Günstiges Depot

  • Ich habe ein FLATEX-Depot eine Zeitlang genutzt -- und dann alle ausländischen Aktienwerte wieder abgezogen. Grund: die Provision, die für jede Dividendenzahlung abgezogen wird. Es geht um:
    Provision je Dividendenzahlung 1,50 EUR (Gegenwert kleiner 15 EUR)
    Provision je Dividendenzahlung 5,00 EUR (Gegenwert größer 15 EUR)
    Wenn man pro Aktie etwa ein Volumen zwischen 2000 und 5000 EUR anlegt, ist man bei Dividendenzahlungen in jedem Fall über 15 EUR. Aber der Betrag ist nach allen Abzügen (Quellensteuer im Heimatland, deutsche Kapitalsteuer) klein genug, dass man sich so richtig ärgert, wenn dann noch 5 EUR Provision runtergehen. Zudem: Viele ausländische Unternehmen zahlen eine vierteljährliche Dividende, das heißt, FLATEX greift in jedem Quartal 5 EUR ab.


    Ich verstehe gar nicht: Warum verdient der Depot-Anbieter da mit? Weil bei den Kosten pro Auftrag hingeschaut wird, bei den Aufschlägen ganz am Ende nicht? Erinnert mich an die ETF´s bei denen der Emittent mitverdient, wenn´s gut läuft ... -- HÄ????


    Zudem: Die Nutzung der Plattform ist nicht gerade komfortabel. Der telefonische Service ist nicht berauschend, oft auch nicht freundlich. Zudem sollte man sich vor einer Depot-Entscheidung auch die vielen Extra-Leistungen bei FLATEX ansehen, für die man nach meiner Bewertung z.T. ansehnliche Extragebühren hinlegen muss.


    Ich verstehe dagegen die nur mäßige Bewertung des ING-DiBa-Depots nicht. Ich nutze meins seit nunmehr 5 Jahren und bin hoch zufrieden. Meine persönlichen Gründe:
    1. Der einzelne Trade kostet 9,90 EUR bis zu einem Volumen von 4000 EUR (!). Die in der Vergleichstabelle (Ratgeber im FinanzTip vom 30. Jan.2015) angegebene max. Gebühr von 59,90 EUR fällt bei einer Kaufsumme von 20.000 EUR an. (Ich hätte gern mal die Gelegenheit, einen Aktienkauf für 20.000 EUR zu tätigen.) Ich selbst zahle für meine Orders in aller Regel 9,90 EUR. Die hinzu kommenden Börsen-abhängigen Gebühren fallen auf jeder Plattform identisch an, sind also kein Unterscheidungsmerkmal.
    Allerdings erwerbe ich Aktien für mein ING-DiBa-Depot oft im DIREKTHANDEL, da fallen dann keine zusätzlichen Börsenplatz-Kosten an. Hinzu kommen bei ING-DiBa keine Depot-Kosten, auch keine Konto-Kosten (das nur der Vollständigkeit halber).
    2. Die Handelsplattform ist super gestaltet: übersichtlich, gut anwendbar, aktuell in den Kursen, mit vielen dargestellten Unternehmen (wenngleich ich mir hier manchmal etwas mehr aktuelle Berichte wünschen würde). Zugriff auch auf US-Börsenplätze möglich.
    3. Was mir besonders wichtig ist: Die Arbeit mit der Plattfrom ist komplett gratis - also keine Extra-Gebühren für Ändern oder Löschen von Orders, keine Gebühren für Einrichtung von Limits oder Ähnliches (da fängt man sich woanders nämlich auch schon mal ruckzuck zusätzliche Gebühren ein). Keine Mindestanzahl von Trades nach dem 2. Jahr (oder ab dem 2. Jahr?) wie bei der Comdirect. Also: keine "Anreiz-Systeme", die mich mehr kosten, wenn ich "nicht richtig mitspiele", und keine sonstigen Stolperfallen.
    4. Und auch wichtig: Wenn ich handle, kann ich bei der ING-DiBa den Befehl "sofort kaufen" nutzen. Dann wird der Kauf sofort ausgeführt (oder nicht). Der ist mir wichtig, wenn ich mit Limit arbeite und die Order nicht den ganzen Tag stehen lassen will, sondern sofort zugreifen will.
    5. Die Order-Hotline ist kompetent und sehr freundlich. Das finde ich für mich als "Börsen-Dillettanten" mit Halbwissen sehr wichtig. Denn man kommt - z.B. bei Kapitalmaßnahmen von Unternehmen - doch immer wieder mal in schwierige /neue Situationen, in denen man Informationen oder Hilfe benötigt. Wenn die Hotline-Spezialisten im Wertpapier-Bereich keine Antwort wissen (ist mir in der vergangenen Woche passiert), machen sie sich schlau und rufen zurück.


    Ich schildere das ausführlich, weil man diese Erfahrungeen erst über längere Zeit machen muss. Und weil ich meine, dass beim Depot nicht nur die Frage der Trading-Kosten entscheidend sein sollte, sondern Übersichtlichkeit und leichte Handhabung der Plattform, möglichst Ausschluss evtl. zusätzlicher Kosten, unmittelbare Umsetzung von Käufen (Direktkauf ohne dazwischengeschalteten Händler / sofort Kaufen-Funktion), kompetente Hotline-Hilfe, etc.


    Viele Grüße


    Meier_zwo

  • Welcher Anbieter für einen Investor ein 'günstiges Depot' hat, hängt sehr von den individuellen Gegebenheiten des Investors ab (Art der gehandelten Wertpapiere, Handelsplätze, Orderhöhe, Orderfrequenz, Nebenkosten etc.).


    Ich habe z.B. ein Depot sowohl bei Flatex als auch bei der IngDiBa. Meine Einschätzung, welcher der beiden Anbieter günstig ist, unterscheidet sich komplett von Deiner. Die wesentlichen Gründe dafür sind, dass ich keine ausländischen Aktien kaufe/besitze und ich eine hohe Orderfreuqenz bei einer durchschnittlichen Orderhöhe von ca. 50k habe. Bei Flatex zahle ich stets meine 5,90€ bei OTC-Handel bzw. 5€+Börsengebühren bei Handel an Inlandsbörsen. Ing DiBa berechnet mir bei nahezu jedem Geschäft 59,90€ (ggf. plus Börsengebühren). Das ist schon ein Unterschied, der etwas ausmacht.


    Ansprüche an einen freundlichen Kundenservice habe ich nicht, ich will billig handeln. Wenn ich den Kundenservice kontaktiere, dann habe ich i.d.R. ein komplexeres Problem, das der normale Call Center-Mitarbeiter nicht lösen kann. Da ist mir wichtig, dass er mich schnell zum Backoffice 'durchlässt'. Die Ing DiBa ist mir da nicht in guter Erinnerung, da dortige Call Center Mitarbeiter sich gern überschätzen bzw. prinzipiell davon ausgehen, dass sie einen Kunden in der Leitung haben, der weniger weiß als sie selbst. Dort ist es dann eine Geduldsprobe, ob entweder der Call Center Mitarbeiter schneller nachgibt oder man selbst es aufgibt, dem Mitarbeiter verständlich zu machen, dass er das Problem nicht versteht ('freundlich' sind sie aber wirklich, nur ist mir 'kompetent' mehr wert).


    P.S.: Weder Flatex noch Ing DiBa sind aktuell meine Hauptbroker. In früheren Jahren waren Flatex eine zeitlang mein Hauptbroker, doch auch die IngDiBa habe ich als Broker durch zwei Neukundenangebote (jeweils 50 Freetrades) ganz gut kennengelernt.

  • Ich nutze Cortal Consors für Aktiensparpläne. Die Provision, die Cortal Consors erhebt, beträgt 1,5 % pro Sparrate. Es wird dabei keine Mindestgebühr erhoben. Für mich optimal für Sparpläne in Aktien. Für Fondsparpläne dagegen bin ich bei der FIL Fondsbank, da ich hier (über meinen Vermittler AVL) 100 % auf den Ausgabeaufschlag habe und außer der jährlichen Depotgebühr keine Abzüge bei den Sparplanraten. Notfalls also für verschiedene Zwecke verschiedene Depots.


    Beide mag ich von der Handhabung und Übersichtlichkeit auch sehr gerne (das ist auch nicht überall der Fall).

  • Nachtrag:


    Ich habe gerade nachgesehen: Kürzlich habe ich eine kleine Dividende gutgeschrieben bekommen: Mir ist da
    seitens der Bank keine Provision / Gebühr einbehalten worden, sondern nach Abzug der ausländischen Quellensteuer und der Kapitalertragsteuer direkt die Nettodividende auf das Bankkonto gutgeschrieben worden.

  • Würde mich sehr gerne nur auf 1 Depot konzentrieren. Bin aktuell bei Ing Diba + DAB. Sind Flatex und Aktionärsbank
    bei Kauf/Verkauf und Transaktionskosten deutlich günstiger und bieten eine entsprechend gute Übersichtlichkeit ?


    Vielen Dank für ein paar Tipps!


    LG

  • Hallo Clesh,
    die tatsächlichen Transaktionskosten sind nicht immer den Angaben auf den Webseiten zu entnehmen. Beachte auch die unterschiedlichen Konditionen in Abhängigkeit von der Orderbeträge. Die günstigen Flat Preise (z. B. Consorbank) gibt es oft nur bis 10.000 € Orderhöhe.
    Je nachdem, wieviel Order Du pro Jahr machst, wie hoch die Orders sind und wie den Vermögensbestand bei der Bank ist, kannst Du bei einigen Banken handeln. Offiziell wird dann beispielsweise ein max. Orderpreis von 60 Euro angegeben und tatsächlich bekommst Du nach Verhandlungen dann einen Cup von 13 € pro Order.
    Da ich höhervolumig ordere, bin ich nach Erfahrungen bei Consorsbank und DAB meiner comdirect beim Wertpapierkauf treu geblieben. Allerdings eignet sich die comdirect nicht für Konten in fremder Währung.

  • Es gibt da einige Depots, siehe hier
    Der momentane Spitzenreiter in deren Test und Vergleich ist das Depot der
    SparkasseDas Depot der Sparkasse punktet mit, Verschiedenen Depot und
    Kontomodellen, Transparenz, guter Beratung und Erreichbarkeit sowie mit
    Kostenfreien Webinaren.


    Mir Persönlich wurde aber On Vista
    empfohlen, ich habe dort zwar noch kein Depot aber die Leute die mir die
    Empfehlung gaben empfinde ich persönlich als Vertrauensvoll sie rieten
    mir von der Sparkasse wegen der Kosten ab weil die dort höher sind, ich
    bin da auch noch ein wenig am überlegen.Jedoch finde das Konzept der
    Bildung wunderbar bei der Sparkasse und das ist bei On Vista leider
    nicht vorhanden.

  • Hallo,


    bisher habe ich nicht DAS Depot gefunden, welches alle meine Anforderungen für Fondsparen erfüllt.
    Das eine Depot bietet kostengünstig Fonds für den Sparplan an und das andere Depot dafür einen Fond, welchen ich im Depot der anderen Bank nicht kaufen kann.

  • Würde mich sehr gerne nur auf 1 Depot konzentrieren.


    Diesen Wunsch kann ich aus Übersichtlichkeitsgründen verstehen, halte ihn aber nicht für wirtschaftlich sinnvoll., Ich fahre dreigleisig beim jeweils günstigsten Anbieter:


    Flatex für Aktien, Anleihen, Zertifikate, da ich die flat für 5,90 bzw. im Fall Zertifikate z.Z. kostenlos handeln kann. Die Flat bezieht sich auf außerbörslichen Handel, also auf jeden Fall mit Limit handeln. Unabhängig davon ist auch der börsliche Handel sehr günstig.


    Ebase in Verbindung mit Fondvermittler und Kickbackvereinbarung für gemanagte Fonds


    ETFs dort wo ich den gewünschten Fonds mit Sparplan für 0 Euro bekomme.s. http://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/

  • Im Titel genannten Artikel vom 21.1.16 wird auf die verschiedenen Kosten hingewiesen, auf die man beim Wertpapierhandel achten soll. Die Order- und Depotgebühren, der depotführenden Bank werden in dem Artikel abgehandelt. Gibt es auch einen Vergleich der Börsengebühren und Courtagen? Das wäre hilfreich.


    Beste Grüße
    Rolf

  • Mir fällt jetzt kein Grund ein, warum das nicht gehen soll, zumindest so lange es sich um ganz klassische Wertpapiere handelt, für die "Girosammelverwahrung" gilt. Grundsätzlich zu beachten:


    - Depotinhaber sollte personenidentisch sein, damit es zu keiner schenkungsteuerlichen Problematik kommt


    - Abklären, ob die Bank in Österreich die Einstandkurse (Anschaffungskosten) der Wertpapiere mitliefert, damit in Deutschland eine korrekte Besteuerung (Abgeltungsteuer ja / nein, falls ja, wie hoch) möglich ist.


    Ansonsten: Sicherheitshalber sowohl bei der österreichischen als auch bei der deutschen Bank fragen, ob sie das abwicklungstechnisch hinkriegen oder ob sie Probleme sehen.

  • Hallo zusammen! ^^^^


    Ich suche ein Online Broker mit tolle Konditionen.


    Ich würde paar Fonds oder ETFs auf mittelfristig kaufen (3-5 Jahre).


    Welche empfehlt ihr mir?


    Grüße
    FM
    ^^^^