Lebensplanung + Geldanlage (ca. 400.000 Euro)

  • Bei 400K€ könnest Du stand heute schon 22 Jahre jeden Monat 1500€/Monat aus Deinem Vermögen entnehmen, wenn das Geld rein auf dem Tagesgeldkonto liegen würde.

    Wenn Du bis 67 arbeitest, wärst Du dann 89!

    Die Frage ist m.E. daher ob Du volles Risiko (=Aktien ETF bis zum Notgroschen) gehen mußt, oder ob für Dich und Deine Situation nicht eine etwas risikoärmere Strategie besser geeignet wäre.

    Sehr gute Darstellung!


    Es gibt viele die empfehlen alles bis auf Notgroschen in ETFs zu stecken, aber das passt meiner Meinung nach eben nicht auf jede Situation (Alter, Risikobereitschaft).


    Ich für mich habe auch keine feste Quote sondern einen gewissen Betrag (ca. 2 Netto-Jahresgehälter) der ohne nennenswerte Zinsen rumliegt und von der Inflation entwertet wird und alles was darüber hinaus übrig ist kommt ins Depot. Für manche mag das sinnlose Geldentwertung sein, für mich ist das ein Konzept mit dem ich mich wohlfühle ;)

  • Und im Detail macht für mich auch vieles einfach immer noch keinen Sinn:

    Es wird immer ganz viel Wert drauf gelegt, dass man sich ein Konzept überlegt und das einhält. z.B. 80% ETF und 20% Tagesgeld. Dann schreiben alle, dass man das jedes Jahr rebalancen soll (ähnlich bei 70% ETF World, 30% EM, Entnahmeplan...).

    Das Ding ist: Die Basis-Überlegung welche Prozentwerte ich nehme ist für mich ziemlich random, warum soll ich dann penibel das einmal ausgewürfelte Verhältnis einhalten?

    Eine grundsätzlich fixe Aufteilung nach dem Motto: 'Aktienquote in % = 100-Lebensalter', halte ich auch für blödsinnig.

    Nach sturer Altersregel 'sollte' ich aktuell noch 50% Aktienquote fahren. Zur Zeit bin ich aber her bei 58% mit geplant weiter steigendem Anteil (aktuell fällt der Anteil des Depots an meinem Gesamtvermögen;)).

    Warum plane ich weiter einen steigenden Aktienanteil? Nun, ich habe zwar früh mit dem sparen, aber erst spät mit dem Investieren begonnen. Sprich ich brauche noch eine Rendite von gut 5% p.a. in meinem Aktiendepot um mein angedachtes Ziel 'sicher' zu erreichen (Rente mit 63).

    Trotzdem habe ich aktuell bereits einen 'sicheren' Kapitalstock, der es mir ermöglichen sollte mit Renteneintritt (egal ob nun mit 63 oder 67) mindestens 5 Jahre ohne jegliche Kapitalentnahme aus dem ETF-Depot klar zu kommen. Einfach damit ich im Falle eines Crashs zum Beginn meiner Rentenphase ein paar Jahre 'aussitzen' kann.


    Worauf will ich hinaus?

    Wenn ich bereits jetzt meine Zielsumme im Depot 'sicher' hätte, würde ich meine Investitionsstrategie anders gestalten -> Risiko herunter schrauben (Aktienquote senken).

    Irgendwann ist genug halt genug. Mein Ziel ist nur nicht Arm zu sterben.

    • Risiko: im Laufe der vergangenen Jahre keine extremen Abweichungen


    Ich freue mich auf eure Denkanstöße.

    Gerade bei Aktieninvestition greift ein Blick über einige Jahre viel zu kurz. Nicht umsonst spricht Finanztip von einer Mindestanlagezeit von 15 Jahren, die man einplanen sollte.

    Es gab immer wieder Dekaden, in denen sich Aktien nicht rentiert haben. Zuletzt hatten wir eine solche Dekade von 2000-2009. Das muss man dann auch aushalten können.

    Und stelle Dir selbst die Frage, ob Du damit klar kommen würdest, wenn Du jetzt 300K€ investierst und dann nach 10 Jahren rote Zahlen im Depot stehen (kurz vor Deiner Pensionierung)!


    Wir hatten jetzt seit 2009 eine sehr gute Börsenzeit mit überdurchschnittlichen Renditen. Irgendwann pendelt sich der Markt auch wieder auf den Mittelwert ein (Regression zu Mitte). Das kann über einen kurzen heftigen Crash passieren, wie z.B. in der Finanzkrise 2008 oder über mehrere Jahre (Dotcom-Crash 2000-2003).

    Und hey, ich habe keine Ahnung wie es die nächsten 10, 15 Jahre laufen wird. Ich rechne aber lieber mit dem Schlimmsten und bin dann hocherfreut, wenn es nicht eintrifft.;)


    Ein ETF auf den MSCI World ist ein ETF auf den MSCI World. Es wird keine große Rolle spielen, welchen Du wählst.

    Es spielt aber eine große Rolle, wenn Du Dich bei Deiner Planung übernimmst, und zu viel Risiko eingehst. Entweder hältst Du dann nicht durch und verkaufst irgendwann um den 'Rest' Deines Geldes zu retten, oder Dir geht irgendwann die Zeit aus. Es nutzt Dir ja nix, wenn Dein Investment in 30 oder 40 Jahren die Rendite bringt, die Du eigentlich schon in 10 Jahren gebraucht hättest.

    Ich würde mir daher ausrechnen, welche Entnahmen aus Deinem Vermögen Du jährlich benötigst, wenn Du z.B. mit 63, 65 oder 67 in Pension gehst. Das dann für 5 Jahre und diese Summe würde ich nicht in Aktien anlegen.

    Justmy2Cent

  • Ich für mich habe auch keine feste Quote sondern einen gewissen Betrag (ca. 2 Netto-Jahresgehälter) der ohne nennenswerte Zinsen rumliegt und von der Inflation entwertet wird und alles was darüber hinaus übrig ist kommt ins Depot. Für manche mag das sinnlose Geldentwertung sein, für mich ist das ein Konzept mit dem ich mich wohlfühle ;)

    An K.Fee:

    Dir vielen Dank für den überlegenswerten Einwurf - aus deiner eigenen Erfahrung sprechend.


    Ich werde noch gedanklich sortieren müssen, welche Investition ich zu welchem Zeitpunkt vornehmen sollte.


    Lieben Gruß

  • Es gab immer wieder Dekaden, in denen sich Aktien nicht rentiert haben. Zuletzt hatten wir eine solche Dekade von 2000-2009. Das muss man dann auch...

    ... differenziert betrachten. Für jemanden, der einen Einmalbetrag vor '95 investiert hatte, war es nich ganz so tragisch. Wer in der erstan Jahreshälte 2000 all in geganen war, der musste bis 2005 warten... Und wer Sparpläne am laufen hatte, der hatte gar nicht so krasse Buchverluste zu sehen...

    Die Aussage, dass sich Aktien in dem genannten Zeitraum nicht rentiert haben, ist schlichtweg falsch. Mein 'Nicht-Buy-and-Hold-Depot' hat in dem genannten Zeitraum rund 700% an Wertzuwachs gebracht

  • JDS

    Ja, Dir traue ich eine differenzierte Betrachtungsweise auch absolut zu.

    Du bist ja auch immer mal wieder aus dem Markt ausgestiegen und dann wieder eingestiegen. Noch dazu überwiegend mit Einzelaktien.

    Aber das klappt erwiesenermaßen für das Gros der Anleger eben nicht. Da läuft es eben auf das 'Buy-an-Hold' von breiten Aktien-ETF hinaus.

    Bei Blaue_Blume erkenne ich jedenfalls bisher kein großes Verlangen darauf das eigene Investment timen zu wollen oder in Einzelaktien zu investieren, sondern eher einen 'Buy-an-Hold' ETF-Anleger. Auch scheinen mir die Ziele mehr in den Bereich der Absicherung bzw. Beibehaltung des Lebensstandards als auf eine maximale Rendite abzuzielen.:/


    Und mal Hand aufs Herz. Würdest Du heute mit Deinem Vermögen genau so große Risiken eingehen, wie Du es mit 30 gemacht hast, wenn Du nicht mehr auf die letzten Rendite-Prozente angewiesen bist?

  • Justmy2Cent

    Guten Tag monstermania,


    auch diese Aussagen von dir sind für mich sehr wertvoll! Vielen Dank für die ausführliche Darstellung.


    Ich wusste schon, warum ich gerade dieses Forum für meine Anfragen ausgewählt habe. 😅

    Solch einen bunten Strauß an möglichen finanziellen Ausrichtungen kann nur eine Schwarmintelligenz binden.

    Und mir ist völlig klar, dass jede Vermutung über eine Vermögensentwicklung ein großes Stück auch ins Blaue hinein gesprochen ist.


    Du schreibst: Ich würde mir daher ausrechnen, welche Entnahmen aus Deinem Vermögen Du jährlich benötigst, wenn Du z.B. mit 63, 65 oder 67 in Pension gehst. Das dann für 5 Jahre und diese Summe würde ich nicht in Aktien anlegen.


    Das war genau meine Überlegungen bei meinem 1. Beitrag. Deshalb hatte ich gedacht, für die Zeit bis zur Pensionierung mehr als 60.000 Euro in Festgeld anzulegen. Inklusive Festgeldtreppe innerhalb von, nach Angebot, 2x5 Jahren. Und da wäre es dann auch meiner Meinung nach egal, ob ich mit 63, 65 oder 67 Jahren in Rente gehe.


    Gäbe es neben den Aktien, Fest- oder Tagesgeld noch andere Anlageideen (keine Immobilie)?


    Ich freue mich auf eine Antwort!


    Lieben Gruß

  • An JDS und monstermania,


    ich kann jeder eurer Vorstellungen etwas abgewinnen.


    Mein Situation ist, dass ich bisher keinerlei Berührungspunkte mit der jetzt akuten Problematik hatte. Ich bin gut mit meinem Geld ausgekommen. Große materielle Sprünge hatten und haben keinen Reiz für mich. Und trotzdem möchte ich mit dem Geld verantwortungsbewusst umgehen, da ich auch weiß, welche Arbeit der Schenkenden dahinter gesteckt hat, um mir diese Schenkung zu ermöglichen.


    Ich bin auch bereit, mich zu kümmern. Interessiert bin ich sowieso.


    Deshalb lese ich alle eure Beiträge mit Neugier und Spannung.


    Danke für das Teilen eurer Überlegungen, die auf z. T. sehr langen Erfahrungen aufbauen. Dafür bin dankbar!

  • Ja, Dir traue ich eine differenzierte Betrachtungsweise auch absolut zu.

    Das jede/r differenziert betrachten! Mir ging es um die Aussage, dass sich Aktien in diesem Zeitraum nicht rentiert haben. Die Aussage ist falsch. Wenn man hergeht und sagt, dass diese Phase/n für Pantoffeldepot-Anleger und je nach Zeitpunkt von Einmalanlagen, sowie auch für Sparplan-Freunde, nicht sonderlich herzerfreuend waren, gehe ich mit ;-)


    Auch scheinen mir die Ziele mehr in den Bereich der Absicherung bzw. Beibehaltung des Lebensstandards als auf eine maximale Rendite abzuzielen.

    Ich halte sie darüber hinaus für richtig 'mündig' und clever. Sie wird ihre Quote von Geld- und Sachwertanlagen schon so definieren, wie es für sie passen wird.

    Trotzdem... oder gerade deswegen... finde ich die unterschiedlichen Ansichten, die hier im Thread geäußert wurden, sehr hilfreich und wertvoll!

    Und mal Hand aufs Herz. Würdest Du heute mit Deinem Vermögen genau so große Risiken eingehen, wie Du es mit 30 gemacht hast, wenn Du nicht mehr auf die letzten Rendite-Prozente angewiesen bist?

    Hier geht's nicht um mich... aber... ich bin nienicht große Risiken eingegangen. Dazu habe ich immer dann, wenn ich 'steuerschädlich' Gewinne mitgenommen hatte, einen Teil der Netto-Gewinne konservativer als den größeren Teil wiederangelegt.

  • Gäbe es neben den Aktien, Fest- oder Tagesgeld noch andere Anlageideen (keine Immobilie)?

    Eine Anlage, die eine breitere Diversifikation bietet als ein reiner Aktien-ETF wäre z.B. der ARERO-Fonds.

    Startseite (arero.de)

    Damit investierst Du automatisch mit einem Produkt in einen Mix aus 60% Aktien (weltweit nach BIP gewichtet), 25% Anleihen und 15% Rohstoffe.

    Gerade auch in den letzten Wochen zeigt sich, dass eine Beimischung von Rohstoffen dem Portfolio durchaus gut tut.

    Das wäre dann eine kostengünstige 1 Fonds-Lösung, die breiter diversifiziert als ein reiner Aktien-ETF (Der ARERO ist kein ETF).

    Klar, das ganze kann man auch selbst per ETF 'nachbauen', wobei man dann aber den Aufwand berücksichtigen muss (z.B. rebalancen).


    Der ARERO liefert langfristig eine schlechtere Rendite als ein reiner Aktien ETF z.B. ein MSCI World, schwankt halt auch wesentlich weniger.

    Vergleichen - fondsweb

    Einfach mal unterschiedliche Zeiträume anklicken und z.B. die Volatilität vergleichen (1, 5 , 10 Jahre).


    BTW: Wenn man mit der Schwankung klarkommt fährt man langfristig mit einem reinen Aktien-Depot definitiv besser. Wobei das langfristig durchaus mal 15 Jahre sein kann.

  • Da ich Nachkommen habe, sind meine Gedankengänge anders.

    Aber als Bürger, der Einkommensteuer zahlen muß, sollte man immer den Sparerfreibetrag (801€) ausnutzen. Sonst verschenkt man Geld an Vater Staat. Sinnvoll ist es jedes Jahr zum Jahresende so viel Investitionen mit Gewinnn zu verkaufen, dass die Einkünfte daraus dem Sparerfreibetrag entsprechen. Das muß nicht auf den Euro genau passen, aber die Größenordnung sollte man schon im Auge behalten. Wenn man das entnommene Geld dann wieder anlegt, nennt man das Rollen.

    Gruß


    Altsachse

  • Gäbe es neben den Aktien, Fest- oder Tagesgeld noch andere Anlageideen (keine Immobilie)?

    ... ja ... Renten (Anleihen) und Rohstoffe. Die beiden stecken neben Aktien im vorgenannten Fonds.

    Wobei sich Anleihen für den Privatanleger/Privatinvestor eigentlich nicht rechnen. Deshalb werden ja Termingelder und Aktien (ETF) empfohlen.


    Rohstoffe rentieren sich seit einigen (wenigen) Jahren, sind aber nix fürs Pantoffeldepot. Ich würde Rohstoffe nur mit Order handeln.


    Einige Leute sehen derzeit wieder einen steigenden Trend zu Edelmetallen. Barrengold wird im Zuge der Flucht aus Bargeld und teils aus volatilen Anlagen wieder vermehrt gekauft. Der Goldpreis ist allerdings spekulativ. Zudem wird Gold eher gekauft, um es zu vererben, als es irgendwann wieder zu Cash zu machen.


    Was gibts noch? Zum Bleistift Zertifikate... also Wetten auf Rauf oder Runter...


    Und... beinahe hätte ich's vergessen... da war noch was mit Krypto. Inzwischen bieten schon halbwegs seriöse deutsche Anbieter Handelsplattformen für Krypto, damit sie sich auch ein Stückchen vom Kuchen abschneiden können, den die zahlreichen hirnlosen Jung-Zocker und Kleingeldartisten backen (huch, bin ich heute wieder böse ;))

  • An monstermania, Altsachse, JDS,


    ich bin sehr beeindruckt von euerm Willen und eurer Ausdauer, mir Greenhorn auf die Sprünge zu helfen!


    So langsam ergibt sich ein Bild für mich. Selbst so ganz neue Überlegungen (für mich) in Bezug auf andere Anlagemöglichkeiten, machen die Sache zwar nicht einfacher, aber ich möchte sie wissen. Ob ich die Kenntnisse dann im Einzelnen anwenden könnte, sei mal dahingestellt. 🤪


    Ich denke, dass ich erst einmal mit dem Lesen aller bisherigen Beiträge von vorne beginne, um wirklich zu begreifen.


    Solltet ihr noch weitere Anmerkungen haben: immer her damit!

    Und wahrscheinlich habe ich auch noch Fragen. 🤣



    Seid herzlichst gegrüßt!

  • Uiuiui 90k€ auf einem Girokonto… da gibt es hoffentlich noch kein Verwahrentgelt o.ä.

    - 3-5 Monatsgehälter auf ein Tagesgeldkonto mit deutscher oder EU-Einlagensicherung

    - Als erstes ein Depot eröffnen. Hausbanken sind zu teuer. Entweder die Broker des Internetbooms (Consors, Onvista, DKB, DiBa…). Oder einen Neobroker wie Scalable, Smartbroker oder Trade Republic. Mit letzterem habe ich gute Erfahrungen gesammelt, gehört auch zu den Empfehlungen hier. Sparpläne sind dort auch kostenlos, aber es gibt noch nicht alles und nur einen Handelsplatz.

    - Mit dem Geld, was jetzt da ist (Girokonto minus Tagesgeld-Notgroschen) gestaffelt in einen MSCI World ETF (egal welcher, thesaurierend). Momentan ist er noch nach unten korrigiert aufgrund der Ukraine-Krise.

    - Für das Geld was kommt, in Ruhe überlegen. Ich empfehle zunächst das Buch von Susann Levermann: Der entspannte Weg zum Reichtum. Da sind viele Basics drin und sogar eine clevere Investment-Strategie. Leicht zu lesen auch ohne Vorkenntnisse. Einige Portale listen sogar die Levermann-Werte.

    - Ich würde nicht alles auf eine Karte setzen, auch nicht nur stumpf in MSCI World. Das muss aber jeder selbst wissen. Du hast ja bis zu den Schenkungen Zeit zum Überlegen, wie und in welchem Verhältnis es weitergehen soll. So könnte man auch Einzelaktien, Dividenden-Aristokraten, vielleicht sogar aktiv gemanagte Fonds anteilig einbeziehen. Evtl. ein Teil Edelmetall als Risikoabsicherung.

    - Psychologisch sind Dividendentitel schön, weil immer wieder Geld kommt. Jedoch kommt auch jedes Mal Steuer. Aber es gibt Leute, die sich damit wohler fühlen, schau Dir ggf. mal Alexanders Blog an: http://www.Rente-mit-Dividende.de

  • ETFs sind langfristig unbestritten eine sehr gut Anlage. Wer schon länger in Aktien investiert, kann auch 80% des Vermögens in ETFs stecken.

    Dir als Aktienneuling würde ich das nicht empfehlen. Wie gut Du Schwankungen aushalten kannst, kannst Du heute nicht abschätzen. Das kann man mE auch nicht mit einem Musterportfolio testen, weil man eben weiß, dass es kein echtes Geld ist. Wie sehr wird es Dich belasten, wenn Du errechnest, dass Du im letzten Monat soviel verloren hast, wie Du in 6 Monaten im Job verdienst? Eine Altersvorsorge soll Dich ja beruhigen und nicht aufregen.


    Klar, Festgeld und Tagesgeld haben katastrophale Renditen, trotzdem würde ich mit einem Pantoffel-Ansatz mit begrenzter Aktienquote starten.

  • Guten Abend como, guten Abend Hornie,


    ich freue mich sehr über eure Überlegungen und Anregungen!

    Vielen Dank dafür.


    Inzwischen habe ich, auch aufgrund aller so hilfreichen und ausführlichen Beiträge (Herzliche Dankesgrüße an alle meine Beratenden!), meine Anlagestrategie überdacht und bin zu einer Entscheidung gelangt, die auch schon im Ansatz praktisch von mir umgesetzt wurde.


    Es ist jetzt eine Mischung aus - für mich - etwas Risiko und auf Nummer sicher gehen geworden. Und wenn das "auf Nummer sicher gehen" nicht hinhaut, dann habe ich / haben wir national und international gesehen ganz andere Probleme, so denke ich.


    Und hier ist nun meine derzeitige Strategie, die prozentual noch nicht ganz festgelegt ist:

    • Minimalbetrag auf dem Girokonto

    • Tagesgeld in Höhe von 4 Monatsgehältern

    • Festgeldtreppe für 5 Jahre sorgenfreies Aufstocken meiner Pension

    • schon getätigte Investition in einen ETF (World) bei einem Neobroker und Erweiterung nach Schenkung

    • Überlegungen zu weiteren Investitionen stehen noch an


    Was ich inzwischen gut weiß, ist, dass ich zwar immer mal wieder auf den Stand meiner Risiko-Investitionen sehen werde, aber in größeren Zeitdimensionen denken muss.

    Und ich werde weiterhin viel lesen, mich informieren und unterhalten. Das bringt mir die Klarheit, eine Entscheidung (nicht nur) aus dem Bauch heraus zu treffen.


    Ich wünsche euch allen eine gute, nicht nur in Finanzfragen hoffnungsvolle Zeit.

    Dieses Forum ist gold- und geldwert!

  • Wenn ich bereits jetzt meine Zielsumme im Depot 'sicher' hätte, würde ich meine Investitionsstrategie anders gestalten -> Risiko herunter schrauben (Aktienquote senken).

    Irgendwann ist genug halt genug. Mein Ziel ist nur nicht Arm zu sterben.

    Spannende Gedanken. "Genug ist halt genug" ist eine Philosophie, der die meisten von uns im Prinzip zustimmen würden. Aber wann ist wirklich genug?


    Bei Einkommen ist es so, dass fast alle für eine "gerechte" Einkommensverteilung mit nicht zu großen Unterschieden zwischen Mindestlohn und Spitzenverdienern sind. Doch wo wäre die Maximalhöhe? Wenn Du berufstätige Leute mittleren Alters fragst, kommt dabei heraus, dass sie regelmäßig das 1,5-fache ihres eigenen Einkommens als eine sinnvolle Obergrenze ansehen.

  • Spannende Gedanken. "Genug ist halt genug" ist eine Philosophie, der die meisten von uns im Prinzip zustimmen würden. Aber wann ist wirklich genug?

    Die Frage muss JEDER für sich selbst beantworten.:/

    Für mich ist definitiv mit 63 Schluss mit arbeiten und weiter investieren, wenn es mit 99%iger Wahrscheinlichkeit finanziell bis 85 reicht!

    Mein Ablaufdatum hier ist auf jedem Fall begrenzt und ich werde nicht noch einige Jahre länger machen, nur um mit 100%iger finanzieller Sicherheit auch 100 Jahre alt werden zu können!


    Man darf ja auch nicht vergessen, dass es auch in die andere Richtung laufen kann. Sprich, dass die eigene finanzielle 'Worst-Case' Rechnung viel zu pessimistisch war und man das eigene Vermögen bis zum Tod ohnehin nicht aufbraucht.

    Darüber Hinaus besteht das latente Risiko, schon viel zu früh die letzte Reise antreten zu müssen. Dann erübrigt sich ohnehin jede Planung.

  • Da ich Nachkommen habe, sind meine Gedankengänge anders.

    Aber als Bürger, der Einkommensteuer zahlen muß, sollte man immer den Sparerfreibetrag (801€) ausnutzen. Sonst verschenkt man Geld an Vater Staat. Sinnvoll ist es jedes Jahr zum Jahresende so viel Investitionen mit Gewinnn zu verkaufen, dass die Einkünfte daraus dem Sparerfreibetrag entsprechen. Das muß nicht auf den Euro genau passen, aber die Größenordnung sollte man schon im Auge behalten. Wenn man das entnommene Geld dann wieder anlegt, nennt man das Rollen.

    passiert bei den meisten breiten (Welt) ETFs automatisch. Bei 100+k Anlage sind die 801€ schnell übertroffen.