jetzt wieder mehr in Gold investieren?

  • Frag das doch in 5 oder 10 Jahren nochmal.;)

    Kurzfristig könnte es Sinn machen um einen gewissen Inflationsschutz zu erzielen. Langfristig ist die Rendite von Gold einfach nur Bähh.


    Kurzfristig freue ich mich über die aktuell günstigen Nachkaufkurse meiner Aktien-ETF. Ob die Freunde auch langfristig erhalten bleibt wissen wir dann in 10-15 Jahren.

  • Habe seit Weihnachten jeden Monat gekauft.

    Das finde ich ja interessant. Darf ich fragen: als langfristigen Stabilitätsanker im Depot oder zur eher kurzfristigen Spekulation?


    Ich bin neulich mal über diese Meinung hier gestolpert … und würde eigentlich davon ausgehen, dass der Goldpreis in einem Jahr oder in zwei Jahren wieder tiefer ist - wenn der Höhepunkt der Inflation durchschritten ist, die Gefahr einer Rezession entweder gebannt oder jedenfalls klarer abschätzbar ist, die Geldpolitik der Notenbanken mit den Zinserhöhungen durch ist.


    Klar, niemand hat eine Glaskugel und überhaupt sind Prognosen immer schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen - aber Meinungen, Gedanken, Überlegungen dazu finde ich trotzdem interessant. 😀

  • Mein Depot hat einen Goldanteil so zwischen 15 und 20 %, nicht gedacht als Renditebringer, sondern lediglich als Absicherung. Im letzten Jahr war das Gold der Renditebremser, in diesem Jahr zieht es mich etwas aus dem Keller nach oben... :-)

    Ich fühle mich wohl mit diesem Anteil und stocke ihn auch in jedem Jahr so um ein bis zwei Unzen auf.

  • Gold ist für mich kein "Investment" sondern lediglich eine Art "Versicherung" - von der ich allerdings hoffe, diese niemals zu benötigen (Beispiel: Feuerversicherung bei Immobilien). Angenehmer Nebeneffekt bzw. Unterschied: Tritt der "Versicherungsfall" nicht ein, sind meine Prämien "sozusagen weg" (natürlich nicht ganz verloren, denn sie waren der Preis zur Absicherung eines Risikos); tritt bei meinem Gold der "worst-case" nicht ein, sind die Barren und Münzen immer noch vorhanden.


    Angefangen habe ich damit (als minimale Beimischung - auch wegen meinen damals sehr beschränkten finanziellen Mittel) direkt nach dem Nixon-Schock (1971). Wobei ich sogar glaube, daß ein Papiergeldsystem gegenüber einem Goldstandard einige valide Vorteile hat (hätte) - unter der Voraussetzung, daß die Politik und insbesondere die Notenbanken solide, honorig und nachhaltig vorgehen. Daran muß ich allerdings - nach 50 Jahren Praxiserfahrung und auch Beschäftigung mit der Finanz- und Währungsgeschichte - ernsthafte Zweifel hegen. Daher kann ich (leider) auf eine Beimischung von Gold nicht verzichten. Lieber wäre es mir.


    Signifikant erhöht hatte ich meine Goldquote vor Euroeinführung, weil ich dieser Einheitswährung (nach Recherchen) damals sehr skeptisch gegenüberstand. Beim Blick auf die Kaufbelege (z. B. 1999) und dem Blick auf die Goldpreise heute (Unze, Kg in 2022) war das jedenfalls kein Fehler.


    Etwas erstaunlich und vielleicht auch etwas beunruhigend: Sogar Immobilien in Ballungsgebieten haben gegen Gold devaluiert. Heute könnte ich jede meiner vermieteten Wohnungen für deutlich weniger Unzen kaufen (im Gegenwert) als noch Ende der 90er Jahre (trotz der erfolgten Preissteigerungen bei Immobilien beginnend seit etwa 2010 bis heute).


    Meine Erfahrung: Gold ist (hoffentlich) einfach da und liegt und ruht - bis es gebraucht wird. Dann ist es aber immer gut, welches zu haben.


    Allerdings ist es auch wie ein globales "Fieberthermometer", welches das Fieber an den Finanz-, Kapital- und Währungsmärkten anzeigt. Und auch das Fieber bei bestimmten Währungen (siehe aktuell die Türkei und die türkische Lira - um nur ein Beispiel zu nennen). So gesehen wäre mir ein deutlich niedrigerer Goldpreis (obwohl ich selbst Gold halte) lieber, weil wir dann in ruhigeren Zeiten leben würden ...

  • Hallo Referat Janders ,

    kleiner Tipp von mir, nur seitlich anfassen. In durchsichtigen Münzkapseln sind die Münzen recht gut geschützt. Sie haben darin ihre eigene Atmosphäre,die sich kaum ändert. Habe aber auch schon Münzen bei der Sparkasse gekauft, nach kurzer Zeit waren da die Fingerabdrücke der Mitarbeiterinnen zu sehen.

    Gruß


    Altsachse

  • Edelmetalle haben m.E. nur eine psychologische Wirkung, so wie das Klopapier-Phänomen, nur ein paar Größenordnungen drüber. ;) Insofern spricht nichts gegen Gold.


    Silber hat wenigsten den Zusatznutzen, antiseptisch zu sein. Eine Silbermünze in den Wassertank oder die Glaskaraffe wirkt auf dauer antibakteriell.


    Kater.Ka hat ja schon auf einen entprechenden Artikel von Finanztip dazu verwiesen - der stabilisierende Effekt auf das Portfolio ist geringer, als man sich erhofft.


    Damit man mit Edelmetallen einen Effekt erzielt, muss man in der Lage sein, sich von seinen Goldmünzen zu trennen, wenn der Goldkurs am höchsten ist. Am 9. März 2022 schoss der Kurs auf 1880 EUR / Feinunze. Von den 3 Leuten, die ich kenne, und die Münzen haben, hat es keiner übers Herz gebracht und verkauft.


    Mit dem Besitz wertvoller Münzen kann ein Fluch aus der Verhaltensökonomie einsetzen, der dem rationalen Verhalten eines Investors zuwiderläuft: je wertvoller die Münzen werden, desto mehr hält man daran fest. Am ende freuen sich die Erben (die halten dann auch daran fest...).


    Dass Goldmünzen als Krisenwährung heute noch funktionieren, da hab ich starke Zweifel. Wenn Geld nicht mehr funktioniert, haben wir ganz andere Probleme. Wenn es mal soweit kommen sollte, und ich mich versuche mit einer Goldmünze freizukaufen - was ein Agressor dann wohl mit einem anstellt, wenn er die Münze zu Gesicht bekommt? =O


    Heutzutage ist es wohl eher so, dass man für die Krise ein großes Netzwerk an Freunden pflegen sollte. Da kann man sich wenigstens gegenseitig aushelfen, sollten wir in eine Subsistenzwirtschaft abrutschen. :)

  • Edelmetalle haben m.E. nur eine psychologische Wirkung, so wie das Klopapier-Phänomen, nur ein paar Größenordnungen drüber.

    Dann sollten die Notenbanken weltweit - statt Tausenden Tonnen von Gold - vielleicht besser Klopapier bunkern, um die ohnehin "nur psychologische Wirkung" zu nutzen ... ?


    Erstaunlich übrigens auch, daß eine "nur psychologische Wirkung" mehrere Jahrtausende überdauert und anhält .... ?


    Den Euro beispielsweise gibt es als Bargeld erst seit dem Jahr 2002 mithin also 20 Jährchen - und er muß mit einem Notprogramm nach dem anderen Antikrisenprogramm andauernd gerettet werden ... An Rettungsprogramme für Gold kann ich mich nicht erinnern ... Nur daran, daß man versucht sich und/oder seine Ersparnisse mittels Gold zu retten ...

  • Hallo Referat Janders ,

    kleiner Tipp von mir, nur seitlich anfassen. In durchsichtigen Münzkapseln sind die Münzen recht gut geschützt. Sie haben darin ihre eigene Atmosphäre,die sich kaum ändert. Habe aber auch schon Münzen bei der Sparkasse gekauft, nach kurzer Zeit waren da die Fingerabdrücke der Mitarbeiterinnen zu sehen.

    Gruß


    Altsachse

    Sind gekapselt, alles gut. :thumbup:

  • So wie die Strategie, die von Echtgeld.tv vorgestellt wurde?

    Wie lange machst Du das schon?

    Wie sieht es mit der Rendite aus (nach steuern)?

    Ja / Weihnachten

    Rendite ist schwierig weil ich das über einen quasi-Sparplan mache sowie auch fehlerhafte Käufe gemacht habe, die das Ergebnis nach unten ziehen. Mein Bestand -5,4%, ein MSCI World als Sparplan läge so bei -6,3%.

  • Ich will den Gold-Liebhabern nicht widersprechen, aber zumindest rein von der Rendite her scheint Gold langfristig eher ein Griff ins Klo gewesen zu sein. Hat die Vorliebe der deutschen für Gold evtl. mit der jüngeren Vergangenheit bzw. den Erfahrungen der Großeltern zu tun?

    Schließlich haben viele deutsche Sparer im 20jhd. mehrfach Ihr gesamtes Sparguthaben verloren. Da wäre es natürlich gut gewesen physisches Gold gehabt zu haben.

    Aber wären nicht Aktien langfristig doch die bessere Alternative gewesen!?

    Warum Warren Buffett kein Gold kauft | Grossmutters Sparstrumpf (grossmutters-sparstrumpf.de)

  • Hat die Vorliebe der deutschen für Gold evtl. mit der jüngeren Vergangenheit bzw. den Erfahrungen der Großeltern zu tun?

    Genau. Meine Mutter hat die Inflation 1923 und die folgende Wirtschaftskrise als Kind miterlebt. Im Nachlass meines Vaters habe ich Unterlagen der Währungsreform gefunden, in der sein Sparguthaben zu weniger als 10% in DM umgestellt wurde.

  • Kann mir jemand erklären, warum die "Big Player", also Zentralbanken der verschiedenen Nationen im großen Stil Gold kaufen?


    Vor allem der gerade entstehende "östliche Block" (Russland, China, Indien, Teile Südamerikas etc.) scheint massiv Gold zu kaufen. Haben die alle keine Lust auf Rendite? Sind das alles Klopapiersammler (wie hier jemand meinte)?


    Wenn Gold "out" ist, warum hält dann jede Bank solch immense Mengen davon (auch westliche Banken)?

  • Ich will den Gold-Liebhabern nicht widersprechen

    Für meinen Teil bin ich gerade kein Gold-Liebhaber ! (siehe Beitrag 10, Abs. 2 . Im Gegenteil: Liebend gerne würde ich nämlich auf Gold verzichten).

    rein von der Rendite her scheint Gold langfristig eher ein Griff ins Klo gewesen zu sein.

    Nochmals: Wenn ich mir meine Kaufbelege z. B. aus 1999 bei Euroeinführung und jetzt in 2022 nebeneinander lege (einen Zeitraum von deutlich > 20 Jahren subsumiere ich unter "langfristig") - dann hat Gold praktisch meine anderen Assets alle geschlagen (das gilt selbst für meine Immobilien in einem der größten Ballungsräume in Deutschland). Zudem wäre dieser enorme Gewinn bei Gold nun steuerfrei liquidierbar.


    Wie soll das dann also ein Griff ins Klo gewesen sein ?