Immo Kredit Ablöse Eltern Beratung gesucht

  • Hallo,


    die Eltern meiner Frau (Einzelkind) besitzen eine Selbstbewohntes Einfamilienhaus.

    Im Laufe des Lebens kam einiges dazwischen...;(

    Sie können den noch ausstehenden Kredit (11%! 100k€) nicht mehr bezahlen.

    Sie sind Mitte Ende 70.

    Die Immo ist sicher um die 650-750k€ wert.

    Sie brauchen aber auch Mitel zum Leben, es ist nichts mehr vorhanden. Er arbeitet noch und ist soweit fit.


    ->Wie sollen wir vorgehen?

    ->Wer kann uns beratend zur Seite stehen?


    Wir haben eine Roland Rechtsschutzversicherung, aber ob die was nützt??


    Ich Hoffe ihr habt Tipps!

    Grüße


    Teekännchen

  • Zitat

    Sie können den noch ausstehenden Kredit (11%! 100k€) nicht mehr bezahlen.

    11% Zinsen oder wie? Wann und wo wurde denn das Darlehen abgeschlossen?


    Zitat

    Die Immo ist sicher um die 650-750k€ wert.

    Sie brauchen aber auch Mitel zum Leben, es ist nichts mehr vorhanden. Er arbeitet noch und ist soweit fit.

    Wenn ihr nicht einspringen könnt (Haus überschreiben lassen oder kaufen, als Bürge einspringen) oder wollt, dann gäbe es auch folgende Optionen:

    https://www.finanztip.de/immob…errentung/umkehrhypothek/

    https://www.finanztip.de/immobilienverrentung/


    Zitat

    Wir haben eine Roland Rechtsschutzversicherung, aber ob die was nützt??

    Wer sollte denn wegen dieser Situation belangt werden?
    Wie auch immer, ich habe das Gefühl, hier fehlen noch einige Details.


    Zitat

    ->Wer kann uns beratend zur Seite stehen?

    Auch die Verbraucherzentralen bieten Beratung an rund um Immobilienfinanzierungen an, falls du hier im Forum nicht weiterkommst.

    Danach muss man vielleicht noch Spezialisten suchen, je nach dem in welche Richtung es geht (Notar, Anwalt, Steuerberater, Finanzierungsvermittler, ...)

  • Hallo Teekanne,


    bevor hier irgendjemand irgendwelche Ratschläge geben kann, müssten Sie bitte erklären, was das Ende der Operation sein soll. Ich würde einmal ein paar Optionen als Denkanstoß anführen:


    a) Das Haus wird verkauft, die Eltern ziehen in eine Mietwohnung und haben nach Abzug von Restkredit und Kosten in der Größenordnung 500 Teuro zum Leben.


    b) Die Eltern wollen im Haus leben bleiben aber ohne den Kredit weiter abzahlen zu müssen:


    ba) Die Tochter erhält eine gemischte Schenkung über das ganze Haus, wo mindestens die Kreditsumme oder je nach Leistungsfähigkeit der Tochter mehr an die Eltern gezahlt wird, der Kredit wird sofort abgelöst und die Eltern erhalten ein Nießbrauchsrecht bis zum Lebensende (wichtig, muss in Abteilung 2 an erster Stelle stehen).


    bb) Die Tochter erhält ca. 25% des Hauses als Schenkung und Sie überzeugen die Bank, dass die Tochter den Kredit weiter tilgt.


    c) Verrentung hatte schon lieberjott angeführt


    Je nach Interessenlage sind noch weitere Varianten denkbar. Wie lieberjott schon bemerkt hat, sollte man die 11% einmal kritisch hinterfragen, was da zu machen ist.


    Gruß Pumphut

  • Danke schon mal für die guten Anregungen.

    Ja die 11% Zins waren wohl 1990 normal...


    Angenommen die Tochter kauft das Haus für 200k ab. Damit wird dann auch der Kredit getilgt.

    -> was sagt dann das Finanzamt dazu?? Wert ist ja viel höher, erwa 650k.


    Weiß das jemand?

  • Hallo Teekanne,


    also meine vollkommen unmaßgebliche Laienmeinung (keine Rechtsberatung):


    Grunderwerbssteuer fällt nicht an, siehe § 3 Abs. 6 Grunderwerbsteuergesetz und Schenkungssteuer erst, wenn der geschenkte Anteil über die Freigrenze von 400.000 Euro pro Elter pro Kind kommt.

    Ja die 11% Zins waren wohl 1990 normal...

    ??? Seit 1990 gab es doch mehrfach Möglichkeiten für eine Umschuldung??


    Gruß Pumphut

  • Danke für die vielen Beiträge!


    Ist alles kompliziert. Warum da nichts umgeschuldet wurde, kann ich nicht sagen. Das hat das Leben so geschrieben und ist jetzt die Situation...


    Zu wem würdet ihr bei einem solchen Vorhaben gehen?


    Fachanwalt (Erbrecht?), Steuerberater, Bankberater (wo der Kredit läuft?)...?


    Gibts da Spezialisten, die bezahlbar sind?


    Wäre um eine Info dankbar, wo wir uns hin wenden sollen. Ist ja schön kompliziert die Geschichte.

  • Was bedeutet denn konkret "nicht mehr bezahlen können"? Wäre der Kredit zu aktuellen Konditionen noch bedienbar? Mit 11% versenkt man ja fast einen Tausender pro Monat in die Zinsen. Bei der Beleihungsquote dürfte ein Zins um 1% durchaus realistisch sein und dann kann man für fast das gleiche Geld in gut 10 Jahren den Kredit voll tilgen. Das setzt natürlich voraus dass ein entsprechendes Einkommen und eine entsprechende Rente vorhanden sind.


    Wichtig auch, nach 10 Jahren hat man bei Immobilienkrediten ein Sonderkündigungsrecht. Kritisch an der Stelle dürfte dann die Frage sein womit der Kredit im Zweifelsfall abgelöst wird. Im Rentenalter könnte es schwer sein da noch einen Kredit zu bekommen, eventuell sollte deine Freundin da mit einsteigen.


    Zu wem würdet ihr bei einem solchen Vorhaben gehen?


    Fachanwalt (Erbrecht?), Steuerberater, Bankberater (wo der Kredit läuft?)...?

    Welcher Spezialist hängt davon ab in welche Richtung ihr das Problem lösen wollt. Pumphut hat ja einige Möglichkeiten zusammengefasst. Ich würde deshalb erst einmal klar aufstellen wieviel Geld fehlt, ob er Kredit zu anderen Konditionen bedienbar ist, ob die Eltern sich einen Verkauf vorstellen können und ob eine Schenkung/Kauf und Kreditablösung durch deine Freundin in Frage kommt. Wenn die Eltern sich unter keinen Umständen das Haus leisten können und deine Freundin das übernehmen will, dann ist das sicherlich die geschickteste Lösung.


    Grundsätzlich wäre ich mit solchen Fragen bei der Bank erst einmal vorsichtig. Zum einen ist ein Bankangestellter kein Berater sondern ein Kreditverkäufer. Zum anderen könnte die drohende Zahlungsunfähigkeit Prozesse in Gang setzen. Den Fachanwalt für Erbrecht sehe ich hier auch nur bedingt. Klar ist, dass bei einem Wert von 650k+ bei einem Einzelkind Erbschaftssteuer anfallen würde wenn das Haus nicht unter die Klausel für selbstgenutzte Immobilien fällt. Diese setzt aber voraus dass im Erbfall deine Freundin zügig ins Haus zieht und dann auch 10 Jahre dort wohnen bleibt. Eine echte Zeitbombe

  • Angenommen:

    A: habe eben etwas über Schenkung gelesen. Hier besteht 400k Freigrenze fürs Kind pro Elternteil. Da die Eltern keinen Ehevertrag haben, gehört ihnen das Haus doch beiden zu je 50% - richtig?

    Dann könnten sie der Tochter doch beide jeweils ein "halbes" Haus schenken. (Wohnrecht usw. könnte man Vertraglich regeln)


    Käme man so steuefrei hin, oder ist sowas nicht vorstellbar? :/


    Danach könnte die Tochter den Kredit ablösen.


    Nebenbei: die Tochter ist mit mir verheiratet. Auch kein Ehevertrag. Damit bin ich automatisch mit 50% im Boot, richtig? Sprich, alle Rechte und Pflichten. Selbst wenn alle Verträge nur auf ihren Namen ausgestellt sind. Ist das alles kompliziert...:huh:


    B: Wenn so etwas nicht klappt, müsste man es wohl mit einer Teilschenkung abkaufen und den Kredit ablösen.

  • Da die Eltern keinen Ehevertrag haben, gehört ihnen das Haus doch beiden zu je 50% - richtig?


    Nebenbei: die Tochter ist mit mir verheiratet. Auch kein Ehevertrag. Damit bin ich automatisch mit 50% im Boot, richtig? Sprich, alle Rechte und Pflichten. Selbst wenn alle Verträge nur auf ihren Namen ausgestellt sind. Ist das alles kompliziert...

    Besitzverhältnisse bei den Eltern sind zu prüfen. Maßgeblich ist, wer mit welchen Anteilen im Grundbuch steht. Das kann 50/50 beide sein, muss aber nicht.


    Du sitzt auch nicht automatisch „mit im Boot“. Wenn nur Deine Frau Eigentümerin wird und nur sie den Kreditvertrag mit der Bank unterschreibt, dann hast Du damit erst mal nichts zu tun. Bevor ihr irgendwas macht, lasst Euch auf jeden Fall einmal von einem Steuerberater oder Rechtsanwalt/Notar beraten.


    Was auf keinen Fall das Ziel sein kann, ist dass Deine Frau den Kredit mit 11% Zinsen übernimmt und weiterführt.

  • Hallo Teekanne,


    noch einige Bemerkungen zum Kredit:


    Hier würde sich wirklich eine Beratung mit allen Unterlagen empfehlen, wie Ihre Schwiegereltern da so schnell wie möglich auf akzeptable Zinsen kommen, unabhängig von allen anderen Fragen.


    Ob die Rechtsschutzversicherung hier die Beratung abdeckt, wäre zu prüfen. Oft schließen diese Rechtsfälle rund um Immobilien aus. Dann würde sich als erster Anlaufpunkt die Verbraucherzentrale empfehlen. Deren Gebühren sind bezahlbar. Ein Anwalt nimmt ggf. ziemlich viel Geld.


    Ich möchte LebenimSueden zustimmen und empfehlen, erst einmal kein Wort zur Bank. Diese cashcow wollen sie möglichst lange behalten und werden vermutlich nicht kooperativ sein.

    Damit bin ich automatisch mit 50% im Boot, richtig? Sprich, alle Rechte und Pflichten. Selbst wenn alle Verträge nur auf ihren Namen ausgestellt sind. Ist das alles kompliziert... :huh:

    Irgendwie sind Sie mit im Boot. Wenn Ihre Frau den Kredit nicht sofort aus ihren Eigenmitteln ablösen kann und einen neuen Kredit benötigt, wird die neue Bank in aller Regel verlangen, dass Sie mit Kreditnehmer sind. Und falls die Kreditablösung mit gemeinsamen Mitteln erfolgen sollte, wäre es fair, wenn Sie für den Scheidungsfall abgesichert werden.


    Klar, das ist kompliziert. Aber es gibt auch viele Beratungsmöglichkeiten und Literatur zum Thema. Und für konkrete Detailfragen gibt es hier in der Community auch viel Wissen.


    Gruß Pumphut

  • Ich danke euch allen sehr!!


    Ich denke auch, eine neutrale Beratung (z.B. Verbraucherzentrale) ist wohl der erste und Beste weg, um Klarheit für alle Beteiligten zu bekommen.


    Mit Detailfragen werde ich euer Schwarmwissen sicher noch weiter strapazieren, wenn ich darf.


    Eine hätte ich noch gleich:


    Der Kredit, den es abzulösen gilt...

    Wir müssten doch sicher bei der selben Bank einen neuen Kredit aufnehmen, zu ihren Konditionen. Damit diese sich kooperativ zeigt. Oder ginge auch ein anderes Kreditinstitut?

    Wie kann sowas laufen?