Ist das ETF Pferd tot - reiten alle ETF Sparplanler ein totes Pferd - wer hat mut abzusteigen

  • Falsche Entscheidungen gehören zum Leben einfach dazu.


    Hinterher ist man immer schlauer.

    1.

    Ja


    2.

    Nicht unbedingt, man kann auch die falschen Schlüsse ziehen. (Verlust mit Telekom-Aktien - Lernerfolg: Alle Aktien sind böse!)


    Die Welt ist voll von gebrannten Kindern, die den Feuerlöscher hassen.


    Daher wäre ich mit absoluten Aussagen eher vorsichtig.

  • Für dich und deine Frau hoffe ich doch, dass das leicht übertrieben war 😉

    Ansonsten vielleicht öfter mal auf deine Frau hören ^^

  • Hallo zusammen,


    Die Welt ist voll gebrannter Kinder….


    Ja, das ist wohl so.


    Das ist ein normales Verhalten und wenn es gut läuft durchlitten werden will.


    Im Leben steht man immer wieder vor der Möglichkeit alles was man mal falsch gemacht, nun zu generalisieren und generell zu vermeiden.


    Wenn ein Arzt etwas falsch gemacht hat geht man nicht mehr hin.

    Noch „falscher“ ist es, zu keinem Arzt mehr zu gehen.


    So wird es auch mit den Finanzen sein.


    Ein weites Feld…


    LG

  • Hallo zusammen

    es war heute wieder spannend, die neuen Kommentare hier zu lesen die sich nach wenigen Tagen immer angesammelt haben.

    Es ist offensichtlich, dass wir hier in diesem Forum überwiegend erfahrene Anleger haben mit langfristiger Perspektive.

    Das ist nicht selbstverständlich.

    Bei meinem Besuch vorigen Monat auf der diesjährigen Finanzmesse in Stuttgart waren geschätzt über 80% der Besucher und Aussteller Trader oder Menschen die eher einen Tip gesucht haben für einen kurzfristigen Gewinn.

    Ich glaube ich habe es hier schon eimal geschrieben:

    Selbst der Referent des TradingClub24 aus Hamburg hat einen interessanten Warnhinweis gegeben.

    Wer es nicht weiß: In diesem Club entscheiden sich die Mitglieder morgens nach Börseneröffnung für einen sogenannten Anfangsdeal.

    Dieser wird dann am gleichen Tag wieder verkauft (möglichst mit Gewinn)

    Man nennt diese Spe zies auch Daytrader.

    Das geht natürlich nicht mit Aktien oder ETF sondern nur mit Optionsscheinden, Zetrifikaten, Call oder Put-Optionen mit denen man entweder auf steigen Kurse (LONG) setzen kann, oderauf fallende Kurse (SHORT).

    Wegen der Hebelwirkung dieser Produkte gilt als Fausformel:

    Wenn der DAX um 1% steigt oder fällt erzielt man der Option je nach gewähltem "Hebel" das 10- bis 20-fache.

    Allerdings muss man auf die richtige Richtung setzen und die Kursveränderungt muss kurzfristig erfolgen, also nicht erst in1 Woche oder noch später.

    Da ist dann das Hebelprodukt nämlich längst abgelaufen.

    Zurück zum Referenten:

    Er hat natürlich seine Strategie gelobt und um Mitlgieder geworben.

    Dennoch hat er - vermutlich wegen der Risikoaufklärlung - am Ende seines Vortrages dann ganz deutlich gesagt:

    Liebe Zuhörer, ich muss Euch aber daran erinnern, dass es auch eine alte Börsenweisheit gibt, die da lautet:

    Ob Long - Ob SHORT - Das Geld ist FORT

    Das fand ich dann lustig weil es mich daran erinnernt hat, dass trotz drastischem Warnaufdruck ein Raucher immer noch raucht und ein Casinobesucher immer noch ins Casino geht, weil er darauf hofft, dass er eben von dieser Regel NICHT betroffen ist.

    Daher hier an dieser Stelle man wieder von mir als Ü70-Börsianer der seit 40 Jahren Aktien hat, ein Kompliment an die vielen klugen Beiträge hier die das Gegenteil von Daytrading sind.

    Ganz besonders haben mich die klugen Beiträge von Koryphäe-JDS begeistert und die eher lustigen Beiträge von EL-Eigob und Monstermania waren man wieder besonders lesenswert.

    Der Beitrag von ADRIANBERG war ja schon fast eine Qualifikaktion als neuer Philosoph.

    Insgesamt für MICH sehr unterhaltsam und für manchen hier hoffentlich ein Trost in Zeiten wie diesen nicht zu verzagen.

    Viele Grüße aus Suttgart von McProfit

  • Da ich kurz zuvor angefangen habe in den gleichen ETF zu investieren, kenne ich das Gefühl.
    Aber ich denke, hier besteht ein Denkfehler. Es wird immer immer immer gesagt:

    Das Geld, das man am 01.01.2022 investiert hat, sollte bis mindestens 01.01.2037 - 15 Jahre - liegen können!

    Das ist hier nicht der Fall, also verstehe ich die Panik im Ursprungspost gerade überhaupt nicht. Es ist ein halbes Jahr vergangen. Klar, ist nicht schön was gerade abgeht, aber Du sagst es doch selbst: über 15 Jahre anlegen.

    Ich versteh es wie gesagt nicht. Lass das Geld doch in Ruhe liegen und das wird hintenraus auch wieder raufgehen. So lange man nicht verkauft, hat man auch keine Verluste gemacht :-)

  • Hallo zusammen

    bei manchen Kommentaren juckt es mich einfach in den Fingern meinen "Senf" dazu zu geben.

    Vor allem dann, wenn sich mal wieder ein Teilnehmer des Forum in irgendeinen Punkt verrennt.

    Zuletzt ist mir aufgefallen, dass die Empfehlung von Stiftung Warentest finanztip lautet, dass man bei Fonds oder ETF oder auch Aktien mindestens 15 Jahre lang in der Lage sein sollte, diese behalten zu können.

    Nach diesem Zeitraum wären in der Vergangenheit auch die größten Kursrückschläge wieder aufgeholt worden.

    Einige von Euch hier nehmen das zu wörtlich.

    Die 15Jahresfrist ist ein Zeitraum bei dem man untersucht hat, wie lange es gedauert hat, bis ein Anleger der zum jeweiligen HÖCHSTKURS Aktien gekauft hat, also kurz bevor es zu einem Rückschlag kam, in die Gewinnzone kam.

    Bis also ein solche Anleger trotz dem Kauf zum Höchstkurs wieder im Gewinn war.

    Liebe Börsenfreunde,

    ich glaube ich habe das hier schon mehrfach geschrieben.

    Genauso schwer wie es ist Aktien am TIEFSTKURS zu kaufen, so ist es auch diese zum HÖCHSTKURS zu erwischen.

    In der Regel kaufen Anleger nicht nur 1 x im Leben , sondern meist regelmäßig.

    Dadurch ergibt sich automaisch ein Durchschnittskurs.

    Von diesem Durchschnittskurs aus gerechnet dauert es bisher immer nur wenige Jahre bis man mit seinen Anlagen wieder im Plus war.

    Das gilt nicht für jede Einzelaktie aber für den SALDO aller Anlagen, denn darauf kommt es ja an.

    Daher nehmt diese 15-Jahres-Regel von FINANTIP nicht zu wörtlich, das ist nur eine statistische Berechnung für den ungünstigsten FAll.

    Trotzdem nicht vergessen: Die Statistiken der Vergangenheit sind keine Garantie dass es auch Zukunft so laufen muss. Sie besitzen jedoch eine gewisse Wahrscheinlichkeit.

    Viel Erfolg wünscht Euch McProfit.

  • Hast du zu deiner Aussage, dass sich die 15 Jahre jeweils auf den ungünstigsten Fall / Kurs beziehen irgendeine Quelle?


    Ich habe es bisher immer so verstanden: eswurden mehrere 15 Jahre Zeiträume verglichen. Im Ergebnis war man nie im Minus.

    Darunter ein Zeitraum, bei dem der Start zum Höchstkurs vor einem Crash lag.

    Das bedeutet aber nicht, dass auch alle anderen Zeiträume immer zu einem Höchstpunkt gestartet sind.


    Sollte ich falsch liegen und du hast irgendwelche Links, würde ich mich darüber freuen.

  • Das bedeutet aber nicht, dass auch alle anderen Zeiträume immer zu einem Höchstpunkt gestartet sind.

    Wozu der ganz Aufwand, jetzt untersuchen zu wollen, wie und was und mit welchen Ergebnissen diverse Fonds (Aktienfonds, Aktien-ETF...) in der langen Vergangenheit gelaufen war?


    Meiner bescheinden Auffassung nach solltest du die Energie für die "Forschung und Vergangeheitsbewältigung" lieber darauf verwenden, die Wirtschaftslage und Trends zu beobachten und abzuschätzen, welchen Einfluss sie auf den Verlauf der Kursentwicklung deines Depots haben könnten... und dementsprechend zu reagieren. Reagieren kann bedeuten, sich die Entwicklung quasi am Allerwertesten vorbeigehen zu lassen, aber auch, Gewinne zu realisieren... je nachdem, wann du wie eingestiegen warst. Hier ist latürnich zu unterscheiden, ob und wann du größere Tranchen investiert hattest, oder ob du brav per Sparplan investierst... oder irgendetwas dazwischen ;-)

  • Wozu der ganz Aufwand, jetzt untersuchen zu wollen, wie und was und mit welchen Ergebnissen diverse Fonds (Aktienfonds, Aktien-ETF...) in der langen Vergangenheit gelaufen war?

    Kein Sorge! Ich habe nicht vor das groß zu untersuchen. Ich wollte nur nachhaken, weil ich das mit den 15 Jahre Zeiträumen immer anders verstanden hatte.


    Ich investiere unbeirrt per Sparplan in den FTSE All World und habe die kleinen Rucksetzer für kleine Nachkäufe genutzt.

  • Hast du zu deiner Aussage, dass sich die 15 Jahre jeweils auf den ungünstigsten Fall / Kurs beziehen irgendeine Quelle?

    Das Problem beginnt schon mit dem Index. Den allseits beliebten MSCI World gibt es halt erst seit 1970. Für eine echte Statistik sind das viel zu wenig Daten.

    Georg hat das auf seinem Blog auf Basis der Daten des S&P 500 (bis 1900) mal durchgerechnet.

    500.000 Euro investieren / All-In oder auf Raten? - Finanzen? Erklärt! (finanzen-erklaert.de)


    Zum bisher ungünstigsten Investitionszeitpunkt, wäre man mit dem S&P 500 erst nach 21 Jahren wieder bei seiner Anfangsinvestition angekommen (0% Rendite!).

    Aber, das wäre eben eine einmalige Investition zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt gewesen. Als Sparplan-Sparer, muss man sich darum nicht so die Gedanken machen, da man seine Investition eh über einen langen Zeitraum streckt.

    Außerdem, wer weiß schon was die Zukunft bringt? Evtl. erleben wir gerade einen neuen ungünstigsten Investitionszeitpunkt und die Weltwirtschaft fällt in eine noch größere Krise als 1929.

    Niemand weiß es! In 20 - 30 Jahren sind wir schlauer.

    BTW: Was wäre denn die Alternative? Sein ganzes Geld in physisches Gold stecken und hoffen, dass wir einen Crash der Weltwirtschaft alá 1929 erleben?

    Wozu der ganz Aufwand, jetzt untersuchen zu wollen, wie und was und mit welchen Ergebnissen diverse Fonds (Aktienfonds, Aktien-ETF...) in der langen Vergangenheit gelaufen war?

    Völlig richtig! Die Renditen der Vergangenheit interessieren allenfalls Statistiker oder Historiker.

    Meiner bescheinden Auffassung nach solltest du die Energie für die "Forschung und Vergangeheitsbewältigung" lieber darauf verwenden, die Wirtschaftslage und Trends zu beobachten und abzuschätzen, welchen Einfluss sie auf den Verlauf der Kursentwicklung deines Depots haben könnten... und dementsprechend zu reagieren. Reagieren kann bedeuten, sich die Entwicklung quasi am Allerwertesten vorbeigehen zu lassen, aber auch, Gewinne zu realisieren... je nachdem, wann du wie eingestiegen warst. Hier ist latürnich zu unterscheiden, ob und wann du größere Tranchen investiert hattest, oder ob du brav per Sparplan investierst... oder irgendetwas dazwischen ;-)

    Und hier 'ticken' wir dann komplett unterschiedlich. In den 2,5 Jahren in denen ich jetzt in ETF investiere, habe ich weder den Corona Crash noch die aktuelle Situation an den Märkten vorhergesehen, obwohl ich ein recht interessierter und belesener Mensch bin. Offenbar reicht das reine Aufnehmen von Informationen nicht aus. :/ Vielleicht fehlt mir auch einfach das Zocker- bzw. Börsen-Gen.;)

    Fazit meiner bisherigen eigenen Erfahrungen: Ich halte nichts von Markttiming


    Aber, JEDER muss für sich seinen Weg finden und gehen. Und wer jung ist, soll sich ruhig ausprobieren und meinetwegen auch versuchen Markttiming zu betreiben. Der überwiegende Teil der Marktteilnehmer wird daran scheitern.

    Immer beachten: Die Börse ist ein Nullsummenspiel. Jedem der überdurchschnittliche Renditen erzielt, steht auch Jemand gegenüber, der unterdurchschnittliche Renditen erzielt.

    Wenn ich den Marktdurchschnitt abgreife, habe ich schon mehr gewonnen als ein Großteil anderer Anleger. :)

  • Naja … es ist doch so: in den ungünstigsten Momenten dauerte es maximal 15 Jahre. Aber es gibt ja viele, viele Momente, in denen man ab dem Tag nach dem Kauf im Plus ist (und bleibt). Und das ist das, was gesagt werden sollte, jedenfalls nach meinem Verständnis: Niemand erwischt ausschließlich die ungünstigsten Momente.