Bisher Aktien- und Immofond bei der Bank vor Ort - zukünftig ETFs online. Wie geschickt vorgehen?

  • Liebe Leute, liebes Schwarmwissen,


    ich bin in Sachen Geldanlage in Fonds / ETF noch orientierungslos und hoffe auf Eure Hinweise und Erfahrungswerte.

    Bisher habe ich bei meiner VR-Bank über die Jahre hinweg in mehrere Fonds der UnionINvestment (Immobilien, Mischfonds, Aktienfonds) monatlich einbezahlt. Überall werden a) ETF empfohlen und b) andere Depots, die weitaus weniger kosten.


    Ich würde also gerne "umsatteln" bzw einen den ETF-Weg beschreiten!
    Wie aber genau vorgehen?? Und was mache ich mit dem Depot, das ich bisher bespart habe??

    - Bei der Union Investment erst mal alle Sparraten weit nach unten reduzieren (vielleicht sogar auf 0 €?) und einfach "ruhen" lassen?

    - Oder sollte ich das Geld dort "abziehen", wenn ich meine, dass der Zeitpunkt günstig ist, um das Kapital dann neu in ETF anzulegen?

    - Wie breit gestreut / in welche oder wie viele ETFs sollte ich einsteigen, wenn ich einigermaßen streuen möchte? Ich hätte aktuell ca. 25T € zur Verfügung.

    - Mit einigen privaten Rentenversicherungen (mit Garantiezins von 2,25%) bin ich bereits "konservativ" versorgt - es könnte nun auch eine Spur mehr Risiko dabei sein. Hochspekulativ soll es aber bestimmt nicht sein.

    - Ich schätze Finanztip und Finanztest sehr! Auf diesem Gebiet bin ich aber noch sehr neu und deshalb verloren. Die Inhalte der Artikel übersteigen mich noch etwas zu sehr... (Ich bin schon froh, dass ich mittlerweile Steuererklärung und meine Versicherungen kapiere - glaube ich zumindest! ;))

    Herzliche Grüße und vielen Dank im Voraus für Tipps, Empfehlungen und Erfahrungsberichte!

  • Nireno

    Hat den Titel des Themas von „Bisher: Aktien- und Immobilienfonds beir der Bank - zukünftig ETFs??“ zu „Bisher Aktien- und Immofond bei der Bank vor Ort - zukünftig ETFs online. Wie geschickt vorgehen?“ geändert.
  • Mit einigen privaten Rentenversicherungen (mit Garantiezins von 2,25%) bin ich bereits "konservativ" versorgt - es könnte nun auch eine Spur mehr Risiko dabei sein. Hochspekulativ soll es aber bestimmt nicht sein.

    FT empfiehlt Mischportfolios aus breit gestreuten Aktien-ETF und einem Sicherheitsbaustein aus Fest-/Tagesgeld Analog der Pantoffelansatz von Finanztest. Du kannst Dir überlegen welchen Sicherheitsanteil Du neben der RV brauchst. Auf jeden Fall nicht den liquiden Notgroschen vergessen.


    Grundlagenartikel finanztip.de/geldanlage/

    - Wie breit gestreut / in welche oder wie viele ETFs sollte ich einsteigen, wenn ich einigermaßen streuen möchte? Ich hätte aktuell ca. 25T € zur Verfügung.

    FT empfiehlt eine Ein-ETF-Lösung auf den MSCI World oder ACWI bzw. die entsprechenden FTSE-Varianten. Empfehlungen hier https://www.finanztip.de/indexfonds-etf/fondssparplan/ Bei der relativ geringen Anlage von 25 T€ würde ich im ersten Schritt nicht weiter streuen, die Anlage allerdings in mehreren Tranchen durchführen, da wir im Moment erhöhte Schwankungen sehen.

    - Bei der Union Investment erst mal alle Sparraten weit nach unten reduzieren (vielleicht sogar auf 0 €?) und einfach "ruhen" lassen?

    - Oder sollte ich das Geld dort "abziehen", wenn ich meine, dass der Zeitpunkt günstig ist, um das Kapital dann neu in ETF anzulegen?

    Ich würde die Sparraten auf 0 setzen sofern Du Dich von Union trennen möchtest. Union hat ja auch gute Fonds. Verkaufen kann man so man das möchte im Rahmen des Pauschbetrags, damit die Gewinne steuerfrei bleiben. Wenn Du die ISINs postest können wir eine Meinung sagen.

  • Nun, zuerst suchst du dir einen neuen Depotanbieter. Schau dir dazu den Depottest von Finanztip an.

    Dann entscheidest du dich für einen oder mehrere ETF(s), welche bei deinem neuen Depot kaufbar sind. Es reicht im Prinzip ein (All)World- ETF. So bleibt das neue Depot auch schön sauber. Ist aber kein Muss.

    Dann kaufst du ;)

    Was du mit den anderen Fonds machen sollst, kann so noch nicht gesagt werden. Um welche handelt es sich denn genau?

  • Ich bedanke mich schon mal sehr herzlich für die Hinweise und Tipps!!
    Den "liquiden Notgroschen" habe ich auf jeden Fall im Auge!


    Momentan bin ich bei der UnionInvest hier dabei:


    UniImmo: Europa DE0009805515

    UniImmo: Deutschland DE0009805507

    UniRak Nachhaltig A: LU0718558488

    UniRak: DE0008491044
    UniGlobal: DE0008491051

    UniDeutschland XS: DE0009750497

    sowie zwei Mischfonds: VermögenPlus Str III und VermögenPlus Str II

  • Zu den beiden Immofonds gibt es nicht viel zu sagen. Sind sehr stabil, haben hohe Kosten, bringen wenig, sind durch die gesetzlichen Regelungen nur eingeschränkt liquide. Kann man in geringem Umfang im Sicherheitsbaustein gedanklich mit verorten.


    Die RAKs sind klassische Mischfonds, wobei der DE europaorientiert ist und der LU weltweit, letzterer hat eine zusätzliche Erfolgsgebühr. https://www.fondsweb.com/de/ve…LU0718558488,LU0392494562 Die sollten eigentlich zwei Drittel eines MSCI World-ETF bringen, was sie aber nicht tun, wahrscheinlich (auch) aufgrund der Gebühren.


    Der Uniglobal ist ein langjährig bewährter Aktienfonds, der XS ein deutscher Nebenwertefonds. Die SmallCaps bringen i.d.R. mehr als die LargeCaps. Wenn ich sie hätte würde ich sie eher nicht verkaufen solange sie gut performen. https://www.fondsweb.com/de/ve…DE0009750497,LU0392494562


    Bei VermögenPlus scheint es sich um eine Vermögensverwaltung mit Kosten von 1,19% (?) p.a. zu handeln. Gemäß der Publikation einer Volksbank haben die Strategien zum 28.02.22 auf Jahressicht im Bereich - 1,6 bis +1,2 % abgeschlossen. Das erscheint mir eher nicht so toll.

  • Hallo Nireno ,

    willkommen auch von mir. ich meide Unionfonds, weil ich bei denen keinen 100% igen Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bekomme. Zum Zeitpunkt einer Umschichtung, bin ich der Meinung, es spielt keine Rolle, ob man in einer bestehenden Geldanlage bleibt, oder ob man in eine andere Geldanlage wechselt. Beide machen die Börsenschwankungen fast gleich mit. Ansonsten vertrete ich auch die Meinung von Kater.Ka .

    Gruß


    Altsachse

  • Wiederum herzlichen Dank an Kater.Ka und Altsachse!


    Habt ihr auch Empfehlungen / Erfahrungen mit Depotanbietern?
    Ich würde - eine Gefühlssache - zu Direktbanken tendieren. "Buy and Hold" ist wohl meine Anlagestrategie.


    Ob mein ZUKÜNFTIGER / POTENTIELLER Depotanbieter die Fonds handelt, die ich bisher bei der Union Investment habe, sehe ich auf deren Homepage, wenn ich die jeweilige ISIN eingebe, oder?
    Eine Übertragung scheint mir ja angesichts der Gebühren sinnvoll zu sein. Sehe ich das richtig?

  • Sofern das Depot bei der Union nichts / nicht viel kostet kannst Du die Fonds auch dort liegen lassen. Die sonstigen Kosten des Fonds sind gleich egal wo sie liegen. Die Vermögensverwaltung muss man wahrscheinlich kündigen, dazu bitte beraten lassen.


    In den Links zu ETF in #2 sind die empfohlenen Depots verzeichnet. Ich habe sie fast alle. Wenn es um die Fonds geht wäre mMn ein Vollsortimenter vorzuziehen, das wären Smartbroker und Flatex bei den einfachen Anbietern.

  • Ausgabeaufschläge werden von der Union beim Erstverkauf berechnet und anschließend (ganz oder überwiegend) an Deine Bank als Kickback weitergegeben.

    Wenn Du Deine Fonds in ein anderes Depot überträgst, fallen keine Ausgabeaufschläge an. Wenn Du neue Fondsanteile kaufst, fallen neue Ausgabeaufschläge an. Einige Banken geben Dir einen Teil des Kickbacks wieder zurück, bis zu 100% des Ausgabeaufschlags.

    Ebenso kannst Du die meisten Fonds auch über die Börse kaufen. Dann zahlst Du keinen Ausgabeaufschlag, aber normale Orderkosten.

    Die (hohen) laufenden Fondskosten kannst Du natürlich nicht umgehen. Daher würde ich Dir sehr empfehlen, nur noch ETFs zu kaufen, statt diese provisionsträchtigen Fonds.

  • Lieber Hornie, wenn ich einen Sparplan monatlich bediene, fällt dann bei der UnionInvestment jedes Mal aufs Neue der Ausgabeaufschlag an, oder?

    Wovon hängt es ab, ob mir eine Bank den Ausgabeaufschlag zurückgibt?

    Der Ausgabeaufschlag fällt lediglich auf jeden neu eingezahlten Euro an. Also z.B. 5 Prozent auf 200 Euro, bei 200 Euro Sparrate.

    Der wichtigere Bereich sind die laufenden Kosten, da diese Kosten langfristig auf den kompletten Betrag entstehen.

    Du musst letztlich entscheiden ob du Selbstentscheider sein möchtest oder die Unterstützung der Bank möchtest.

    Teilweise bieten VR Banken mittlerweile auch Ansparpläne auf ETF's an, allerdings nicht zu den Gebühren einer Direktbank.

    Irgendwie muss eine Filialbank am Ende auch Geld verdienen, wenn sie eine Filialbank bleiben möchte.

  • Wenn man sich die via Unterstützung getroffene Auswahl nüchtern ansieht, fragt man sich doch was die Azubis bei der Bank geraucht haben ;-)

    Das du die Bank nicht benötigst, ist mir doch klar;)

    Aber es gibt einfach auch noch Leute die eben nicht Mal schnell ein Depot bei der Direktbank eröffnen "können", nicht wissen ob der ETF welcher 50 Euro pro Anteil kostet "teurer" ist als der ETF mit 40 Euro pro Anteil, nicht wissen was ein Freistellungsauftrag ist und und und..

  • Wovon hängt es ab, ob mir eine Bank den Ausgabeaufschlag zurückgibt?

    Da geht was durcheinander:


    Es gibt die Möglichkeit die Fonds ohne Ausgabeaufschlag zu kaufen, entweder über die Börse, dann kostet der Börsenhandel etwas, oder über sog. Fondsvermittler, dort gibt es i.d.R. 100 % Rabatt auf den AA, üblicherweise braucht man dann ein Konto bei einer spezialisierten Fondsbank, das dann auch etwas kostet, oder über eine Direktbank, dann gibt es unterschiedliche Rabattsätze.


    Wenn Du mir sagst welche Du noch kaufen möchtest mache ich es konkreter. Richtig empfehlen möchte ich es aufgrund der laufenden Kosten aber nicht.


    Dann gibt es noch die Möglichkeit über eine Vereinbarung sich die Halteprovisionen, die sind Teil der 1,x % laufenden Kosten, zurückzuholen. Du hast bei der Bank unterschrieben, dass sie die behalten darf. Das geht ebenfalls über Fondsvermittler. Auch hier gleiche Aussage, dass ich das nicht grundsätzlich empfehle, sondern nur wenn man die Fonds aus irgendwelchen Gründen behalten will. Bei mir z.B. weil sie noch aus der steuerfreien Zeit vor 2008 stammen.

  • Aber es gibt einfach auch noch Leute die eben nicht Mal schnell ein Depot bei der Direktbank eröffnen "können", nicht wissen ob der ETF welcher 50 Euro pro Anteil kostet "teurer" ist als der ETF mit 40 Euro pro Anteil, nicht wissen was ein Freistellungsauftrag ist und und und..

    Micha,

    dass der TE überhaupt mit solchen Geldanlagen begonnen hat, was sehr wahrscheinlich den Aktivitäten der Genossen geschuldet ist, ist ja positiv zu bewerten. Sicherlich 'klären' die Bänker auch 'auf' und dass ihr Service nicht für Umme geboten werden kann, ist eh sonnenklar. Mir ist auch klar, dass die Mehrzahl der Bewohner unseres schönen Landes als Finanzbildungsverweigerer bezeichnet werden kann; diese Leute wollen/können ihre Asche nicht selbst managen und benötigen von daher die Unterstützung, z.B. von Bänkern.

    Versteh' mich nicht falsch; ich kritisiere absolut nicht die von dir erwähnte Unterstützung per se durch die Bank bzw. durch Bankberater und *innen. Vielmehr kritisiere ich die Qualität dieser Unterstützung, wenn dabei ein derart 'verpeiltes' Depot herauskommt und unterstelle einfach einmal, dass hierbei ganz einfach die falschen Fragen hinsichtlich der Risikobereitschaft gestellt worden waren. Dass dies kein Pauschalurteil sein soll, dürfte auch klar sein... allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Qualität der Beratung / Unterstützung landesweit noch viel Luft in Richtung Optimum zeigt.

  • Sicherlich 'klären' die Bänker auch 'auf' und dass ihr Service nicht für Umme geboten werden kann, ist eh sonnenklar.

    Nur dass die Gebühren so hoch sind, geht einem erst nach einiger Zeit auf: Wenn man sich durch die Kostenaufstellungen liest, für die man erst mal einen Blick entwickeln und sich mit dem Fachvokabular auseinandersetzen muss. Und wenn man sieht, wie mit dem wachsendem Depotwert auch die laufenden Kosten nach oben schnellen!



    Mir ist auch klar, dass die Mehrzahl der Bewohner unseres schönen Landes als Finanzbildungsverweigerer bezeichnet werden kann; diese Leute wollen/können ihre Asche nicht selbst managen und benötigen von daher die Unterstützung, z.B. von Bänkern.

    Deshalb bin ich froh, dass es hier erfahrene Leute gibt, die Eleven wie mich geduldig beraten und unterstützen!

  • Nur dass die Gebühren so hoch sind, geht einem erst nach einiger Zeit auf

    Bei einer ordentlichen Beratung kommt dieses Thema gleich anfangs zur Sprache. Die Tragweite geht jedoch meist schnell unter...

    Und wenn man sieht, wie mit dem wachsendem Depotwert auch die laufenden Kosten nach oben schnellen!

    Kosten und Gebühren verschiedener Produkte kann man vorab vergleichen. Renditen, ob vor oder nach Kosten, kann man nur im Nachhinein vergleichen.

    Prinzipiell ist die 'Angst' vor den Kosten unbegründet hoch; es gibt einige (viele) aktiv gemanagte Fonds, die gegenüber den üblichen, breit streuenden Fonds bzw. ETFs, deutliche 'Überrenditen' erzielt haben und möglicherweise erzielen werden.

    Deshalb bin ich froh, dass es hier erfahrene Leute gibt, die Eleven wie mich geduldig beraten und unterstützen!

    Mit dem 'Finanzbildungsverweigerer' warst du übrigens nicht gemeint! Das war nur allgemein mit der Schrotflinte aus der Hüfte geschossen...

    Und ja, da hast du wahr! Hier und auf der site (finanztip.de) findest du fast alles, was du als 'Selbstentscheider' benötigst.

  • Darf ich eine Frage zu den Immobilienfonds stellen?

    Diese Fonds (UniImmo Deutschland und UniImmo Europa) gelten ja als recht sichere Anlage, die natürlich nur wenig Rendite bringen. Angesichts der Kosten:
    Wäre es nicht sinnvoll, diese Fonds mit recht schwacher Rendite nicht weiter zu besparen bzw. sogar aufzulösen und das Kapital stattdessen in eine meiner privaten Rentenversicherungen oder in einen AllianzSchatzbrief zu stecken. Rentenversicherung und Schatzbrief habe ich noch mit einem Garantiezins von 2,25% abgeschlossen - da scheinen mir doch die Immobilienfonds NIE hinzukommen, oder täusche ich mich? Der seit etwa 10 Jahren bestehende Schatzbrief (das ist kein Bundesschatzbrief sondern eine Art Privatrente) wurde über Jahre hinweg sogar mit etwa 3% verzinst (vor Abzug der Kosten).
    Das sind konservative und sichere Anlagen - wie es die Immofonds ja auch sein sollen...

  • Daten der Immofonds https://www.fondsweb.com/de/ve…DE0009805515,DE0009805507


    Die Renditen hier sind nach Kosten und liegen je nach Produkt und Zeitraum zwischen zwei und drei Prozent. Insofern würde ich vermuten, dass die anderen von Dir genannten Produkte schlechter rentieren.


    Noch zu beachten ist, dass Rentenversicherungen nach Genehmigung durch die BaFin herabgesetzt werden und / oder die Auszahlung ausgesetzt werden kann. Ferner hängt die Sicherheit von der Solvenz der Protektor AG ab. Näheres bei der BaFin nachlesen https://www.bafin.de/DE/Verbra…gen_versicherer_node.html (erster und fünfter Punkt).