Darlehen mit variablen Zins

  • Hallo,


    ich suche eine Bank/Vermittler für ein variables Darlehen auf Basis des Euribor-3M/6M. Ich möchte ein Haus/Wohnung kaufen. Eigenkapital habe ich ca. 60%. Was könnt ihr mir empfehlen?


    Vielen Dank.

  • Das könnte - aus meiner Sicht - eventuell eine etwas herausfordernde Suche werden.


    Kenne ich eigentlich nur noch als Übergangs- bzw. Zwischenlösung.


    Früher wurde das standardmäßig angeboten (die Zinskonditionen stiegen damals meist mit der Laufzeitlänge an, also variabel, zweijährige, fünfjährige, zehnjährige usw. Zinsfestschreibung mit jeweils aufsteigendem Zinssatz). Irgendwann wurde das (variabler Zins) m. W. kaum noch von den Banken angeboten (eventuell ja auch deshalb, weil von immer weniger Kunden nachgefragt ... und/oder bei einem derart historisch niedrigen Zinsniveau die Kunden generell längere Zinsbindungsfristen präferieren).


    Die zwei Banken, mit denen ich mehrfach finanziert habe, haben gar kein solches variables Darlehen mehr im Angebot. Bei den (wenigen ?) anderen Banken, die so etwas noch anbieten, hatte ich schon vor einiger Zeit das Gefühl bei den dort genannten (aus Kundensicht schlechten) Konditionen (sprich es wurde eine sehr hohe Marge draufgeschlagen) handelt es sich eher um eine Art der "Abwehrkondition".


    Für die Bank ja auch schlecht planbar bzw. kalkulierbar (Refinanzierung, Zinsmarge), da der Kunde praktisch jederzeit aus dem Darlehen aussteigen kann.


    Darf man fragen, warum ein solches variables Darlehen - ausgerechnet in Zeiten stark steigender Darlehenszinsen - gewünscht wird ?


    Eventuell erwartete (baldige) Mittelzuflüsse (Erbschaft, Schenkung, fällige KLV, Gehaltssteigerungen, Sonderzahlungen etc.) könnte man - je nach Vertragsgestaltung - auch via erlaubter jährlicher Sondertilgungen (dann ohne VFE) und/oder über eine erlaubte Umstellung der Annuität (höherer Tilgungssatz) einbringen.


    Sollte die Immobilie (Haus/Wohnung) vermietet werden, könnte das Ganze etwas anders aussehen, da dann die Schuldzinsen steuerlich absetzbar sind. Und weiter steigende Bauzinsen nicht ganz so schmerzen (manche gehen noch in diesem Jahr von einer Drei oder sogar Vier vor dem Komma aus).

  • Warum gehst du nicht zu Interhyp, Dr. Klein und Konsorten?

    Guter Hinweis. Die haben in der Regel einen guten Marktüberblick. Und könnten am ehesten wissen, wer solche variablen Darlehen noch anbietet. Mit Hüttig & Rompf (oder so ähnlich) beispielsweise (als Darlehens-Vermittler) hat jüngst eine Bekannte sehr gute Erfahrungen gemacht.

  • Hallo,


    ich suche eine Bank/Vermittler für ein variables Darlehen auf Basis des Euribor-3M/6M. Ich möchte ein Haus/Wohnung kaufen. Eigenkapital habe ich ca. 60%. Was könnt ihr mir empfehlen?


    Vielen Dank.

    Ich würde dir raten, die Zinsen festschreiben zu lassen.


    Wir sind ja aktuell in der Zinswende und ich würde eher von steigenden Zinsen ausgehen.


    Da du ja mit den 60 Prozent Eigenkapital finanziell recht solide aufgestellt bist würde ich den Weg empfehlen.

  • Das könnte - aus meiner Sicht - eventuell eine etwas herausfordernde Suche werden.


    Kenne ich eigentlich nur noch als Übergangs- bzw. Zwischenlösung.

    Angeboten wird das schon noch häufiger. Variable Finanzierung kenne ich für alle die ihr Baugrundstück nicht ohne Bank kaufen können, aber noch nicht so weit sind dass sie eine Finanzierung für Grundstück und Haus abschließen. (Hintergrund ist dass die variable Finanzierung kurzfristig gekündigt werden kann während bei einer längeren Finanzierung die Bank auf X Jahre im Grundbuch steht und jede andere Bank nachrangig wäre. Was keine will.)


    Warum man aber heute ein komplettes Projekt variabel finanziert, erschließt sich mir auch nicht.

  • Ich würde dir raten, die Zinsen festschreiben zu lassen.


    Wir sind ja aktuell in der Zinswende und ich würde eher von steigenden Zinsen ausgehen.

    Wie entscheidet ihr, wie lange ihr die Zinsen festschreiben lässt? im Moment gehen wir von steigenden Zinsen aus aber man weis ja nicht wie lange das noch weitergeht. Dann doch lieber Flexibilität?

  • Wie entscheidet ihr, wie lange ihr die Zinsen festschreiben lässt? im Moment gehen wir von steigenden Zinsen aus aber man weis ja nicht wie lange das noch weitergeht. Dann doch lieber Flexibilität?

    Ich gehe davon aus, dass der Tiefpunkt erreicht wurde und die Zinsen in der Zukunft höher sein werden. Es mag sein, dass sie zwischenzeitlich wieder etwas nachgeben. Aber ein so extrem tiefes Niveau wie heutzutage wird es aus meiner Sicht nicht mehr geben.


    Natürlich habe ich keine Glaskugel und kann nicht in die Zukunft sehen. Das muss eben jeder für sich entscheiden. Ich habe die Zinsen über die komplette Laufzeit festschreiben lassen.

  • Wie entscheidet ihr, wie lange ihr die Zinsen festschreiben lässt? im Moment gehen wir von steigenden Zinsen aus aber man weis ja nicht wie lange das noch weitergeht. Dann doch lieber Flexibilität?

    Ich habe mal einen Blogartikel zu dem Thema geschrieben

    Zinsbindung: Ist länger wirklich besser?


    Kurzfassung: man rechnet aus bei welchem Zins man für die Anschlussfinanzierung besser steht. Und vergleicht das dann mit der eigenen Erwartung. Dazu kommt die persönliche Risikobereitschaft und die Gesamtbetrachtung von Vermögen, Einkommen und Finanzierung.

    An dem Artikel sieht man übrigens auch, wie verdammt schnell die Zinsen gestiegen sind. Für die Zahlen von damals würde heute jeder vor Freude einen Luftsprung machen. Deshalb auch unbedingt die Restschuld im Auge behalten. Die Zinsen steigen gerade zwar schnell, deutlich höhere Zinsen sind aber durchaus bekannt. Bei 5% in der Anschlussfinanzierung hätte ich persönlich zwar definitiv die falsche Entscheidung bei der Zinsbindung getroffen. Ich könnte grundsätzlich auch den Zinssatz tragen und zur Not auch noch einen deutlich höheren.

  • Ich habe mal einen Blogartikel zu dem Thema geschrieben

    Zinsbindung: Ist länger wirklich besser?


    Kurzfassung: man rechnet aus bei welchem Zins man für die Anschlussfinanzierung besser steht. Und vergleicht das dann mit der eigenen Erwartung. Dazu kommt die persönliche Risikobereitschaft und die Gesamtbetrachtung von Vermögen, Einkommen und Finanzierung.

    An dem Artikel sieht man übrigens auch, wie verdammt schnell die Zinsen gestiegen sind. Für die Zahlen von damals würde heute jeder vor Freude einen Luftsprung machen. Deshalb auch unbedingt die Restschuld im Auge behalten. Die Zinsen steigen gerade zwar schnell, deutlich höhere Zinsen sind aber durchaus bekannt. Bei 5% in der Anschlussfinanzierung hätte ich persönlich zwar definitiv die falsche Entscheidung bei der Zinsbindung getroffen. Ich könnte grundsätzlich auch den Zinssatz tragen und zur Not auch noch einen deutlich höheren.

    Hallo,


    ohne gerechnet zu haben, ob deine Variante meine schlägt:

    Ich habe es so gemacht, dass ich zwei Kredite abgeschlossen habe: Einen über 10 Jahre und einen über 15.

    Der 10-jährige wird regelmäßig sondergetilgt und ist nach 7,5-8 Jahren abgezahlt. Die bisherige Rate geht als monatliche Sondertilgung in den zweiten Kredit. Nach 10 Jahren darf ich die Tilgung für den 15-jährigen dann regulär erhöhen und so die Rate für beide Kredite als Regelrate in den 15-jährigen einzahlen, der gleichzeitig noch weiter sondergetilgt wird.

    Ich denke, mit der Kombination fahre ich auch recht gut, die Zinsen waren beim Abschluss Ende 2015 auch in Ordnung (1,35 bzw. 1,85%).

  • Das ist natürlich auch eine Möglichkeit. Die "ideale" Finanzierung hängt ohnehin sehr stark vom aktuellen Angebot ab.

    Bei mir war der KfW ohnehin gesetzt. Dazu war ein Knackpunkt dass zu meinem Zeitpunkt Ende September/Anfang Oktober 2021 die L-Bank recht günstige Förderkredite als Kombination zum KfW Förderkredit angeboten hat, das aber maximal unflexibel. Also nix mit Sondertilgung oder 15 Jahren. Auf der anderen Seite dürften die Zinsen für seriöses Festgeld wohl so langsam über dem liegen was meine Kredit an Zinsen kosten. Dann stellt sich die Frage nach der Sondertilgung ohnehin nicht mehr wirklich ;)

  • Klar, jede Laufzeit ist möglich. Ich habe kürzlich einen Kredit um 5 Jahre+1 Monat verlängert wegen einer Fälligkeit, die genau dort liegt. Dieser Zinssatz war natürlich etwas niedriger, als 5 Jahre+2 Monate oder länger.


    Standardmäßig werden natürlich gerade Laufzeiten angeboten. Das macht auch Sinn, sonst hättest Du keine Chance, etwas zu vergleichen. Gerade 10 Jahre macht für die Banken Sinn, da Du bei längeren Laufzeiten das gesetzliche Kündigungsrecht hast. Früher gab es Banken, für die daher 10 Jahre die maximale Laufzeit war.