Sparplan vs. manuell gestückelt kaufen (Kosten)

  • Hallo an Alle,


    ich bin neu hier und eher unbedarft in der ganzen Finanzthematik. Ich möchte bei Scalable innerhalb der nächsten 12 Monate einen fünfstelligen Betrag in einem World ETF anlegen. Mir ist jetzt nicht ganz klar, ob es kostenmäßig einen Unterschied machen würde, wenn ich anstatt einfach einen Sparplan anzulegen, 12x "manuell" kaufen würde. Letzteres aus einem gewissen Sportsgeist heraus, um zu sehen, welche Höhen oder Tiefen man so trifft. Aber unnötige Kosten würde ich mir damit natürlich nicht einhandeln wollen ^^.


    Danke schon mal

    Ralf

  • ich bin neu hier und eher unbedarft in der ganzen Finanzthematik.

    Kann man probieren;)

    Am Ende wirst du vermutlich Lehrgeld "bezahlen".

    Wenn es nicht Mal Profis gelingt den richtigen Zeitpunkt zu finden, warum sollte es gerade einen Anfänger gelingen.

    Nach welchem Schema gehst du beim Einkauf vor? Würde mich interessieren...:)

  • Danke für die schnellen Antworten :)! Also würde mich das manuelle Kaufen knapp 12 € kosten.

    Nach welchem Schema gehst du beim Einkauf vor? Würde mich interessieren...:)

    Ich habe mir noch kein Schema überlegt und angesichts der Kosten (+ Lehrgeld ^^) scheint es keinen Sinn zu machen, so vorzugehen. Also ich werde wohl den "langweiligen" Sparplan einrichten :).

  • Danke für die schnellen Antworten :)! Also würde mich das manuelle Kaufen knapp 12 € kosten.

    Ich habe mir noch kein Schema überlegt und angesichts der Kosten (+ Lehrgeld ^^) scheint es keinen Sinn zu machen, so vorzugehen. Also ich werde wohl den "langweiligen" Sparplan einrichten :).

    Das ist ne gute Idee;)

    Ich würde sogar Mal den Gedanken durchspielen eventuell alles per sofort zu investieren.

  • Oha oha - da bringt ihr mich jetzt ins Trudeln, Sparplan würde ab morgen losgehen. Also einfach reinbuttern das Ganze? Hatte ich ja auch schon überlegt, aber als Anfänger tut man sich etwas schwer.


    Der ETF den ich mir ausgesucht habe (LU0950674332) ist kein Prime-ETF aber die horrenden Kosten von 0,99 € würde ich auf mich nehmen ^^ und ich meine hier eine Tendenz Richtung Einmalanlage herauszulesen. Anlagehorizont wären übrigens 10-15 Jahre.

  • Rein von der Statistik her ist eine Einmalanlage per All-In besser als ein verteilter Einstieg!

    500.000 Euro investieren / All-In oder auf Raten? - Finanzen? Erklärt! (finanzen-erklaert.de)

    Einstieg in den Aktien­markt: Einmal­anlage oder Phasen­investment? – Gerd Kommer Invest (gerd-kommer-invest.de)


    Ich bin 2019 in das Thema Börse eingestiegen und habe mich für einen verteilten Einstieg entschieden. Dabei habe ich eine ganze menge Rendite liegen lassen.

    Aber ich konnte mich daran gewöhnen und lernen, was Buchverluste mit mir und meiner Psyche machen (z.B. Corona-Crash).

    Ich konnte jederzeit sehr gut schlafen!:)

    Daher betrachte ich die 'verlorene' Rendite als mein Lehrgeld. Inzwischen bin ich mit meiner Wunschallokation voll investiert und schlafe weiterhin sehr gut.


    BTW: Immer daran denken, dass sich der Anlagehorizont auf jeden investierten Euro bezieht! Wenn Du also 15 Jahre in einen Sparplan einzahlst, sollte auch die letzte Sparrate für 15 Jahre investiert sein.

  • In einem steigenden Markt mag das so sein.

    Ich kann die These aber jederzeit widerlegen.


    Im November letzten Jahres habe ich eine Einmalzahlung über 30.000 € in den Ishares Acwi investiert zu Mitte des Monats weil die Auszahlung am 10. Erfolgt.

    Rückwirkend war dies fast der Höchstand im Kurs.


    Hätte ich stattdessen z.b. 3 x 10.000 € am jeweil 15. November, Dezember und Januar gekauft hätte ich rund 19 Anteile mehr im Depot.

    Selbst wenn ich 6 x 5000 € alle 14 Tage investiert hätte wären es immer noch rund 10 Anteile mehr.

    Klar, das mag Peanuts sein. Aber es eben komplett Ausgeschlossen das eine vollständige Investition immer besser ist. Denn ich war dadurch bisher noch nie im Plus meiner Investition, trotz nachkau über sparplan bei niedrigen Kursen da der kaufkurs bis heute nicht wieder erreicht wurde. Bei einer stückelung der order wäre dies aber schon fast wieder ausgeglichen.


    Auf lange Sicht ist das zwar eher zu vernachlässigen, kann aber gerade am anfang verunsichern wenn du Monate lang nur minus siehst ;)

  • H4KlAuS

    Ja, warum hast Du denn die 30K€ als Einmalinvestition getätigt und nicht Deine oben genannte Strategie genutzt!? :/

    Ach ja, da war ja was mit Glaskugel und so. ;)

    Klar, nachher ist man immer klüger. Der Worst-Case ist ja im Blogbeitrag von Georg gut beschrieben.

    Verteilt einsteigen und Rendite liegen lassen und dann just nach der Vollinvestition in einen massiven Crash laufen.


    Ich bin 2019 mit einem 5 stelligen Betrag eingestiegen und habe den Corona-Crash voll mitgenommen (-30% im Depot). Wäre ich da 'All-in' gegangen hätte ich richtig abgesahnt.

    Statt dessen bin ich einfach meiner vorher überlegten Strategie treu geblieben und habe meinen Sparplan durchlaufen lassen. :rolleyes:

    Die Familie 'Hätte' ist wohl die erfolgreichste Anlegerdynastie der Welt! :D

  • Ich kann die These aber jederzeit widerlegen.

    Das ist nicht notwendig. Sowohl monstermania als auch ich schreiben immer dazu, dass das eine statistische Aussage ist, d.h. es gibt eine überwiegende Wahrscheinlichkeit, dass es klappt, das muss aber nicht sein.


    Ich erinnere mich an einen Fall aus Anfang 2020, bei dem ein TE das Kapital für eine Auszeit anlegen wollte und es dann auch getan hat. Dann kam Corona mit -30%. Heute stehen wir 30% über dem damaligen Kaufkurs...


    Aus dem gleichen Grund wird auch immer die 15-Jahres-Regel bemüht, nach der eine Investition zum schlechtesten Zeitpunkt sich trotzdem zum Guten gewandt hat. Das ist aber auch keine Garantie, dass diese in Zukunft so sein wird.


    Ich nehme den Post zum Anlass, zukünftig noch deutlicher auf die Gefahr des initialen Verlusts hinzuweisen.

  • Klar, wenn ich es gewusst hätte 8)


    Ich finde nur das die These, egal welcher Finanzguru sie auch immer aufgestellt hat, eben nicht IMMER stimmt. Und darum ging es mir: Das Wort IMMER

    Das verbietet sich schon durch jegliche Mathematik Grundkenntnisse das dies eben nicht immer aufgeht.

  • Ihr wollt doch nicht etwa andeuten, dass eine Investition in den Aktienmarkt auch etwas mit 'Glück' zu tun haben könnte!? ;)

    Tausende von Portfoliomanagern, Youtubern, Instagrammern und sonstigen Wirtschaftsexperten behaupten aber etwas anderes.


    BTW: Gehe ich auch als Wirtschaftsexperte durch, wenn ich regelmäßig die Schankwirtschaft in meiner Nachbarschaft besuche? Zumindest bekomme ich dort ungeschlagen viele Prozente für mein Geld! :D

  • Ich finde nur das die These, egal welcher Finanzguru sie auch immer aufgestellt hat, eben nicht IMMER stimmt. Und darum ging es mir: Das Wort IMMER

    Da du die Zukunft nicht kennst, ist der Erwartungswert der Rendite einer Einmalanlage immer größer als der eines Einstiegs auf Raten. Der Erwartungswert der Rendite, nicht die Rendite selbst.

    (Wobei es auch da Ansätze gibt die den Erwartungswert z.B. anhand des Shiller CAPE anpassen)

  • Mir war es im November auch bewusst das genau das passieren kann. Und dennoch bin ich All-In. Rückwirkend falsch, langfristig für mich ( noch geplante 23 Jahre bis zum Entsparen/Entnahme) eher nicht so relevant.


    Wie schon erwähnt, ist es aber gerade für Einsteiger oder "Unsichere" Anleger sicherlich nicht von Vorteil so einen Verlauf zu sehen. Genau dann entstehen diese Zweifel, der Bedarf nach Streuung, der Blick auf Renditen anderer ETF oder gar der Ausstieg aus dem Markt.


    Das erlebe und höre ich aktuell von so vielen im Umfeld durch die aktuelle Lage. Deshalb halte ich es nicht unbedingt für Ratsam jemanden mit Grundzweifel zu einem All-In zu raten weil andere behaupten das es immer besser war.

    Und dann sieht der jenige das ausgerechnet bei ihm das jetzt nicht so ist. Und schon haben wir einen neuen Thread und diskutieren drüber ;)


    Aber weder monstermania noch Kater.Ka werde und wollte ich im Grundsatz widersprechen. Vielmehr für solche Aussagen, Blogs und Videos sensibilisieren das es eben nicht immer stimmt was sie von sich geben, oder zumindest nicht für alle aufgehen wird.