Enkel erben - vor jugendlichem Leichtsinn schützen

  • chris2702


    Vllt hilf ein Gedankenspiel:


    Du “chris2702” bist 76 Jahr alt

    Du hast 3 Enkelkinder


    Du möchtest die 3 Enkelkinder Geld verschenken.


    Was sind deine Gedanken?


    Ich wette du hast keine Sorgen, dass mit 18 mit einem der 3 der Gaul durchgeht und sie ein sechsstelliges Erbe verjubeln.


    Oder ?????

  • Ich denke, mein Problem ist vielschichtig. Mein Vater war kein hoher Manager. Er war Dozent mit A16 Gehalt. Mich erstaunt wieviel Vermögen er zusammengespart hat, trotz Scheidung etc. Das bewundere ich, denn ich bin auch kein hoher Manager. Ich kann meinen Kindern hoffentlich viel Unterstützung zukommen lassen. Aber wenn jeder nochmal 100k+× hat, ändert das die Möglichkeiten gewaltig.


    In meinem Wertekanon gibt es tausend Sachen, für die dieses Geld bestimmt sein soll. Bildung, Existenzgründung, Immobilie, ein Sabattical raus aus einer blöden Situation, coole Urlaube, irgendwelche Notfälle, dem Partner aus Problemen raushelfen. Ich denke mein Horizont ist da sehr weit. Koks oder Porsche sind nicht im Wertekanon enthalten. Die Vorstellung meine Kinder könnten das Geld, das mein Vater angespart hat "echt verschleudern" triggert mich.


    Aber ich habe ja noch 11-17 Jahre Zeit, meinen Kindern meine Werte zu vermitteln. Und dann werde ich ihnen mit 18 die Freiheit und die Verantwortung geben, das zu tun was sie richtig finden. Und wenn das "Koks und Porsche" ist, werde ich sie ihre Erfahrungen machen lassen und sie genau so lieben wie zuvor.


    Ihr habt mich weiter gebracht. Danke dafür. :)

  • Mein Vater möchte meinen Kindern Geld hinterlassen. Heute sind sie 7, 4, 1... irgendwann sind sie erwachsen. Ich habe Sorge, dass mit 18 mit einem der 3 der Gaul durchgeht und sie ein sechsstelliges Erbe verjubeln.


    Gibt es andere, sinnvolle Möglichkeiten, dafür zu sorgen, dass das Geld in Bildung, Gründung oder Immobilien geht und nicht in Autos etc?

    Ich kann Deine Bedenken gut nachvollziehen. Die Kids sind ja in einem Alter, wo sie erst noch anfangen, sich zu entwickeln, die Schulkarriere haben sie ja weitestgehend noch vor sich. Da wäre es ja das sinnvollste, wenn die Eltern treuhänderisch nach den Bedürfnissen der Kinder über den Einsatz der Mittel bestimmen könnten...


    Ein Beispiel aus eigener praktischer Erfahrung: meine Jüngste - heute 22 Jahre alte Studentin - fing in der Grundschule in der zweiten Klasse an, sich zu langweilen. Es war offensichtlich, dass sie dort unterfordert war: der Unterricht richtet sich nach dem schwächsten Glied in der Kette, sprich dem langsamsten Schüler. In deutschen staatlichen Schulen ist es - so war es damals jedenfalls - nicht möglich, Schüler mit zusätzlichem Unterrichtsstoff zu versorgen (geschweige denn zu betreuen). Solche Schüler werden oftmals verhaltensauffällig, was wir damals verhindern wollten. Also haben wir uns nach Alternativen umgesehen. Das Kind ging dann auf eine private Schule, die mehr Möglichkeiten bot. Dafür mussten wir jetzt Schulgeld bezahlen, was uns nicht leicht gefallen ist.


    Später kamen dann am Ende der Schulzeit weitere Anforderungen: ein Auslandsjahr stand mit 16 auf der Wunschliste ganz oben. Auch das haben wir ermöglicht, in diesem Auslandsjahr auf einem College in GB gab es dann eine einwöchige Collegefahrt nach New York und so weiter.


    Für Eltern mit normalem Durchschnittseinkommen ist es eine tolle Möglichkeit, wenn sie einen Topf haben, auf den sie für solche Fälle zurückgreifen können. All diese Dinge haben unsere Tochter unwahrscheinlich selbständig und selbstbewusst gemacht, nun studiert sie, braucht natürlich Miete und Verpflegungsgeld, da es in dieser Coronazeit keine Studentenjobs mehr gibt etc. Da kommt immer Eins zum Anderen: teure Fachliteratur etc. pp.


    So ein Geldtopf hätte uns vieles leichter gemacht. ;)


    Wenn ihr das mit den Grosseltern hinbekommt ist das aus meiner Sicht eine einmalige Gelegenheit.

  • Ich habe in meiner Studienzeit manschmal gehungert weil das niedrige Stipendium nicht gelangt hat. Meine Eltern um Geld zu bitten hat damals mein Stolz nicht zugelassen. Und es musste auch immer noch Geld für eine Heimfahrt zu meiner jetzigen Frau übrigbleiben. Nächstes Jahr werden wir hoffentlich diamantene Hochzeit feiern. Ich will damit sagen, man sollte auch als junger Mensch die Prioritäten richtig setzen.

    Gruß


    Altsachse

  • Wenn Oppa seinen Enkeln etwas schenkt, denn gehört es danach den Enkeln.


    Deren Erziehungsberechtigte sorgen bis zur Volljährigkeit dafür, dass das Geschenk sicher verwahrt und in der Substanz erhalten bleibt. (Versicherungs-) Verträge, die die Erziehungsberechtigten für ihre Kinder abgeschlossen werden, bleiben bis zu deren Volljährigkeit schwebend unwirksam. Das Versicherungsunternehmen meldet sich dann bei den Kindern und bittet um Unterschrift. Verschweigen funktioniert also nicht und wäre seitens der Eltern (zumindest) rechtlich nicht in Ordnung. Das Geld für die Ausbildung der Kinder einsetzen geht auch nicht. Die Eltern sind für die Ausbildung des Kindes zuständig und dürfen nicht das Vermögen ihres Kindes dafür verwenden.


    Wenn also wirksam irgendwelche Konstrukte aufgebaut werden sollen, die die Kinder vor sich selbst schützen, müsste das bereits der Schenker tun. Ich glaube aber, dass bei normalen Kindern und normalem Vermögen eine Mischung aus Elternliebe und Finanzbildung erfolgversprechender ist.