ETF Kosten bei der ING, ich bin verwirrt

  • Halloechen,


    ich spare per Sparplan seit dem 1.10.2021 in den HSCB MSCI World ETF bei der ING.

    Laut der verlinkten webseite hat der ETF eine TER von 0,15%.

    Heuter aber bekomme ich eine "Kostenaufstellung zu Ihrem Direkt-Depot für das Jahr 2021" von der ING.

    Diese Kostenaufstellung der ING dient lediglich als "Kostenuebersicht", es ist keine Rechnung oder so.

    Sondern lediglich eine Information.


    Was ich nun komische finde ist, dass dort nun folgendes drin steht:



    Die "aggregierten Kosten" vom "Produkt" waren also 0,17%.

    Wieso ist das so? Wieso sind das nicht 15%, wie angegeben?

    Laut trackingdifferences.com ist die TD bei -0,04%.

    Das heist doch eigentlich, dass ich TER + TD = "Reale Kosten" haette, oder?

    Heist also 0,15 + -0,04 = 0,11% Kosten?

    Oder vermische ich hier nun drastisch etwas?


    Danke fuer weitere erklaerungen.. Ich stehe hier bisschen auf dem Schlauch und wuerde es gerne verstehen wollen.

  • Die TER stellt nur die pauschalierten Kosten da. Wenn man die echten Kosten will muss man in die Geschäftsberichte schauen und dann kommen auch noch Erträge hinzu. Die wahrscheinlichste Erklärung sind 0,15% pauschalierte Kosten und 0,02% weiter, speziell Transaktionskosten; Erfahrungswerte ohne es recherchiert zu haben.


    Die TD ist etwas komplett anderes. Hier wird der Ertrag mit dem theoretischen Ertrag verglichen. Insbesondere sind dort auch pauschal Steuern enthalten, die aber je nach Auflegungsland, speziell bei IE, niedriger ausfallen. Über die TD bzw. die Rendite kann ich erkennen, wie die effizient der ETF ist, aber nur im Vergleich der einzelnen ETF auf den gleichen Index.


    Die TER hat wie oben beschrieben mMn keine Aussagekraft, ich würde eher auf einen langfristigen Renditevergleich schauen. Für die TD kenne ich keine verlässliche Quelle. Die genannte Webseite kenne und nutze ich auch, allerdings habe ich da auch schon Einträge gesehen, die mir nicht logisch erschienen.

  • Zu den Produktkosten zählt auch die anteilige Geld-Brief-Spanne.

    Beispiel: Der Emittent sieht den FairValue bei 20,22€ und stellt 20,20€ zu 20,25€.

    Dann sind Deine Einmal-Produktkosten bei Kauf 0,03€ = 0,15% und bei Verkauf 0,02€ = 0,10%. Hinzu kommen die laufenden Produktkosten, die im Wesentlichen im TER abgeschätzt sind.

    Wieso sind das nicht 15%, wie angegeben?

    Soviel sind es hoffentlich auch wieder nicht ...

  • Okay, danke euch erstmal.


    Wenn ich also richtig verstehe, ist die TER nur ein "angenommener Preis". Ein "pi mal daumen" wert der ebenfalls schwanken kann?


    Ich habe heute, zuvaelligerweise ein Tag spaeter, die selbe Abrechnung fuer meine Tochter bekommen. Diese spart in den gleichen ETF seit dem 1.6.2021 und zusaetzlich in den iShares Core MSCI World seit dem 15.7.2021.

    Hier sieht das Blatt wie folgt aus:


    Sie zahlt wohl nur 0,04 % fuer den gleichen ETF ... 😖
    Und nur 0,08 % fuer den iShares Core MSCI World, welche angeblich bei 0,20 % liegt.


    Heist also, sie hat einfach (aus welchem Grund auch immer) Glueck gehabt, und hat weniger gezahlt als ich fuer den gleichen ETF?!

    Einfach weil die Transaktionskosten (und andere Kosten) fuer sie "irgendwie" besser lagen?!

  • Ich vermute bei deiner Tochter liegt es daran, dass sie erst ein halbes Jahr bespart hat und davon der größte Teil ja auch erst spät eingezahlt wurde. Wenn ich jetzt die Kosten ins Verhältnis zum Endwert setze, dann kommt ein niedriger Wert raus. Aktuell sind leider Wartungsarbeiten, wenn ich dran denke, schaue ich nachher nochmal rein was da bei meiner Tochter rauskommt

  • Ich bekam eine solche Übersicht sowohl von der ING als auch von der Postbank, weshalb ich glaube, dass das die Umsetzung einer weiteren gesetzlichen Auflage ist. Wenn ich mich richtig erinnere, stand da auch noch ein Hinweis, dass diese Aufstellung für die Steuererklärung irrelevant sei, d.h. relevant ist da nach wie vor die Jahresstererklärung.


    Ich interpretiere diese Aufstellung so, dass man damit mehr Informationen bekommen soll, um zu entscheiden, ob die Gesellschaft ordentlich mit den internen Verwaltungsgebühren gewirtschaftet hat, die man ja bei Wertpapierkauf noch gar nicht kennt.