Zurück von der privaten Krankenkasse in die gesetzliche?

  • Ich habe ungefragt ein Angebot erhalten, dass ich bei Zahlung von 6.000 Euro zurück in die gesetzliche Krankenkasse kommen kann. Nach Zahlung dieses Betrages kann man aktiv werden und die Erfolgsaussichten seien sehr gut. Man wird proforma in Polen angestellt und kann dann nach ca. 3 Monate zurück in die deutsche gesetzliche Krankenkasse kommen. Das hängt mit dem "Europäischen Freizügigkeitsgesetz" zusammen. In Polen gibt es bei der Krankenkasse keine Altersbegrenzung, daher kann man in die gesetzliche Krankenkasse zurück kommen.


    Daraufhin habe ich im Internet recherchiert und einen anderen Anbieter gefunden, der nur 4.165 Euro kostet und dieser Betrag wird nur bei Erfolg fällig.

    Webseite: www.clearing-solutions.com


    Ist das überhaupt möglich? Ich bin Rentnerin und 66 Jahre alt.

  • Hallo Hapo und Herzlich-Willkommen im FT-Forum.

    Ich wäre da sehr vorsichtig mit solchen Anbietern. :/

    M.W. nach muss man neben einer Beschäftigung auch längere Zeit einen festen Wohnsitz in dem entsprechenden Land vorweisen, damit man nach der Rückkehr nach Deutschland wieder in die GKV zurück kehren kann.


    Gerade in diesem Bereich wird viel versprochen, ob das aber letztlich einer genauen Prüfung standhält, wage ich zu bezweifeln.

    Das Geld ist im Zweifel weg und Du fliegst wieder aus der GKV!

  • Jeder ist seinen Glückes Schmied.


    Zur Tutario GmbH. Die haben mal angefangen, alle unversicherten in die EUKV zu versichern. Dazu haben sie dann verzweifelt eine deutsche private KV gesucht, die nur die PPV versichert.

    Nachdem das ausgelutscht ist, muss halt was anderes her. Also so eine unseriöse Rückkehr in die GKV.


    Ich persönlich finde alleine die Idee, sich so in die Solidargemeinschaft der GKV zurückzuschummeln, mehr als moralisch verwerflich. Wie FinanzPanda schon schrieb, ist das evtl. sogar juristisch fragwürdig. Aber das müssen andere bewerten

  • M.W. nach muss man neben einer Beschäftigung auch längere Zeit einen festen Wohnsitz in dem entsprechenden Land vorweisen, damit man nach der Rückkehr nach Deutschland wieder in die GKV zurück kehren kann.

    Nee, hier spielt EU-Recht eine Rolle, vor allem die VO (EG) 883/04. Es wird darauf hingewirkt, dass keine deutschen Rechtsvorschriften bei der KV mehr gelten, sondern in dem Fall polnische, bspw. durch eine Beschäftigung dort. (Dafür braucht man keinen Wohnsitz in Polen.) Dann kommt man in die "polnische GKV" (Nationaler Gesundheitsfonds). Wenn man da drin ist, wird wieder bewirkt, dass anschließend deutsches KV-Recht gilt, indem bspw. die Beschäftigung in Polen beendet wird. Dann kommt man in Deutschland über die Auffangversicherungspflicht in die GKV, weil als letzte KV aufgrund von EU-Recht die polnische gesetzliche / staatliche zählt (Gleichstellung) und nicht die PKV zuvor.

  • WFan

    Hat Du entsprechende Grundsatzurteile, die die Rechtssicherheit einer solchen Vorgehensweise belegen?

    Sich hier auf eine EU-Verordnung zu berufen bringt Niemanden weiter, wenn das Kind erstmal im Brunnen liegt. Dann ist das Geld für die 'Dienstleitung' im Zweifel weg und man hat ggf. noch Schwierigkeiten mit der Krankenversorgung!


    Um es mal ganz klar zu sagen, es wird sicherlich für die GKV Möglichkeiten geben, gegen einen offensichtlichen Missbrauch einer EU-Verordnung vorzugehen.

  • Wieso Grundsatzurteile? Es ist einfach geltendes EU-Recht, das angewandt wird. Da brauchts ja keine Urteile zu. Kann jeder nachlesen, in der VO (EG) 883/04 selbst oder auch in den eigenen Darstellungen des GKV-Spitzenverbandes, also insbesondere seinen Grundsätzlichen Hinweisen, bspw. zur Auffangversicherung. Oben genannter Anbieter arbeitet übrigens erfolgsabhängig, das Honorar wird erst nach erfolgreichem Wechsel fällig, steht auf deren Webseite...

  • Unabhängig von der rechtlichen Situation finde ich es zum K...., wenn man die Vorteile der günstigen Tarife und besseren Leistung in jungen Jahren in Anspruch genommen hat, und im Alter dann die Allgemeinheit für das höhere Risiko aufkommen lassen möchte.


    Nicht sicher, ob ich mit dieser Ansicht hier alleine bin...

  • Ach der Jakob Kocur hat seine Finger aber auch in vielen Unternehmen.

    Das ist wieder einer dieser Menschen, wegen denen eine ganze Branche in Verruf gerät.

    Nicht sicher, ob ich mit dieser Ansicht hier alleine bin...

    Bist Du nicht! ;)

    Ich finde sogar, die aktuellen legalen Möglichkeiten für Versicherte der PKV wieder zurück in die GKV zu wechseln nicht richtig.

    Justmy2cent

  • Unabhängig von der rechtlichen Situation finde ich es zu K...., wenn man die Vorteile der günstigen Tarife und besseren Leistung in jungen Jahren in Anspruch genommen hat, und im Alter dann die Allgemeinheit für das höhere Risiko aufkommen lassen möchte.


    Nicht sicher, ob ich mit dieser Ansicht hier alleine bin...

    nein, bist du nicht. Ich hatte das ja weiter oben auch schon angesprochen

  • Anderer Anbieter. Und natürlich darf die Beschäftigung nicht fingiert sein.

    Unabhängig von der rechtlichen Situation finde ich es zum K...., wenn man die Vorteile der günstigen Tarife und besseren Leistung in jungen Jahren in Anspruch genommen hat, und im Alter dann die Allgemeinheit für das höhere Risiko aufkommen lassen möchte.


    Nicht sicher, ob ich mit dieser Ansicht hier alleine bin...

    Bist du nicht.

    Ich finde sogar, die aktuellen legalen Möglichkeiten für Versicherte der PKV wieder zurück in die GKV zu wechseln nicht richtig.

    Die private Krankheitskostenvollversicherung gehört einfach abgeschafft.

  • Die private Krankheitskostenvollversicherung gehört einfach abgeschafft.

    Das sehe ich anders.


    Den Leistungsträgern dieser Gesellschaft (Spitzenpersonal des Staates: Beamte sowie Unternehmer und Besserverdienende) ist das gesetzliche System schlicht und einfach nicht zumutbar. Zu teuer.

    Lass keinen zwischen Dich und Dein Geld.

  • Das sehe ich anders.


    Den Leistungsträgern dieser Gesellschaft (Spitzenpersonal des Staates: Beamte sowie Unternehmer und Besserverdienende) ist das gesetzliche System schlicht und einfach nicht zumutbar. Zu teuer.

    Merkwürdige Definition von Leistungsträgern finde ich, damit kann ich nichts anfangen. Die Pflege- oder Reinigungsfachkraft, die sich tagtäglich den Buckel rund macht, ist also keine Leistungsträgerin. Ich finde, dass sich auch Besserverdienende, Beamte, Selbständige gern am selben Gesundheitssystem beteiligen dürfen, wie alle Anderen und zwar genauso, die Starken treten für die Schwachen ein. Das ist solidarisch. Im übrigen ist auch die PKV kein Beitragssparmodell...

  • Das ganze erinnert mich an die Tschechen-Führerscheine für Leute die nicht mehr durch die MPU kamen. Das ging ein paar Jahre lang gut und dann hat die Justiz dem einen Riegel vorgeschoben. EU Führerscheine sind zwar grundsätzlich gültig, aber halt nicht wenn der deutsche Führerschein zuvor entzogen wurde...

    Anderer Anbieter. Und natürlich darf die Beschäftigung nicht fingiert sein.

    Laut TE ist die Anstellung "proforma", also fingiert

  • Den Leistungsträgern dieser Gesellschaft (Spitzenpersonal des Staates: Beamte sowie Unternehmer und Besserverdienende) ist das gesetzliche System schlicht und einfach nicht zumutbar. Zu teuer.

    Schön dieser Sarkasmus. <X

    Die Definition von 'Leistungsträgern' wird sich in den nächsten Jahrzehnten mit Sicherheit ändern. Dafür wird allein der steigende Anteil an pflegebedürftigen Menschen in Deutschland sorgen.

    Aber auch dafür werden die dann aktuellen Leistungsträger und das 'Spitzenpersonal des Staates' eine Lösung finden. Schließlich hatten wir ja schon mal eine Zeit in Deutschland in der 'unpdroduktive' Elemente der Gesellschaft 'ausgemerzt' wurden.

    Ausgedacht um umgesetzt übrigens vom vom damaligen 'Spitzenpersonal' des Staates. :/

    Wer Ironie findet, darf Sie behalten.

  • Ist sicherlich auch nur ein verhältnismäßig kleiner Anteil von PKV-Versicherten, der sich wieder in die GKV 'schummeln' will.


    Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch Jemanden um die 60 der unter der steigenden Last der PKV-Beiträge stöhnt (selbstständig).

    Sein Argument: Ohne die PKV hätte er sich Seine Selbstständigkeit niemals erlauben können.

    Mein Argument: Wenn die Selbständigkeit in 30 Jahren nicht genug abgeworfen hat, um später im Alter auch die PKV-Beiträge zu zahlen, hätte er sich niemals selbstständig machen dürfen!;)


    BTW: Er jammert dank einiger vermieteter Immobilien auf hohem Niveau.

  • "Solidargemeinschaft der GKV"


    Sind nicht PKV und GKV beide im Grunde Versicherungen auf die diese Bezeichnung mehr oder weniger zutrifft?


    Wir sind ein Haushalt mit PKV und GKV und können daher ganz gut vergleichen. Was die GKV alles nicht zahlt, ist - auch aus medizinischer Sicht - als 'grob fahrlässig' und langfristig wirtschaftlich unklug einzustufen (Stichwort 'Vorsorgeuntersuchungen').


    Die Darstellung, dass man der 'Gemeinschaft wegen' in der GKV ist, klingt für mich nach Realitätsferne bzw. Doppelmoral. Mit demselben Argument dürfte man auch keine Steuererklärung abgeben, denn die nicht zurück geforderten Steuern würden ja dann dem Allgemeinwohl zu Verfügung stehen. Die Realität ist, dass es sich die meisten zum Sport machen, sich wegen jedem Cent mit dem FA zu streiten.


    Anstatt PKV's pauschal zu verteufeln, könnte man sich auch einmal fragen, was bei der GKV alles schiefläuft - z.B. welche enormen Kosten dort für Verwaltung und Missmanagement draufgehen. Alle paar Jahre stellt die GKV fest, dass man plötzlich Milliarden Überschüsse 'erwirtschaftet' hat - nur um ein paar Jahre später von 'völlig unerwarteten' Defiziten überrascht zu werden. So etwas wäre in der freien Wirtschaft kaum denkbar.


    Eine Abschaffung der PKV würde das Problem vermutlich sogar verschlimmern. Es kämen zwar eine Menge Beitragszahler hinzu - das löst aber weder Kosten- noch das Effizienzproblem der GKV. Ein ausschließlicher 'Wettbewerb' unter den GKV's würde an den 'Wettbewerb' von staatlichen Betrieben im Sozialismus der ehemaligen DDR erinnern.


    Vielleicht hilft der Blick ins Ausland. Andere Länder scheinen Lösungen gefunden zu haben die wesentlich kosteneffizienter sind und weniger zur sozialen Spaltung beitragen.