Was gegen die Inflation tun

  • Wenn der gleiche Einkauf jetzt mehr kostet als letzten Monat, worauf verzichtet ihr?

    Na ja... diese Situation ist ja nicht wirklich neu. Kontinuierliche Preissteigerungen haben wir ja schon seit ewig. Dass die Ausgaben für annähernd die gleichen Dinge des täglichen Bedarfs rascher gestiegen sind, als bei den meisten Leuten die Einkünfte, ist ebenfalls nicht neu.

    Dies alles war auch in den Jahren der Fall, als uns Inflations- oder Teuerungsraten von Null bis ca. 2 Prozent auf die Backe gemalt wurden... wiel z.B. der 8-tägige Mall- oder Türkeiurlaub inkl. all you can whatsoever, oder die Fernseher, PCs oder Kommunikationstechnik und die Billigklamotten "günstiger" geworden sind.


    Worauf ich verzichte? Hmmmm... auf das Eischen vom Italiener. Von wegen 'hausgemacht und frisch'; tatsächlich verkaufen die tiefgekühlte Ware.

  • Paragrafen hin oder her.. erstmal muss der Bürger blechen, wenn er einkauft, egal was, wieviel und wo.

    Und JDS: ich finde, dass für mache Gesellschaftsschichten die Situation schon neu ist. Klar, hat sich im laufe der Jahre alles verteuert. Aber eben nicht so viele Sachen in so kurzer Zeit. Kraftstoffpreise sind binnen weniger Tage um 20-50 Cent pro Liter gestiegen, Käse 60 Cent teurer, von Mehl, Reis, Gas und Strom will ich gar nicht anfangen.. es sind zum Teil selbstverständliche Sachen, die nun im schlimmsten Fall rationiert werden müssen.

    Das schlimme für viele Familien ist doch, dass dieser ganze Mist mehr oder weniger unverschuldet ist (COVID, Ukrainekrieg).

    Ich kann persönlich für mich sagen, dass ich das ganze schon merke, aber mich eben noch in einer akzeptablen Lage befinde. Wie schon geschrieben, es ist nörgeln auf hohem Niveau, wenn man sich zb das Eis vom Italiener nicht mehr leisten möchte, aus welchem Grund auch immer🙂

    Daher kann ich die Frage schon verstehen, um sich vielleicht Ideen zu holen, was und wo man versuchen kann einzusparen oder das Geld besser einzusetzen.

  • Klar, hat sich im laufe der Jahre alles verteuert. Aber eben nicht so viele Sachen in so kurzer Zeit. Kraftstoffpreise sind binnen weniger Tage um 20-50 Cent pro Liter gestiegen, Käse 60 Cent teurer, von Mehl, Reis, Gas und Strom will ich gar nicht anfangen.. es sind zum Teil selbstverständliche Sachen, die nun im schlimmsten Fall rationiert werden müssen.

    Ja, da hast du recht.

    Daher kann ich die Frage schon verstehen, um sich vielleicht Ideen zu holen, was und wo man versuchen kann einzusparen oder das Geld besser einzusetzen.

    Mir ist der Hintergrund der Frage auch klar. Nur... ich brauche doch keine rapide erhöhten Spritpreise als Trigger, um mir über ein gewisses Sparpotential Gedanken zu machen.

    Wer halbwegs clever mit seiner Kohle wirtschaftet, für den ist (und war) das 'Sparen ohne Verzicht' schon immer 'Programm'. Folglich wurden viele Privathaushaltsbudgets dahingehend optimiert, benötigte Dinge oder Leistungen preisgünstig einzukaufen. Und wenn, gerade bei den Älteren, weitestgehend immer weniger ausgegeben wurde als an Einkünften erzielt werden konnte, und diese Differenz vernünftig angelegt wurde... dann kann man wirklich von Meckern auf hohem Niveau reden.

  • Vom Grundprinzip gebe ich dir ja vollkommen recht.

    Leider muss dennoch, oft meist bei den jüngeren Generationen, das Verhalten mit Geld gelernt werden. Es glüht die Karte, mittlerweile wird mit Uhr bezahlt und das eigene Konto muss mit ner finanzapp überwacht werden. Kann man alles machen - jeder wie er’s brauch! Die eigene Zentrale darf aber nicht abgeschaltet werden! Wie du schon schreibst, die ältere Generation hat da eigentlich weniger Probleme. Jedoch, je jünger die Generation, desto mehr Wohlstand war/ist vorhanden. Ein Leben im Überfluss ist schwieriger zu reduzieren als umgekehrt. Mein Opa ist früher jeden Tag ca. 5km zu Arbeit gegangen - heute fährt jeder mit dem Auto bis zur Toilette. Und so wird dann auch eingekauft 🤷‍♀️

  • Paragrafen hin oder her.. erstmal muss der Bürger blechen, wenn er einkauft, egal was, wieviel und wo.

    Die vertraglichen Regelungen den Euro betreffend (oder "Paragraphen", wie Du schreibst) halte ich allerdings für wesentlich um nicht zu sagen ganz entscheidend. Auch und gerade was das Thema "Inflation" (also Kaufkraftstabilität) betrifft.


    Der Grund ist einfach: Vor Einführung der "Europäischen Einheitswährung" (Euro) und der Aufgabe der Deutschen Mark hierzulande hatte ich mich recht ausführlich und intensiv mit solchen Währungsunionen beschäftigt. Das Ergebnis meiner Recherche war damals (im Jahr 1998) ernüchternd: Es war in der gesamten Finanzgeschichte keine einzige solche Währungsunion zu finden, die jemals funktioniert und überlebt hatte. Der letzte gescheiterte große Versuch dieser Art war übrigens die "Lateinische Münzunion".


    Vor diesem Hintergrund kommt den Regeln und der Einhaltung derselben (EU-Verträge) eine entscheidende Bedeutung zu. Damit ist es in der Eurozone (leider) schlecht bestellt: Angefangen vom "Vertrag von Maastricht" und den "Maastricht-Kriterien" über das "Verbot der monetären Staatsfinanzierung" des Art. 123 AEUV bis hin zur "Nichtbeistandsklausel" der Art. 125 AEUV wurden und werden die EU-Verträge permanent gedehnt, gebogen, gebeugt oder schlicht gebrochen.


    Nach meinem Dafürhalten keine guten Voraussetzungen für das Funktionieren einer solchen Einheitswährung sprich Währungsunion - um es noch möglichst zurückhaltend zu formulieren. Das gilt auch für das Thema "Inflation" (also Geldentwertung).


    Der Bürger, Verbraucher, Sparer, Anleger, für sein Alter Vorsorgende usw. kann und muß natürlich versuchen das Beste für sich daraus zu machen und/oder wenigstens das Schlimmste für sich zu verhindern (Mikrosicht).


    Der Euro war eine rein politische Idee. Es wäre daher originäre Aufgabe der Politik gewesen den Euro wetterfest und stabil zu gestalten (Makrosicht) - und diese Aufgabe als sozusagen letztem Retter (siehe Eurokrise) nicht der EZB "vor die Tür zu stellen".


    Diese EZB sitzt nun aber (längst) in der Zwickmühle zwischen der Bekämpfung der stark angestiegenen Inflation (via adäquater Zinserhöhungen) einerseits und dem Problem der Schuldendiensttragfähigkeit der hochverschuldeten Euro-Länder (wie Griechenland, Italien, Spanien, Portugal usw. inkl. Frankreich) andererseits.

  • Du hast dich sicherlich intensiver mit dieser Sache beschäftigt als ich. Dennoch gehen meiner Meinung nach theoretische und praktische Abläufe unterschiedliche Wege (..Paragrafen hin oder her..).

    Wie du schon richtig schreibst, war es eine politische Errungenschaft den Euro ins Leben zu rufen. Leider gab es schon damals finanzielle Süd und Nord Unterschiede.

    Pauschal gesagt sind politische Entscheidungen zu finanziellen Sachen eben oft schwer zu kalkulieren. Dann gibts hier noch die ezb…so lange es noch die Möglichkeiten gab mit Prozentzahlen zu regeln, war es vielleicht schwierig. Aber wohin willst du das Rad drehen, wenn du bei null angekommen bist?

    Es stützen sich viele auf die Aussage, dass es vorübergehend mit Inflationen von 5-7% ist und, dass es bald besser wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt.

    Nach Depressionen ging’s immer wieder nach oben, aber bis dahin müssen und werden einige Privatleute und Familien richtig leiden.

    Bis wieder vernünftig von dem Konstrukt ezb geregelt werden kann (nicht von 0,01 auf 0,015), wird zeit vergehen müssen. Ich hoffe, dass es keinen großen Knall gibt oder was anderes verrücktes passiert.

  • Was dann ja auch tatsächlich gestimmt hat: Die das 2% Inflationsziel der EZB überschießende Inflation von 3 und 4% war wirklich nur vorübergehend - denn nun sind wir in Deutschland bei über 7 Prozent gelandet ...

    Genau, nur Deutschland hat eine Inflation von über 7%. Und das auch nur weil wir den Euro haben. Wenn wir noch die D-Mark hätten, würde die Inflation an unserer Wirtschaft genau so spurlos vorüber gehen, wie aktuell an den USA oder UK. Beide Länder haben ja Ihre eigenen Währungen und sind von der der steigenden Inflation somit gar nicht betroffen, oder? ;)

    Und wieso hatten wir in Deutschland eigentlich in den 70'er und 80'er Jahren nochmals höhere Inflationsraten als heute? :/

    Zeigen die Zinserhöhungen in den USA bereits Wirkung gegen die Inflation?

    Wie hoch dürfen die Zinsen steigen ohne die jeweilige Wirtschaft in eine Rezension zu zwingen?

    Möglicherweise haben die jeweiligen Zentralbanken ja doch nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten eine Inflation zu bekämpfen?

    Fragen über Fragen.

    In 10 Jahren sind wir evtl. schlauer. :)

  • Leider gab es schon damals finanzielle Süd und Nord Unterschiede.

    Pauschal gesagt sind politische Entscheidungen zu finanziellen Sachen eben oft schwer zu kalkulieren.

    Als echter Norddeutscher kann ich Dir sagen, dass es allein schon in Deutschland ein krasses Nord-Süd-Gefälle gibt. Das Lohnniveau ist im 'industrielastigeren' Süden generell höher als im eher landwirtschaftlich geprägten Norden.

    Genau so macht es einen Unterscheid, ob Du als Werkzeugmacher in einem Automobilkonzern oder bei einem KMU arbeitest.

    Pauschal gesagt ist das Leben ein einziges 'Glücksspiel'. :)

  • Du hast dich sicherlich intensiver mit dieser Sache beschäftigt als ich.

    Vermutlich ist das (leider) so. Es ging mir nämlich damals (bei meiner Recherche vor Euroeinführung) zum einen um meine eigene damals schon aufgebaute Altersvorsorge und die Frage, was könnte die Aufgabe der DM gegen den Euro da bedeuten. Insofern fühlte ich mich praktisch "gezwungen", mich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen. Zum anderen hat mich das auch theoretisch interessiert, weil ich keine einzige solche Währungsunion kannte, die jemals funktioniert hätte.

    Wie du schon richtig schreibst, war es eine politische Errungenschaft den Euro ins Leben zu rufen.

    Als "politische Errungenschaft" würde ich die Euroeinführung nicht sehen. Es war eher ein "politisches Experiment" eine solche Einheitswährung für völlig unterschiedliche, teilweise sogar disparate Länder einzuführen (angefangen von dem völlig unterschiedlichen Geldverständnis (Hart- versus Weichwährungsmentalität) über die völlig unterschiedlichen harten Wirtschaftsdaten (Wirtschaftsstärke, Wirtschaftswachstum, Produktivität, Schuldenstand usw.) bis hin zu der fehlenden einheitlichen Sprache trotz Einheitswährung (s. Robert Mundell zu Währungsräumen), die wichtige Faktormobilität beim Faktor "Arbeit" scheitert schon an den vielen unterschiedlichen Sprachen im Euroraum). Dazu gibt es bei solchen Währungsunionen stets noch typische systemische Fehlanreize (Moral Hazard, Tragik der Allmende - das würde hier aber zu weit führen).

    Leider gab es schon damals finanzielle Süd und Nord Unterschiede.

    Um nur ein einziges Beispiel zu nennen: Als ich das erste Mal in Griechenland war (als Schüler) entsprach eine Deutsche Mark etwa acht Drachmen - bei Euroeinführung waren es 170 Drachmen. Das zeigt die Dimension der Abwertung über den Wechselkurs und die Unterschiedlichkeit dieser beiden Länder. Schon damals habe ich mich gefragt, wie sollen sich zwei derart unterschiedliche Länder eine gemeinsame Währung teilen ? Und was macht Griechenland, wenn es keine eigene zu seiner Wirtschaft passenden Währung mehr hat und damit nicht mehr den Wechselkurs anpassen kann ?


    Vor dem Hintergrund schienen mir die EU-Verträge (AEUV) die EWU betreffend sehr wichtig, um das Ganze halbwegs wetterfest zu machen. Umso mehr habe ich damals bedauert, daß die Geschichte des Euro praktisch von Anfang an eine Geschichte der Vertragsbrüche war (oder die Verträge seitens der EU-Kommission im Zweifel einfach "politisch" statt "juristisch korrekt" ausgelegt wurden). Dies war dem Projekt "Einheitswährung" meines Erachtens nicht dienlich. Auch der jetzt eingeschlagene Weg in eine (vertragswidrige - die EU-Verträge sagen das Gegenteil) Schulden -, Haftungs- und Transferunion könnte irgendwann noch für viel Ärger und Stress sorgen. Im Zweifel sogar für mehr Auseinandersetzungen als die Eurokrise.


    Spannend bleibt es auf jeden Fall.

  • Wobei Bayern zumindest bis 1986 durchgängig Empfänger beim Länderfinanzausgleich war und Hamburg Zahler. Hat sich etwas gedreht.

    Hamburg != Norddeutschland.

    Bayern ist ja auch nicht München. ;)

    Auch nördlich von Hamburg geht Deutschland noch weiter.

    Ich will mich darüber auch nicht streiten.

    Einigen wir uns darauf, dass es selbst innerhalb von Deutschland erhebliche Unterschiede in der Verteilung gibt:

    Löhne und Gehälter nach Bundesländern und Geschlecht 2021 | Statista

  • Und wenn, gerade bei den Älteren, weitestgehend immer weniger ausgegeben wurde als an Einkünften erzielt werden konnte, und diese Differenz vernünftig angelegt wurde...

    Je nach Alter ändern sich die "Bedürfnisse" erheblich. Junge Leute möchten oft mehr verkonsumieren als sie an Geld zur Verfügung haben. Für Anschaffungen, Freizeit, Kleidung, Reisen etc.

    Bei älteren Menschen gehen diese Wünsche meist zurück, während Ausgaben für Gesundheitsleistungen (Zuzahlungen für Hilfsmittel usw.) und erforderliche Dienstleistungen (z.B. Haushaltshilfe) deutlich zunehmen. Hinzu kommt: Rente ist ca. die Hälfte vom Verdienst und Vorsorge-Ersparnisse werden z. Zt. zusehends weniger.

  • Hallo zusammen,

    was macht ihr um im moment Geld zu sparen wo alles teurer wird?

    Freue mich über jeden Tipp!

    1) Einkaufsgemeinschaften bilden. Beispielsweise bei Gewürzen kann man so viel sparen.

    2) Im Angebot mehr kaufen und richtig lagern. Falls man auf einmal merkt das etwas weniger gegessen wird als gedacht auf die Einkaufsgemeinschaft zurückgreifen und dort die Ware im Tausch für anderes anbieten.

    3) Wieder mit der Natur leben: heißt: dann Lebensmittel kaufen wenn ihre regionale Erntezeit ist. Bedeutet natürlich das man nicht mehr alles immer hat - dafür viel günstiger, geschmackvoller, regionaler und weniger belastet mit Pestiziden etc. Und die Freude auf Erdbeeren ist riesig wenn man sie fast ein Jahr nicht mehr auf dem Teller hatte…

  • Hinzu kommt: Rente ist ca. die Hälfte vom Verdienst und Vorsorge-Ersparnisse werden z. Zt. zusehends weniger.

    Ja, und dies sollte für niemanden eine echte Überraschung darstellen! Und genau deshalb kommt es ja darauf an, dass während der Erwerbsphase etwas Geld gespart (im Sinne von nicht ausgegeben) wird und es sinnvoll angelegt, sprich investiert, wird. Die konventionellen Sparer waren schon immer die Verlierer, und die Verlierer konventionelle Sparer...

  • Ja, und dies sollte für niemanden eine echte Überraschung darstellen! Und genau deshalb kommt es ja darauf an, dass während der Erwerbsphase etwas Geld gespart (im Sinne von nicht ausgegeben) wird und es sinnvoll angelegt, sprich investiert, wird. Die konventionellen Sparer waren schon immer die Verlierer, und die Verlierer konventionelle Sparer...

    Wohl wahr ! Völlige Zustimmung. Ganz besonders auch zu dem letzte Satz.


    Das generelle Problem mit dem Fiat-Money-System (Papiergeld) könnte man vereinfacht und eingedampft so umschreiben: Es "bestraft" (auf lange Sicht) den soliden, einfachen und braven "Sparer" (der nur oder jedenfalls ganz überwiegend in Nominalwerten anlegt) und es "belohnt" diejenigen, die das System "verstehen" und ganz überwiegend in "realen Werten" (Sach- und Substanzwerte) sparen, anlegen und damit eher als "Investor" agieren (im Extremfall damit auch diejenigen, die das Ganze auch noch "hebeln" sprich mit Krediten (Schulden) arbeiten, um reale Werte anzuschaffen)


    Hintergrund: Im Zweifel (in schwierigen Zeiten, bei Problemen, in Notfällen usw.) werden Politik und Notenbank in einem solchen System immer dazu neigen, Schwierigkeiten mit "frischem Geld" zu überdecken (welches ja beliebig "nachgedruckt" werden kann bzw. heute einfach und ganz überwiegend "per Knopfdruck" am PC in die Welt gesetzt wird). Eine "Verwässerung" des Geldwertes (via Inflation) ist somit eine ständige Gefahr (aus Sicht derjenigen jedenfalls, die Werte "speichern" und in die Zukunft transportieren wollen oder müssen - Beispiele: Altersvorsorge, Ruhestandsplanung)


    Dazu reicht als Beispiel übrigens ein Blick auf die längst "explodierte" sprich massiv aufgeblähte Bilanz der ECB nach der Finanzkrise (ab 2007/2008), insbesondere aber seit Beginn der Eurokrise (seit 2010).


    Schaut man sich die letzten Jahrzehnte an, war es als "Sparer" schon immer anspruchsvoll sein Vermögen (nach Inflation und Steuer) wenigstens real zu erhalten. In machen Phasen war dies kaum oder gar nicht möglich, in anderen teilweise schon - insbesondere, wenn man das Geld mit längeren Laufzeiten anlegte (Illiquiditätsprämien).


    An einen derart weit ins Negative verschobenen Realzins (vereinfacht: Zins nach Inflation) wie heutzutage kann ich mich allerdings in meinem ganzen Finanzleben nicht erinnern ...


    Das Anlageverhalten der Deutschen (im internationalen Vergleich sehr niedrige Aktienquote und sehr niedrige Wohneigentumsquote) ist vor dem Hintergrund der deutschen (Finanz)Geschichte umso erstaunlicher - wenn man etwa an die Hyperinflation (1923) und die Währungsreform (1948) denkt; aber auch an die - in relativ kurzer Zeit - vielen verschiedenen durchlebten Währungen (Taler, Mark (goldgedeckt - Aufgabe der Golddeckung iZm dem 1. Weltkrieg), Rentenmark, Reichsmark, Mark der Alliierten, Deutsche Mark (DM), Ost-Mark der DDR - und im Moment der Euro ...).