PKV zwischen Schule und Studium

  • Hallo Community,


    ich möchte im Herbst (Oktober) ein Studium beginnen, und da stellt sich mir die Frage, ob ich in den Übergangsmonaten (zwischen Schule und Studium) über meine seit Geburt bestehende Private Krankenversicherung (Debeka) abgesichert bin. (Ein Elternteil ist als Beamter privat versichert und der* andere Elternteil im Angestelltenverhältnis gesetzlich pflichtversichert.) Das Kindergeld wird auch weiterhin ausgezahlt - das wurde schon abgeklärt - somit habe ich als Beamtenkind auch weiterhin Anspruch auf Beihilfe. Ich weiß auch, dass ich zu Beginn des Studiums zwischen GKV und PKV wählen kann.


    Im Internet habe ich leider nichts Vernünftiges zu diesem Thema gefunden, es ging stets nur um die gesetzliche Familienversicherung und nicht um die PKV.


    Wisst ihr da mehr oder habt ihr vielleicht schon Erfahrung(en) bezüglich dieser Thematik gemacht? Ihr könnt gerne auch weiterführende Links posten.


    * Ja, es heißt "der" Elternteil und nicht das, da habe ich extra nachgeguckt. ;)

  • Hallo Community,


    ich möchte im Herbst (Oktober) ein Studium beginnen, und da stellt sich mir die Frage, ob ich in den Übergangsmonaten (zwischen Schule und Studium) über meine seit Geburt bestehende Private Krankenversicherung (Debeka) abgesichert bin. (Ein Elternteil ist als Beamter privat versichert und der* andere Elternteil im Angestelltenverhältnis gesetzlich pflichtversichert.) [...]

    Ja, bis Ende September bist Du weiterhin in Deinen 20%-Beihilfetarifen passend versichert.


    Dein Wahlrecht zu Beginn des Studiums am 1.10. sieht konkret so aus:

    Plan 1: Du unternimmst nichts aktiv und wirst dann mit Studienbeginn in einer gesetzlichen Kasse als Student pflichtversichert.

    Plan 2: Wenn es während des Studiums krankenversicherungstechnisch weiterlaufen soll wie bisher, musst bzw. kannst Du Dich von der studentischen Krankenversicherungspflicht befreien lassen (Antrag bei einer gesetzlichen Kasse Deiner Wahl).


    Die Entscheidung zwischen 1 und 2 sollte man sich nicht zu leicht machen, sondern sich dazu gründlich informieren; vllt findest Du auch hier in der Community - bald in diesem oder bereits in anderen Threads - Infos dazu.


    Einen Aspekt - den Du aber evtl. schon kennst - will ich schon mal ansprechen: mit 25 wirst Du nicht mehr bei der Beihilfe Deines Vaters berücksichtigt. Solltest Du dann noch im Studium stecken, musst und kannst Du Deinen 20%-Tarif ohne Gesundheitsprüfung aufstocken. Ich erwähne das deshalb, weil manche in Deiner Situation sich mit 25 davon überrascht zeigen - das Internet ist "voll davon".


    Gruß

    Alexis

    Heinrich Zille: "Vorne zu eng, hinten jeht er ausenander - det is'n Schuh von Salamander!"

  • Da kannst du bei deiner Krankenversicherung nachfragen. Das ist am sichersten, du kannst auch um schriftliche Antwort bitte. Bei mir war das so, dass ich versichtert blieb.

    Ja, stimmt, auf deren Website gibt es ein entsprechendes Kontaktformular. Ich war mir bloß nicht sicher, wie schnell die antworten, deswegen wollte ich erstmal Erfahrungen anderer Betroffener erfragen. Aber danke für den Hinweis! :thumbup:

  • Ja, über diese Wahlmöglichkeiten habe ich mich schon ausführlich informiert. Mit dem letztgenannten Aspekt (Wegfall der Beihilfe) bin ich mittlerweile auch vertraut - das könnte für mich insofern relevant werden, wenn ich an den Bachelor-Studiengang noch einen Master-Studiengang dranhängen würde. Da sollte ich mir also wirklich nochmal Gedanken machen.


    Ich finde es gut, dass du das ansprichst (also auch die Wahlmöglichkeiten), das ist sicherlich für Einige, die diesen Thread lesen ebenfalls interessant.

  • Ich finde es gut, dass du das ansprichst (also auch die Wahlmöglichkeiten), das ist sicherlich für Einige, die diesen Thread lesen ebenfalls interessant.

    Und ich finde es gut, dass Du Dir beizeiten Gedanken zu diesem drögen Thema machst. :thumbup:

    Heinrich Zille: "Vorne zu eng, hinten jeht er ausenander - det is'n Schuh von Salamander!"

  • Und ich finde es gut, dass Du Dir beizeiten Gedanken zu diesem drögen Thema machst. :thumbup:

    Tja, wat mutt dat mutt. ;)


    Aber ganz ehrlich: ich regele das lieber jetzt schon, damit ich die nächsten Monate (bis zum Studium) entspannt die Füße hochlegen kann. ;-) Die Büffelei geht schließlich schon früh genug wieder los.

  • Wobei natürlich die 25er Grenze deutlich weniger schlimm ist als früher. Damals mit Abi nach 13 Jahren und Wehr-/Zivildienst war man auch gerne beim Studienbeginn schon 21 Jahre alt. Heute ist man 2 Jahre früher dran und ein Master in 5 Jahren ist keine Hexerei ;)

  • Wobei natürlich die 25er Grenze deutlich weniger schlimm ist als früher. Damals mit Abi nach 13 Jahren und Wehr-/Zivildienst war man auch gerne beim Studienbeginn schon 21 Jahre alt. Heute ist man 2 Jahre früher dran und ein Master in 5 Jahren ist keine Hexerei ;)

    Da ist was dran. Aber es gab auch mal eine graue Vorzeit, in der man erst mit 27 aus der Beihilfe des Elternteils aussortiert wurde. Damals hieß es auch noch "Diplom" oder "Magister" statt "Master".

    Heinrich Zille: "Vorne zu eng, hinten jeht er ausenander - det is'n Schuh von Salamander!"

  • Wobei natürlich die 25er Grenze deutlich weniger schlimm ist als früher. Damals mit Abi nach 13 Jahren und Wehr-/Zivildienst war man auch gerne beim Studienbeginn schon 21 Jahre alt. Heute ist man 2 Jahre früher dran und ein Master in 5 Jahren ist keine Hexerei ;)

    Joa, sofern man nicht wie ich in der Mittelstufe eine Ehrenrunde gedreht hat, trifft dies durchaus zu. ;) Da wir bei uns wieder das G9-Abi haben, habe ich somit sogar 14 Jahre in der Schule verbracht. Da kannst du dir sicherlich ausrechnen, dass sich ein hypothetisches Master-Studium mit dem Wegfall des Kindergeldes überschneiden dürfte. ;) Aber wenigstens muss ich keinen Wehr-/Zivildienst ableisten. Davon halte ich auch nicht besonders viel, da man dadurch nur noch später ins Berufsleben startet.

  • FinanceRiser , wenn Du schon Mußestunden hast, die Du in das dröge Thema investierst:


    Wie möchtest Du denn nach dem Studium versichert sein? Wenn das definitiv PKV sein sollte, wird sich ein Ausflug in die GKV während des Studiums vermutlich eher nicht lohnen. Nicht nur wegen der Gesundheitsfragen beim Neueinstieg, sondern Du müsstest auch die Bedingungen erfüllen (als angestellter Berufsanfänger z.B. wirst Du in der Regel zunächst unter der Beitragsbemessungsgrenze bleiben; wenn Du immer schon PKV warst ist das aber egal).


    Wenn Du Dich für GKV entscheidest, kannst Du eher danach gehen, was während des Studiums attraktiver ist.


    Wenn Du noch unentschieden bist, hält der Verbleib in der PKV die Optionen wohl am besten offen.


    Aber das ist von mir jetzt mal schnell dahingeschrieben. PKV/GKV ist eine Entscheidung von der Tragweite knapp vor Heiraten...

  • Mal gucken, ich könnte mich nach dem Studium selbstständig machen oder mich um eine Stellung im öffentlichen Dienst bewerben. Gerade in letzterem Fall wäre ein Verbleib in der PKV natürlich lukrativ, wegen des Beihilfeanspruchs (bei einer möglichen Verbeamtung). Allerdings muss man bezüglich der Selbstständigkeit beachten, dass dort eben kein Beihilfeanspruch besteht und man sämtliche Beitragskosten alleine trägt. Auch kann man, wenn man im Studium privat versichert war, und sich dann selbstständig macht, nicht zwischen PKV und GKV wählen, sondern muss sich weiterhin privat versichern. Das ist mal wieder ein Sonderfall.


    Abgesehen davon strebe Ich generell schon an, in der PKV zu verbleiben, wegen der besseren Leistungen. Auch wenn es private Zusatzversicherungen zur GKV gibt, ich weiß. ;) Allerdings muss man als gesetzlich Versicherter öfter mal Versuchskaninchen spielen, ich sag' nur (das verpflichtende!) E-Rezept oder die ePa, welche (für GKV-Mitlieder) offenbar per Opt-out eingeführt werden soll (auch hier nachzulesen). Die gesetzlichen Krankenkassen werden halt generell stärker von der Gesetzeslage beeinflusst.


    Ja, ich denke zumindest während des Bachelor-Studiums bleibe ich lieber noch in der PKV. Falls ich allerdings hintendran einen Master-Studiengang absolvieren sollte, muss ich ja den Wegfall der Beihilfe beachten. Da müsste ich dann halt sehen, inwiefern ich die Beitragskosten eines normalen Studententarifes stemmen könnte. Aber unter Umständen werde ich dabei väterlicherseits unterstützt, mal schauen.

  • [...]Wie möchtest Du denn nach dem Studium versichert sein? Wenn das definitiv PKV sein sollte, wird sich ein Ausflug in die GKV während des Studiums vermutlich eher nicht lohnen. Nicht nur wegen der Gesundheitsfragen beim Neueinstieg, sondern Du müsstest auch die Bedingungen erfüllen (als angestellter Berufsanfänger z.B. wirst Du in der Regel zunächst unter der Beitragsbemessungsgrenze bleiben; wenn Du immer schon PKV warst ist das aber egal). [...]

    Liegt im letzten Halbsatz evtl. ein Missverständnis vor? Ich lese es so: Wer immer schon PKV-versichert war, bleibt das auch, wenn er als angestellter Berufsanfänger unterhalb der Entgeltgrenze einsteigt.


    Sollte "... ist das aber egal" tatsächlich so gemeint gewesen sein, wäre es der Holzweg: In diesem Fall entsteht Versicherungspflicht in der GKV, unabhängig, davon, ob und wie lange der Betreffende zuvor in der PKV war.


    Ok, eine Ausnahme gibt es: Wenn er soweit unter der Entgeltgrenze liegt, dass er quasi limbomäßig sogar noch die Geringfügigkeitsgenze von bisher 450 € mtl. von unten betrachten kann.:(

    Heinrich Zille: "Vorne zu eng, hinten jeht er ausenander - det is'n Schuh von Salamander!"

  • Liegt im letzten Halbsatz evtl. ein Missverständnis vor? Ich lese es so: Wer immer schon PKV-versichert war, bleibt das auch, wenn er als angestellter Berufsanfänger unterhalb der Entgeltgrenze einsteigt.


    Sollte "... ist das aber egal" tatsächlich so gemeint gewesen sein, wäre es der Holzweg: In diesem Fall entsteht Versicherungspflicht in der GKV, unabhängig, davon, ob und wie lange der Betreffende zuvor in der PKV war.


    Ok, eine Ausnahme gibt es: Wenn er soweit unter der Entgeltgrenze liegt, dass er quasi limbomäßig sogar noch die Geringfügigkeitsgenze von bisher 450 € mtl. von unten betrachten kann.:(

    Ja, das stimmt, in diesem Fall wird man versicherungspflichtig...


    Na ja, da liegt bestimmt wirklich nur ein Missverständnis vor. Pantoffelheld ist schließlich auch nicht allwissend. ;)

  • Es gibt mehrere Limits, eins bei dem du mit dem du in der GKV versichert wirst und eins mit dem du als GKV-Versicherter die Möglichkeit bekommst dich privat zu versichern. Als Student in der PKV zu sein ist dann interessant wenn du erwartest über dem Minimum zu liegen, dann kannst du direkt drin bleiben. Keiner stellt Fragen und du bist mit 25 ein gern gesehener Kunde mit super Tarif. Durch die durchgehende PKV umgehst du auch eventuelle Wartezeiten vor dem Umstieg in die PKV.

  • Ja, das stimmt, in diesem Fall wird man versicherungspflichtig...


    Na ja, da liegt bestimmt wirklich nur ein Missverständnis vor. Pantoffelheld ist schließlich auch nicht allwissend. ;)

    Stimmt, beides.


    Ich bin nicht allwissend und dass mit der Aufnahme einer Beschäftigung als Angestellter mit Einkommen unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze sofort die Pflichtmitgliedschaft in der GKV einsetzt, gehörte zu dem unwissenden Teil. Gut, dass es so schnell von Euch korrigiert wurde!

  • Ganz unabhängig vom finanziellen noch ein Aspekt zur Privatsphäre: Ich war im Studium ebenfalls privat mitversichert über die Beihilfe bzw. private Zusatzversicherung. In Baden-Württemberg mussten damals die Eltern die Arztrechung und Rezepte einreichen. Das hat zur Folge, dass die Eltern natürlich jederzeit über den Gesundheitszustand und gegebenenfalls auch Tatsachen, die man Eltern nicht direkt mitteilen wollte, voll informiert sind. Vielleicht kann man mittlerweile auch direkt einreichen oder es spielt für Dich keine Rolle. Ich würde heute aus diesem Grund die GKV wählen.

  • Ganz unabhängig vom finanziellen noch ein Aspekt zur Privatsphäre: Ich war im Studium ebenfalls privat mitversichert über die Beihilfe bzw. private Zusatzversicherung. In Baden-Württemberg mussten damals die Eltern die Arztrechung und Rezepte einreichen. Das hat zur Folge, dass die Eltern natürlich jederzeit über den Gesundheitszustand und gegebenenfalls auch Tatsachen, die man Eltern nicht direkt mitteilen wollte, voll informiert sind. Vielleicht kann man mittlerweile auch direkt einreichen oder es spielt für Dich keine Rolle. Ich würde heute aus diesem Grund die GKV wählen.

    Vormerkung
    Gut, dass Du das eingebracht hast. Kann - bzw. konnte - je nach familiärer Konstellation - auf Deutsch: Stress durch die AltenX/ - auch unabhängig von medizinischen Befunden ein echtes Problem sein.

    Deshalb können inzwischen mitversicherte Personen ab 18 Jahren das Ganze auch direkt mit der PKV regeln, also ohne dass der PKV-Vertragspartner (Vater oder Mutter) Einblick erhält.


    Wie das die Beihilfe handhabt, da muss ich passen. Bin ja nicht allwissend.:)

    Heinrich Zille: "Vorne zu eng, hinten jeht er ausenander - det is'n Schuh von Salamander!"