keine -net- Version von.

    Der macht aber auch nur langfristigen Sinn.

  • Vielen Dank für die Erklärungen.

    Die Frage der Kosten ist mir auch aufgefallen.

    Was mir allerdings wirklich Kopfschmerzen macht ist dass der Bankmann ein Schulfreund meiner Frau ist und wir eigentlich dachten, dass wir da eine vernünftige Beratung bekommen da er vor der Rente steht und insoweit eigentlich keinen Verkaufsdruck mehr haben sollte. Positiv unterstellt -was auch nicht besser ist- wäre, dass er es einfach nicht besser weiß.

    Schade.


    Als Alternative käme auch in Betracht eine Imobilie zu erwerben. Wir dachten daran, eine renovierungsbedürftige 2-Zimmer-Wohnung zu kaufe, diese zu renovieren und zu vermieten. Dann könnten wir die -später- als Altersruhesitz verwenden und unser Haus verkaufen.

    Werden den Gedanken mal weiter verfolgen.

  • Das ist jetzt wirklich das Gegenteil von dem was ihr im Eingangspost geschrieben habt.


    Baut doch einfach den Fonds selbst nach. Ein Drittel in Aktien, die restlichen zwei Drittel aufs Tagesgeld. Selbst bei Negativzins von 0,5% rentiert das Tagesgeld besser als der Anleihenanteil im Mischfonds nach Gebühren. Spätere Anpassung der Aktienquote nach Komfort

  • Stimmt- das klingt erst einmal irreführend.

    Aber: Wenn ich unterstelle dass wir für ca. 100.000 EURO solch eine "heruntergewohnte" Wohnung bekommen habe ich die gute Möglichkeit, diese in Eigenregie wieder herzurichten. (habe auch selbst unser Haus eine 2. Wohnung eingebaut). So lange das für mich körperlich noch möglich ist. Wir können dann die Wohnung vermieten und bei Bedarf- wenn wir sie benötigen- selbst nutzen und unser Haus verkaufen. Wir haben keine Kinder und sind keinem "verpflichtet" so dass wir das Haus auch nicht vererben müssen/wollen/können. Immerhin würde das Geld gut angelegt sein.

    Natürlich stellt sich die Frage, ob eine Wohnung zu den Bedingungen überhaupt verfügbar ist. Ich bin aber insoweit "konservativ" und wir hätten bei einer Wohnung einen greifbaren Wert und nicht ein Stück Papier. (!?)

  • Baut doch einfach den Fonds selbst nach. Ein Drittel in Aktien, die restlichen zwei Drittel aufs Tagesgeld. Selbst bei Negativzins von 0,5% rentiert das Tagesgeld besser als der Anleihenanteil im Mischfonds nach Gebühren.

    Das Tagesgeld würde ich durch einen ertragbringenden Immobilienfonds ersetzten. Aktuell ist der ggf über die Börse sogar günstiger als bei der Union. Per Depotübertragung kann er aber immer noch dorthin wandern. Die VoBa bietet selber Wertpapierdepots an, oder über den Geno-Broker. Nachfragen kostet nichts.


    Beim Aktienteil hat der UniGlobal in den letzten Jahren besser abgeschnitten als der ETF, wird aber trotzdem hier als zu teuer niedergemacht. Die 34 % vom letzten Jahr können aber nicht realistisch langfristig erwartet werden.

  • Aber: Wenn ich unterstelle dass wir für ca. 100.000 EURO solch eine "heruntergewohnte" Wohnung bekommen habe ich die gute Möglichkeit, diese in Eigenregie wieder herzurichten. (habe auch selbst unser Haus eine 2. Wohnung eingebaut). So lange das für mich körperlich noch möglich ist.

    Unterschätz nicht was in den nächsten Jahren an Sanierungsauflagen kommen kann. Wenn ich da lese dass alle sanierten Teile auf heutigen Neubaustandard kommen sollen (Effizienzhaus 70) dann wird das für viele Besitzer von älteren Immobilien ein böses Erwachen. Bei einer Wohnung kommt noch die Komplikation mit der WEG dazu sobald eine größere Sanierung ansteht.


    Klar kann man mit 50 000€ Eigenkapital, einem Kredit und viel Eigenleistung einiges machen, aber einfach ist das nicht.

  • Generell ist das mit der Wohnung nicht völlig abwegig, wenn Du viel in Eigenleistung machen kannst. Ich weiß natürlich nicht wie Euch der Markt ist, also was kostet so eine Wohnung, wie leicht und zu welchem Preis lässt sie sich vermieten, könnte man sie wenn nötig gut verkaufen…


    So eine Wohnung fühlt sich erst mal sicherer an, weil Du sie sehen kannst und Du nicht jeden Tag wie bei Aktien mit schwankenden Marktpreisen konfrontiert bist. Das hat aber auch seine eigenen Risiken. Es findet sich doch kein Mieter, oder ihr habt Mietnomaden, die die Wohnung verwüstet hinterlassen. Es stellt sich irgendwann raus, dass bei dem Haus das Dach, die Heizung und die Dämmung gemacht werden müssen was Euch dann noch mal 50.000 Anteil kostet…


    Ich würde das nur in Erwägung ziehen, wenn für Euch der eigene Umzug in die Wohnung tatsächlich eine bevorzugte Idee ist. Und auch dann muss ganz ganz viel gerechnet werden, auch was passiert wenn es nicht so gut läuft wie geplant.