Daumelregel 10-20% sparen: Was zählt rein?

  • Moin!


    Ich habe geplant momatliich 10% meines Nettolohnes in ETFs zu investieren und 10% für größere Anschaffungen auf einem Tagesgeldkonto an zu sparen. Die 10-20% hört man immer wieder als Daumenregel und deshalb fange ich damit an.

    Jedoch spare ich bereits an anderen Stellen: Ich habe eine betriebliche Altersvorsorge, die direkt x% von mein Bruttogehalt abzwackt. Außerdem ist das Abzahlen unseres Kredites für unser Haus ja auch "sparen".

    Rechnet ihr solche Dinge mit ein und würdet daher eher weniger in ETFs packen oder tatsächlich neben Kredit und betrieblicher Altersvorsorge nochmals 10-20% oben drauf?

    Danken im Voraus!

  • selmaohneh


    Willkommen im Forum.

    Die 15% sind sicher eine Orientierungshilfe, die in manchen Fällen angepasst werden kann. Wir zahlen 10% in den ETF Sparplan. Allerdings bekomme ich eine arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente, meine Frau ist Beamtin und wir werden über 1 Mio erben. Ob wir 10 oder 15% in den ETF einzahlen wiegt da nicht so schwer.


    Die 15% basieren ja auch auf der Annahme, dass sie sich mit 7% rentieren. Das wird deine bAV niemals. Ob du ein günstiges Haus zu einem niedrigen Zinssatz in attraktiver Lage gekauft hast, oder bei allen drei Kriterien das Gegenteil der Fall ist, weißt nur du.


    Ich würde mich an der Größenordnung orientieren. 15% sind nicht 10 Euro im Monat aber auch wahrscheinlich nicht 1000 Euro. Es muss in dein Leben passen.

  • Die 10-20% hört man immer wieder als Daumenregel und deshalb fange ich damit an.

    Der Prozentsatz sollte vom künftigen Bedarf abhängig gemacht werden, vom Anlagevehikel, und von dem Zeitraum, zu dem das 'Kapital' zur Verfügung stehen sollte.


    Manch ein Ü50er müsste das 10- bis 15-Fache des Monatseinkommens 'sparen' ;-)

  • Hallo selmaohneh, es klingt so, als wenn Dir der Gedanke an 20 % Sparquote neben Kreditrückzahlung und bAV keine schlaflosen Nächte bereiten würde. Herzlichen Glückwunsch dazu! Wenn das ohne Schmerzen möglich ist, würde ich mir nicht eine Grenze von "zu viel Sparen" einreden lassen. Vielleicht bekommt ihr euer Häuschen mit Sondertilgungen dadurch ein paar Jahre früher schuldenfrei? Oder wenn es dauerhaft bei der Kombination guter Verdienst mit sparsamen Lebensstil bleibt, reicht es für vielleicht für ein paar Jahre eher in eine selbstangesparte Rente?

  • Es ist zwar gut und richtig so viel wie möglich zu sparen, aber das aktuelle Leben sollte dabei nicht zu kurz kommen. Man muß da selbst einen Kompromiss finden. Sich auf andere Leute zu verlassen, oder zu schielen wie es andere machen bringt nicht viel. Man muß sich selbst mit seiner Entscheidung wohlfühlen. Und wenn man noch Kinder hat, sollte man bedenken, die Kindheit hat man nur einmal. Was man heute den Kindern geben kann, geben sie im Alter an Liebe zurück. Ich erinnere mich noch sehr gern an Betriebskinderferienlager, weil meine Eltern es auch nicht zu reichlich hatten.

    Gruß


    Altsachse

  • Moin und Danke!


    Ich fasse zusammen: Die Daumenregel ist wirklich nur sehr grob. Jeder muss selbst entscheiden wie viel er sparen kann und will.


    Ich werde dann in den nächsten Monaten beobachten, ob wir es "merken", wenn 10% in ETFs wandern. Falls ja, korrigiere ich das nach unten, da betriebliche Altersvorsorge und Haus für mich bereits "sparen" sind.


    Wir verwöhnen unsere Kleine und sparen auch nicht am Spaß ;-) Aber wir haben zusätzlich regelmäßig große Investitionen zwecks Gartengestaltung/Sanierung. Würde ich die 10% nicht direkt in die ETFs schieben, landet das Geld auf dem Tagesgeldkonto und wird z.B. für eine neue Terrasse ausgegeben. :-D So würde dann für mein Bauchgefühl zu wenig in die Altersvorsorge fließen.

    Auch wir sind gut-Verdiener und meine Frau ist Beamtin. Auch wir werden viel erben. Das soll jedoch on-top sein, darauf möchte ich meine Altersvorsorge nicht aufbauen.