In ETF´s investieren trotzt Krieg, Inflation, Euro Crash, Globalisierung

  • Hey zusammen,

    ich freue mich nun auch ein Teil der Community zu sein. Seit längerem hatte ich es schon auf der To-Do liste :-) Ich möchte als Neuling in ETF´s investieren. Man sagt immer, es gibt nie den Besten Zeitpunkt aber die Lage sieht ja heute doch anders aus als vor einem jahr.



    1. Globalisierung = wie wirkt sich der aktuelle Krieg in der Ukraine auf die Globalisierung aus?

    2. Drohende hohe Inflation / Zinserhöhung

    3. Euro Crash 2022 - was passiert wenn es den Euro nicht mehr gibt?

    4. Dollar Crash nach dem Krieg durch neue Weltordnung (Globalisierung)?

    5. Crypto Investition


    Kann mir hier jemand meine Bedenken aus dem Kopf schlagen?


    # 1


    Ich möchte wie folgt investieren (was sagt Ihr dazu und gibt es Verbesserungsvorschläge?)

    1. 15.000 Euro in IShares Core MSCI World - thesaurierend

    2. 5.000 Euro in FTSE All World Index - thesaurierend - Grund: damit auch Schwellenländer drin sind

    3. zusätzlich ein Sparplan mit 500€ monatlich auf Anlage 1 oder 2 - was ist empfehlenswerter? Ich tendiere den Sparplan eher auf FTSE All World Index zu setzen oder? Oder Lyxor MSCI Emerging Markets (LUX) UCITS ETF?


    macht es Sinn auch in Erneuerbare Energie wie z.B. IShares Global Clean Energie zusätzlich zu investieren? oder ist hier der Zug abgefahren?


    Die Investitionssumme von 20.000 Euro ist die minimale, welche in investieren möchte am Anfang. Danach würde ich nachschießen wenn ich mich mit dem Thema ETF mehr auseinandergesetzt habe. Aktuell liegt mein ganzes Geld auf Tagesgeld rum und wird immer weniger :-(.


    # 2


    Welchen Broker könnt Ihr empfehlen?


    Smartbroker - Bank ist die BNP Paribas, teurer als Scalable Capital

    Scalable Capital - Beste Bewertungen, am günstigsten aber die Bank ist mir unbekannt.

    S-Borker - weil ich bei der Sparkasse mein Girokonto habe jedoch teurer als alle anderen.


    # 3


    Wie sicher ist mein Geld? Bei allen Brokern liegt die Einlagesicherung bei 100.000 Euro. Das gilt aber nicht auf ETF´s da es sondervermögen ist. Wie genau ist das zu verstehen?


    Ich freue mich über Euro fachlichen Antworten.

  • Willkommen in Forum!


    1. und 2. Spielt bei einer langfristigen breit gestreuten Investition keine Rolle...das hinterlässt vermutlich eine Delle in einem nach oben strebenden Chart.

    3. und 4. Keine Ahnung woher Du weißt das es 2022 einen Euro-Crash gibt. Auch ein Dollar-Crash scheint ja eine Vermutung zu sein. Mir sind keine Glaskugeln bekannt, welche das vorhersehen. Da aber die Weltwirtschaft immer vorwärts strebt, würde man halt in einem anderen Zahlungsmittel seine Investitionen tätigen.

    5. Ist zwar keine Frage...aber wenn Du wissen willst ob man in Crypto investieren soll...keine Ahnung, könnte eine breitere Aufstellung des Portfolios sein...daher ja man könnte investieren. Ich persönlich würde aber nicht mehr als 10% meines Investitionsvolumens dafür hergeben.


    Zu #1


    Du willst Schwellenländer mit ca. 15% beimischen? Dann nimm den FTSE All-World.

    Du willst Schwellenländer zu einem anderen Anteil beimischen? Dann kombiniere zum MSCI World einen MSCI EM (IMI falls inkl. Small Caps)


    Je nach Wahl wird dann der Sparplan auf den FTSE oder auf die beiden MSCI Indizes eingerichtet.


    Zu #2


    Spielt keine Rolle. Gibt auch noch Trade Republic oder die ING Diba.


    Zu #3


    Sondervermögen gehört nicht zur Insolvenzmasse und kann daher im Falle einer solchen nicht verwertet werden.

  • Ach und weil ich es gerade noch sehe:


    Ich würde auch keine Themen ETFs wählen. Diese brauchen eine intensivere Betreuung, da es der Versuch ist den Markt aktiv zu schlagen. In einem breiten Index hast Du diese Firmen i.d.R. ohnehin mit im Portfolio. Da würde ich dann eher gezielt auf Einzelwerte setzen. Viele Themen-ETFs enthalten nicht viele Firmen und die TOP 10 machen meist einen enormen Anteil aus.


    Was viele aktuell jedoch machen, ist auf ESG oder SRI Kriterien zu achten. Für Klimafreunde bieten sich dann vielleicht noch Paris Aligned ETFs an. Das macht man dann aber mehr aus moralischer Überzeugung.

  • 1. Globalisierung = wie wirkt sich der aktuelle Krieg in der Ukraine auf die Globalisierung aus?

    2. Drohende hohe Inflation / Zinserhöhung

    3. Euro Crash 2022 - was passiert wenn es den Euro nicht mehr gibt?

    4. Dollar Crash nach dem Krieg durch neue Weltordnung (Globalisierung)?

    Die Welt ist ständig im Wandel, es geht immer auf und ab. Aber im Durchschnitt geht es mehr auf als ab.

    Der Sinn eines Weltportfolios mit ETFs ist es, sich genau um solche aktuellen Ereignisse keine Gedanken machen zu müssen und breit gestreut auf die Markteffizienz zu setzen.

    5. Crypto Investition

    Das ist nochmal eine andere Asset-Klasse und sollte gesondert betrachtet werden. Ich würde dir empfehlen, dich erst mal auf die ETFs zu konzentrieren. Wenn da deine Strategie steht, kannst du dir z.B. darüber Gedanken machen.

    Der Großteil der beiden ETFs überschneidet sich. Ich würde hier entweder komplett auf den FTSE All World setzen, oder (wenn du den Anteil der Schwellenländer selber festlegen möchtest) den MSCI World und den MSCI EM kombinieren und wie gewünscht gewichten.


    Den Sparplan dann entsprechend auf den FTSE All World oder auf MSCI World + MSCI EM setzen, damit die Gewichtung ungefähr gleich bleibt.

    S-Broker würde ich aufgrund der Kosten nicht empfehlen. Wenn du nur die ETFs besparen möchtest, ist ein Neobroker völlig ausreichend. Wenn du mehr Funktionen oder besseren Support haben möchtest, kannst du auch eine (etwas teurere) Direktbank wählen.

    # 3


    Wie sicher ist mein Geld? Bei allen Brokern liegt die Einlagesicherung bei 100.000 Euro. Das gilt aber nicht auf ETF´s da es sondervermögen ist. Wie genau ist das zu verstehen?

    Die Einlagensicherung bezieht sich auf das Euro-Guthaben auf dem Verrechnungskonto und möglichen anderen Konten bei der Bank (z.B. bei der Sparkasse).

    Deine ETFs und Aktien sind immer Sondervermögen und bei einer Insolvenz der Bank geschützt. Darüber musst du dir keine Gedanken machen.

  • Hallo Rasew80 , willkommen im Finanztip-Forum.


    Ergänzend zum Post #2:


    zu 1.

    FT empfiehlt eine Ein-ETF-Lösung entweder auf den World oder den ACWI bzw. den entsprechenden FTSE-Varianten. Wenn Dir der EM-Anteil beim ACWI/All-World ist kann man Deine Kombination nehmen.

    macht es Sinn auch in Erneuerbare Energie wie z.B. IShares Global Clean Energie zusätzlich zu investieren? oder ist hier der Zug abgefahren?

    Kann man machen, ich würde mich aber erst mal auf das solide Basisinvestment konzentrieren.


    Zu 2.

    Ich habe SB und SC. Hinter SB steht BNP, bei SC die Baader Bank. Bei beiden läuft die Abwicklung sehr solide. SB hat mehr Börsenplätze. Für Sparpläne liegt mMn SC vorne. Im Forum wurde SC wegen fehlender 2-FAktor-Authentifizierung kritisiert.


    Zu 3.

    Die Wertpapiere sind nicht bei der Bank sondern bei einem Verwahrer. In D und LU ist das Clearstream, in anderen Länder länderspezifische Treuhänder. Daher hat die Bank im Falle der Insolvenz keinen Zugriff auf Deine Wertpapiere. Insofern bräuchte es dafür keinen Schutz, es gibt aber einen Schutz wenn die Bank pflichtwidrig handelt (sog. Anlegerentschädigung). Das kann z.B. helfen wenn eine Transaktion zum Zeitpunkt der Insolvenz offen ist. Höhe 90% des Geschäfts, max. 20 T€


    Zu Deinen Eingangsfragen in Post #1


    Du solltest Dich darauf einstellen, dass es mit Deinem Investment eine Zeitlang abwärts geht. Die wirtschaftliche Lage in EU ist schlecht und wird schlechter werden, die Inflation und Zinserhöhung wird die USA in die Rezession führen. Die Aktienmärkte werden darunter leiden. Es kann natürlich auch ganz anders kommen. Über den Sparplan kaufst Du wahrscheinlich günstig ein.

    Sofern D aus dem Euro austritt werden Guthaben und Forderungen auf die neue Währung umgestellt. Da Deine ETF überwiegend Aktien in Fremdwährungen enthalten bist Du insofern abgesichert. Sofern der Dollar seine Vormachtstellung verliert werden aufgrund der Wechselkurse Deine Investments erst mal an Wert verlieren, andererseits würden dann die Anteile der neuer Vormacht steigen; auch so hast Du dann eine gewisse Absicherung.

  • Hallo Rasew80,

    meine vollkommen unmaßgebliche Meinung zu Ihren Eingangsfragen:

    1. Globalisierung = wie wirkt sich der aktuelle Krieg in der Ukraine auf die Globalisierung aus?

    Die Globalisierung hat ihren Höhepunkt überschritten. Die Wirtschaft wird sich zunehmend wieder in Blöcken abspielen.

    2. Drohende hohe Inflation / Zinserhöhung


    Hohe Inflationsraten haben wir schon. Die FED erhöht die Leitzinsen und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die EZB nachziehen muss. Auch erste Geschäftsbanken in Euro- Raum erhöhen schon wieder (minimal) die Guthabenzinsen.

    3. Euro Crash 2022 - was passiert wenn es den Euro nicht mehr gibt?

    Der Euro wird zunehmend schwächer werden gegenüber Dollar und Yuan, aber ein Crash in 2022 halte ich für nahezu ausgeschlossen. Wenn es den Euro nicht mehr gibt, gibt es halt den Neueuro, Euro- Dollar o.ä.

    4. Dollar Crash nach dem Krieg durch neue Weltordnung (Globalisierung)?

    Dito wie Euro; grundsätzlich nie ausgeschlossen aber absehbar unwahrscheinlich.

    5. Crypto Investition

    Krypto- Währungen könnten (!) die Zukunft sein, aber sicherlich nicht die heute am Markt befindlichen. Vielleicht ein gewagter Vergleich aber Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Eisenbahnen die Zukunftstechnologie, aber die Anleger der ersten Stunde haben fast alle Verlust gemacht.


    Gruß Pumphut

  • Kann mir hier jemand meine Bedenken aus dem Kopf schlagen?

    Nein, dass kann Dir niemand! ;)

    Du musst damit Leben (lernen), dass Die Zukunft ungewiss ist. Du fragst hier nach der wirtschaftlichen Zukunft (Globalisierung, Inflation, Währung, usw.).

    Dann stelle ich Dir die Frage, weißt Du, ob Du in 5, 10 oder 20 Jahren überhaupt noch lebst!? Würde es Dich interessieren, wie die Weltwirtschaft in 10 Jahren aussieht, wenn Du heute

    wüsstest, dass Du in 5 Jahren tot bist? :/

    Klingt irgendwie krass, ich weiß. Für viele Menschen mag der Verlust von Geld das größte Übel sein. Für mich wäre der (vorzeitige) Verlust des eigenen Lebens oder der Tod des Partners/Kinder/Angehörigen/usw. ein viel größeres 'Übel'.


    Ansonsten empfehle ich Dir einen Blick ins rheinische 'Grundgesetz'.

    Das Rheinische Grundgesetz – Wikipedia


    PS: 20% der Menschen in Deutschland sterben vor erreichen des Rentenalters!

  • Hallo zusammen,

    es gilt m.E. zum Hintergrund immer noch das vier Töpfe Prinzip.


    https://www.finanztip.de/podca…einfach/4-toepfe-prinzip/

    2 Das 4-Töpfe-Prinzip – Geldmanagement ganz einfach - - Finanztip

    25.08.2020 ... Geld ganz einfach - Der Podcast mit Saidi von Finanztip #2. Das 4-Töpfe-Prinzip - Geldmanagement ganz einfach. Shownotes. Wenn Du Dich ungern ...


    An dieser Grundstruktur hat sich m.E. als Grundlage nichts geändert.


    Ein ETF recht m.E.

    (Siehe Potcast folgende).


    LG

  • Bist du eigentlich echt oder ein Finanztip Bot? :/

  • Unglaublich !! VIELEN DANK AN ALLLLLEEE.


    ich werde mir im Laufe der Woche Gedanken machen und melde mich nächste Woche wenn ich alles hier verstanden habe.


    Nochmal...Vielen Vielen Dank.

  • Man sagt immer, es gibt nie den Besten Zeitpunkt aber die Lage sieht ja heute doch anders aus als vor einem jahr.

    Die Fragen haben die Mitglieder ja schon beantwortet.


    Ich kann aber die Stimmungslage gut nachvollziehen, da es mir bis vor kurzem auch so ging, ETF (also Aktien, in meinem Kopf quasi wie Glückspiel) investieren oder nicht und wann.


    Nach viel lesen und überlegen denke ich, dass für langfristige Anlagen Krisen der optimale Einstieg sind, sofern man Kapital zum invenstieren übrig hat, sprich eine gewisse Summe über mehrere Jahre sicher nicht braucht.


    Langfristig und in der Breite betrachtet geht es bei den Kursen ja immer nach oben. Bestes Beispiel ist die Erholung nach Corona, wo 1 Jahr nach dem 1. Lockdown der herbe Knick schon wieder wettgemacht war - wer da also eingestiegen ist, hat einiges gewonnen, obwohl die Kurse ja "nur" den alten Wert erreicht haben.


    Andersrum musste man keine Verluste realisieren - das gehört natürlich zur Langfristigkeit der Anlage, sprich man sollte noch andere Töpfe haben um z.B. kurzfristige Arbeitslosigkeit und Einbußen überstehen zu können.


    Gegen systemische Risiken wie die oben erwähnten Doomsday Szenarien ist keine Absicherung möglich, dazu gibt es auch wissenschaftliche Beweise (vgl. Eugene Fama, Portfoliotheorie). Da hilft das Sparbuch oder Bargeld in der Matratze allerdings auch nicht (besser). monstermania hat das ja ganz treffend beschrieben.


    Daher klare Empfehlung 2020 in der tiefsten Krise in ETF zu investieren, vermeintlich sichere Rentenpapiere meiden. Falls der Flux Kompensator gerade streikt, dann halt jetzt über einen günstigen Online Broker einsteigen.


    Ich nutze Scalable Capital, die sind günstig und haben große Auswahl. Auch 2FA wird mittlerweile geboten.

    Ich verwende ein angepasstes ARERO+Immobilien Portfolio.

    Zum Trockenschwimmen kann man JustETF verwenden, hier gibt es Beispiel-Portfolios, eine nützliche Suche und die Möglichkeit, ein Portfolio zu simulieren.

  • Bei Verkäufen und Käufen?

    Nope, gibt es immer noch nicht.

    Ich konnte jetzt sogar meinen FSA ändern ohne nachfragen. Alle Daten waren ja schon hinterlegt, also habe ich nur geändert und fertig.

    Auch weiterhin kein 2FA bei einer Ordner, Auszahlung auf das Giro oder ändern von

    Steuerdaten.

    Nur der Bereich "Persönliche Daten" ist 2FA geschützt und selbst da nicht alles da man für Änderungen den Support kontaktieren muss weil es eben keinen 2FA Schutz gibt bzw. Man eben über den Support sicher gehen will das man es persönlich ist.

  • Daher klare Empfehlung 2020 in der tiefsten Krise in ETF zu investieren, vermeintlich sichere Rentenpapiere meiden. Falls der Flux Kompensator gerade streikt, dann halt jetzt über einen günstigen Online Broker einsteigen.

    Danke für den Tip! Habe gerade mal in meinen Kalender geschaut. Der schon bei 2022 angekommen. ;)

    Mich würde mal interessieren, wie viele Börsenanfänger im April 2020 mit 5-stelligen Beträgen eingestiegen sind. Selbst viele 'alte' Hasen sind ja erst im Laufe des Jahres 2020 mit größeren Beträgen eingestiegen.

  • Danke für den Tip! Habe gerade mal in meinen Kalender geschaut. Der schon bei 2022 angekommen. ;)

    Mich würde mal interessieren, wie viele Börsenanfänger im April 2020 mit 5-stelligen Beträgen eingestiegen sind. Selbst viele 'alte' Hasen sind ja erst im Laufe des Jahres 2020 mit größeren Beträgen eingestiegen.

    Tatsächlich bin ich am 3.4.2020 mit einem mittleren fünfstelligen Betrag eingestiegen.

    Nun warte ich noch auf das Jobangebot von Goldman Sachs. Aber die haben mir komischerweise noch keine Festanstellung als professioneller Trader angeboten ;(

  • Stimmt, bei SC gibt es 2FA aktuell nur für einige Sachen im privaten Bereich, Freistellungsauftrag natürlich. Sorry für die Verwirrung, bin ja noch Neuling, und das war halt das erste was ich machen durfte.


    Ich bleib aber dabei, dass bei langfristigen Anlagen Krisen eher zum Einstieg lohnen, zumindest bei breit gestreuten Anlagen.

    Tatsächlich bin ich am 3.4.2020 mit einem mittleren fünfstelligen Betrag eingestiegen.

    Bist Du also ein 'alter' Hase? Der Avatar sieht aus wie junger Hüpfer. ;-)