R+V Fondsgebundene Rentenversicherung kündigen?

  • Hallo,


    mir wurde 2018 eine fondsgebundene Rentenversicherung der R+V-Versicherung "R+V-VorsorgeKonzept-Rente" mit Einmalbetrag verkauft. Von diesem Einmalbeitrag (15.000) werden monatlich rund 250 Euro in folgende Fonds investiert (also auf 5 Jahre bis 2023):

    20% in UniDeutschland XS

    20% in UniIndustrie 4.0 A

    30% in UniRBA Welt 38/200

    30% in UniRBA 3 Märkte

    Also in 2 Aktienfonds und 2 "Spezialfonds".


    Die Effektivkosten laut Police belaufen sich auf 2% p. a. (1,49% die Fonds + 0,51% für die Versicherung).


    Damals hatte ich leider von ETFs noch nicht gewusst und mich hier auf den "Berater" verlassen.


    Da ich ja noch über 40 Jahre bis zur Rente habe, stellt sich mir die Frage ob es nicht sinnvoller ist die Versicherung zu kündigen und alles in einen ETF zu packen und mir so 1,8% im Jahr zu sparen. ETFS in der Versicherung sind leider nicht möglich, da habe ich nur die Auswahl zwischen verschiedenen aktiven Fonds.


    Mittlerweile sind von den 15.000 10.000 in den Fonds und 5000 noch auf dem Beitragsdepot.


    Über Ratschläge wäre ich dankbar. Wie würdet Ihr hier verfahren?

  • Damals hatte ich leider von ETFs noch nicht gewusst und mich hier auf den "Berater" verlassen.

    Mach dir nix draus. Der Berater... ganz nebenbei... glaubt vermutlich auch noch an den Osterhasen und den Weihnachtsmann, und dass die Erde eine Scheibe sei ;-)


    Diese 'Fonds im Versicherungsmantel' lohnen sich zunächst einmal für den Vermittler und den Anbieter. That's it, so far. Renditen sind 'iffy' und die oft angepriesenen Steuervorteile erweisen sich bei realistischen Vergleichen mit anderen Anlagevehikeln als 'unterirdisch'...


    Heißt, in der Praxis sind diese Rentenversicherungen, egal ob die von der Banania, Zitronia, oder den Räubern & Verbrechern (R+V), wie diese Gesellschaft liebevoll verunglimpft wird, für den Verbraucher 'unattraktiv'... erst recht, wenn noch 3 oder 4 Dekaden bis zum vermeintlichen Rentenbeginn vergehen werden. Die eingebauten Konstrukte, mit denen eine gewisse Balance zwischen Sicherheit und Rendite geschaffen werden soll, stammen von Experten, die der festen Ansicht sind, dass Frauen durch alleiniges Antippen mit dem Zeigefinger (eines Mannes) im Bereich der rechten Schulter schwanger werden können ;-)


    Anders ausgedrückt, jene Ausgeglichenheit zwischen Sicherheit und (ordentlicher) Rendite schafft der DIY-Anleger - vom Anfänger bis zum Profi - mit einfacheren Mitteln und viel kostengünstiger durch den Mix von Termingeldern und volatilen Finanzprodukten. Darüber hinaus sind diese DIY-Anlagen viel flexibler, und zwar sowohl während der Ansparphase, wie auch während der Entnahmephase/n.


    Prinzipiell sind Finanzprodukte, wie deine Rentenversicherung, nicht isoliert zu betrachten und zu bewerten. Man sollte sie immer im Kontext sehen... heißt, man sollte die sog. Gesamtsituation berücksichtigen... also das derzeitige Vermögen, die derzeitigen Einkünfte, den lifestyle, die Familienplanung... bis hin zum prognostizierten Nettovermögen im Alter und den Alterseinkünften in toto...


    Tendentiell, also ohne deine Gesamtsituation zu kennen, würde ich den R+V-Sch... in die Tonne treten und das frei werdende Geld sinnig investieren (z.B. ETF auf MSCI World...).


    Für mehr Fragen, die vermutlich auftauchen, einfach weiter fragen...


    Gruß

    John

  • Prinzipiell sind Finanzprodukte, wie deine Rentenversicherung, nicht isoliert zu betrachten und zu bewerten. Man sollte sie immer im Kontext sehen... heißt, man sollte die sog. Gesamtsituation berücksichtigen... also das derzeitige Vermögen, die derzeitigen Einkünfte, den lifestyle, die Familienplanung... bis hin zum prognostizierten Nettovermögen im Alter und den Alterseinkünften in toto...

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort:)


    Zur restlichen Vermögensaufteilung:

    45% habe ich in Aktien investiert (davon 75% in ETFs, 25% Einzeltitel)

    34% auf Sparkonten

    5% Immobilienfonds

    16% Girokonten


    Würde dann wenn ich die Versicherung kündigen würde, das Kapital in ETFs stecken, da ich ja noch eine lange Zeit bis zur Rente habe und das Geld auch dafür gedacht war.


    Stellt sich dann nur noch die Frage wie man diese Versicherung am besten kündigt? Einfach Brief hinschreiben, dass man zum nächsten Kündigungstermin kündigen möchte und der Wert auf Konto XY überwiesen werden soll (also natürlich ausformulierter;)) oder gibt es was spezielles zu beachten?

  • Einfach Brief hinschreiben, dass man zum nächsten Kündigungstermin kündigen möchte und der Wert auf Konto XY überwiesen werden soll (also natürlich ausformulierter ;) ) oder gibt es was spezielles zu beachten?

    Hmm... ich habe meinen Sch... vor mehr als 30 Jahren gekündigt und auszahlen lassen. Seit der Zeit habe ich mich nicht mehr um so 'n Zeug gekümmert.

    Dennoch vermute ich, dass ein hübscher Dreizeiler per Post (Brief) mit einer Kündigung zum 'nächsten Ersten', ersatzweise zum 'nächstmöglichen Termin', verbunden mit der Bitte um Überweisung auf Konto X, ausreichen wird.