Ausbildungskosten für das Investieren an der Börse lernen

  • Hallo zusammen,

    ich möchte eine Ausbildung für das Investieren an der Börse nehmen. Es gibt viele Informationen online aber ich weiss einfach nicht wo ich starten soll. Ich möchte auch nicht viel Geld wegen falschen Entscheidungen verlieren und möchte von den Erfahrungen von anderen lernen. Ich habe eine Akademie angeschaut wo die Ausbildung staatlich anerkannt ist.

    Die Dauer der Ausbildung ist 6 Monate und der Preis ca. 3000 Eur.

    Meine Frage ist: wieviel würde ihr in so eine Ausbildung investieren?

    Wie habt ihr denn angefangen an der Börse zu investieren?

    Danke und Grüße.

  • Meine Frage ist: wieviel würde ihr in so eine Ausbildung investieren?

    So ca. 0 Euro.


    Darf ich mal fragen, was Deine Vorstellung ist, was Du lernen möchtest?

    Für die normale entspannte Geldanlage findet man hier bei FT alles und bei Bedarf helfen wir bei Fragen gerne weiter.


    Ich vermute dass Dein Interesse aber weiter geht.


    Wenn es generell darum geht, wie Börsenhandel funktioniert gibt es von den Börsen bzw. deren Umfeld jede Menge gute Schulungen. Ein Beispiel wäre der Anlegerclub der Börse Stuttgart https://www.anlegerclub.de , da gibt es unter Wissen - Mediathek Aufzeichungen zu einer Einführungsreihe aus dem letzten Jahr.


    Weitergehend wären die aktuellen Trading Masters, bei denen es in der Akademie kostenlos auch Einsteigerseminare als Aufzeichnung gibt bzw. wenn die nächste Runde kommt geht da wahrscheinlich auch wieder ein neuer Schulungszyklus los. https://tradingmasters.de/akademie/ Aufpassen, die neuesten Beiträge sind stark tradingorientiert, würde ich nicht für den Start empfehlen.


    Wenn es um Meinungen zu einzelnen Aktien und Sektor-ETF geht wäre echtgeld.tv ein guter Einstieg, da man dort einiges zur Analyse lernen kann. Die wöchentlichen Sendungen sind auf Youtube abrufbar, bei kostenloser Anmeldung in der Lounge gibt es die Unterlagen als PDF abrufbar.

  • Tja, vergiss die Denke, dass 'Börse' viel mit Ausbildung zu tun hat.

    Das was Du in solchen Seminaren lernen kannst ist 'traden'. Kann man machen, hat aber nicht unbedingt viel mit langfristigem investieren zu tun.

    Ich habe in meinen jungen Jahren viel mitbekommen (z.B. neuer Markt), wo Freunde von mir schlussendlich viel Geld 'versenkt' haben.

    Das hat mich dann wohl nachhaltig vom Thema Börse abgehalten!:/


    So bin Ich erst mit Ende 40 zur Börse gekommen. Gespart wurde schon lange, aber das Geld lag halt irgendwo auf dem Konto oder einem Bausparvertrag herum.

    Ich habe mich anfangs über den Youtube-Kanal von Finanzfluss informiert, bin dann auf den Youtube-Kanal von Finanztip gekommen und habe mir so ziemlich alle Videos zum Thema ETF angesehen. Dann habe ich bei meiner Direktbank ein Depot eröffnet und Ende 2019 mit zittrigen Händen meinen ersten ETF gekauft (Einmalanlage). Im Januar 2020 kam dann mein 2 ETF dazu (Einmalanlage). Für Beide ETF wurden Sparpläne eingerichtet.

    Dann kam Corona und mein Depotwert rutschte rund 30% ins Minus! <X

    Ich habe in der Zeit dann den Blog des Finanzwesir entdeckt und habe dort viel gelesen, was dann sehr gut für mein gesamtes Mindset war. Der Sparplan lief unterdessen immer weiter und auch der Bausparer wurde aufgelöst und investiert.

    Inzwischen bin ich mit einen Großteil meiner liquiden Mittel in ein weltweites ETF Portfolio investiert (rund 60% meines gesamten Vermögens).

    Der Rest steckt im Tagesgeld, Kapitallebensversicherung und einer stillgelegten BAV.

    Mein Ziel ist, mein Depot bis zur Rente (geplant mit 63) weiter zu besparen und anschließend bis zu meinem Tod das regelmäßige Spaßgeld aus meinem Depot zu entnehmen.


    Ob das klappt, weiß ich dann hoffentlich in 30-50 Jahren. ;)

  • der doziert hier kostenlos...

    ... und schreibt 'Verlust' immer mit 'ß'. ;-)


    Meine Frage ist: wieviel würde ihr in so eine Ausbildung investieren?

    Maximal zwünf Euro und drölfzig ;-)


    Und jetzt mal mit etwas mehr Ernst...

    Die Fragen sind, was hast du vor, welche Strategien willst du verfolgen und - ganz wichtig - was wollen diese 'Ausbilder' eigentlich vermitteln?


    Bei jeglichen Ausbildungen sollte man im Hinterkopf haben, dass etwa 10.000 Stunden (in Worten: Zehntausend!!!) intensiver Beschäftigung erforderlich sind, um so etwas wie einen 'Meister-Level' zu erreichen.


    Ich möchte auch nicht viel Geld wegen falschen Entscheidungen verlieren und möchte von den Erfahrungen von anderen lernen.

    Ob 3.000 Öcken viel oder wenig Geld für dich bedeutet, kann ich nicht beurteilen. Ich würde jedenfalls für 'Scheißendreck' keine drei mIlle ausgeben. Da gehe ich lieber an die 300 mal zu Mac Doof oder Ken Tucky Schreit Fi...n.


    Nicht viel Geld verlieren...

    Dann kaufe dir ein paar Bücher über Börsenangelegenheiten und Aktien etc. ... und eröffne ein Muster-Depot zum Spielen. Damit kannst du selbst erste, eigene Erfahrungen sammeln, ohne dass dabei Geld übern Jordan geht.


    Von den Erfahrungen lernen, die andere gemacht haben... Prinzipiell eine gute Idee. Erwarte aber bitte nicht, dass dir jemand bombensichere Tipps geben kann, welche Aktien du wann kaufen und/oder verkaufen solltest.


    Wie habt ihr denn angefangen an der Börse zu investieren?

    Ich habe vor über 30 Jahren - wie ein Idiot, Depp, Unbedarfter Anfänger - mit dem Kauf von wenigen Aktien angefangen. Damals gab es keine Muster-Spiel-Depots, keine online Broker, kein You Tube... Aufträge an den Broker liefen damals per Telefon und Fax und kosteten weit mehr, als dies heute der Fall ist. Egal...

    Damals habe ich den Rat eines Mentors befolgt, der damals schon Multi-Millionär und mit einigen Millionen in Aktien investiert war, nur Aktien von Unternehmen zu kaufen, deren Geschäftsmodell ich halbwegs verstehen kann. Meine damalige Idee war, möglichst mindestens eine Rendite von 10% p.a. nach Steuern zu erzielen und mögliche Verluste auf max. 15% zu beschränken. Dazu sollte man 'Order' und auch Limits kennen...

    (https://www.boerse-frankfurt.d…n/handeln/weg-einer-order)

    Und im Laufe der Jahre ist die Anzahl an Titeln im Depot gewachsen, zu dem ich parallel eine Beobachtungsliste mit Aktien geführt hatte, die ggfs. für einen Kauf infrage kamen.

    Aktien zu kaufen und diese quasi wie 'in guten und in schlechten Tagen' zu halten, war nie mein Ding. Ich habe Aktien wie Handelswaren betrachtet und sie demzufolge auch verkauft, wenn bestimmte Gewinne erreicht waren. Die damals wie heute typischen Dividendenaktien haben mich auch nicht großartig gejuckt; mir ging es primär um (mögliche) Kursgewinne. Dennoch habe ich einige Titel im Depot, die auch Dividenden zahlen. Bei der McDoof-Aktie - nur zum Beispiel - beläuft sich derzeit meine persönliche Dividendenrendite auf knapp 100%; heißt: die jährliche Dividendenausschüttung (brutto) entspricht in etwa dem Betrag, für den ich ursprünglich diese Aktien gekauft hatte. Bei der Aktie der Apfel-Firma (keine typische Dividendenaktie), um ein weiteres Beispiel aufzuführen-, liegt meine derzeitige persönliche Dividendenrendite bei über 400%, auf die ursprüngliche Investition bezogen.

    Welche Durchschnittsrenditen ich über die letzten ca. 33 Jahre erzielt habe, wie wenig davon Buchgewinne sind und und und, will ich hier nicht gerne breittreten. Ich kann nur sagen, dass ich mit meiner "Strategie" (Motto 1: Langfristig heißt, bis ins hohe Alter in Aktien zu investieren. Auf die Haltedauer eines Titels bezogen kann 'langfristig' durchaus 'einen Tag' bedeuten. Motto 2: Keine Lust auf Abwarten, bis sich die Kurse nach einem Kurseinbruch wieder erholen.) ziemlich zufrieden bin, was man (oft) auch am breiten Grinsen sehen kann.

  • Wenn du Spaß dran hast halte ich 30€ für akzeptabel. Wichtig ist, dass du anschließend nichts von dem dort gezeigten mit deinem Geld tatsächlich umsetzt. Das könnte sehr teuer werden. Glücksspiel kann süchtig machen!

  • Vielen Dank an Euch alle für die sehr hilfreiche Antworte. Ich bin neu in diesem Forum und bin froh mich hier angemeldet zu haben. Ich werde nicht mein 3000 Eur Hart gearbeitetes Geld für die Ausbildung ausgeben sondern versuchen mit den vielen Informationen hier das lernen zu starten. Ihr seid einfach toll. Ein paar Fragen hätte ich noch.

    Welche gute Muster-Depots zum Spielen könnt ihr nennen? Ich glaube damit werde ich starten.

    Mein Ziel ist langfristig zu investieren und auch neben meiner Arbeit passive(???) Geld zu verdienen hoffentlich.


    Vielen Dank!!!!

  • Was Du ganz einfach machen kannst ist die kostenlose Version von Parqet zu nutzen. In Parget 'kaufst' Du Dir dann virtuell Dein Portfolio zusammen (z.B. ETF oder Einzelaktien).

    Da kannst Du dann quasi in Echtzeit verfolgen, wie sich Dein Portfolio verhält.


    Die Gefahr die ich an so etwas sehe, ist immer dass es ja nicht um echtes Geld geht (Skin-in-the-Game). Es ist eben etwas ganz anderes, wenn Du 30% 'virtuell' verlierst, als wenn es Geld ist, für das Du ein paar Jahre hart gearbeitet hast. ;)

    Und wenn Du eine reine passive ETF Strategie verfolgst, ist das auch total langweilig! Ein Kauf jeden Monat und das war es dann. Da braucht es nicht viel zu lernen.

    Ich empfehle Dir daher direkt in echt einzusteigen. :)

    Nimm Dir 2 Depots.

    In das eine Depot kaufst Du ganz langweilig einen weltweiten ETF auf den Index MSCI World oder FTSE All World. Dafür nimmst Du 80% von dem Geld was Du investieren möchtest.

    In das 2. Depot investierst Du die restlichen 20% der Investitionssumme. Hiermit machst Du, was Du für richtig hältst (Aktien kaufen, verkaufen, Optionen, usw.).

    Und nach ein paar Jahren schaust Du mal, welches Deiner Depots besser gelaufen ist. Hast Du es geschafft mit Deinem 'Trading' Depot den langweiligen ETF auszuperformen, dann mach so weiter. Wenn nicht, dann erhöhe die Sparsumme auf Dein ETF-Depot, lass es laufen und erfreue Dich am Leben.

    Hier die Geschichte von Stefan, der es auch erst mit Einzelaktien versucht hat:

    https://stefansboersenblog.com/2020/02/23/nur-noch-etf/

  • Welche gute Muster-Depots zum Spielen könnt ihr nennen? Ich glaube damit werde ich starten.

    Ich schließe mich dem Vorschlag myonvista an.

    Ferner würde ich zu einem kostenlosen Account bei Guidants raten, da selbst im kostenlosen Bereich die Analyse-Tools ganz gut sind.


    Zwar nicht gefragt: über myreadit kann man (nervig werbefinanziert) mehrere Finanzzeitschriften kostenlos lesen.