PV-Anlage

  • Hallo zusammen,

    wir wollten uns in diesem Jahr noch eine PV-Anlage zulegen.

    Mittlerweile haben wir 3 Angebote vorliegen, die unterschiedlicher nicht sein könnten in Bezug auf Leistung etc., die Preise liegen trotz der Unterschiede recht nah beieinander.


    Gibt es eventuell unabhängige Stellen, an die man sich zur Beratung wenden kann?


    Viele Grüße

  • Wenn du hier ein paar Infos zu den Angeboten einträgst könnte dir vielleicht durch praktische Erfahrungen geholfen werden ;-)


    Ich habe seit September 2020 eine PV-Anlage auf dem Dach und bin (sehr) zufrieden.


    Ursprüngliches Angebot:

    • 10Kwp Anlage mit einem 7,8Kw Speicher bestehend aus drei Speichermodulen bei bisherigen 6000 Kwh Jahresverbrauch für 18.800 Euro netto bzw. 22.732 Euro brutto.
    • Beim Speicher war die Basiseinheit zum Verwalten des Speichers mit zwei 2,56Kwh Speichermodulen für netto 4.245,00 Euro enthalten. Das zusätzliche Speichermodul lag bei 1320,00 Euro netto.
    • Damit lag das ursprüngliche Angebot ohne Speicher bei 13.235 Euro und damit noch unter dem von Finanztip zu jener Zeit genannten Referenzpreis von 1.400 Euro pro Kwh.
    • Trotz des Abratens von Finanztip habe ich einen Speicher mit geordert und würde das auch wieder tun. Mittlerweile empfiehlt Finanztip ja auch einen Spreicher.


    Nach etwas verhandeln wurden mir dann 3% Skonto auf 18.200 Euro netto gewährt.


    Nach etwas mehr verhandeln habe ich dann zwei zusätzliche Speichermodule für einen Gesamtpreis 19.500 Euro netto erhalten. Bei den zusätzlichen Modulen spekulierte ich a) auf einen höheren Eigenverbrauch und b) wenn mal ein Modul kaputt geht ist der Speicher immer noch groß genug dimensioniert.

  • Im Übrigen würde ich von einer Cloud abraten.


    Aber das ist ein anderes Thema.

    Puh, das kann man so pauschal aber eigentlich nicht sagen.

    Ich habe das so gemacht, dass ich jetzt im ersten Jahr keine Cloud habe und dann im 2. Jahr mit den Werten aus dem 1. Jahr rechne, ob sich die Cloud lohnt oder nicht. Stand jetzt: Tatsächlich etwas günstiger.

  • Eine "Cloud-Batterie" ist letztendlich nichts anderes als eine 1:1 Verrechnung von Einspeisung und Verbrauch. Du speist den Ertrag deiner PV ein wenn du Überschuss hast und bekommst den entsprechenden Netzstrom "umsonst" wenn du Strom brauchst. Jetzt ist das Problem, dass die PV vor allem im Sommerhalbjahr Ertrag liefert (lange Tage, hohe Sonne), du den Strom aber im Winter beziehst (kurze Tage, niedriger Sonnenstand, Wärmepumpenheizung). Damit der Anbieter dabei nicht draufzahlt ist die Verrechnung limitiert und du kannst z.B. 2000 kWh beziehen. Größere Pakete sind teurer in der Grundgebühr. Außerdem sind bei diesen Anbietern die Preise für den normal berechneten Netzstrom nicht unbedingt günstig. Deshalb muss man genau prüfen ob sich das wirklich lohnt und auch sein Paket passend dimensionieren.

  • Ok, danke für die Info.

    Ist das denn nur eine vertragliche Angelegenheit ( also kann man das buchen und kündigen beim stromversorger) oder ist tatsächlich noch was anderes in der Batterie drin (Überwachungssensorik, etc.), sodass ich mich direkt beim Kauf einmalig entscheiden müsste.


    Denn, sollte das Ganze sehr gut laufen und konzipiert sein, schön und gut. Kommt ne Wallbox mit e-Auto dazu, ist das System ja dann für die Tonne, oder?

  • Ich habe mir das damals nur für Senec angeschaut, da einer der Fertighausbauer damit geworben hat. Für die Senec Cloud brauchst du auch eine Batterie von Senec. Es kann sein dass es bei manchen Anbietern auch mit beliebiger Hardware geht, im Wesentlichen ist Modell ja einfach nur eine Verrechnung.

  • Sorry, wenn ich die vielleicht blöde Frage stelle: Was ist eine cloud im Bezug auf PV und welche Vor und Nachteile soll sie ggfs. haben?

    Ich hole mir gerade auch Angebote für eine PV ein.

    Was für mich in erster Linie gegen eine Cloud gesprochen hat war der Preis.


    Ich hatte ein Cloud-Angebot für netto 29.500 Euro. Für meine PV mit Speicher ohne Cloud habe ich 19.500 Euro netto bezahlt. Also 10.000 Euro weniger.


    Der Jahresverbrauch unseres Hauses liegt bei 6.000 Kwh. Mit meiner jetzigen PV habe ich 75 Prozent Autarkie. 2020 – dem Jahr der Inbetriebnahme – lag der Strompreis bei 0,30 Euro pro Kwh, also müssen wir im Jahr für 450 Euro Strom zukaufen. In der Folge würde es 22 Jahre dauern, bis sich die Mehrkosten der Cloud amortisiert hätten. Das war mir zu lange.


    Des weiteren hat uns der Solateur auch definitiv von der Cloud abgeraten, da im Kleingedruckten Preissteigerungen stehen. Das Ganze natürlich so verklausuliert, dass man es als Nicht-Jurist nicht wirklich versteht. Und die Cloud sollte natürlich für eine 100prozentige Autarkie sorgen.


    Außerdem hast du mit der Cloud im Prinzip einen Stromliefervertrag mit dem Anbieter abgeschlossen. Überleg mal, wie die Solarbranche in den letzten zehn Jahren Achterbahn gefahren ist. Es ist nicht gesagt, dass der Stromanbieter in zehn Jahren noch existiert.


    Aus meiner Sicht wird einem mit der Cloud eine Sicherheit suggeriert, die es nicht gibt.


    Aber da gehen die Meinungen sicherlich auseinander.

  • Was für ein Anbieter war das? Das ist das erste Mal dass ich davon lese dass die "Cloud" extra kostet

    Das war das Korbacher Energiezentrum. Mittlerweile heißen die Energie 360.


    Der ganze Verkauf war ziemlich extrem:

    • Zunächst hat der Verkäufer eine Verkaufspräsentation aufgeschlagen in der stand, dass wir in den nächsten 30 Jahren 150.000 Euro für Strom ausgeben. Zurückgerechnet wären das 5.000 Euro im Jahr oder 411 Euro im Monat. Wohlgemerkt im Schnitt. Zu dem Zeitpunkt waren wir bei monatlichen Stromkosten von 150 Euro. Das wir in 30 Jahren 400 Euro und mehr monatlich für Strom bezahlen will ich nicht abstreiten. Aber das wäre so, als ob wir jetzt schon 411 Euro bezahlen würden. Und das ist nun mal nicht so.
    • Er hat uns vorgerechnet, dass wir mit der PV-Anlage Altersarmut vermeiden. Eine PV-Anlage ist wirtschaftlich und lohnt sich. Davon bin ich überzeugt. Dass sie den Unterschied zwischen Altersarmut und keiner Altersarmut ausmacht glaube ich aber definitiv nicht.
    • Bei der Berechnungsgrundlage hat er gesagt, dass die Strompreise von 2000 bis 2020 um 6 Prozent pro Jahr gestiegen sind. Das sind sie nicht. Ich habe 3,8 Prozent ausgerechnet.


    Damit war die ganze Verkaufsshow äußerst zweifelhaft und nicht an allen Stellen glaubwürdig. Auch beim Thema Altersarmut-Vermeidung durch die PV: Ich bin der Meinung, wenn jemand über Angst verkauft, ist er der falsche.


    Vielleicht gibt es andere / seriösere PV-Firmen, die eine Cloud verkaufen. Mich hat die Art und Weise des Verkaufs eher abgeschreckt als überzeugt.

  • Mal noch Fragen zu den PV Anlagen:


    gibt es denn Hersteller, welche zu empfehlen sind oder auch nicht?


    Würdet ihr einen Betrieb nehmen, der Planung, Durchführung (all in one) anbietet oder jemanden, der die Planung macht und vermittelt bzw. mit anderen örtlichen Firmen zusammenarbeitet?


    Was ist euch sonst noch wichtig (gewesen)?

    (Mit/ohne Speicher/wallbox; Garantie; Wartung?)

  • Ich würde auf einen deutschen Hersteller achten.

    Beim Betrieb würde ich mir eine örtliche Firma suchen, die schnell greifbar ist, falls etwas repariert werden muss.

    Speicher musst du rechnen, ob er sich rentiert - bei mir hat er das. Zusätzliches Kriterium, nachdem SENEC seit Wochen auf meinem Speicher rumpfuscht: Darauf achten, dass keine Internetverbindung erforderlich ist.

    Wallbox habe ich mitgenommen, weil ich sie durch die Förderung quasi umsonst erhalten habe.

    Garantie auf die Module hast du meistens, Wartung brauchst du eigentlich nicht.

  • Habe mir vorher die Module selbst gesucht, wobei mir Leistung pro Modul und besonders Modulwirkungsgrad (22,6 %) wichtig waren. Sunpower waren hier die erste Wahl. Vorgegeben wird dann der Solateur, da Sunpower nicht mit jedem zusammenarbeitet.

    Dann habe ich entschieden, dass der Speicher ein Gleichstromspeicher sein soll (Steuerabschreibung) und einen Speicher von BYD ausgesucht, der mit dem Hybridwechselrichter von SolarEdge kompatiebel ist. Da eine Verschattung vorhanden ist, kamen noch SolarEdge-Optimierer für jedes Modul dazu. Alles wird über den einen Wechselrichter gesteuert.

    Das Monitoring ist online, geht heute kaum noch anders. Habe so aber immer und überall die Kontrolle über die Anlage. Der Solateur hat ein Gesamtangebot gemacht und die Anlage aufgebaut. Läuft bestens, habe im ersten Jahr (März 21-Februar 22) 80 % des Eigenstroms (50 % aus Speicher) vom Dach geholt und noch reichlich eingespeist.

    Bin allerdings nicht neu dabei, habe vor 22 Jahren meine erste PV-Anlage aufgelegt. Ich will verstehen, was ich einkaufe, lese mich entsprechend ein, frage andere PV-Betreiber und Solateure. Kostet dann etwas Zeit.

  • Danke für die Antworten!


    Ich bin noch nicht so tief in der Materie drin. Rein technisch weiß ich zwar, wie alles funktioniert. Allerdings habe ich mich noch nicht mit Hersteller und unterschiedlichen Anlagen auseinandergesetzt.


    Klar, Geld spielt immer eine Rolle, jedoch wäre mein Wunsch auch ein örtlicher Betrieb und ne Anlage die gewissenhaft funktioniert. Deswegen wäre ich auch bereit meine Zeit und ggfs. 500/1000€ mehr auszugeben.


    Aktuell scheint es aber sowieso eine bescheidene Zeit für das Projekt zu sein (Auslastungen bis teilweise Mitte 2023; Teile bis zu 40 Wochen Lieferzeit). Da ich das gekaufte Haus jedoch erst Ende Juli beziehen kann, werde ich dann auch erst richtig loslegen können…