Größere Einmalanlage (um die 10.000 Euro) für die Mutter

  • Guten Abend zusammen!


    Ich bin schon länger stiller Mitleser im Forum und muss wirklich sagen, dass ich selten so eine sachliche, konstruktive und offene Gesprächskultur erlebt habe - Hut ab!


    Gerne würde ich euch daher auch um eine kleine Einschätzung bzw. um den ein oder anderen Ratschlag bitten.


    Folgende Situation:

    Ich habe meine Mutter dazu bringen können, mir zu vertrauen, ihr Geld anzulegen. Kurz zu den Basic-Daten meiner Mutter: 56 Jahre alt, voll berufstätig (30 Wochenstunden); alleinstehend; eigenes, abbezahltes Haus mit großem Grundstück; Nettoeinkommen: ca. 2200 Euro; Angespartes: Ca. 55.000 Euro; Lebensstil: sehr sparsam, wenig Luxus; gegebenenfalls Erbeinkünfte


    Ich hatte gedacht - und das ist für Sie in Ordnung - 10.000 Euro als Einmalanlage in ETFs zu stecken und dann noch einen Sparplan mit anfangs 50 Euro/Monat einzurichten.


    Haltet Ihr das soweit erst einmal für sinnvoll?


    Welchen Broker würdet ihr empfehlen? Ich selbst habe mein Depot bei der ING, nutze dieses aber gleichzeitig als Gehaltskonto. Das will meine Mutter bei sich nicht - sie will bei der Volksbank bleiben. Deswegen scheidet die ING oder ähnliche Banken aus, da zumindest bei der ING mindestens 700 Euro pro Monat eingehen müssen, um keine Negativzinsen zu zahlen.


    Als ETF schwebt mir der Vanguard FTSE ALL World (thesaurierend) vor - so hätte man eine unkomplizierte 1-ETF-Lösung.


    Vielen Dank im Voraus! :)


    Beste Grüße,

    Laurence

  • Ich lege auch Geld für meinen Vater in ETF an. Dazu habe ich ihm gesagt "stell dir vor, deine Einzahlung ist heute nur noch 50% der usprünglichen Summe wert, was macht das mit dir?" Er hat kurz überlegt und meinte, es sei ihm egal, es sei Geld auf das er nicht angewiesen ist.


    Wenn deiner Mutter die Vorstellung Angst macht, solltest du von einem ETF Investment absehen. Wenn es für sie riskierbar ist, wäre es aus meiner Sicht ok.


    Wenn du ein neues Depot bei einer neuen Bank eröffnen möchtest, sind die Neobroker am günstigsten. Trade Republic, Scalable Capital und ein paar andere.

  • Wenn sie bei der Volksbank bleiben will, soll sie den UniGlobal nehmen. der hat in den letzten drei Jahren den ishares MSCI World ETF locker überboten. Kostet zwar 5% Eintritt, das gleicht sich aber über 10 Jahre Anlage wieder aus.

    Es gibt noch UniGlobal -net- für kurzfristige Anlgen unter 5 Jahren.


    Wenn es unbedingt ein ETF sein muß:
    Wertpapierdepot bei der Volksbank, oder über die VB den Geno-Broker nehmen. Da braucht man nicht mehr als ein Volksbank-Girokonto für. Ist aber in der Kontoführung teurer als das Union-Depot. Aber irgendeine Kröte musst du halt schlucken.


    So, nun kann die ETF Ultra Fraktion wieder ihre Keulen rausholen ...

  • Vielen Dank dir für die schnelle Antwort!


    Genau, habe es mit meiner Mutter im Detail durchgesprochen - auch den Worst-Case. Damit geht sie absolut d'accord. Der Anlagezeitraum wäre dann ohnehin mind. 15 Jahre.


    Nur um sicherzugehen: Der "typische", thesaurierende Vanguard FTSE All Word ist doch dieser hier: ISIN IE00BK5BQT80. Oder?

  • Deswegen scheidet die ING oder ähnliche Banken aus, da zumindest bei der ING mindestens 700 Euro pro Monat eingehen müssen, um keine Negativzinsen zu zahlen.

    Bei der ING kann man auch nur das Depot und Verrechnungskonto (Tagesgeldkonto) haben. Habe ich auch so und kostet nichts. Die ING ist nicht der günstigste Broker aber ganz gut wenn man keinen Neobroker will.


    IE00BK5BQT80 ist der richtige


    Wenn sie bei der Volksbank bleiben will, soll sie den UniGlobal nehmen. der hat in den letzten drei Jahren den ishares MSCI World ETF locker überboten. Kostet zwar 5% Eintritt, das gleicht sich aber über 10 Jahre Anlage wieder aus.

    Es gibt noch UniGlobal -net- für kurzfristige Anlgen unter 5 Jahren.

    Bekommst du Provision von der Union Investment? :D

  • So, nun kann die ETF Ultra Fraktion wieder ihre Keulen rausholen ...

    Ich denke zu Bashing von Anhängern des aktiven Investierens gibt es keinen Grund. Glückwunsch, wenn du es langfristig schaffst den Markt zu outperformen. Ich habe das für mich versucht, bin kläglich gescheitert und lasse es seit ein paar Jahren. Ich "begnüge" mich mit der MSCI World Rendite. Wenn du ein Händchen für mehr hast, solltest du das unbedingt nutzen. So wie jeder andere auch. Mir gelang es nicht und ich habe meine Wahl getroffen. Wir können doch gut nebeneinander her leben. Mit meinen Investitionsbeträgen beeinflusse ich den Markt sicher nicht, du kannst also getrost machen und outperformen.

  • Bekommst du Provision von der Union Investment? :D

    Nein, nur Wertpapiererträge :P. Und eine Fondsperformance, die sich nicht zu verstecken braucht. Ganz ohne Zaubertricks, in Euro auf dem Konto.

    Ich brauche dabei keinen Index zu schlagen. Mir reicht es, wenn ich genug zum Leben habe.

    Nur wenn der Kunde (bzw Muttern) Volksbank will, sollte man ihm/ihr auch dort eine brauchbare Alternative aufzeigen. Ebenso bei Sparkassens. Die haben nun mal beide nicht gerade wenige Kunden. Das sind nicht von vorneherein alles Deppen, wie manche hier gerne schreiben. Und auch Bankberater sind in erster Linie Menschen, und keine Blutsauger.

  • Verkäufer, nicht Berater. Es handelt sich um Verkäufer mit Interessenskonflikt.

    Aaaaalso... ich sehe da keine Interessenkonflikte. Diese 'Bankberater' handeln im Interesse ihrer jeweiligen Arbeitgeber und empfehlen ihren Kunden eben jene Finanzprodukte, die sie im Angebot haben.


    Das sind nicht von vorneherein alles Deppen, wie manche hier gerne schreiben. Und auch Bankberater sind in erster Linie Menschen...

    Absolut richtig. In den Banken findet man sogar auffällig viele richtig nette, freundliche, umgängliche und auch gepflegte Menschen.

  • Wenn Deine Mutter VB orientiert ist wären der GENOPLan sinnvoll:

    Wo bleibt der Aufschrei wg. Provision?

    Fairerweise muß man dazu sagen, daß das Aktionsangebot nur 12 Euro Rabatt gegenüber den übrigen Sparplänen bietet. Bei der Union gab es im letzten Jahr stattdessen einen Rucksack.


    Wenn der Mutter die weltweite Anlage zu risikoreich ist, kann sie auch auf DAX oder europäische Aktien sparen.

  • Würdet Ihr die 10.000 Euro denn direkt anlegen (nach dem Motto "Time in the market beats timing in the market) oder würdet ihr es zumindest etwas verteilt über einige Monate anlegen?

    Rein von der Statistik ist All-In am Besten:

    500.000 Euro investieren / All-In oder auf Raten? - Finanzen? Erklärt! (finanzen-erklaert.de)

    Einstieg in den Aktien­markt: Einmal­anlage oder Phasen­investment? – Gerd Kommer Invest (gerd-kommer-invest.de)

    Ich habe meine Investition über einen längeren Zeitraum gestreckt und dabei ganz schön Geld liegen lassen. Bei mir ging es aber auch nicht um 'nur' 10.000€.

    Ich habe damit aber gut geschlafen;). Das war es mir Wert.


    Da die 10.000€ ja 'nur' rund 20% des gesamten Vermögens Deiner Mutter darstellen, würde ich dazu tendieren, dieses Geld auch sofort zu investieren.

    Aber immer daran denken, dass es das Geld Deiner Mutter ist und nicht Dein Geld. Deine Mutter muß die Entscheidung zu 100% mittragen.


    PS: Der FTSE All World ist eine sehr gute Wahl!

  • Wenn der Mutter die weltweite Anlage zu risikoreich ist, kann sie auch auf DAX oder europäische Aktien sparen.

    Das schön ist ja, dass man Geldanlagen sehr gut miteinander vergleichen kann (zumindest in der Rückschau ;)).

    Hier mal der Vergleich eines thesaurierenden DAX ETF, thesauriernder ETF auf den Euro Stoxx 600 und einem thesaurierenden MSCI World ETF:

    Vergleichen - fondsweb


    Und nun möge man mir anhand der Vergleichszahlen erklären, wie man darauf kommt, dass eine Anlage in einen DAX oder einen Euro Stoxx 600 risikoloser sei als eine Investition in einen MSCI World. :/

  • Und nun möge man mir anhand der Vergleichszahlen erklären, wie man darauf kommt, dass eine Anlage in einen DAX oder einen Euro Stoxx 600 risikoloser sei als eine Investition in einen MSCI World. :/

    Für das subjektive Risikoempfinden zählen nicht unbedingt Werte aus der Vergangenheit.

    Wenn der Kunde seinen Willen äußert, sollte man das einfach mal respektieren.