Kreditgeber für Immobilie als Erbe bestimmen, geht das?

  • Guten Abend,

    ich habe eine Idee für meine Immobilienfinanzierung und möchte gerne wissen, ob es so etwas gibt. Ich darf/muss noch fünf Jahre arbeiten und möchte ein kleines Häuschen als Ruhesitz erwerben. Ich könnte sofort einen gewissen Betrag an Eigenkapital aufbringen und werde in den nächsten Jahren einen gewissen Betrag erben. Außer zweier Brüder, die ausgesorgt sind und guten Gewissens enterbt werden könnten, gibt es keine gesetzlichen Erben. Eigenen Besitz schaffen macht also eigentlich keinen Sinn, weil ich es niemanden vererben kann bzw. muss.

    Gibt es die Möglichkeit, das Häuschen mit ca. 50 % aus Eigenmitteln und ca. 50 % Kredit zu finanzieren und den Kreditgeber dann als Erben zu bestimmen? Was nach meinen Ableben mit dem Häuschen passiert ist mir einigermaßen egal.

    Würde mich über eine Antwort freuen. Gerne auch mit Stichworten wo ich mich weiter informieren kann. Bisher habe ich nur so Sachen wie Umkehrhypothek, Leibrente oder ähnliches gefunden. Das passt aber alles nicht, weil ich ja noch gar kein Haus habe, sondern es erst mit einem entsprechenden Kredit kaufen will.

    Vielen Dank.

  • franzl0202

    Hat den Titel des Themas von „Kreditgeber für Immobilie als Erbe bestimmen, geht das“ zu „Kreditgeber für Immobilie als Erbe bestimmen, geht das?“ geändert.
  • Hallo,

    vielen Dank schon mal.


    JDS: Ich sag mal so. Wenn ich ein Häusle für 200.000 € kaufe und selber die Hälfte bezahle und der Kreditgeber die andere Hälfte dieser dann aber schlussendlich in 20 Jahren das Häuschen bekommt steht der Kreditgeber doch ganz gut da. Es kann natürlich für den Kreditgeber günstiger oder ungünstiger verlaufen, aber am Ende gehört das Haus ihm ja. Im Grunde könnte man ja auch großzügige Maximalnutzungsdauer vereinbaren oder eine moderate monatliche Rate. Aber ich versteh schon, dass das keine übliche Finanzierung ist und es anscheinend nicht gibt (so verstehe ich die Bemerkungen jetzt mal).


    FinanzPanda: Ich glaube, dass ist das mit Leibrente. Da muss man aber wohl das Häuschen erst mal haben, um es zu verkaufen.


    Vielleicht gibt es ja sonst noch Ideen. Die Kreditgeberlandschaft ist ja heutzutage recht bunt und vielseitig.

  • Hallo franzl0202,


    interessante Idee, die Sie äußern. Ein paar Besonderheiten wären aber sicher zu berücksichtigen.


    Der Kreditgeber müsste sicherlich eine Privatperson (ggf. noch Stiftung o.ä.) sein. Eine Bank wird da nicht mitmachen.


    Wie stellen Sie sich denn die Kreditkonditionen vor, tilgungsfrei und Zinssatz von x% p.a.?


    Was soll passieren, wenn Sie zwar noch leben aber nicht mehr im Haus wohnen können?


    Die Fragen kann man sicherlich alle in einem Kreditvertrag und einem Erbvertrag regeln. Aber es ist für den Notar sicherlich auch nicht ganz der Standard.


    Letztendlich, finden Sie jemanden, der auf Ihre Restlebenserwartung wettet?


    Gruß Pumphut

  • ... steht der Kreditgeber doch ganz gut da.

    Das bezweifle ich ganz stark. Versetze dich doch einmal in die 'Denke' des Kreditgebers...

    Du investierst 100k, um in plus/minus 20 Jahren eine Immobilie zu erhalten, deren Wert (in plus/minus 20 Jahren) und Markt du nicht kennst. Bis dahin kann es durchs Dach regnen, die Heizung kann nur noch zum Kühlen genutzt werden, Wände und Böden müssen saniert werden etc. etc.

    Wenn ich als potentieller Kreditgeber 100k nutzlos rumliegen hätte, würde ich diesen Betrtag doch lieber anderweitig investieren. In einer - zugegeben - volatilen Anlage kann ich mit einem Betrag von um die 400k rechnen...


    ... oder eine moderate monatliche Rate.

    Eine passende Rate würde (bei 20 Jahren) in der Dimension von rund 500 € monatlich liegen... und wer garantiert dem Kreditgeber, dass jene Raten auch gezahlt werden können?


    Also, wenn du 100k rumliegen hast und dir einen Altersruhesitz gönnen magst, informiere dich doch mal über Tiny Homes oder Tiny Houses. Diese Häuschen müssen nicht zwangsläufig 'auf Rädern' in Betracht gezogen werden, sondern können durchaus auch auf einem passenden (kleinen) Stückchen Grund auf eine Bodenplatte gesetzt werden.


    Von den weiteren Ersparnissen in den letzten Jahren im Arbeitsleben, und von dem erwarteten Erbe kannst du dir ja dann auch die Veranda zum Tiny House leisten und/oder an einem Depot/Konto mit Entnahmeplan 'arbeiten', damit du dir deine Rente ergänzen kannst.


    Von deinen Kommentaren leite ich ab, dass du absolut kein 'bornierter Idiot' sein kannst. Demzufolge glaube ich, dass du eine passable Lösung für deinen Lebensplan finden wirst... und drücke dir feste die Däumchen.


    LG

    John

  • Der "vorgesehenen Erben" müsste voraussichtlich sowohl Erbschaftsteuern zahlen als auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass Du jemanden adoptieren könntest, der dann Pflichtteilsberechtigt wäre oder sich noch ein Abkömmling meldet - ich unterstelle nichts, aber ein fremder Dritter könnte sich diese Frage vorlegen.


    Ich persönlich glaube deswegen, dass Du Dich eher in Richtung eines lebenslangem Niesbrauchs oder lebenslangem Wohnrecht für Dich überlegen solltest. Dann wäre der "Kreditgeber" bereits als Eigentümer eingetragen und insoweit "sicher". Man könnte sogar ein Entgelt vereinbaren, so dass der "Kreditgeber" regelmäßige Zahlungen erhalten kann. Nur eine eventuelle Grundschuld könnte Dir den Plan verhageln, wenn sie vorrangig eingetragen werden muss. :( Der Plan ist also auch kein Selbstläufer, da muss man sowohl "Kreditgeber" als auch Bank finden.


    Im Allgemeinen würde ich auch berücksichtigen, dass man im höheren Alter ggf. noch einen anderen Wohnsitz braucht. D.h. unabhängig von Deiner Lösung empfehle ich, für den Fall eines Auszugs eine vertragliche Regelung vorzusehen.

  • Hallo an alle,


    Danke für die Beiträge. An was man alles denken muss. Da bin ich platt. Wahrscheinlich denke ich zu einfach. Ich werde in aller Ruhe die Punkte durchdenken. Was mich betrifft: das mit den Tinyhouses find ich eine sehr attraktiv Idee. Leider gibt es dafür nur sehr wenig geeignete Grundstücke (bin in Süddeutschland). Aber ich werde das verfolgen.


    Allgemein würde ich an dieser Stelle zur Suche nach kreativen Ideen aufrufen: Ich glaube es gibt bereits jetzt und in der Zukunft noch mehr Menschen, die von ihrer Rente (meist ja alleine oder maximal zu zweit) grade noch die Miete zahlen und ein paar Lebensmittel kaufen können (in Süddeutschland). Was hier gebaut wird, ist schlicht zu teuer, vor allem wegen der Bodenpreise, der oft hohen Bauqualität und der endlos ausufernden Bauvorschriften, weshalb es auf dem freien Markt keine niedrigen Mieten mehr geben wird.

  • Leider gibt es dafür nur sehr wenig geeignete Grundstücke (bin in Süddeutschland).

    Das habe ich auch mitbekommen. Aber... es gibt 'Campingplätze', auf denen auch 'Dauercamper' leben, oder 'Ferienhaus-Gebiete', in denen die Bebauung (Bodenplatte + Häuschen) gestattet wird. Alternativ gibt's die Tiny Homes ja auch mit Fahrwerk, wodurch sie nicht mehr 'immobil' sind.

    Ich glaube es gibt bereits jetzt und in der Zukunft noch mehr Menschen, die von ihrer Rente (meist ja alleine oder maximal zu zweit) grade noch die Miete zahlen und ein paar Lebensmittel kaufen können (in Süddeutschland).

    Nicht nur in Süddeutschland findet man diese "Spät- oder Zwangs-Frugalisten". Wenn ich dann noch mit Beoachtungen zu den "Bildungsvereigerern" ankomme, werde ich geteert und gefedert... und deshalb halte ich lieber den Mund.

    Allgemein würde ich an dieser Stelle zur Suche nach kreativen Ideen aufrufen...

    Da soll es Länder geben, in denen man (noch) für 600 bis 800 € richtig gut und auch sicher leben kann. Sogar die Rente kann man sich dort hin überweisen lassen ;-) - Zugegeben, diese Idee ist nicht sonderlich kreativ...


    Gerade vor ein paar Wochen habe ich von einem Bekannten erfahren, dass er einen Liegeplatz für ein Boot (bis 50") ergattern konnte, der ihn inkl. Mitgliedschaft im Bootsclub rund 780€ pro Jahr kostet! Dies in Deutschland, genauer gesagt, im Osten von Schleswig Holstein. Und für spürbar unter 50k hat er ein gebrauchtes, älteres, aber sehr gut erhaltenes Segelboot in der 13 Meter Klasse kaufen können (2 Zimmer, 2 Einzelbette, 1 Doppelbett, 2 Toiletten mit Dusche, voll ausgestattete Küche, Salon mit Settee, Heizung für Propan und Ofen für Festbrennstoffe, Klima, Stromerzeuger...) ... auf dem er mit Freundin ganzjährig leben könnte, wenn er denn wollte.

  • Gerade vor ein paar Wochen habe ich von einem Bekannten erfahren, dass er einen Liegeplatz für ein Boot (bis 50") ergattern konnte, der ihn inkl. Mitgliedschaft im Bootsclub rund 780€ pro Jahr kostet!

    ... auf dem er mit Freundin ganzjährig leben könnte, wenn er denn wollte.

    Das mit dem Campingplatz kann ich bestätigen.

    Bekannte von uns leben seit einigen Jahren auf einem Campinplatz in S-H (nähe HH). Haben dort ein 'Mobile Home', dass aber auf Grund der Gesetzeslage in S-H maximal 40m2 groß sein darf!

    Grundsätzlich gar keine schlechte Idee, wenn man denn mit dem Platz auskommt. Meine Partnerin und ich sind jedenfalls ganz angetan von dem 'Mobile Home'. Das Teil hat inkl. Transport und Aufstellung rund 70K€ gekostet und bietet im Rahmen der begrenzen Größe ein tolle Ausstattung.

    Der sehr große Stellplatz kostet inkl. Wasser/Abwasser und Strom 380€ pro Monat. Heizung und Warmwasser per Gastherme.

    Das Schöne daran ist auch, dass wenn einem die Nachbarschaft nicht mehr passt, man mit relativ geringen Aufwand komplett umziehen kann. :D

    Auf dem Campingplatz leben diverse Dauerbewohner. Wobei dort inzwischen eine gewisse 'Ghettoisierung' statt gefunden hat. So gibt es eine Ecke auf dem Platz, in der überwiegend 'sozial' eher problematische Menschen leben* (wollen), während sich am anderen Ende die Tiny-House bzw. Mobil-Home-Besitzer tummeln.:/

    *Die Arge zahlt die Kosten


    Das mit dem Boot stelle ich mir im Winter etwas schwierig vor, da die Boote im Winter zumeist aus dem Wasser geholt werden (müssen). Ob man dann in dem Ort, wo das Boot dann im Winter eingelagert wird auch so einfach 'wohnen' kann? :/

  • Das mit dem Boot stelle ich mir im Winter etwas schwierig vor, da die Boote im Winter zumeist aus dem Wasser geholt werden (müssen). Ob man dann in dem Ort, wo das Boot dann im Winter eingelagert wird auch so einfach 'wohnen' kann? :/

    Es kommt darauf an. In der Regel kann man die Boote im Wasser lassen, es darf halt nicht so viel Eis geben dass der Rumpf beschädigt wird. Also immer schön kleinhacken oder irgendwo bleiben was das Wasser nicht gefriert. Alle paar Jahre müssen Yachten dann raus um das Unterwasserschiff ordentlich zu reinigen und streichen (insbesondere Anti-Fouling). Das kann man aber grundsätzlich auch im Sommer machen.

    Teilweise gibt es auch Plätze wo man auf dem Boot wohnen kann wenn es auf dem Bock steht. Ich bin mir aber nicht sicher ob das in Deutschland so ganz legal ist ;)


    Problematischer dürfte sein dass so ein Boot schlecht isoliert ist und im Winter die Kälte reinzieht. Das hat dann eher was vom Omas Häuschen mit Eisblumen... ;)

    Und grundsätzlich ist natürlich die Frage wie lange man das im Alter macht wenn jeder Gang etwas aufwändiger ist. Für die früheren Rentenphasen würde mich das Boot von JDSs Bekanntem aber auch echt reizen.


    PS: Ich bin ja schon jahrelanger Zuschauer des Youtube Kanals "Sailing Uma". Die waren letzten Winter irgendwo in Norwegen die ganze Zeit auf dem Boot, bei deutlich zweistellig Minus

  • Kommt sicherlich auf die jeweilige 'Liegeplatzordnung' an. Ich weiß, dass z.B. der Landstrom oder die Süßwasserversorgung im Winter häufig abgestellt werden.

    Wobei in HH in einigen Kanälen inzwischen häufiger Hausboote zu sehen sind. Diese werden allerdings m.W. nach eher von 'Besserverdienenden' als 2. Wohnsitz genutzt.;)

    Dürfte daher eher nicht in die Kategorie des Threaderstellers fallen.

  • Das mit dem Boot stelle ich mir im Winter etwas schwierig vor, da die Boote im Winter zumeist aus dem Wasser geholt werden (müssen). Ob man dann in dem Ort, wo das Boot dann im Winter eingelagert wird auch so einfach 'wohnen' kann? :/

    Richtig! Aber ohne die üblichen 'limiting beliefs' kennen die Motor- und Segelbootnutzer und *innen 'nette Plätzchen', die man per Boot erreichen kann, an denen das Wasser nicht zufriert. Theoretisch kann man aber auch in einem Boot wohnen, das mal aus dem Wasser gehoben und aufgebockt ist. Einige Boat Yards (in Frankreich, am Mittlmeer, an der Adria... in den USA...), in/auf denen eh die sog. Unterwasserschiffe gereinigt und ggfs. selbst oder durch Fachbetriebe neu gestrichen werden, erlauben, dass man aufm Bootchen wohnt. Frischwasser und Strom gibt's da auch. Außerdem bieten viele Bootsclubs ihren Mitgliedern auch preiswerte, feste Unterkünfte zur Überbrückung... Also Ideen und Möflichkeiten gibt's. Und diejenigen, die nicht den ganzen Tag in Schicki-Klamotten und mit einem Gläschen Sekt in der Hand (bei dem obligatorisch abgepreizten kleinen Finger) aufm Boot abhängen, sondern zum Vertreib der Langeweile auch mal die Finger dreckig machen oder zumindest bewegen, kaufen ein gebrauchtes Zweitboot, das sie renovieren oder 'nur' aufhübschen, um es nach über einem Jährchen wieder zu verkaufen... natürlich mit einem moderaten Gewinn... Auf dem Z(w)eitboot das sinnigerweise nicht im kalten Deutschland liegt, kann man dann auch überwintern...

  • Diese werden allerdings m.W. nach eher von 'Besserverdienenden' als 2. Wohnsitz genutzt.

    Jou! Das hängt natürlich auch von den Kosten für die Liegeplätze ab...

    Problematischer dürfte sein dass so ein Boot schlecht isoliert ist und im Winter die Kälte reinzieht.

    It depends! Letztes Jahr war ich über ein WE auf einem 'alten' Holzschiff, das sich die beiden Eigentümer nach und nach renoviert und ausgebaut hatten. Die Isolierung war so gut, dass es tags und trotz knallender Sonne unter Deck nicht heiß wurde, und nachts reichten 2 Teelichte, um den Salon zu heizen. Für richtig kalte Tage haben die einen Pelletofen an Bord, der auch Warmwasser macht. Dieses 28m Boot hat insgesamt 'nur' 120k verschlungen... aber auch unzählige Arbeitsstunden... und wäre wohl nicht unbedingt die passende Dimension für den TE.

    Mit unseren Posts haben wir ja auch nicht nach der Lösung gesucht, sondern einfach einmal kreative Ideen, so wie gewünscht, geliefert.

  • Und arbeiten bis zum Tod hat auch etwas ;-)

    Ach komm'...Briefkasten leeren, Blumen gießen, Rasen mähen und nach dem vielleicht vorhandenen Hund schauen ist doch keine Arbeit ;)
    Aber ja, dies ganzjährig und ohne Unterbrechungen durchzuführen ist vermutlich die Herausforderung. Ein Wohnmobil als Reisefahrzeug und Wohnungsersatz für "zwischendurch" (wenn man das mag) würde die Sache weniger prekär machen.