ETFs-Zukunft

  • Hin und her macht Taschen leer.


    Ich stand der Strategie buy and hold (MSCI World oder ACWI) bisher nicht gänzlich skeptisch gegenüber, dachte aber, man kann schon mit Einezlaktien-Investments den Markt schlagen.


    Ich folge dem Channel von Markus Koch (Journalist), der selbst aktiv investiert und vor Weihnachten in einem seiner Live-Sendungen zugab, dass es ihm nicht gelungen war, den S&P500 zu schlagen. Das fand ich schon bemerkenswert: Im Endeffekt hat jemand, der einfach den S&P500 als ETF bespart hat, offensichtlich eine bessere Rendite erwirtschaftet.


    Wenn man das vielzitierte Buch von Gerd Kommer liest, kommt man auch zu dem Schluss, dass es schlichtweg eine einzige Ausnahme ist, wenn man den Markt schlägt.


    Fazit für mich: Ein ACWI ETF-Sparplan bleibt für mich das Basisinvestment, ergänzt durch 2-3 weitere spezialisierte ETF-Sparpläne auf Themen/Branchen sowie wenige Einzelaktien-Sparpläne, wo ich noch ein gute Rendite (mit Wachstum) sehe. Und wie schon von monstermania geschrieben: Wenn der Markt "crasht" kann man eben günstig nachkaufen. Da hätte ich immer gerne viel cash auf "Halde".

  • 120 Jahre Börsengeschichte haben gezeigt, dass ignorieren und aussitzen eigentlich ganz gut funzt :) Aber ich vergaß, diesmal ist ja alles anders ;)

    Wer vor 120 Jahren im Alter von rund 30 eingestiegen ist, bezieht inzwischen seit knapp 90 Jahren seine Privatrente aus dem Depot... oder so ähnlich.


    Im Ernst... bei deiner Betrachtung und dem 'eigentlich ganz gut' ist auch zu differenzieren, wann jemand etwa mit einer Einmaleinlage eingestiegen ist, oder ob man quasi per Sparplan investiert hat. Und ja, irgendwo liegt dieser 'man' dann trotzdem im Bereich von 'eigentlich ganz gut'.


    Mit meinem Depot wäre ich mit meiner vor etwa 33 Jahren getätigten Einmalanlage und im Buy & Hold Verfahren jetzt bei deinem Depotwert, der etwa dem 12-Fachen jener Anfangsinvestition entspräche, brutto natürlich. Eigentlich ganz gut, oder?

    Inflationsbereinigt reden wir vom etwa 4,5-Fachen...


    Durch das 'Rein-und-raus-aus-den-Kartoffeln' bis hin zu fast kompletten Ausstiegen, was sicherlich nicht Jedermanns Sache ist, bin ich Trottelgesicht durch pures Glück auf einen Depotstand (Depot und Verrechnungskonten) gelangt, der dem etwa 650-Fachen entspricht (brutto, wobei nur etwa um die 10% noch nicht versteuert/realisiert sind). Inflationsbereinigt liege ich damit bei etwa dem 245-Fachen... grob über'n Daumen gepeilt.


    Jeder mag selbst entscheiden, was er/sie unter 'eigentlich ganz gut' verstehen mag ;-) ... und jeder mag selbst entscheiden, was er wann mit seinen Kröten unternimmt.

  • Ich bin ein fröhlicher Mensch, nix düster.


    ich finde Deine Grundhaltung nur wenig durchdacht. Die Aktienmärkte sind extrem unter Spannung und Du willst wirklich behaupten, man solle immer weiter und weiter stur investieren?


    Nochmal: Alles einstellen, verkaufen und nicht Verkäufer an dummen Entscheidungen verdienen lassen sage ich denen, die sonst noch mit lesen.


    Immer? NEIN, momentan und bei Beobachtung der Märkte eine Weile, dann wieder einsteigen.


    Selbst denken!


    Geld verbrennen ist nicht Sinn der Veranstaltung und Bankverkäufern das Feld zu lassen und denen zu dienen, ist nicht ratsam.


    Ich kenne keinen einzigen Autoverkäufer und keinen einzigen Versicherungsvertreter und keinen einzigen Bankverkäufer (das sind keine Berater!), der wirklich das Interesse des Kunden im Vordergrund hat. Keinen!


    Ist ja auch verständlich. Nur: muss ich das mitmachen? Ich denke nein ;-) Die Berufsbranche ist eigentlich nicht unbedingt seriös.


    Ich empfehle unabhängige Anlageberater, denen man ein Honorar zahlt statt Verkäufer, die sagen: "gib mal, ich mach das schon".


    Jedem was er mag ^^


    Ok... machs gut.


    Viel Erfolg

  • Und was soll dieser Sermon mit dem Thema "ETFs - Zukunft" zu tun haben?

  • Selbst denken!

    Selbstüberschätzung ist die Mutter der Porzellankiste... Oder so ähnlich. Niemals würde ich mir einbilden es besser zu wissen als der Markt. Der Preis eines Msci World etf setzt sich zusammen aus der Summe der Entscheidungen von tausenden von Institutionellen Akteuren auf dem Markt, mit Infos aus großen Datenbanken, Insiderwissen uvm. Was soll ich da groß reißen?

  • Die Sturheit dieser "Buy and hold" Mentalität, muss Motive haben die ich nicht mehr nachvollziehen kann.


    Da ich nicht so stur bin gebe ich all diesen Ratgebern recht und sage:


    "Ja, versenkt euer Geld in havarierte Tanker. So muss es sein. Irgendwann wird alles gut - ein Schiff wird kommen".

  • Die Sturheit dieser "Buy and hold" Mentalität, muss Motive haben die ich nicht mehr nachvollziehen kann.


    Da ich nicht so stur bin gebe ich all diesen Ratgebern recht und sage:


    "Ja, versenkt euer Geld in havarierte Tanker. So muss es sein. Irgendwann wird alles gut - ein Schiff wird kommen".

    Ich habe mich damit am Anfang auch schwer getan, wie schon weiter oben geschrieben. Aber lies dazu mal das Buch von Gerd Kommer. Das ist echt gut.

  • Hallo zusammen,


    "Buy and hold"


    M.E.:


    Es ist menschlich zu glauben, dass meistens der richtige Zeitpunkt zum Investieren gefunden werden kann.


    Die Statistik spricht dagegen.


    Über Jahrzehnte und über absolut das ganze Vermögen gesehen gelingt es häufig nicht.


    Es ist eigentlich eher ein


    psychologisches Thema.


    Wie komme ich aus dieser eigenen „psychologischen Falle“ heraus bzw. gehe damit um?

  • Ich würde sagen, dass die psychologische Falle vielmehr bei Market Timing Ansätzen besteht. Da ist es doch so: Wenn man verkaufen müsste, will man aus Gier nicht verkaufen. Wenn man kaufen müsste, will man aus Angst nicht kaufen.


    Bei Buy and Hold ist keine Aktion nötig, einfach Augen zu.

  • Was ist denn diese psychologische Falle? Das hab ich noch gar nicht verstanden.

    Es liegt nun mal nicht in der Natur des Menschen einfach mal gar nix zu tun!

    Man glaubt immer irgendwie, dass man es doch irgendwie hinbekommt besser zu sein, wenn man etwas aktiv angeht.

    Dann kommen Freunde, die einem von Ihren tollen Gewinneraktien erzählen und man macht nur die popelige Marktrendite und nicht mal eben 300%.

    Das muss man schon ein dickes Fell haben. ;)

    Mir ist das egal. Ich bin glücklich mit meinem Leben und brauche keinen Nervenkitzel an der Börse.

  • Wenn die ganze Welt nur noch Buy and Hold machen würde, dann würde auch tatsächlich die ganze Börse nicht mehr funktionieren. Daher muss man froh sein, dass es immer auch genug andere gibt.

    Das ist die große Frage. Wertgewinne gibt es dann natürlich nicht mehr, aber die Unternehmen selbst erwirtschaften ja immer noch Gewinne an denen man beteiligt wird. So schlecht ist das nicht

  • Das ist die große Frage. Wertgewinne gibt es dann natürlich nicht mehr, aber die Unternehmen selbst erwirtschaften ja immer noch Gewinne an denen man beteiligt wird. So schlecht ist das nicht

    Das würde nicht gehen, weil es dann keine Preisfindung und kaum noch Liquidität gäbe. Das ist so, wie wenn am Obststand ein Kunde kommt und sagt, er will einfach je 1 Stück von den 10 meistverkauften Obstsorten. Das ist kein Problem. Wenn aber irgendwann ausschließlich nur noch Kunden kommen, die alle die 10 meistverkauften Obstsorten wollen, dann bricht das System zusammen. Da ist „meistverkaufte Sorten“ gar nicht mehr definiert. Genauso gäbe es auch im Aktienmarkt dann keine sinnvolle Marktkapitalisierung mehr, nach der man einen Index gewichten könnten.


    Wie monstermania schreibt sehe ich da aktuell aber auch keine Gefahr, dass der Fall eintritt.

  • Allein schon ein 70/30 Portfolio ist ein abweichen von der Marktkapitalisierung und damit ein gewisses 'aktives' handeln.

    Jeder der in einen Sektor bzw. Branchen ETF investiert betreibt aktives Investment. Von daher sehe ich da auch absolut keine Gefahr dass sich plötzlich alle 'Anleger' auf einen MSCI ACWI oder FTSE All World festlegen.

    Mein Kumpel Udo z.B. spekuliert ausschließlich mit Einzelaktien und macht gar nix mit Fonds/ETF. Und von den reinen Aktienanlegern gibt es jede Menge.