Finanztip-Empfehlung nachhaltiger ETF

  • Hallo,


    laut Youtube-Video empfiehlt FT hier zwei nachhaltige ETF (UBS MSCI World Socially Responsible UCITS ETF - LU0950674332 und den iShares Dow Jones Global Sustainability Screened UCITS ETF - IE00B57X3V84; mir ist die "Problemlage" zu nachhaltigen ETFs bewusst und die nehme ich auch so in Kauf, einen ETF auf den MSCI World habe ich als langfristige Anlage bereits). Ich würde dennoch gerne in einen nachhaltigen ETF investieren, da ich glaube, dass früher oder später alle Unternehmen "nachhaltig", wie auch immer man das definiert, wirtschaften müssen. Nun habe ich mir die beiden ETF mal angeschaut und tendiere eher zum Global Sustainability, vor allem wegen dem deutlich geringeren Anteil der USA und der doch etwas größeren Zahl an enthaltenen Aktien. Was mich jedoch etwas abschreckt ist die Tatsache, dass fast 10 % des ETF allein in Microsoft stecken. Wie seht ihr das? Findet ihr das problematisch? FT will ja eigentlich nur möglichst breit gestreute ETF empfehlen. Wird hier nicht davon abgewichen?


    Im Zuge meiner Recherche habe ich auch noch den iShares MSCI World SRI (IE00BYX2JD69) gefunden, frage mich aber, warum der nicht empfohlen wird? Habe hier auf der Seite nichts dazu gefunden. Habe ich da irgendetwas übersehen, weshalb der nicht den FT-Kriterien entspricht?


    Der UBS wird in meinem Depot (ING) gar nicht angeboten, daher müsste ich zwischen dem SRI und dem Global Sustainability wählen. Bin über jede Einschätzung der obigen Fragestellung dankbar und würde mich auch über pesönliche Meinungen zur ETF-Wahl freuen :).

  • Der iShares ist offenbar noch nicht so lang am Markt und daher keine FT-Empfehlung.

    ...einen ETF auf den MSCI World habe ich als langfristige Anlage bereits). Ich würde dennoch gerne in einen nachhaltigen ETF investieren, da ich glaube, dass früher oder später alle Unternehmen "nachhaltig", wie auch immer man das definiert, wirtschaften müssen.

    Aber Deine Logik, verstehe ich aber nicht! :/

    Wenn über kur oder lang eh alle Unternehmen 'nachhaltig' werden müssen, warum dann überhaupt in einen nachhaltigen Index investieren. Der 'normale' Index wird dann doch auch 'nachhaltig' werden, oder!? ;)

    Ich glaube, dass man durch Seine persönlichen Konsumentscheidungen mehr für die Nachhaltigkeit tun kann, als durch den Kauf von ETF A oder B.

  • Der iShares ist offenbar noch nicht so lang am Markt und daher keine FT-Empfehlung.

    Aber Deine Logik, verstehe ich aber nicht! :/

    Wenn über kur oder lang eh alle Unternehmen 'nachhaltig' werden müssen, warum dann überhaupt in einen nachhaltigen Index investieren. Der 'normale' Index wird dann doch auch 'nachhaltig' werden, oder!? ;)

    Ich glaube, dass man durch Seine persönlichen Konsumentscheidungen mehr für die Nachhaltigkeit tun kann, als durch den Kauf von ETF A oder B.

    Meine "Logik" wäre die, dass sich die Unternehmen, die sich bereits jetzt "nachhaltig" engagieren, einen gewissen Vorsprung erarbeiten. Und auch ein konzentrierter ETF, der sich dann eben größtenteils auf Unternehmen mit "Vorsprung" bezieht, etwas besser laufen könnte. Der normale Index hat dann diese Unternehmen natürlich auch drin, zieht aber die "nicht-nachhaltigen" Unternehmen dann auch immer mit.

    Vielleicht zur Klarstellung: Mir geht es primär gar nicht darum, dass ich jetzt nur noch nachhaltig leben/essen/investieren möchte. Das wird aus meiner Sicht gar nicht gehen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Allerdings halte ich es zukünftig einfach für die Herausforderung, vor der über kurz oder lang alle stehen werden. Die einen Unternehmen werden "daran zugrunde gehen", die anderen werden sich darauf einstellen (müssen) und dadurch "mit der Zeit gehen" und bestenfalls dadurch "bessere Gewinne erzielen". So meine Idee :)

  • Meine "Logik" wäre die, dass sich die Unternehmen, die sich bereits jetzt "nachhaltig" engagieren, einen gewissen Vorsprung erarbeiten. Und auch ein konzentrierter ETF, der sich dann eben größtenteils auf Unternehmen mit "Vorsprung" bezieht, etwas besser laufen könnte. Der normale Index hat dann diese Unternehmen natürlich auch drin, zieht aber die "nicht-nachhaltigen" Unternehmen dann auch immer mit.

    Vielleicht zur Klarstellung: Mir geht es primär gar nicht darum, dass ich jetzt nur noch nachhaltig leben/essen/investieren möchte. Das wird aus meiner Sicht gar nicht gehen, aus den unterschiedlichsten Gründen. Allerdings halte ich es zukünftig einfach für die Herausforderung, vor der über kurz oder lang alle stehen werden. Die einen Unternehmen werden "daran zugrunde gehen", die anderen werden sich darauf einstellen (müssen) und dadurch "mit der Zeit gehen" und bestenfalls dadurch "bessere Gewinne erzielen". So meine Idee :)

    Naja, sie haben eventuell einen Vorsprung beim Thema Nachhaltigkeit. Das ist ja aber nicht das ausschlaggebende Kriterium für wirtschaftlichen Erfolg, sondern nur ein Seitaspekt.

  • Meine "Logik" wäre die, dass sich die Unternehmen, die sich bereits jetzt "nachhaltig" engagieren, einen gewissen Vorsprung erarbeiten. Und auch ein konzentrierter ETF, der sich dann eben größtenteils auf Unternehmen mit "Vorsprung" bezieht, etwas besser laufen könnte.

    Also geht es Dir nicht um Nachhaltigkeit, sondern um die d.E. höhere Rendite(erwartung)! ;)

    Kann klappen, oder auch nicht.

    Das wird die Zukunft zeigen. :)

  • Also geht es Dir nicht um Nachhaltigkeit, sondern um die d.E. höhere Rendite(erwartung)! ;)

    Kann klappen, oder auch nicht.

    Das wird die Zukunft zeigen. :)

    Ja das kann man dann wohl so sagen, hätte ich vielleicht deutlicher formulieren müssen. Wahrscheinlich würde man das auch passender mit einer Wette auf die Zukunft beschreiben, die Nachhaltigkeit in den Vordergrund stellt :).


    Was sagt ihr denn zu der Diversifizierung des Global Sustainability? 10 % einer Aktie ist ja schon eine Hausnummer, im Vergleich dazu den ishares SRI, der etwas breiter gestreut ist, allerdings dann auch wieder deutlich mehr USA-Anteile besitzt. Finde ich beides nicht so optimal.

  • Was sagt ihr denn zu der Diversifizierung des Global Sustainability? 10 % einer Aktie ist ja schon eine Hausnummer, im Vergleich dazu den ishares SRI, der etwas breiter gestreut ist, allerdings dann auch wieder deutlich mehr USA-Anteile besitzt. Finde ich beides nicht so optimal.

    Durch dein "finde ich beides nicht so optimal" qualifizierst du dich für einen gehobenen Posten als Fondsmanager... vorausgesetzt, du hast schon eine Idee, was du denn "ein bisschen optimaler" findest!


    Hast du dir schon mal die Masse zwischen den Ohren hinsichtlich der 'Createurs d'fonds' massiert? Wie werden Indices gebastelt... und für wen?


    Kaum ein Fondsmanager und erst recht kaum ein Hedged Funds Manager (weil er i.d.R. auch viel eigene Asche investiert hat) würde sich bei der Auswahl von Aktien ausschließlich auf Nachhaltigkeitskriterien beschränken. Diversifizierung... ist nicht zwangsweise gleichbedeutend mit 'breit gestreut' und auch nicht auf eine hohe Anzahl verschiedener Titel zu reduzieren. Ich kann dir bzw. könnte, wenn ich wollte, 'geschlossene Fonds' nennen, die auch mit zwischen 10 und 20 Aktientiteln hinsichtlich der Branchenwahl 'ausreichend' diversifiziert waren/sind... und 'Überrenditen' geliefert haben.


    Will sagen... mit deinen Überlegungen bist du zwar nicht so ganz alleine auf der Welt, aber 'deine Strategie' ist in meinen Augen für Pantoffeldepot-Anleger reichlich überbewertet.

  • Ich investiere auch in nachhaltige ETFs, da

    a) ich Nachhaltigkeit als zwingend notwendig erachte und so etwas mein Gewissen beruhige und

    b) ich davon ausgehe, dass nachhaltige Aktien etwas besser performen werden. Schon alleine, weil zukünftig Nachhaltigkeitskriterien zwingend bei Beratungen zu berücksichtigen sind.

    Ich habe aus ähnlichen Gründen wie Wille (weniger USA, inkl. EM) den Global Sustainability gewählt, der Unterschied zu den Alternativen sollte aber nicht besonders groß in der Rendite sein.

  • b) kann ich voll akzeptieren.

    Bei a) dreht sich mir der Magen um, wenn ich die aktuelle Diskussion zu den 'Nachhaltigkeitskriterien' so verfolge.

    Da hast du schon recht.


    Ich investiere auch in nachhaltige ETFs, da

    a) ich Nachhaltigkeit als zwingend notwendig erachte und so etwas mein Gewissen beruhige und

    Ich würde das eben auch so interpretieren, dass man nicht die offizielle (politische und auch wirtschaftliche) Definition des Themas zugrunde legt, sondern allein den Gedanken und die Vorstellung, dass die Welt nachhaltiger werden muss. Rohstoffe verknappen sich und sind teilweise endlich, daher müssen "nachhaltige" Lösungen her.

    Mein Gedanke war ja ohnehin der, dass "nachhaltige Ivestition" auf Grund der gesamtgesellschaftlichen Thematik irgendwann (vielleicht) Vorteile haben könnte und bessere Ergebnisse erzielen könnten :).