Enkel erben - vor jugendlichem Leichtsinn schützen

  • Mein Vater möchte meinen Kindern Geld hinterlassen. Heute sind sie 7, 4, 1... irgendwann sind sie erwachsen. Ich habe Sorge, dass mit 18 mit einem der 3 der Gaul durchgeht und sie ein sechsstelliges Erbe verjubeln.


    Ich kenne den Weg der Testamentsvollstreckung, so dass sie erst mit 25 Zugriff auf das Vermögen haben. Das finde ich prinzipiell gut.


    Gibt es andere, sinnvolle Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass das Geld in Bildung, Gründung oder Immobilien geht und nicht in Autos etc?

  • Hallo.


    Jugendlicher Leichtsinn gehört zum allgemeinen Lebensrisiko. Wenn den Kindern klar ist, dass ihr Handeln (oder Unterlassen) Konsequenzen hat, dann kann man das Risiko wohl eingehen.


    Jede zusätzliche Sicherungslinie ist ja ein manifestierter Misstrauensbeweis, sollte man bedenken. ?(

  • Mein Vater möchte meinen Kindern Geld hinterlassen. Heute sind sie 7, 4, 1... irgendwann sind sie erwachsen. Ich habe Sorge, dass mit 18 mit einem der 3 der Gaul durchgeht und sie ein sechsstelliges Erbe verjubeln.


    Ich kenne den Weg der Testamentsvollstreckung, so dass sie erst mit 25 Zugriff auf das Vermögen haben. Das finde ich prinzipiell gut.


    Gibt es andere, sinnvolle Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass das Geld in Bildung, Gründung oder Immobilien geht und nicht in Autos etc?

    Wenn Du solche Ängste hast - dann sollte dein Vater Dir das Geld schenken.


    Du entscheidest dann was mit dem Geld gemacht wird.


    Wenn es 3x um 6 sechsstelligen Summen geht - dann ist diese Lösung evtl Steuerschädlich.


    Die Kinder sind 7, 4, 1.

    Vorschlag: investiere Zeit und Liebe in die Erziehung der Kinder - liebe ist wichtiger als Geld.


    Wenn ein Kind sein Geld verjubeln will - lass ihm das auch machen.


    Wenn es um sehr große Summen geht - grunde eine Stiftung - siehe Kommer

  • Wäre es nicht besser das Geld in die Bildung bzw. Ausbildung zu investieren?

    Denn letztlich ist klar sie werden damit vielleicht ein Auto kaufen, Urlaub oder Anzahlung für eine Wohnung.

    Der Urlaub ist bald vorbei, das Auto kann man zu Schrott fahren und die Wohnung wird vermutlich auch nicht ewig die gleiche bleiben.


    Ich persönlich würde das Geld so investieren das ich den Kindern damit eine sehr gute Ausbildung ermögliche (was sie daraus machen liegt natürlich an ihnen.)


    Ich würde sie in eine Privatschule schicken, dann später Auslandssemester, Top Uni etc....

    Davon haben sie Meiner Meinung nach mehr als von einem Erbe.



    Aber man könnte natürlich auch eine Liste an Forderungen erstellen die die Kinder erfüllen müssen um an das Erbe zu kommen wenn sie 25 sind.


    1. Keine Vorstrafen.

    2. Keine Drogen oder Alkoholsucht

    3. Seit X Jahren feste Arbeitsstelle

    4. Keine oder minimale Schulden


    Den Spaß würde ich mir machen :D:D

  • Auch wenn tendenziell off-topic:


    Macht die Unterscheidung Sinn? (Ist wie Fußballer und Mittelstürmer.)

    Ok stimmt auch wieder. Andererseits mit Drogensucht könnte man das Erbe vermutlich deutlich schneller verjubeln als mit Alkoholsucht.


    Das ist aber nur eine Vermutung habe darin zum Glück keine Erfahrung.

    Also weder Sucht noch Erbe :thumbsup:

  • Ich währe jetzt auch bald Erbe geworden. Meine Scwester ist verstorben, und ich bin der einzige gesetzliche Erbe. Ich hatte zu meiner Schwester ein freundschaftliches Verhältnis. Ich habe sie das letzte mal am 2.07.2021 besucht. Da hat sie mir zum Zeichen der Liebe ihre Hand auf meine Hand gelegt. Eine Geste, die ich ein lebenlang nicht von ihr kannte. Ich habe sie in trauter freundschaftlicher Atmosphäre verlassen.

    14 Tage später hat mich meine Schwester durch eine Unterschrift auf einem notariellen Testament enterbt. Das lässt nach meiner Meinung nur den Schluß zu, das meine Schwester an dem Tag nicht testierfähig war. Aber da gibt es doch einen Notar, der genau das Gegenteil beurkundet hat. Ich sehe das so, dass dem Notar die Gebühren wichtiger waren, als seine Berufsehre.

    Gruß


    Altsachse

  • Gibt es andere, sinnvolle Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass das Geld in Bildung, Gründung oder Immobilien geht und nicht in Autos etc?

    Wenn dein Vater eine Wohnung kauft und die verschenkt? Selbst wenn deine Kinder die Immobilie später nicht selbst nutzen, sie haben die Mieteinnahmen daraus sowie die Möglichkeit das entweder zu verkaufen um eine eigene Immobilie anzuschaffen oder diese Immobilie mit zu beleihen


    Klar schützt das nicht davor, dass die mit 18 gegen einen Ferrari getauscht wird. Aber es ist deutlich aufwändiger als direkt Geld auszugeben

  • Ich währe jetzt auch bald Erbe geworden. Meine Scwester ist verstorben, und ich bin der einzige gesetzliche Erbe. Ich hatte zu meiner Schwester ein freundschaftliches Verhältnis. Ich habe sie das letzte mal am 2.07.2021 besucht. Da hat sie mir zum Zeichen der Liebe ihre Hand auf meine Hand gelegt. Eine Geste, die ich ein lebenlang nicht von ihr kannte. Ich habe sie in trauter freundschaftlicher Atmosphäre verlassen.

    14 Tage später hat mich meine Schwester durch eine Unterschrift auf einem notariellen Testament enterbt. Das lässt nach meiner Meinung nur den Schluß zu, das meine Schwester an dem Tag nicht testierfähig war. Aber da gibt es doch einen Notar, der genau das Gegenteil beurkundet hat. Ich sehe das so, dass dem Notar die Gebühren wichtiger waren, als seine Berufsehre.

    Gruß


    Altsachse

    Altsachse

    das tut mir Leid.

  • Mein Vater möchte meinen Kindern Geld hinterlassen. Heute sind sie 7, 4, 1... irgendwann sind sie erwachsen. Ich habe Sorge, dass mit 18 mit einem der 3 der Gaul durchgeht und sie ein sechsstelliges Erbe verjubeln.


    Ich kenne den Weg der Testamentsvollstreckung, so dass sie erst mit 25 Zugriff auf das Vermögen haben. Das finde ich prinzipiell gut.


    Gibt es andere, sinnvolle Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass das Geld in Bildung, Gründung oder Immobilien geht und nicht in Autos etc?

    Das Thema steht bei uns auch im Raum.


    Persönlich habe ich bereits ein Junior Depot für meine Kinder angelegt. Mit 18 sollen sie den Zugriff bekommen. Vorher versuche ich ihnen ein Grundverständnis für das Thema Finanzen beizubringen. Die Überlegung, was wäre, wenn sie "alles auf den Kopf hauen", habe ich natürlich auch angestellt. Man will ja nur das Beste für die Kiddies.


    Nun will auch die Oma für die Enkel was tun. Auch hier würde ich mich nicht sperren, dass sie mit 18 Zugriff bekommen. Letztlich würden sie doch nur die ganze Zeit warten und warten, bis sie Alter xy erreicht haben, brauchen aber das Geld für gewissen Dinge. Wer sagt, dass sie mit 25 nicht genauso denken wie mit 18?


    Ich finde, so lernen sie schnell Verantwortung für ihre Finanzen (und fürs Leben). Daher schließe ich mich voll und ganz der Meinung von Referat Janders voll und ganz an. Treffender kann man es nicht formulieren.

  • Man kann auch zweigleisig fahren. Einen Teil mit 18 geben, dann muss eben die Erziehung dafür sorgen, dass das nicht verprasst wird.

    Und auf dem zweiten Gleis ETF-Rentenversicherung als Nettotarif. Versicherungsnehmer Onkel, versicherte Personen Kinder. Kein Steuerkram und die versicherte Person erfährt nicht unbedingt mal von der Existenz des Vertrags. Diesen Vertrag dann mit 25 oder 30 offenbaren.

  • Man kann auch zweigleisig fahren. Einen Teil mit 18 geben, dann muss eben die Erziehung dafür sorgen, dass das nicht verprasst wird.

    Und auf dem zweiten Gleis ETF-Rentenversicherung als Nettotarif. Versicherungsnehmer Onkel, versicherte Personen Kinder. Kein Steuerkram und die versicherte Person erfährt nicht unbedingt mal von der Existenz des Vertrags. Diesen Vertrag dann mit 25 oder 30 offenbaren.

    Tue ich mich schwer mit. Auf der einen Seite "schön", aber auf der anderen enthalte ich meinen Kindern was vor (intransparent). Muss man wollen und mögen.

  • Ich rechne es meinem Vater hoch an, dass er mir frühzeitig vertraut hat und schon in jungen Jahren grob vergleichbare Summen übergeben hat. Das Geld steckt jetzt zum Teil in ETFs und da ich jetzt gutes eigenes Geld verdiene aber nicht mehr soviel Zeit habe um es auszugeben bereue ich schon fast nicht (noch) mehr Geld für wertvolle Erfahrungen ausgegeben zu haben als ich jünger war. Man muss dazu sagen, dass das Geld erst übergeben wurde als abzusehen war, dass ichs nicht für peinliche Statussymbol oder sonstiges verschwenden würde. Ich denke wenn man sich als Vater/Familie Zeit nimmt für die Kinder kann man schon gut Werte und Verhaltensweisen mitgeben und so den Umgang mit dem Geld beeinflussen :) Also plädiere für Mut und vertrauen statt Angst. Notfalls ist das Geld eben weg, dann muss eben wieder mehr gearbeitet werden ;)

  • Ja, ihr bringt mich in der Tat auf neue Ideen. Ich werde meinem Vater die Bandbreite der Möglichkeiten präsentieren. Er ist ein störrischer 76 Jähriger, der auch schon mal 20 Stunden Sport pro Woche macht. Letztlich lässt er sich von seinem Notar beraten und macht dann was er will. Und das ist auch gut so.


    Danke für eure Kommentare. Sie haben etwas in mir bewegt. Vielleicht berichte ich, was das Ergebnis wird.

  • Mein Vater möchte meinen Kindern Geld hinterlassen. Heute sind sie 7, 4, 1... irgendwann sind sie erwachsen. Ich habe Sorge, dass mit 18 mit einem der 3 der Gaul durchgeht und sie ein sechsstelliges Erbe verjubeln.


    Ich kenne den Weg der Testamentsvollstreckung, so dass sie erst mit 25 Zugriff auf das Vermögen haben. Das finde ich prinzipiell gut.


    Gibt es andere, sinnvolle Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass das Geld in Bildung, Gründung oder Immobilien geht und nicht in Autos etc?

    Da du so offen bist für kritische Kommentare werde ich auch mal meinen Senf dazu geben :)

    Ich kann deine Sorge grundsätzlich verstehen, aber was gibt dir die Sicherheit, dass eines der Kinder das Erbe nicht mit 25 "verjubelt".

    Grundsätzlich finde ich es immer problematisch, wenn Eltern ihren Kindern einen bestimmten Lebensentwurf nahe legen wollen. Das darfst du natürlich tun, aber ich denke es ist wohl heilsamer für das eigene elterliche Wohlbefinden, wenn man ab einem bestimmten Punkt sagt: "Ich habe euch so gut erzogen wie es mir möglich war. Nun trefft eure eigenen Entscheidungen und steht auch zu den Konsequenzen."

    Was wäre denn z.B. wenn ein Kind sagt "ich möchte kein Studium, keine Unternehmensgründung und auch keine Immobilie und will das Geld stattdessen für andere Dinge ausgeben, die mich glücklich machen?"

    Sollte es dann deiner Meinung nach nie an sein Erbe kommen?

    Ich reagiere da etwas sensibel, da ich derartige Ansichten bei den Eltern meiner Frau erfahren durfte. Das Ende der Geschichte war, dass das ganze Familienverhältnis stark darunter gelitten hat, weshalb ich dir nur ans Herz legen möchte auch zu bedenken, wie solche Dinge auf deine Kindern später einmal wirken könnten. Im schlimmsten Falle nimmt euer Verhältnis zueinander langfristigen Schaden (so wie es bei meiner Frau war).

    Auch wenn ich dir keine Antwort auf deine Frage geben konnte, ist es möglicherweise gut diese Dinge mal grundsätzlich zu reflektieren. Das ist aber nicht böse gemeint und ich sehe dich auch nicht als schlechten Vater an.

    Bitte nimm es auch nicht persönlich, dass ich deine private Entscheidung hier kritisch hinterfrage. Meine Ausführungen sollen nur ein wenig zum Nachdenken anregen und sind sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich habe dich übrigens in diesem Forum bisher als sehr reflektierten Menschen wahrgenommen.

    Falls ich deine Gefühle verletzt haben sollte oder du meine Ausführungen als übergriffig empfindest, entschuldige ich mich hierfür und werde mein Kommentar löschen, sofern du dies möchtest.

  • Gibt es andere, sinnvolle Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass das Geld in Bildung, Gründung oder Immobilien geht und nicht in Autos etc?

    Hmmm... faktisch gibt es da sicherlich möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass 'Vermögen' nicht mal schnell von jetzt auf gleich verschleudert werden kann. MMn sind die Kosten dafür allerdings nicht auf dem Level von einem Happy Meal ;-)


    Ich habe es bei meinen 3 Kindern, die inzwischen alle erwachsen sind, immer so gehalten, dass ich ihnen einen (in meinen Augen) vernünftigen Umgang mit Geld und Geldangelegenheiten vorgelebt habe, meine Überlegungen mit ihnen geteilt habe und ihnen schon im Kindesalter die aus meiner Sicht wichtigen Dinge 'gelehrt' habe. Begleitet waren diese Finanzbildungs-Geschichten auch mit teils schmerzlichen Erfahrungen, etwa Einschränkungen, wenn unser gemeinsam geplantes Budget nicht so recht eingehalten wurde.

    Mein (nicht kommunizierter) Maßstab war dabei, dass ich mich richtig freuen kann, wenn die Kids nicht so (schlimm) werden, wie ich in der Jugend und im jungen Erwachsenenalter war ;-)


    Heute planen sie selbst und eigenständig, leisten sich den 'kleinen Luxus' aus dem verdienten Geld... und das Polster, obwohl von jetzt auf gleich verfügbar, ist bislang unangetastet. Die sprichwörtliche Mio zur Rente ist sicher... vorausgesetzt die Börse läuft und keine/r kommt auf die blöde Idee, davon etwas für eine selbstgenutzte Immo abzuzweigen.