Energiepreispauschale für Betriebsrentner

  • Ich bin in dieser Angelegenheit stinksauer,da ich als Ruhestandsbeamter des Landes NRW bis zur nächsten Besoldungserhöhung zum 1.12.2022 von mickerigen 2,8% volle 23 Monate gewartet haben werde.

    Außerdem bekomme ich keineswegs die "Coronapauschale" in Höhe von €1300.- der aktiven Kollegen und jetzt noch nicht einmal die "Energiepauschale" von ebenfalls mickerigen €300.- MINUS Steuern ganz so als habe keine steigenden Energiekosten.

  • Ich bin in dieser Angelegenheit stinksauer,da ich als Ruhestandsbeamter des Landes NRW bis zur nächsten Besoldungserhöhung zum 1.12.2022 von mickerigen 2,8% volle 23 Monate gewartet haben werde.

    Außerdem bekomme ich keineswegs die "Coronapauschale" in Höhe von €1300.- der aktiven Kollegen

    Mir kommen die Tränen...

    Vielleicht daran gedacht, dass die "Corona Sonderzahlung" die erschwerten Arbeitsbedingungen und Mehrbelastungen während der Pandemie ein bisschen ausgleichen sollen? Mehrbelastungen, die mal als Beamter im Ruhestand wohl eher nicht hat?

    Und ja, vielleicht hast du auch steigende Energiekosten - aber ich nehme an, dass deine Pension genug Luft bieten wird, um diese ohne Existenzsorgen zu kompensieren.


    Ansonsten ist es wieder "lustig", wie hier über nur halb gelegte Eier diskutiert beschwert wird. Es ist noch gar nicht gesetzlich geregelt, wie genau die Auszahlung erfolgen soll, demzufolge sind die Details unklar und es werden vielleicht auch noch weitere Bevölkerungsgruppen auf anderem Wege berücksichtigt.

  • Es ist noch gar nicht gesetzlich geregelt, wie genau die Auszahlung erfolgen soll, demzufolge sind die Details unklar und es werden vielleicht auch noch weitere Bevölkerungsgruppen auf anderem Wege berücksichtigt.

    Das ist eine richtige Anmerkung. Ansonsten ist das Äußern eines gewissen Unwillens mMn durchaus verständlich, da es aus meiner Sicht ein schlechter Kompromiss ist. Grundsätzlich ist jeder durch die aktuellen Entwicklungen belastet. Damit sollte auch jeder eine Entlastung erfahren. Die Steuerpflicht der Zahlung hat durchaus den Charme einer einkommensabhängigen Unterstützung, nur müsste sie dann auch erstmal jeder bekommen. Neben den vergessenen Rentnern profitieren nach meinem Verständnis Doppelverdiener doppelt. Bei gleichem Einkommen / Wohnung / Kosten kann ein Haushalt also 0, 300 oder 600 € brutto und entsprechen den gleichen Nettobetrag erhalten. Mag alles politisch so gewollt sein, richtig ist es mMn nicht.

  • Volle Zustimmung für Kater.Ka und weitere Vorredner. Wir haben 1,5 gute Gehälter und 3 Kinder. Ich vermute für uns sind 900 Euro vorgesehen. Wir kämen auch ohne Förderung zurecht, während Haushalte mit wenig Einkommen oder kleiner Rente sich Sorgen machen müssen. Aber solche Beispiele gibt es ja zuhauf. Kindergeld für Topverdiener. Elterngeld für Topverdiener bis 500.000 Euro Familieneinkommen. Ist es so schwer da gerechter zu differenzieren?

  • lieberjott  Kater.Ka  chris2702


    Zumindest im Kabinettsbeschluss ist geregelt, dass der Energiebonus vom Arbeitgeber mit dem Gehalt ausgezahlt wird und der Einkommenssteuer unterliegt.


    Darüber profitieren Leute mit geringem Einkommen mehr als Gutverdiener. Und der Betrag für die Kinder wird mit dem Kindergeld ausgezahlt und auf den Kinderfreibetrag angerechnet. Das ist analog dem Corona-Kinderbonus und auch hier profitieren Geringverdiener.

    https://dynamic.faz.net/red/2022/Entlastungspaket.pdf


    Alles in allem finde ich das Paket nicht so schlecht. Man hätte das sicher noch genauer steuern können, wer was bekommt oder nicht bekommt, aber das hätte endlos gedauert.

  • Rentner bekommen doch über 6 % mehr Rente. Und von der gesenkten Energiesteuer auf Krafstoffe profitieren sie auch.

    Das habe ich oben in #3 bereits aus der Zeitung zitiert. Mal unabhängig davon, dass ich die Rentenerhöhung unangemessen finde, da alle Drosselungsmechanismen derzeit ausgesetzt sind, ist die Argumentation nicht stichhaltig. Das würde ja bedeuten, dass die Branchen, die dieses Jahr Tarifverhandlungen mit guten Abschlüssen haben werden auch nicht profitieren dürften.

  • Das habe ich oben in #3 bereits aus der Zeitung zitiert. Mal unabhängig davon, dass ich die Rentenerhöhung unangemessen finde, da alle Drosselungsmechanismen derzeit ausgesetzt sind, ist die Argumentation nicht stichhaltig. Das würde ja bedeuten, dass die Branchen, die dieses Jahr Tarifverhandlungen mit guten Abschlüssen haben werden auch nicht profitieren dürften.

    Ja, das stimmt allerdings.

    Ich vermute allerdings, dass die Tarifabschlüsse nicht so gut ausfallen werden. Klar, die Inflation weckt Begehrlichkeiten auf Arbeitnehmerseite. Andererseits ist kaum absehbar, wie sich der Ukrainekrieg tatsächlich auf die Unternehmen auswirkt.

  • lieberjott  Kater.Ka  chris2702


    Zumindest im Kabinettsbeschluss ist geregelt, dass der Energiebonus vom Arbeitgeber mit dem Gehalt ausgezahlt wird und der Einkommenssteuer unterliegt.

    Ja, aber da steht noch mehr:
    "Selbständige erhalten einen Vorschuss über eine einmalige Senkung ihrer Einkommensteuer-Vorauszahlung."


    sowie

    "Um in Zukunft einen einfachen und unbürokratischen Weg für Direktzahlungen an die Bürgerinnen und Bürger zu ermöglichen, wird die Bundesregierung möglichst noch in diesem Jahr einen Auszahlungsweg über die Steuer-ID für das Klimageld entwickeln."


    Und dann gibt's ja auch noch steuerpflichtige Erwerbstätige, die weder selbständig sind, noch einen deutschen Arbeitgeber haben. Ich bin zuversichtlich, dass man auch für diese Lösungen findet. Ein Kabinettsbeschluss ist noch kein Gesetz...

  • Ich finde den ganzen Kompromiss auch mäßig. Meiner Meinung nach wird schon sehr früh Pulver verschossen, was wir unter Umständen (Gas/Ölembargo) demnächst noch gut brauchen könnten und das ganze ist ein bisschen linke Tasche - rechte Tasche (denn der Staat wird von uns allen finanziert, außer man nimmt einfach Schulden auf).


    Der Tankrabatt ist meiner Meinung nach absoluter Quatsch und wird garantiert zum größten Teil von den Mineralölkonzernen abgegriffen. Schließlich haben sich letzten Monat auch die Spritpreise ziemlich vom Rohölpreis entkoppelt. Letztendlich sind auch bei einer ehrlichen Rechnung die Spritkosten nur ein kleinerer Teil der Kosten beim Autofahren. Ami-Pickups und ähnliches mal ausgenommen.


    Das 9 für 90 ÖPNV klingt im ersten Moment gut. Bis man bemerkt, dass in großen Teilen Deutschlands nicht der Preis das Problem bei der Nutzung des ÖPNV ist sondern vor allem die fehlenden Verbindungen und schlechte Taktung. Das ist einfach mal wieder ein Schlag ins Gesicht der Landbevölkerung.


    Problematisch finde ich auch, dass (was in den Medien ziemlich untergegangen ist) der Ausstieg aus der Gasheizung von 2025 auf 2024 vorgezogen wird. Wer sich die aktuellen Zustände auf dem Bau mal näher angeschaut hat, der weiß dass es absolut unrealistisch ist jetzt im großen Stil Gasheizungen durch Wärmepumpen zu ersetzen. In vielen Häuser ist dazu eine umgreifende Sanierung nötig

  • Jetzt ist der Zeitpunkt um etwas zutun.

    Dann viel Spaß beim Versuch a) einen Handwerker zu finden der dir in den nächsten Monaten was macht und b) sich noch auf Festpreise einlässt.

    Außerdem scheint dir nicht klar zu sein, was Sanierung auf Wärmepumpe für ein Haus aus den 70ern oder 80ern bedeutet. Das heißt Fußbodenheizung (=Estrich raus, neue Böden), das heißt einmal Fassade, Dach, Keller dämmen, das heißt neue Fenster und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Und dazu natürlich noch die eigentliche Wärmepumpe. Das ist eine Kernsanierung, das Haus ist für Monate unbewohnbar (alleine die Estrichtrocknung dauert einen Monat), das kostet richtig Geld.


    Wenn man das alles nicht macht, dann läuft ständig der Heizstab um die Vorlauftemperatur auf 70 Grad zu bringen da die Heizkörper die Wärme schlecht verteilen und unglaublich viel über die Wände, Fenster und beim Lüften rausgeht. Dann ist mit der Effizienz von Wärmepumpen nichts mehr und der COP liegt bei 1,5-2 statt bei 3-4 wie bei Neubauten. Dazu der hohe Wärmebedarf, sagen wir mal 20 000 kWh (133qm a 150 kWh pro Jahr und Quadratmeter). Bei einem COP von 2 macht das 10 000 kWh Strom = 3000-4000€ Stromkosten für die Heizung. Wenn das mit den Strompreisen so weitergeht, eher mehr. Damit kommen die meisten vom Regen in die Traufe

    Und das war jetzt noch eher optimistisch gerechnet, als wir auf der Suche waren, hatten die meisten Häuser auf dem Markt 200 kWh/qm Heizbedarf und mehr.


    Der richtige Zeitpunkt für eine Kernsanierung ist dann, wenn ohnehin eine ansteht. Wenn der Besitzer wechselt und ohnehin vieles neu machen will. Mit dieser verkrampften Umstellung wird der Mangel an Handwerkern und Material noch weiter verschärft und viele Leute werden in finanzielle Probleme kommen weil statt einem neuen Gasbrenner jetzt eine Kernsanierung für deutlich über 100 000€ kommt. Was hier geplant wird, geht absolut an der Realität vorbei

  • Dünnes Gelaber. Sag doch mal ganz konkret, was man bei einer defekten Heizung und fehlenden qualifizierten Handwerkern machen soll. 8 Monate warten, nicht heizen und kalt duschen?


    Blinde Ideologie ist eine der dümmsten menschlichen Unarten.

  • Wenn man das alles nicht macht, dann läuft ständig der Heizstab

    Die LGBTQ+ Ideologen vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme haben eine Blogserie zum Thema Wärmepumpen IM BESTAND erarbeitet und räumen dort mit den gängigen Mythen zur Wärmepumpe auf. Dazu noch meinerseits: eine Ausbildung oder Umschulung zur "Wärmepumpenfachkraft" dauert nur wenige Jahre, die Technik wird immer besser und zu guterletzt: selbst wenn der Heizstab an besonders kalten Tagen mal anspricht ist das nicht schlimm, wenn der Strom zum größten Teil aus erneuerbarer Energie stamm.

    https://blog.innovation4e.de/2…-eine-serie-in-12-folgen/