Sberbank Direct - Was passiert mit Guthaben über 100.000 €

  • Hi,


    sollte das Guthaben aufgrund besonderer Umstände angefallen sein (z.B. Immobilienverkauf), dann greift eventuell eine höhere Sicherung von bis zu 500 TEUR.


    https://www.finanztip.de/blog/…rung-entschaedigt-sparer/


    Sollte das nicht der Fall sein, würde ich mich an einen Fachanwalt wenden. Aber man sollte sich wahrscheinlich mit dem Gedanken des Totalverlust, des den Sicherungsbetrags übersteigenden Anteils,auseinandersetzen.

  • Hallo,


    ich kann RNowotny nur zustimmen. Ohne besondere Umstände dürfte der 100k überschreitende Betrag erst einmal weg sein. Aber als kleiner Hoffnungsschimmer: Da hier sehr viele politische Implikationen mitspielen, könnte es in 5 oder 15 Jahren ganz vielleicht doch noch die Chance auf eine (Teil-)Entschädigung geben. Z.B. wenn die neue Sberbank zurück auf den deutschen Markt will und als Voraussetzung die Entschädigung der Altanleger genannt wird. Deswegen unterschreiben Sie nie einen Verzicht, sondern fordern immer deutlich die volle Entschädigung. Vielleicht hilft es.


    Gruß Pumphut

  • Ich habe bereits diverse Male mit den verschiedensten Mitarbeitern der Sberbank telefoniert. Bislang habe ich noch nicht einmal einen Kontoauszug erhalten. Ich hatte noch vor der Schließung einen höheren Betrag überwiesen, welcher nie auf dem Referenzkonto angekommen ist.

    Aktueller Stand soll sein: Ein Insolvenzverfahren ist noch nicht eröffnet . Lediglich ist der Geschäftsbetrieb untersagt. Eventuell steht eine Übernahme oder ein Verkauf an eine andere Bank an. Nichts genaues weiß man.

    Ich bin auch nicht sicher, ob man dem Schlechten Geld noch Gutes hinterherwerfen soll und einen Anwalt bemüht. Die Regelung bis zu max. € 100.000,-- steht ja fest.

    Falls jemand eine zündende Idee hat. Bitte gern !

  • Kommt auf die Entschädigungseinrichtung ein. Gesetzlich sind 100k abgesichert, freiwillig können es mehr sein. Die Entschädigung sollte doch schon im Gange sein?


    Es gibt genug Informationsmaterial auf der zuständigen Entschädigungseinrichtung.


    Die Entschädigung ist lt. ESA ja bereits zu einem großen Teil abgeschlossen. Ich habe auch 100K € zurück erhalten.


    Es geht mir wie vielen anderen auch um den Betrag über der Einlagensicherung.


    Eine Frage ist z.B., ob ich im Fall eines Insolvenzverfahrens meine Forderung beim Handelsgericht Wien anmelden muss, da Sberbank Direct nur Niederlassung von Sberbank Europe AG ist.


    Oder ob es sich ggf. überhaupt lohnt einen Anwalt in Anspruch zu nehmen, oder ob das den Schaden noch weiter vergrößert.

  • Naja wenn die Summen, um welche es geht, deutlich über den 100 TEUR liegen, würde ich zumindest ein Beratungsgespräch mit einem Anwalt in Betracht ziehen. Dieser kann dann für im Verhältnis kleines Geld zur Seite stehen und vielleicht auch weitere Schritte darlegen oder abraten.


    Ich finde, dass der Sachverhalt sehr komplex ist. Rechtlich hat man sich durch eine falsche oder nicht getätigte Entscheidung schnell aus dem Spiel genommen.


    Thomas2005 Vielleicht kann Dir Deine überweisende Bank mit einem Nachforschungsantrag helfen?

  • Eine Frage ist z.B., ob ich im Fall eines Insolvenzverfahrens meine Forderung beim Handelsgericht Wien anmelden muss, da Sberbank Direct nur Niederlassung von Sberbank Europe AG ist.

    https://www.einlagensicherung.at/sbe2.php#faq_100tsd


    Da steht der Anspruch müsste bei Handelsgericht Wien angemeldet werden. Ob da Anwaltspflicht besteht jedoch nicht. Die aufgeführten Gläubigerschutzvereine haben aber moderate Kosten. Ein deutscher Anwalt wird wohl nicht viel bringen.


    Im Internet findet man:

    "Bei der deutschen Bundeswettbewerbsbehörde wurde der Erwerb eines Verbraucherkreditportfolios der Sberbank Europe AG durch die Bawag P.S.K. und Österreichische Postsparkasse AG angemeldet, wie aus einem Eintrag beim Bundeskartellamt in Deutschland hervorgeht."


    Die werden aber nur die Kreditforderungen erwerben, nicht die Anlagen.

  • Hat jemand von euch schon einen aktuellen Kontoauszug erhalten ? Bei mir ist die letzte Überweisung nicht mehr ausgeführt worden, wie offensichtlich bei vielen anderen auch nicht, aber ein aktueller Kontoauszug mit der Rückbuchung ist nicht zu erhalten.

    Diesen benötigt man spätestens, wenn man eine Forderung aus der Geldanlage geltend machen will.

  • https://www.ksv.at/presse/bevo…-ag-glaeubigerinformation


    Hier schreiben sie dass bei einer möglichen Insolvenz der Kontoauszug vom Tag der Insolvenzeröffnung benötigt wird?!?


    Noch ein kleiner Hoffnungsschimmer für alle Geschädigte:


    https://www.finanzen.at/nachri…berbank-europe-1031334190

    ...Wolf sei als Aufsichtsratsvorsitzender in die Bemühungen um eine
    geordnete Abwicklung involviert, sein Rücktritt würde "in der
    derzeitigen Situation nicht dazu beitragen"...

  • Hallo Einhorn,


    vielen Dank für deine Nachricht.

    Ich werde mich beim KSV1870 mal schlau machen und Rückmeldung geben.

    Allerdings habe ich bis heute noch keinen Kontoauszug auf dem die zurück gebuchten "Überweisungen" wieder dokumentiert sind noch ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden.

  • Hallo Thomas,


    beim KVS1870 gibt es auch den Fall von der Insolvenz der Autobank AG.


    https://www.ksv.at/presse/lauf…nk-ag-pruefungstagsatzung


    https://www.ksv.at/presse/lauf…-ag-zwischenausschuettung


    Da bekommt man gut eine Vorstellung vom Ablauf im Insolvenzverfahren:


    - 30. Juli 2021 Geschäftsbetrieb untersagt

    - 23. August 2021 Insolvenzantrag eröffnet

    - Angemeldete Forderungen: EUR 126,2 Mio

    - davon von der Einlagensicherung gefordert: 107Mio

    - "Selbst für die Nachranggläubiger (Aktionäre) besteht die Chance auf eine Quotenzahlung"

    - Verfahrensende ca. 2024


    "Aufgrund dieser Gesetzesregelung werden Einleger (über 100.000€) aus der Masse grundsätzlich noch vor der den übrigen Gläubigern bedient, woraus sich eine erhöhte Rückflussquote ergeben kann."

    Auch wenn es einige Jahre dauert stehen die Chancen nicht bei 0 dass wir noch Geld erhalten, wenn vielleicht nicht zu 100%. Immerhin werden unsere Forderungen direkt nach denen von der Einlagensicherung bedient, aber noch vor den Anleihebesitzern und Aktionären.

  • Ich habe noch keinen aktuellen Kontoauszug von der Sberbank erhalten.


    Habe aber auch bereits mit dem KSV1870 aufgenommen und sehr schnell Antwort bekommen, dass sie auch die deutschen Kunden vertreten können. Das werde ich wahrscheinlich wahrnehmen, wenn es zum Insolvenzverfahren kommt.

  • https://www.europarl.europa.eu…ent/ECON-QZ-729878_DE.pdf


    https://www.europarl.europa.eu…ent/ECON-QZ-729877_DE.pdf


    Betrifft: Sberbank Europe AG – SRB erlässt Abwicklungsbeschlüsse für slowenische und kroatische Tochterunternehmen – Teil II

    ...Der SRB stellte fest, dass ein öffentliches Interesse an der Abwicklung der beiden
    Tochterunternehmen bestand, um die Finanzstabilität zu schützen und Störungen der
    Wirtschaft Kroatiens und Sloweniens abzuwenden, und entschied, dass für das österreichische Mutterunternehmen keine Abwicklungsmaßnahmen erforderlich seien. Der SRB nahm zwei Abwicklungspläne an, die die Anwendung des Instruments der Unternehmensveräußerung für das kroatische bzw. slowenische Tochterunternehmen vorsehen.

    Auf der Grundlage der jüngsten verfügbaren konsolidierten Abschlüsse hat
    die deutsche Zweigstelle der Sberbank Europe AG Einlagen in Höhe von 719 Mio. EUR vereinnahmt. Da die deutsche Zweigstelle rechtlich Teil der österreichischen Mutterholdinggesellschaft ist, sind die über die Zweigstelle in Deutschland aufgenommenen Einlagen durch das österreichische Einlagensicherungssystem gedeckt. Dies wirkt sich auch auf die Einlagensicherung in der Bankenunion aus.


    Wie kann man das den interpretieren? Wurden durch die Veräußerung 719 Mio Euro erzielt?

    Die Einlagensicherung benötigt ja ca. 950Mio € und der Kreditbestand der deutschen
    Tochter von Privatanlegern sind ca. 600Mio. Euro.


  • Ich verstehe das so, dass die 719 Mio. EUR der aktuelle Stand der Einlagen bei der deutschen Zweigstelle sind, also die Summe der Tages-/Festgeldeinlagen aller deutschen Kunden.