Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und Privatbanken

  • ... ich sehe die Funktionen der verschiedenen Banken etwas anders, als sich die Bänker gerne darstellen oder es ihrem Selbstverständnis entspricht... Für mich sind sie nix anderes als 'Zahlungsverkehrsdienstleister'. Mit dieser Brille auf der Nase ist es fast 'schnurz', ob ich ein Konto bei einer Spaßkatze, Genossen-Bank, 'Privatbank' oder bei einer FinTech-Bank unterhalte; letztlich entscheiden die Konditionen.

    Von den Spaßkatzen und VR-Banken hatte ich mich vor rund 20 Jahren verabschiedet, da bei den 'örtlichen' Instituten zu viele Leute aus dem privaten Umfeld meiner damalig künftigen Ex arbeiteten und somit 'das ganze Dorf' Einblick in meine Geldangelegenheiten hatten. Inzwischen habe ich wieder ein Konto bei der lokalen Genossenschaftsbank (die meisten Leute dort, von denen ich viele persönlich kenne, sehen mich als 'armen und braven Mitbürger'; einige vermuten allerdings, dass ich meine par Öcken in der Schweiz habe, was nicht stimmt... und mir ist das alles echt egal) , das ich primär online führe. Bargeld 'ziehe' ich mir dort am Automaten, falls ich mal einen größeren Betrag cash benötige; ansonsten nehme ich mir beim EInkauf im Supermarkt mal ein paar Euronen cash mit, damit ich nicht ganz 'nackig' bin... Prinzipiell zahle ich mit Karte; Girocard, Maestro oder Master in Schland, Master oder Visa im 'Ausland'...

    PayPal nutze ich seit viele Jahren nicht mehr 'direkt', sondern zahle bei Käufen im Internet mit einer Einmal-Visa, die ich bei einer FinTech jeweils generiere.

    Und Klimpergeld, das ich bei der VR in den Automaten werfen könnte, sammel ich und 'tausche' es bei einer lokalen Tankstelle; die freuen sich, da sie der Bezug von Münzgeld bei der Bank inzwischen Geld kostet.

    Depot und Verrechnungskonto mit ausreichender 'Einlagensicherung' habe ich bei einer 'Privatbank' und zahle dort eine Pauschale, die in einem sehr günstigen Verhältnis zu meinem Depotwert steht.

    Beraten werde ich weder von den Genossen, noch von den Privatbänkern. Die Genossen hatten es einmal mit einer Anlageberatung versucht, hatten sich damit aber fürchterlich die Finger verbrannt ;-)

  • Moin in die Runde,


    wie betrachtet ihr die oben genannten "Bankarten"?

    Hierbei würden mich Erfahrungen interessieren.

    Sehe Banken und damit das "Banking" im Wesentlichen als "Face-to-Face-Business" - jedenfalls wenn es um auch nur etwas anspruchsvollere Bankdienstleistungen geht. Für meinen Teil habe ich beispielsweise schon mal eine Top-Beraterin bei einer eher kleinen Bank des genossenschaftlichen Sektors und noch dazu auf dem Lande erlebt - und auch schon mal Trauriges bis Desolates bei einer der sog. ersten Adressen in der Frankfurter City. Es kommt also auf den jeweiligen Bank-Menschen an ...


    Mit aufsteigenden Finanz-Volumina in der jeweiligen Sache steigt - in der Regel jedenfalls - auch kongruent die Kompetenz der Bankmitarbeiter, die einem gegenüber sitzen. In der Regel bedeutet dabei, daß dies (leider) kein Automatismus ist und es auch für diese Regel Ausnahmen gibt.

  • Das Thema bekommt man im Endeffekt nur gelöst durch Honorarberatung.


    Ansonsten findet man im Prinzip überall Verkäufer.

    Das dürfte im Wesentlichen (leider) so sein.


    Nach meiner Erfahrung steht dem Ansatz "Honorarberatung" aber nicht selten die mangelnde Finanzbildung in Deutschland und/oder auch die (vermeintlich tolle) "Geiz ist geil" Haltung entgegen.


    Um nur ein Beispiel zu nennen: Eine Kollegin hatte mich vor Jahren mal um Rat gefragt bezüglich einer Baufinanzierung. Die Konditionen waren nicht besonders gut, die Konstruktion zudem auch wenig gelungen. Daher empfahl ich ihr einen kompetenten und neutralen Berater vor Ort zu konsultieren. Nach kurzer Recherche im Internet meinte sie dann wörtlich: "Der nimmt ja 200 Euro die Stunde" und "da bleibe ich doch bei meiner Hausbank, da kostet die Beratung nix". So viel hierzu. Und das habe ich damals mehrfach erlebt. Auch wenn es beispielsweise um das Thema Ruhestandsplanung ging.


    Als ob ein Zahnarzt, Steuerberater, Architekt, Rechtsanwalt etc. "ehrenamtlich" tätig würde ?! Warum erwarten sehr viele (die meisten ?) Menschen dies dann aber ausgerechnet von ihrer Bank bzw. ihrem Banker ?! Und was sind zwei Stunden Beratungskosten in Relation zu einer eher schlechten und unglücklich gestalteten Baufinanzierung ?! (trotz damals noch deutlich niedrigeren Immobilienpreisen ging es um eine Darlehenssumme von immerhin rund 350.000 Euro).


    Klar ist aber auch: Der an sich gute Ansatz einer (neutralen) Honorarberatung kann immer nur so gut sein, wie auch der Honorarberater gut und (hoffentlich) kompetent ist.

  • Es kommt also auf den jeweiligen Bank-Menschen an ...

    Das möchte ich ganz fett unterstreichen!

    Bislang habe ich ausschließlich nette, freundliche Bank-Menschen angetroffen; sowohl bei den Servicebanken, wie auch (per Telefon oder Chat) bei den FinTechs... wobei es in den vergangenen etwa 5 Jahren bei den Techs zunehmend schwieriger geworden ist, überhaupt jemanden an die Strippe zu bekommen... aber, das eine Mal alle 3 Jahre, an dem man etwas zu klären oder zu erfragen hat, spielt keine große Rolle. Zur Not tut's ja eine email...

  • Da ich selbst Bankkaufmann bin, gefällt mir deine Ausführung natürlich;)

    Danke hierfür

  • Ich möchte auf das Grundsätzliche hinaus.

    Sparkassen sorgen dafür, dass Landkreise Gelder kassieren. Bei Volks- und Raiffeisenbanken stehen die Mitglieder im Vordergrund. Bei Privatbanken sind es beispielsweise Aktionäre. …

    Wenns so wäre... Die Landkreise bekommen systematisch weniger Ausschüttung, als Ihnen zusteht, gleichzeitig werden die Kunden mit Gebühren abgezockt, während die Sparkassen ihr Logo bei jedem Sportverein auf die Bande klatschen.

    Rechtlich legale Untreue.

  • Tja, viele Sparkassen haben es nicht so mit dem Ausschütten an die Gesellschafter und die lassen sich das oft gefallen, teilweise entgegen der Gesetzeslage.


    Ansonsten sehe ich die Pflicht für ein Jedermann-Konto am ehesten bei den Sparkassen. Gerne auch ohne Rentnern geschlossene Immobilienfonds oder Schiffsbeteiligungen aufzuschwatzen.