• In diesen unsicheren Zeiten würde ich gerne einen Teil meiner Anlage in „Gold“ umschichten. Bislang habe ich einen Großteil in MSCI World. Möchte jedoch auf mehreren Füßen stehen. Was könnt ihr da empfehlen?

  • Hallo Finanzlady1234 und Herzlich Willkommen im FT-Forum,

    wenn man von Gold als Krisenschutz ausgeht, kommt eigentlich nur der Erwerb von physischen Gold in Form von Münzen oder Barren in Frage.


    Es gibt auch Finanzprodukte wie z.B. Euwax-Gold, bei denen Du Dir das Gold auf Wunsch auch physisch ausliefern lassen könntest. Aber was wäre so eine 'Garantie' im Falles von einer echten Kriese im Zweifel dann wert?


    BTW: Was veranlasst Dich zur der Ansicht, dass diese Zeiten besonders unsicher seien? Ich bin als Kind des kalten Krieges mit einer ganz anderen Bedrohungslage aufgewachsen.

  • Grds. sehe ich das natürlich auch so … und finde es sehr ärgerlich, dass der moderate Goldpreis jetzt gerade mit dem schlechten EUR-Kurs zusammenfällt, aber bei einem EUR gehedgten ETC wäre dieser Aspekt irrelevant, oder?

  • In diesen unsicheren Zeiten würde ich gerne einen Teil meiner Anlage in „Gold“ umschichten. Bislang habe ich einen Großteil in MSCI World. Möchte jedoch auf mehreren Füßen stehen. Was könnt ihr da empfehlen?

    Hallo, Kater.Ka hat ja schon auf den Finanztip-Beitrag zum Thema Gold verwiesen. Die Wirkung auf das Gesamtportfolio ist allerdings geringer als erhofft, wenn man sich Gold zulegt.


    Ich selbst habe kein Gold. Allerdings darf man die psychologische Wirkung von ein paar Münzen nicht unterschätzen - wenn man mit Gold ruhiger schlafen kann, why not.


    ABER: Damit man die Schwankungen auf das Portfolio ausgleichen kann (besonders die nach unten...), muss man in der Lage sein, Gold auch wieder zu verkaufen. Ich kenne ein paar Leute, die sich zwecks Risikostreuung schon vor Zeiten Edelmetalle zugelegt haben. Keiner hat es bis dato geschafft, sich von seinen Münzen zu trennen (Verlustaversion, Trennungsängste, Endowment-Effekt,...), obwohl Inflation und bisheriger Höchststand Goldpreis dazu Anlass gegeben hätten. Diesen Effekt sollte man berücksichtigen, wenn man Risiken mit Edelmetallen streuen möchte, sonst ist die Anschaffung wirklungslos und es freuen sich nur die Erben (oder der Abrissunternehmer, wenn er das Zeug nach Jahrzehnten aus der Wand kratzt).


    Mein Rat: neben dem, was im zitierten Finanztip-Artikel steht, sollte man die eigene Personality prüfen, ob man in der Lage ist, sich von wertvollen Gegenständen wieder zu trennen. Leuten aus der Kategorie "Sammeln & Horten" würde ich von Edelmetallen abraten. Wenn ihr Gold allerdings als "höherwertiges Zahlungsmittel" betrachtet, dann ist gegen ein paar Münzen nix einzuwenden.

  • Ich kenne ein paar Leute, die sich zwecks Risikostreuung schon vor Zeiten Edelmetalle zugelegt haben. Keiner hat es bis dato geschafft, sich von seinen Münzen zu trennen (Verlustaversion, Trennungsängste, Endowment-Effekt,...), obwohl Inflation und bisheriger Höchststand Goldpreis dazu Anlass gegeben hätten. Diesen Effekt sollte man berücksichtigen, wenn man Risiken mit Edelmetallen streuen möchte, sonst ist die Anschaffung wirklungslos und es freuen sich nur die Erben (oder der Abrissunternehmer, wenn er das Zeug nach Jahrzehnten aus der Wand kratzt).

    Ein sehr interessanter Aspekt.:/

    Viele Menschen holen sich Gold ja als Versicherung bzw. Notfallreserve für den großen Crash oder eine Krisensituation (z.B. Krieg). Nur, dass Sie selbst in den Crashs der vergangenen Jahre die Crashs nie 'groß' genug waren um die 'Versicherung' anzugreifen. Und Krieg, nun ja, ob man dann im Zweifel noch die Möglichkeit hat sich mit 'seinem' Gold abzusetzen?

    Ich habe kein Gold. Aber wahrscheinlich auch nur, weil mir bei meinem kleinen Vermögen der Goldanteil einfach zu gering wäre um damit irgendetwas abzusichern.

    Mit steigendem Vermögen scheint ja auch die Verlustangst zu steigen. Schauen wir mal, wie es sich bei mir so verhält. Evtl. werde ich mit steigendem Alter und Vermögen dann auch noch zum Gold-Befürworter.:D

  • Auch Tanten gibt es bei YT.:/

    Mir wurde neulich auch etwas vorgeschlagen und ich hab mir den Stuss des Mädels bis zum Schluss 'angetan'. Manchmal frage ich mich, ob früher nicht doch Manches besser war. Da waren manche Menschen halt nur der 'Dorfdepp' und konnten sich nicht weltweit präsentieren. Mehr schockiert hat mich allerdings, dass das Mädel 77.000 Abos hatte. =O

  • Auch Tanten gibt es bei YT.:/

    Mir wurde neulich auch etwas vorgeschlagen und ich hab mir den Stuss des Mädels bis zum Schluss 'angetan'. Manchmal frage ich mich, ob früher nicht doch Manches besser war. Da waren manche Menschen halt nur der 'Dorfdepp' und konnten sich nicht weltweit präsentieren. Mehr schockiert hat mich allerdings, dass das Mädel 77.000 Abos hatte. =O

    Ja, da gibt es echt aggroe VertreterInnen.

  • Auf YouTube gibt auch sehr unterhaltsame Edelmetall-Onkel.

    Die größten "Edelmetall-Onkel" sind nicht bei Youtube zu finden sondern hocken in den staatlichen Zentral- bzw. Notenbanken, dazu reicht ein Blick auf deren Goldbestände (gemessen übrigens nicht in Unzen (31,1 Gramm) sondern gleich in Tonnen) ...


    Ist eigentlich "Edelmetall-Onkel" (dann wäre in dieser Terminologie Madame Lagarde eine "Edelmetall-Tante" ?) eher positiv oder abwertend zu verstehen ?


    Dazu - wenn auch nur am Rande - noch zwei kurze Kommentare:

    Man muss zwar aufpassen, da einige gerne in die Schwurbelei abdriften

    Das geht mir regelmäßig bei Madame Lagarde auch so - selbst wenn sie inzwischen meist vom Blatt abliest ... (am Do. ist es wieder so weit)

    aber zum Lachen war bisher immer etwas dabei. ^^

    Das stimmt für mich auch bei Madame Lagarde. Wenn man dann aber auch nur einen Moment darüber ernsthaft nachdenkt, kann einem leicht Angst und Bange werden ...

  • .... Mit steigendem Vermögen scheint ja auch die Verlustangst zu steigen. Schauen wir mal, wie es sich bei mir so verhält. Evtl. werde ich mit steigendem Alter und Vermögen dann auch noch zum Gold-Befürworter.:D

    Der Effekt ist wissenschaftlich belegt, siehe:

    https://docs.iza.org/dp2961.pdf


    Der letzte Satz im Abstract bringt das Resultat auf den Punkt:

    " We find that loss aversion increases in age, income, and wealth, and decreases in education."

    :D

  • Daß Menschen mit steigendem Alter beispielsweise eine höhere Aversion vor Verlusten haben, ist eine Binse. Tendiert mit zunehmendem Alter das Humankapital ja gegen Null. Parallel schmilzt die Zeit erlittene Verluste auszusitzen und/oder wieder aufzuholen. Auch schon eine Sachgesetzlichkeit: Nur wer etwas hat, kann denknotwendig eine Aversion entwickeln, dies wieder zu verlieren. Ebenso evident: Nur wer höhere/hohe Einkommen generiert, kann überhaupt - jedenfalls eigenständig (Lottogewinn, Erbschaft, Heirat usw. außen vor) - (relevantes) Vermögen aufbauen. So weit, so gut - und auch trivial.


    Daß aber mit steigendem und/oder hohem Bildungsgrad eine geringere (proportionale) Aversion gegen Verluste besteht (sollte ich diese Behauptung richtig verstanden haben), widerspricht meinen langjährigen Erfahrungen in der Lebenswirklichkeit. Und mit Sicherheit auch der Erfahrung der allermeisten Vermögensverwalter, Family-Offices usw.


    Könnte man ja pointiert so zuspitzen: Umso höher gebildet, desto lieber hat man Verluste ...


    In dem Umfeld scheint mir eher der Grundsatz (der nicht der meine ist, um da Mißverständnissen und/oder Unterstellungen vorzubeugen) vorzuherrschen:


    "Als ich jung war, glaubte ich, Geld sei das Wichtigste im Leben. Jetzt, wo ich alt bin, weiß ich, daß es das Wichtigste ist".


    Und "Education" im Sinne von Bildung wird man Oscar Wilde (von dem dieses legendäre Zitat stammt) kaum absprechen können.


    Vielleicht ist in dieser Abhandlung mit "Education" aber die darin neben "Bildung" m. W. auch enthaltene Wortbedeutung "Erziehung" gemeint ... ?


    Interessanter Ansatz, vielleicht könnte da Ralph_S mal kurz für Aufklärung sorgen, da er diese Abhandlung ja näher zu kennen scheint.

  • Vielleicht einfach: Wer gebildet ist kann eher abschätzen, ob Einnahmen und Vermögen (z.B. zu Rentenbeginn) für die Erhaltung des Lebensstandards ausreichen. Wer mit finanziellen Themen auf Kriegsfuß steht, eher nicht.

  • Ich denke mir, die Angst vor Verlusten hat nichts mit dem Alter zu tun. Das ist halt von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Natürlich ist der im Vorteil, der bereits negative Erfahrungen gemacht hat. Er hat den Erholungseffekt am eigenen Leib gespürt, und ist dadurch im gewissen Sinne resistent geworden.

    Gruß


    Altsachse

  • Vielleicht einfach: Wer gebildet ist kann eher abschätzen, ob Einnahmen und Vermögen (z.B. zu Rentenbeginn) für die Erhaltung des Lebensstandards ausreichen. Wer mit finanziellen Themen auf Kriegsfuß steht, eher nicht.

    Ob es so einfach ist, weiß ich nicht.


    Zum einen würde ich schon nicht Bildung und Finanzwissen automatisch gleichsetzen (kannte einige Top-Händler am Rentenmarkt, die hoch kompetent, äußerst erfolgreich und sehr professionell waren, die man im allgemeinen Sprachgebrauch aber kaum als "gebildet" bezeichnet hätte - um nur ein Beispiel zu nennen). Oder ein anderer Fall: Kannte mal einen Metzgermeister (mit zum Schluß sechs Ladengeschäften), den man ebenfalls nicht unbedingt als "gebildet" bezeichnet hätte, der aber finanztechnisch gesehen erstaunlich clever agiert hat. Aber auch umgekehrt einen hochgebildeten Journalisten (mit mehreren Studienabschlüssen, einem Doktortitel und fünfsprachig fließend sprechend), dessen Altersvorsorge ein Desaster und Torso war.


    Viele Menschen haben zudem über den einfachen Aspekt ("Einnahmen und Vermögen bei Rentenbeginn reichen für die Erhaltung des (eigenen) Lebensstandards aus" - schon die "Restlebenszeit" ist eine oft ziemlich ungewisse Größe) darüber hinausgehende Anforderungen: Absicherung des ehelichen oder nichtehelichen Partners, Absicherung eigener oder fremde Kinder, Zuwendungen an langjährigen Freunde, Gründung einer Stiftung auch für außerhalb der Familie liegende gute Zwecke, Schenkungen an gemeinnützige Organisationen, Vereine usw.


    Meine Erfahrung in der Lebenswirklichkeit: Auch gebildete Menschen reagieren auf Verluste (und versuchen diese bestmöglich zu vermeiden), selbst dann, wenn aufgrund dieser Verluste nicht die Demarkationslinie erreicht ist, an der das Geld nicht bis zum Lebensende reichen könnte.


    Die Conclusio dieser Abhandlung deckt sich daher nicht mit meinen Erfahrungen.

  • Das ist halt von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

    Das finde ich einen sehr guten Hinweis. Deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Zudem können bei manchen Menschen die "subjektive" und "objektive" Risikotragfähigkeit durchaus auseinanderfallen. Sie könnten "objektiv" mehr Verluste (und damit mehr Risiko) vertragen, sie wollen oder können dies aber "subjektiv" nicht (aushalten). Man könnte auch sagen, manche hören mehr oder weniger auf "das Spiel zu spielen", wenn sie es (nach ihren Ansprüchen gemessen) gewonnen haben. Was ja nicht unbedingt falsch oder unklug sein muß.

    Natürlich ist der im Vorteil, der bereits negative Erfahrungen gemacht hat. Er hat den Erholungseffekt am eigenen Leib gespürt, und ist dadurch im gewissen Sinne resistent geworden.

    Trifft sicherlich auch zu. Allerdings macht es bei dem Erholungseffekt (wenn er denn eintritt, bisher war es - früher oder später - immer so; eine Garantie gibt es dafür aber nicht) schon ein Unterschied, ob man darauf dann im Alter von 50 oder von 70 Jahren wartet.


    Zumindest tendenziell dürfte daher die Risikobereitschaft mit zunehmendem Alter abnehmen bzw. die Verlustaversion zunehmen.