ETFs richtiger Weg? Einmalanlage-Sparplan-Kombi

  • Werte Forumsmitglieder!


    Da ich bereits seit einiger Zeit stiller Mitleser hier im Forum bin und selten bzw. noch nie erlebt habe, dass man so konstruktive Antworten in einem dieser erhält, haue ich nun auch einmal in die Tasten und würde euch gerne um eure Meinung bzw. Mithilfe bitten. Grund dafür ist, dass ich leider in den bestehenden Beiträgen nicht wirklich zu 100% eine für mich zutreffende Antwort gefunden habe.


    Zu meiner Person: Ich bin Österreicher, stehe kurz vor dem 30er und habe Gott sei Dank einen recht sicheren Job mit einem guten Verdienst. Dadurch konnte ich mir auch in den letzten Jahren beinahe von 0 weg durch "klassische Sparprodukte" wie Sparbuch, Tagesgeldkonto ergänzt durch einen aktiven Fonds (vor 2 Jahren beginnend mit Einmalanlage - jetzt aufbauend mit Sparplan) einen hohen 5-stelligen Betrag ansparen, wobei hiervon derzeit lediglich knapp 15 Prozent auf diesen Fonds entfallen. Der Rest schwindet inflationsbedingt schön vor sich hin. Die Zusammenstellung des Gesamtportfolios entstand aus keinem gewissen Plan heraus, sondern weil grob gesagt "der Bankberater meinte, dass es so passt" und selbst (leider) zu wenig Interesse bestand. Da ich diesen Umstand nun ändern möchte, habe ich begonnen mich seit mehreren Wochen intensiv mit den möglichen Anlageformen zu beschäftigen und bin natürlich auch unweigerlich auf das Thema "ETFs" gestoßen, was mich grundsätzlich sehr interessiert. Vor allem wenn man sich dann einmal mit einem gewissen Grundverständnis die laufenden Kosten meines bestehenden (aktiven) Fonds ansieht und vergleicht. :D Aber irgendwo klar, dass man davon nicht durch den Bankberater erfährt.


    Zum Anlageziel: Grundsätzlich langfristige Anlage zum Immobilienerwerb bzw. Altersvorsorge - näheres siehe unten.


    Zu meinen konkreten Fragen:

    Da man aus meiner Sicht i.V.m. meinem Alter glaub ich sehr schwer bis gar nicht vorhersagen kann, wie es im Leben weitergeht, finde ich es sehr schwierig zu sagen, dass man das Geld 10, besser noch 15 Jahre, nicht benötigen sollte (Anmerkung: Hier wäre der einzige Grund für mich, warum ich das Geld benötigen sollte, ganz klar der Erwerb einer Immobilie). Bisher lebe ich absolut diese Philosophie und habe deshalb auch noch nie etwas von dem Ersparten angegriffen, jedoch ist es auch so, dass z.B. noch kein Eigenheim (derzeit Miete) da ist und ich nicht weiß, ob und wann dieses ansteht. Natürlich ist es somit wahrscheinlich, dass dieses Thema genau in diesem Zeitraum fällig werden könnte. Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen? Alleine aus diesem Grund alles so liegen lassen wie es ist, kann ja auch nicht die Lösung sein oder?

    Nach Abwägung meiner persönlichen Risikobereitschaft/Risikotragfähigkeit würde ich gerne nach der "100-minus-Alter-Regel" vorgehen, wobei ich die 70% vorerst weiterhin mit meinem bestehenden Fonds sowie in Ergänzung mit ETFs und die 30% mit einem bestehenden Tagesgeld-Konto füllen möchte. Ergibt diese Vorgehensweise im Zusammenhang mit den oben erläuterten Umständen Sinn oder wie ist euer Zugang dazu?


    Ich hoffe, dass die Fragestellungen und Umstände soweit klar sind und ich mich damit an euch wenden darf bzw. nicht komplett an der falschen Adresse bin. ^^ Vielleicht habe ich ja auch einfach nur einen Knoten im Kopf und ihr könnt hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Dies wär einmal der erste und glaube ich wichtigste Teil meiner offenen Fragen. Der Rest kommt dann, falls meine Annahme überhaupt Sinn ergibt. 8o


    Vielen Dank auf jeden Fall und lg


  • Hallo BruceWheelis , willkommen im Finanztip-Forum.


    Zunächst mal Glückwunsch zum konsequenten Sparen.

    Wie würdet ihr mit dieser Situation umgehen? Alleine aus diesem Grund alles so liegen lassen wie es ist, kann ja auch nicht die Lösung sein oder?

    Kommt wie immer darauf an. Wenn der Termin eines Immobilienkaufs flexibel ist, speziell auch verschoben werden kann wenn die Kapitalmärkte gerade im Keller sind, kann man mMn den Teil in ETF stecken. Wenn z.B. in 8 Jahren der Kauf ansteht und die ETF gestiegen sind hat man alles richtig gemacht.

    Ergibt diese Vorgehensweise im Zusammenhang mit den oben erläuterten Umständen Sinn oder wie ist euer Zugang dazu?

    Viele Schreiber hier sind inzwischen von der starren Aufteilung weg und haben einen "erweiterten Notgroschen". So wie ich aus den von Dir genannten Zahlen schätze kommt das auch mit der Lebensalter-Regel hin. Wenn das Vermögen weiter steigt würde ich eher prozentual risikoreicher vorgehen, entscheidend ist aber, dass Du Dich damit wohl und sicher fühlst.


    Nicht ganz verstanden habe ich Deine Produktauswahl. Selbst wenn Du mit Deinem aktuellen Fonds zufrieden bist würde ich den mit ETF vergleichen. Nennst Du mal die ISIN?

  • Nach Abwägung meiner persönlichen Risikobereitschaft/Risikotragfähigkeit würde ich gerne nach der "100-minus-Alter-Regel" vorgehen, wobei ich die 70% vorerst weiterhin mit meinem bestehenden Fonds sowie in Ergänzung mit ETFs und die 30% mit einem bestehenden Tagesgeld-Konto füllen möchte. Ergibt diese Vorgehensweise im Zusammenhang mit den oben erläuterten Umständen Sinn oder wie ist euer Zugang dazu?

    Ich halte nichts von einer starren Regel.

    Ich habe meinen 'sicheren' Kapitalanteil bestehend aus einer 'alten' Kapitallebensversicherung, BAV und Cash und mein risikobehafteten Teil (ETF-Depot). Aktuell ist meine Aufteilung 40% 'sicher' und 60% Risiko.

    Durch meine laufenden Sparpläne steigt mein Risikoanteil weiter an und ich 'plane' in den nächsten 10 Jahren eher in Richtung 20% 'sicher' und 80% Risiko.;) Wenn ich dann dann auf die 60 zugehe, schaue ich mal weiter.


    Wenn man irgendwann den eigenen Kapitalbedarf von mehreren Jahren in 'sicheren' Anlagen hat, verliert eine feste Vermögensaufteilung m.E. Ihren Sinn.

  • Vielen Dank an die raschen, freundlichen und sehr informativen Antworten.


    Zu den einzelnen Punkten:

    Wenn der Termin eines Immobilienkaufs flexibel ist, speziell auch verschoben werden kann wenn die Kapitalmärkte gerade im Keller sind, kann man mMn den Teil in ETF stecken. Wenn z.B. in 8 Jahren der Kauf ansteht und die ETF gestiegen sind hat man alles richtig gemacht.

    Das sehe ich grundsätzlich genau gleich - nur hat sich mir die Frage gestellt, ob man dann vielleicht irgendwie anders Vorgehen oder Planen soll. Aber ich freue mich natürlich, wenn es in die selbe Richtung geht.


    Nicht ganz verstanden habe ich Deine Produktauswahl. Selbst wenn Du mit Deinem aktuellen Fonds zufrieden bist würde ich den mit ETF vergleichen. Nennst Du mal die ISIN?

    ISIN - DE0008491051

    Begründen tu ich die (nicht in Stein gemeisselte) Entscheidung deshalb so, da für mich der Einstieg in die Welt der ETFs noch neu ist und der akive Fonds meiner Meinung nach eine ansehnliche Performance aufweist. Ich hätte geplant die 70% risikobehafteten Teil vorerst wie folgt zu splitten:

    - 20% aktiv

    - 80% ETF

    Begründung: Die 20% ergeben sich aus der derzeitigen Größe - die zusätzlichen ETFs würden dann aus der Umschichtung der bereits bestehenden "sicheren" Ecke stammen. Wenn dies dann läuft und ich die Welt der ETFs selbst erlebe, könnte man diese Position (=aktiver Fonds) mit der Zeit streichen. Oder besser die Anteile verkaufen und den Ertrag ebenso in ETFs investieren?


    geplante Aufteilung der ETFs:

    - 60% World

    - 10% World Small Cap

    - 30% EM inkl. Small Cap

    --> Hintergrund: breite Streuung inkl. Mitnahme der "Kleinen", welche bei den Standard-World- oder EM-ETFs nicht abgebildet werden.


    Ist dieser Ansatz sinnvoll oder eher gleich von Anfang an sagen: Einen ETF breit streuen und dafür die Sparplankosten für mehrere ETFs sparen?


    Ich halte nichts von einer starren Regel.

    Ein absolut nachvollziehbarer Ansatz, aber irgendwo muss ich ja mal starten und wie gesagt bin ich erst seit einiger Zeit dabei etwas zu ändern, weshalb natürlich auch noch viele Fragezeichen hier und dort stehen :)


    Eine ergänzende Frage noch:

    Wie handhabt ihr die "Größe" der monatlichen Sparpläne? Konkret geht es mir darum, dass es i.Z.m. meinem Einkommen kein fixes (=monatlich abweichendes) Gehalt gibt und so bei einer fixen Sparsumme (die ich immer bedienen kann) sicherlich immer wieder ein Überschuss da ist. "Spart" ihr den dann wieder zusammen über eine gewisse Dauer und tätigt eine Einmalanlage? Sollte man die Sparpläne jedes Monat darauf anpassen? Oder den monatlichen Überschuss erstmal über eine gewisse Dauer (z.B. ein Jahr) aufsparen und im Zuge des Rebalancing-Vorganges umschichten?



    lg und danke

  • Das sehe ich grundsätzlich genau gleich - nur hat sich mir die Frage gestellt, ob man dann vielleicht irgendwie anders Vorgehen oder Planen soll. Aber ich freue mich natürlich, wenn es in die selbe Richtung geht.

    Grundsätzlich hast du da leider nicht viel Auswahl. Entweder du lässt das Geld zinslos auf dem Tagesgeld/Festgeld liegen und von der Inflation auffressen. Oder du riskierst dass du die Immobilie verschieben muss wenn die Börse ungünstig steht. Auskömmliche sichere Zinsanlagen gibt es aktuell nicht.



    ISIN - DE0008491051

    Schau mal was in dem Fonds drin ist. Das ist mehr oder weniger ein Klon vom MSCI World. Den beimischen bringt also nichts.



    - 60% World

    - 10% World Small Cap

    - 30% EM inkl. Small Cap

    Ist grundsätzlich OK wenn das monatliche Budget entsprechend ist. Damit 10% Small Cap einen vernünftigen Betrag zusammenbringen, sollte das mindestens 80-100€ pro Monat für die Small Caps sein, insgesamt also 800-1000€ Sparrate. Falls das zu viel ist, würde ich erstmal nur auf 70/30 World + EM IMI gehen und später beimischen.


    Wie handhabt ihr die "Größe" der monatlichen Sparpläne? Konkret geht es mir darum, dass es i.Z.m. meinem Einkommen kein fixes (=monatlich abweichendes) Gehalt gibt und so bei einer fixen Sparsumme (die ich immer bedienen kann) sicherlich immer wieder ein Überschuss da ist

    Dauerauftrag zu Trade Republic und nicht wieder anfassen ;)

    Wie stark schwankt denn dein Einkommen? Ich würde auf keinen Fall jeden Monat an den Sparplänen rumfrickeln wollen. Da kommt man höchstens auf dumme Ideen was zu ändern. Wenn der Überschuss nicht zu groß ist, dann einfach ansammeln und einmal investieren. Oder die Sparpläne so ansetzen dass sie im Durchschnitt passen und über das Girokonto puffern

  • Zum Anlageziel: Grundsätzlich langfristige Anlage zum Immobilienerwerb bzw. Altersvorsorge - näheres siehe unten.

    Ich tendiere dazu, Immobilienerwerb (sofern es sich um eine selbstgenutzte Immo handeln soll) und Altersvorsorge bzw. Vermögensaufbau zu trennen.


    Die Immo leiste ich mir, wenn ich sie mir leisten kann und mag... und betrachte sie als lifestyle-Element, welches durchaus auch einen Tacken mehr kosten darf, als eine Miete. Inwiefern eingebrachtes oder einzubringendes Eigenkapital sich bei einer 'Investition in eine Immobilie' lohnt, kann und muss man ausrechnen.

    Liegt das Eigenkapital jetzt schon auf einem Termingeldkonto und wird in etwa 10 Jahren erst benötigt, dann kaufen 100.000 € von heute in rund 10 Jahren vermutlich so viel wie heute etwa 75.000 €. Und was ich heute an 'Betongold' kaufen kann, dürfte in etwa 10 Jahren vermutlich zwichen 130.000 und 150.000 Öcken kosten, who knows yet.


    Aus diesem Grund würde ich jetzt, wie Kater.Ka auch erwähnte, den Immobilienwunsch auch von Kursentwicklungen meiner volatilen Anlagen abhängi machen und ggfs. verschieben, nach vorne oder nach hinten.

    Heißt aber auch, dass ich Cash auf einen Notgroschen und eine Reserve für geplante, wahrscheinliche Anschaffungen oder Ausgaben reduzieren würde, und den Rest kostengünstig und volatil investieren würde. Meine weiteren Sparraten - etwa 10 bis 20% des Jahresnetto geteilt durch 12 für die Altersvorsorge/Vermögensaufbau - würde ich also monatlich per Sparplan investieren... jetzt parallel zur Miete und später, falls die eigene Immo kommt, parallel zur Annuität. Geld für's Eigenkapital würde ich gedanklich separat und zusätzlich ansparen, wenigstens in der Höhe der Differenz von der jetzigen Miete zur tolerierbaren Annuität.

  • ISIN - DE0008491051

    Begründen tu ich die (nicht in Stein gemeisselte) Entscheidung deshalb so, da für mich der Einstieg in die Welt der ETFs noch neu ist und der akive Fonds meiner Meinung nach eine ansehnliche Performance aufweist.

    Das ist für mich soweit OK, da der UniGlobal gut läuft https://www.fondsweb.com/de/ve…DE0008491051,LU0392494562 Einziger Hinweis ist, dass ggf. Ausgabeaufschläge anfallen, die man aber vermeiden kann.

    Oder besser die Anteile verkaufen und den Ertrag ebenso in ETFs investieren?

    Ich kenne die Besteuerung in AT nicht, in D würde man durch die Steuerzahlung auf den Gewinn Liquidität verlieren, daher würde ich nicht verkaufen solange der Fonds gut läuft.

    geplante Aufteilung der ETFs:

    - 60% World

    - 10% World Small Cap

    - 30% EM inkl. Small Cap

    Tendenziell werden die SC übergewichtet und mir wäre es zu viel EM. Wenn es für Dich OK ist dann ist es OK.

    Alternativ gibt es einen Index mit allem https://www.msci.com/documents…3d-4b0a-a6a7-51d36472a703

    Wie handhabt ihr die "Größe" der monatlichen Sparpläne?

    Hängt im beschriebenen Fall von den Transaktionskosten ab. Da ich i.d.R. nichts zahle würde ich es gleich machen, ansonsten würde ich es über Änderung der Sparplanrate machen.

  • Wow - bin gerade ein bisschen überwältigt wie flott man hier umfangreichste Antworten auf ein maßgeschneidertes Problem bzw. diverse Fragestellungen bekommt. Vorab schon einmal VIELEN DANK!


    Ist grundsätzlich OK wenn das monatliche Budget entsprechend ist. Damit 10% Small Cap einen vernünftigen Betrag zusammenbringen, sollte das mindestens 80-100€ pro Monat für die Small Caps sein, insgesamt also 800-1000€ Sparrate. Falls das zu viel ist, würde ich erstmal nur auf 70/30 World + EM IMI gehen und später beimischen.

    Das sollte so kein Problem sein bzw. wären dies auch die Mindestsparraten, die ich im Sinn habe.

    Dauerauftrag zu Trade Republic und nicht wieder anfassen ;)

    Wie stark schwankt denn dein Einkommen? Ich würde auf keinen Fall jeden Monat an den Sparplänen rumfrickeln wollen. Da kommt man höchstens auf dumme Ideen was zu ändern. Wenn der Überschuss nicht zu groß ist, dann einfach ansammeln und einmal investieren. Oder die Sparpläne so ansetzen dass sie im Durchschnitt passen und über das Girokonto puffern

    Trade Republic kommt für mich leider nicht in Frage, da die nicht steuereinfach in Österreich vertreten sind. Somit wird es wohl Flatex werden. Da kann es sich monatlichteilweise um mehr als 1000 € handeln - hängt von einigen, nicht von mir beeinflussbaren Faktoren ab. Um den Punkt mit den "dummen Ideen" entgegenzuwirken, hätte ich auch gemeint, dass es einen Mindestsparwert gibt, der tendenziell zu tief liegt und wenn dann monatlich nur übertroffen werden kann.


    ---

    Aus diesem Grund würde ich jetzt, wie Kater.Ka auch erwähnte, den Immobilienwunsch auch von Kursentwicklungen meiner volatilen Anlagen abhängi machen und ggfs. verschieben, nach vorne oder nach hinten.

    "Nach vorne" ist in meiner Situation leider derzeit nicht möglich, da ich beruflich bedingt derzeit nicht in meiner Heimatgegend lebe - gleichzeitig aber aktuell auch nicht mit Gewissheit sagen kann, ob und wann die Reise "nach Hause geht". Was ich jedoch weiß, ist, dass ich am jetzigen Ort meiner beruflichen Tätigkeit sicherlich nicht alt werde und deshalb ein "kurzzeitiger Immobilienkauf" für mich nicht in Frage kommt. Also bleibt eh nur die Möglichkeit im Falle des Falles den Kauf "nach hinten" zu verlegen. Vielen Dank aber für die interessante Sichtweise.


    Meine weiteren Sparraten - etwa 10 bis 20% des Jahresnetto geteilt durch 12 für die Altersvorsorge/Vermögensaufbau - würde ich also monatlich per Sparplan investieren... jetzt parallel zur Miete und später, falls die eigene Immo kommt, parallel zur Annuität. Geld für's Eigenkapital würde ich gedanklich separat und zusätzlich ansparen, wenigstens in der Höhe der Differenz von der jetzigen Miete zur tolerierbaren Annuität

    Was meinst du genau mit "weiteren"? Bezogen auf welche sonst?

    Und das Geld fürs Eigenkapital nebenher z.B. auf ein anderes Tagesgeldkonto? Versteh ich dich soweit richtig?


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    Das ist für mich soweit OK, da der UniGlobal gut läuft https://www.fondsweb.com/de/ve…DE0008491051,LU0392494562 Einziger Hinweis ist, dass ggf. Ausgabeaufschläge anfallen, die man aber vermeiden kann.

    Ich nehme du meinst damit den Eintausch gegen ETFs?


    Tendenziell werden die SC übergewichtet und mir wäre es zu viel EM.

    Tendenziell in Bezug auf den durchschnittliche ETF-Anleger oder in meinem Portfolio? Bin ja - wie bereits erwähnt - gerne für Änderungen offen. Ihr habt da sicher mehr Erfahrung als ich. Ich übernehme natürlich eure Meinungen nicht 1zu1, aber als Ergänzung zur Erweiterung des Horizonts natürlich unabdingbar.


    ---


    Abschließend noch eine Frage, die mich noch beschäftigt:


    Sollte die Umschichtung der angesparten "sicheren Anteile" in ETFs einigermaßen rasch als Einmaleinlage erledigt werden (Stichwort "Zinseszins-Effekt nutzen" mit Risiko "falscher Zeitpunkt") oder über mehrere Tranchen zu einem gewissen Prozentsatz der aufzuteilenden Menge stattfinden?


    Unabhängig wie ich mit der Umschichtung voranschreite, möchte ich auf jeden Fall ehebaldigst mit der Umsetzung der Sparpläne beginnen - und wenn es von 0 weg ist. Wenn ich hier was gelernt habe, dann, dass die einzig falsche Handlung keine Handlung wäre. ^^



    Vielen Dank!!!

  • Ich nehme du meinst damit den Eintausch gegen ETFs?

    Nein. Mir war nicht klar in wie fern der Uni noch gekauft werden soll. Dort gibt es zumindest in D die Aufschläge beim Kauf über die Bank sofern man das nicht kostenlos über den Fondsvermittler macht.

    Tendenziell in Bezug auf den durchschnittliche ETF-Anleger oder in meinem Portfolio?

    Tendenziell auf Dein Portfolio. Nach kurzem Nachrechnen könnte es doch rund 14% bei SC sein, schief ist "nur" der EM-Anteil nach der MSCI-Logik, Du folgst wohl der BIP-Logik.

    Sollte die Umschichtung der angesparten "sicheren Anteile" in ETFs einigermaßen rasch als Einmaleinlage erledigt werden (Stichwort "Zinseszins-Effekt nutzen" mit Risiko "falscher Zeitpunkt") oder über mehrere Tranchen zu einem gewissen Prozentsatz der aufzuteilenden Menge stattfinden?

    Bei Annahme kontinuierlich steigender Märkte ist sofort besser, die Tranchen sind für Leute besser, die keine Buchverluste mögen.

  • Sollte die Umschichtung der angesparten "sicheren Anteile" in ETFs einigermaßen rasch als Einmaleinlage erledigt werden (Stichwort "Zinseszins-Effekt nutzen" mit Risiko "falscher Zeitpunkt") oder über mehrere Tranchen zu einem gewissen Prozentsatz der aufzuteilenden Menge stattfinden?

    All-in ist statistisch am Besten.

    500.000 Euro investieren / All-In oder auf Raten? - Finanzen? Erklärt! (finanzen-erklaert.de)

    Einstieg in den Aktien­markt: Einmal­anlage oder Phasen­investment? – Gerd Kommer Invest (gerd-kommer-invest.de)


    Die Frage, die Du für Dich beantworten musst, ist halt, ob Du mit einem 50% Verlust im Depot klarkommen würdest. So etwas kann jederzeit passieren.

  • Was meinst du genau mit "weiteren"? Bezogen auf welche sonst?

    Und das Geld fürs Eigenkapital nebenher z.B. auf ein anderes Tagesgeldkonto? Versteh ich dich soweit richtig?

    Mit weiteren Sparraten meine ich... du packst jetzt einen Teil deiner Cash-Reserve in Fonds und sparst weitere Raten ebenfalls in Fonds bzw. ETF.

    Außer Reserven für Unvorhergesehens und für geplante oder wahrscheinliche Ausgaben würde ich nix auf Termingeldkonten parken. Bedeutet, EK für einen späteren Immobilienerwerb würde ich benefalls per Fonds/ETF aufbauen... wohl wissend, dass ich damit keine Punktlandung (z.B. Immobilienkauf am 1.5.2029) planen sollte. Aber abgesehen davon kannst du zwei oder drei Jahre vor einem möglichen Immobilienerwerb entweder Sparraten in Termingelder lenken und/oder bei günstigen Kursen Fondsanteile verkaufen und EK cash vorhalten. Ggfs. könntest du sogar den 'EK' im Fonds belassen und es als 'Sicherheit' bei einer 100%-Finanzierung einsetzen... Wie gesagt, du bist nicht darauf festgelegt, eine heute getroffene Entscheidung bis zum St. Nimmerleinstag durchzuziehen. Wer weiß heute, wie sich die Wirtschaft, das Zinsgefüge bis hin zu deinen Ansprüchen entwickeln werden.

  • So ich glaube ein Großteil meiner Fragen wurde hier mehr als umfänglich und sehr freundlich beantwortet.


    Ich möchte abschließend noch einmal ein großes DANKESCHÖN hier lassen. Wirklich toll, dass man in einem Forum so weiterkommt.

  • Auch ich würde mich gerne bedanken!


    Zum einen bei BruceWheelis, weil du meinen Fall fast 1:1 beschrieben hast. Ich bin, mit fast 36 Jahren, gerade dabei meinen lange gehegten Immobilienwunsch zu begraben bzw. zu verschieben - die Immobilien(preise) in der Kölner Region sind einfach ein Witz.

    Stattdessen freunde ich mich langsam mit dem Mieten-Gedanken an (Gerd Kommer hält dabei meine Hand ;) und plane, mein eisern gespartes EK baldmöglichst und zu größten Teilen in ETF zu stecken.

    Meine 5 Cent dazu übrigens noch: Vanguard FTSE All-Word - und gut ist (ISIN: IE00BK5BQT80).


    Zum anderen DANKE an diese super Community, die stets fundiert, freundlich und innerhalb kürzester Zeit die "Probleme" anderer Leute durchdenkt und hilfreiche Tipps gibt. Aller Ehren wert, wirklich.


    DANKE!

  • Hallo zusammen,


    wollte jetzt kein neues Thema eröffnen, da ich glaube inhaltlich passt mein Anliegen hierzu.


    Ich bin derzeit schon seit 5 Jahren in ETFs investiert, nutze dafür ein robo advisor (habe hier gelesen, dass sich die Meinungen teilen - ich werde daran festhalten, also bitte dazu keine Ratschläge :) ).


    Jetzt steht die Familienplanung an und eigentlich war mein langfristiger Plan immer eine Immobilie zu erwerben. Dafür würde ich jetzt gerne mein EK erhöhen.


    Aktuell habe ich eine monatliche Sparquote von 1.500€, davon parke ich 1k auf einem Extrakonto monatlich und 500€ gehen in die ETFs.


    Was ich mich aktuell frage:

    Den gesamten Sparbetrag für die nächsten Jahre auf ein Extrakonto anlegen und ab und zu einmalig in die ETFs zu investieren? Zb Geld zum Geburtstag, Bonus des AG o.ä. Oder sollte man den Sparplan lieber laufen lassen und notfalls mal einen Zeitraum von X reduzieren auf 100€?


    Sicherlich gibt es nicht DIE Antwort, aber aktuell hinterfrage ich die Strategie von mir.

  • Naja, eine echte Strategie wäre es, wenn Du sagen könntest, zu welchem Zeitpunkt Du welchen Geldbetrag als Eigenkapital vorhalten möchtest. Dann kannst Du rechnen, welche Sparquote benötigt wird, und dann kann der Rest ins ETF-Depot.


    Ich persönlich finde es angenehm, Sparpläne laufen zu haben, so das alles automatisiert ist und man sich nicht dauernd diese Fragen stellen muss (mit einer Ausnahme: Im November wird mit zusätzlichem Geld Rebalancing betrieben, aber das ist hier ja wegen des Robos nicht relevant).


    Wenn Du uns diese Zahlen verrätst, können Dir hier bessere Ratschläge gegeben werden. Ansonsten ist alles ein Schuss ins Blaue.

  • Gute Frage, schwierig zu beantworten.


    Aktuell fahre ich den Ansatz: das maximale rausholen in den kommenden Monaten/Jahren.

    Dadurch das Nachwuchs im Anmarsch ist, verändern sich die Gegebenheiten ab nächstem Jahr.


    Dieses Jahr habe ich mir als Ziel 10k gesteckt, ab kommenden Jahr wird sich meine Sparquote allerdings halbieren und aktuell weiß ich nicht, wie ich es verteilen soll.

  • Also: Du schreibst "das maximale rausholen in den kommenden Monaten/Jahren", und investierst dennoch in ETFs, ob wohl diese nicht fürs Eigenkapital zur Verfügung stehen (das Maximale holst Du raus, indem alles in die EK-Rücklage geht). Du hast Dir 10k als Ziel gesetzt und sparst 1000 Euro pro Monat, in Deinem ersten Beitrag im anderen Thread teilst Du jedoch mit, dass davon nur die Hälfte fürs Eigenkapital und die anderen Hälfte für Urlaub ist, also nur 500 Euro Monat in die Rücklage wandern.


    Nochmal: Ohne, dass Du für den Immobilien-Wunsch einen soliden (mit Zahlen untermauerten) Plan aufstellst, kann Dir keiner helfen. Du musst entscheiden, welche Art von Immobilie es sein soll, herausfinden, was die bei Euch in der Region ungefährt kosten, welcher %-Satz an Eigenkapital (inkl Kaufnebenkosten) nötig ist mit Blick auf eure Gehälter und deren Perspektive, dann herausfinden, welcher absolute Euro-Betrag als EK-Rücklage und wann benötigt wird, und erst danach kann man sich die Frage stellen, die mit der Du Dich aktuell beschäftist.

  • Aber genau das war doch die Frage? ETF pausieren und all in EK aufbauen oder einen sparplan trotzdem laufen lassen..


    Ja die 1000€ sind noch gesplittet, Teil für den Notgroschen wobei der über das übliche Volumen hinauswächst, sodass es auch EK wäre.


    Aber danke, ich glaub ich lass es einfach wie geplant.