• Daß aber mit steigendem und/oder hohem Bildungsgrad eine geringere (proportionale) Aversion gegen Verluste besteht (sollte ich diese Behauptung richtig verstanden haben), widerspricht meinen langjährigen Erfahrungen in der Lebenswirklichkeit. Und mit Sicherheit auch der Erfahrung der allermeisten Vermögensverwalter, Family-Offices usw.

    Wenn man den umgekehrten Fall betrachtet, wird es klarer: kleine Kinder (noch ohne viel Bildung/Erziehung) haben mit die größte Verlustaversion. Man versuche mal, einem Kleinkind was aus der Hand zu nehmen...=O (obwohl Kinder auch eine kurze Phase haben, in der sie gerne Dinge verschenken).


    Natürlich handelt es sich bei solchen Analysen immer um Durchschnittswerte. Ausnahmen von der Regel gibt es immer. Worauf der Artikel schwerpunktmäßig abzielt ist die Schwierigkeit von Menschen mit hoher Verlustaversion, überhaupt Deals / Geschäfte einzugehen - davon können z.B. Immobilienmakler ein Lied singen... (damit Handel zustandekommt, müssen die im Artikel genannten WTP-WTA-Verteilungen überlappen). Solche Untersuchungen haben maßgeblich dabei geholfen zu verstehen, warum manche Subsistenzwirtschaften in der 3. Welt nicht ans Laufen kommen, obwohl man viel Geld dorthin versenkt. Das (bekannte) Ergebnis war u.a., dass man zuerst in die Bildung investieren muss.


    Was das urspr. Thema Gold anbelangt: es kann für Leute mit hoher Verlustaversion zum Fluch werden. Um die Fluktuation aufs Gesamtportfolio zu dämpfen, müssten sie sich vom Gold trennen, wenn der der Goldpreis am höchsten ist (verbunden mit hoher Inflation, gefallene Fonds/Aktien, etc.). Die dazu nötige Überwindung bringen sie jedoch umso weniger auf, je mehr das Gold Wert ist. Was Aktien/Fonds anbelangt, haben Menschen mit hoher Verlustaversion dasgleiche Problem: bei hohen Kursen überwiegt der Klammerreflex.

  • Hallo, Finanzlady

    Um beim Thema zu bleiben: Ich hatte auch einen Goldankauf im Sinn, aber nicht lange.

    Angenommen, der Goldpreis verbleibt bei z.B. 1728 $/Unze. Das sind beim momentanen Dollarkurs von 0.978 ( $/1€) ca. 1689.98 € Einkaufspreis.


    Jetzt wird der Dollar abwerten, damit in Amiland die Wirtschaft anläuft; nehmen wir mal an, auf 1,3 $/1€. Du verkaufst Dein Gold jetzt zum Preis von 1728 $. Das sind dann in € ca.1329,31 €. Dann ist der Preis bei einem Verkauf immer schlechter als der Einkaufspreis, ich habe mal mit 1300 € weiterüberlegt.


    Wertet der $ auf auf z.B. 0.8 $/1€, dann hast Du einen Gewinn. Du verkaufst wieder Dein Gold für 1728$/Unze und bekommst dann in € ca.2160 €.


    Bei alledem kommen noch Gebühren, auch für Safe und Handelspartner hinzu.

    Du siehst, es ist und bleibt immer eine Abwägung von Goldpreis und Dollarkurs. Hätten wir nur vor 6 Jahre Gold gekauft…….


    Hoffentlich habe ich richtig in den Devisenkursen rumgerechnet.


    Bis jetzt kaufe ich kein Gold, weil

    1.) Diese Investition für mich nur Sinn macht, wenn ich mit dem völligen Zusammenbruch der Wirtschaft und des Landes rechne. Dann kann ich meine Münzen, getarnt als Knöpfe an der Jacke, mit mir nehmen.

    2.) Wenn ich es nicht beim Händler verkaufe sondern auf dem grauen Markt, da kann ich nur betrogen und überfallen werden.

    3.) Bevor ich Gold in Papierform kaufe, lasse ich es in jedem Fall bleiben. Gold bedeutet, dass ich Null hoch drei Vertrauen in unsere Wirtschaft habe. Das Papier ist in einem solchen worst case Fall mal auf alle Fälle nichts wert.

    4.) Der Staat benötigt dringenst und unbedingt Geld. Die Idee, bei jedem Goldverkauf mitzukassieren, ist nicht abwegig. Die wissen ja bis zum letzten mg, was Du gekauft hast.


    Ich kann meine Meinung noch ändern; das ist der momentane Standpunkt.

  • Ralph_S: Vielen Dank für die Rückmeldung und Erläuterung ! Die Ausführungen (iza) hattest Du ja hier nach meiner Erinnerung verlinkt. Manches würde ich teilen (3. Welt, Subsistenzwirtschaften), allerdings lebe ich/wir hier in einemvöllig anderen Umfeld.

    Was das urspr. Thema Gold anbelangt: es kann für Leute mit hoher Verlustaversion zum Fluch werden.

    Für meinen Teil (das gilt m. W. auch für viele andere, die u. a. auch Gold halten) habe ich keine hohe "Verlustaversion" (was man schon daran sieht, daß ich ständig "Deals und Geschäfte" eingegangen bin, wie Du ausführst) sondern verfolge den Umgang der Staaten (von der Historie bis heute) mit dem Geld und insbesondere ihren Währungen (seit dem Nixon-Schock 1971 ein Papiergeld-System) ganz nüchtern und realistisch. Genau das ist ja der entscheidende Grund - jedenfalls für mich - eben auch einen gewissen Anteil Gold zu halten.


    Betrachte ich eine Notenbank mal als Unternehmen, dann ist das einzige Produkt dieses Unternehmens das von der Notenbank ausgegebene Geld (Währung). Würden die weltweiten Notenbanken selbst ihrem eigenen Produkt vollumfänglich vertrauen (Papiergeld), würden sie wohl kaum Tausende Tonnen von Gold (m. W. > 33.000 Tonnen) halten und bunkern ?! Zumal der Aufwand ganz erheblich ist (Transport, Einlagerung, Bewachung, Opportunitätskosten, Dokumentation usw.).

    Um die Fluktuation aufs Gesamtportfolio zu dämpfen, müssten sie sich vom Gold trennen, wenn der der Goldpreis am höchsten ist (verbunden mit hoher Inflation, gefallene Fonds/Aktien, etc.)

    Diese Rebalancing-Problematik stellt sich ja generell und für alle Assets (dazu kommen dann ggf. noch hohe Transaktionskosten, steuerliche Aspekte bzw. Nachteile beim Verkauf usw.). Aus dem "müßten" der privaten Sparer, Anleger usw. wird im professionellen bzw. institutionellen Umfeld schnell ein "müssen" in Sinne von Zwang (während Krisen). Da dann oft zügig Liquidität her muß (auch um Positionen glatt zu stellen) und nicht selten Gold das einzige war, was sich noch halbwegs geschlagen hatte (in Krisen) und auch schnell und noch zu halbwegs akzeptablem Preis "vertickt" werden konnte. Folge: Dann ging aufgrund dieses Verkaufsdrucks auch der Goldpreis runter.


    Mit der negativen Korrelation von Anlageklassen ist es ja längst nicht mehr so einfach bestellt wie früher (könnte u. a. auch an den massiven Eingriffen der Notenbanken liegen). Vereinfacht: Es geht heutzutage manchmal (fast) alles hoch oder alles runter. Hat man aktuell gerade gesehen, wo sowohl Aktien runter sind (ca. -20%) als auch die Kurse lang laufender Anleihe (wegen Zinsphantasien) leiden. Obwohl Aktien und Anleihen früher als klassisches Gegengewichtspaar galten.

    Die dazu nötige Überwindung bringen sie jedoch umso weniger auf, je mehr das Gold Wert ist.

    Das dürfte aber nicht goldspezifisch sein, sondern gilt auch für Aktien, Immobilien, Wertpapiere usw.

    Was Aktien/Fonds anbelangt, haben Menschen mit hoher Verlustaversion dasgleiche Problem: bei hohen Kursen überwiegt der Klammerreflex.

    Was ja zeigt, daß dies wohl nicht "goldspezifisch" ist.


    Wobei bekanntlich ja viele Wege nach Rom führen. Eine live miterlebte Anekdote. Auf die Frage, wie er so reich geworden sei (der Mann war wirklich reich und schon sehr alt), meinte dieser nur lapidar: "Wie die katholische Kirche". Ungläubige Blicke und die Nachfrage, was das heißt. Knappe Antwort: "Mein ganzes Leben nur gekauft und nie verkauft" ...


    Der Klammerreflex hat diesem Mann jedenfalls nicht geschadet.

  • Würden die weltweiten Notenbanken selbst ihrem eigenen Produkt vollumfänglich vertrauen (Papiergeld), würden sie wohl kaum Tausende Tonnen von Gold (m. W. > 33.000 Tonnen) halten und bunkern ?!

    Das heißt, wir beklagen die Abkehr vom Goldstandard (bei dem die Währung 1:1 mit Gold gedeckt ist). Und als Beweis dafür, dass unser System dem Untergang geweiht ist, soll gelten, dass die Notenbanken so viel Gold halten? Die Argumentation finde ich nicht schlüssig.

  • Die Argumentation finde ich nicht schlüssig.

    Dann würde ich an Deiner Stelle mal die Notenbanken selbst fragen, warum sie sich das ( Haltung von > 33.000 Tonnen Gold) antun. Vielleicht erhältst Du ja da eine "schlüssige" Antwort ?


    Mir ist es jedenfalls nicht gelungen. Wobei: Für meinen Teil würde ich Aussagen von Politik und Notenbanken insbesondere zum Thema Gold generell mit äußerster Vorsicht "genießen".

    Das heißt, wir beklagen die Abkehr vom Goldstandard (bei dem die Währung 1:1 mit Gold gedeckt ist).

    Für meinen Teil habe ich damals (1971) die Abkehr vom Goldstandard (war damals nur eine Einlösungspflicht im Sinne von jederzeitigen Konvertierbarkeit des Dollars in Gold) keineswegs "beklagt". Im Gegenteil, ein Papiergeldsystem bietet in Abwägung m. E. den ein oder anderen Vorteil gegenüber einem (jedenfalls strengen) Goldstandard. Conditio sine qua non: Eine wirtschaftlich vernünftige, solide, nachhaltige und rechtssichere Politik und Geldpolitik vorausgesetzt und eine von der Politik unabhängig agierende Notenbank, die über den Geldwert wacht. Das genau ist dann auch der (mein) Knackpunkt, weil dieses Papiergeld seitens der Staaten und der Politik immer und immer wieder gegen seine (zwangsweisen) Benutzer verwendet wurde und obige Voraussetzungen nicht gegeben waren.

    Und als Beweis dafür, dass unser System dem Untergang geweiht ist, soll gelten, dass die Notenbanken so viel Gold halten?

    Wie schon gesagt (oben), das mit der Goldhaltung müßtest Du die Notenbanken am besten mal selbst fragen.


    Daß unser (Geld)System zwingend dem Untergang geweiht ist, glaube ich nicht. Es ist allerdings längst auf einer ziemlich schiefen Ebene ankommen (Boom-Bust-Zyklen, sich wiederholende große Krisen wie Finanzkrise, Eurokrise, immer weiter steigende Verschuldung etc.). Zudem halte ich unter den ganzen Papiergeldwährungen die EWU samt Euro für die fragilste Angelegenheit, weil mit massiven Konstruktionsfehlern behaftet.


    Zu der "Schlüssigkeit der Goldhaltung": Ganz interessant fand ich damals (2011 war das glaube ich) die legendäre Befragung von Ben Bernanke (Fed-Chef) durch Ron Paul. Dieser fragte im Laufe der Gesprächs Bernanke "Do you thing Gold ist money ?" Seitens Bernanke folgte für so einen versierten Notenbanker eine unvorstellbare und atemberaubende Pause mit komplettem Schweigen. Dann meinte er schließlich, nein, Gold sei ein normales Asset. Auf die Frage, warum es dann die Notenbank hält, meinte Bernanke, das wäre eine Reserve. Worauf Paul fragte, warum man als Reserve nicht z. B. Diamanten hält. Bernake sagte, das wäre eben eine long term tradition mit dem Gold. Paul endete damit, daß er auf das Tausende Jahre alte ökonomische Gesetz verwies, wonach Gold Geld ist und daß dies manche Menschen immer noch so sehen (aus dem Gedächtnis, das Original sollte überall - Beispiel youtube- unter der legendären Frage "Is Gold Money" ? zu finden sein).


    Solange wir keine auch nur halbwegs wetterfeste Papiergeld-Währung haben, werde ich auf Gold nicht verzichten (fiele mir schon als Nutzer des Schweizer Franken oder damals der DM sehr schwer, als Nutzer des Euro ist das für mich ausgeschlossen). Die Einführung eines digitalen Euros wäre der Anlaß für mich den Goldanteil signifikant weiter zu erhöhen, weil damit das Schlechteste aus beiden Welten vereint würde (auch dieser digitale Euro würde nämlich vermutlich seitens der ECB nach Belieben vermehrt und damit verwässert werden). Noch schlimmer wäre das natürlich, wenn dies mit der weiteren Zurückdrängung des Bargeldes oder gar dessen Abschaffung verbunden würde (gläserner Bürger und keine Möglichkeit mehr sich vor Bail-Ins, Bank-Runs, Negativzinsen usw. schützen zu können).

  • Um die Fluktuation aufs Gesamtportfolio zu dämpfen, müssten sie sich vom Gold trennen, wenn der der Goldpreis am höchsten ist. Die dazu nötige Überwindung bringen sie jedoch umso weniger auf, je mehr das Gold Wert ist. Was Aktien/Fonds anbelangt, haben Menschen mit hoher Verlustaversion das gleiche Problem: bei hohen Kursen überwiegt der Klammerreflex.

    Henne-Ei-Problem für alle Assets.

    Natürlich ist es am Besten, unten zu kaufen und oben zu geben. Aber ist ein Kurs nicht gerade deshalb hoch, weil viele kaufen und nur wenige verkaufen wollen?

  • In der Rohstoffkrise der 70er Jahre hat sich der Goldpreis verzehnfacht, Aktien allerdings negativ entwickelt.

    Ein kleiner Goldpolster (5% bis 10%) kann in einem Jahrzehnt der Rohstoffkrise also eine gute Idee sein (hätte in den 70ern das Portfolio aus der Verlustzone gehoben).

    Diversifizierung ist nicht nur Aktiendiversifizierung sondern schließt auch andere Anlageklassen mitein.

  • In der Rohstoffkrise der 70er Jahre hat sich der Goldpreis verzehnfacht, Aktien allerdings negativ entwickelt.

    Die negative Korrelation von verschiedenen Anlageklassen (in Deinem Beispiel Aktien und Gold) hat in den letzten Jahren nach meiner Beobachtung (mehr oder weniger) stark nachgelassen (s. a. Beitrag 24).

    Ein kleiner Goldpolster (5% bis 10%) kann in einem Jahrzehnt der Rohstoffkrise also eine gute Idee sein (hätte in den 70ern das Portfolio aus der Verlustzone gehoben).

    Da sollte wohl jeder "sein persönliches Mischungsverhältnis" finden (in meinem Umfeld beispielsweise reicht das von Null (nur zwei Leute) bis ganz überwiegend zu einer Spanne von 5 - 30%).


    Erinnere mich an eine "Untersuchung" eines Freaks (aber durchaus kundig), der (neben einer kleinen Rücklage) nur die Anlageklassen Aktien (weltweit) und Gold im Depot hielt (und dieses Depot seit 1970 "wissenschaftlich" auswertete, begleitete und mit anderen Asset-Allocations verglich). Er kam zu dem Schluß, daß (in diesem Zeitraum) das optimale Mischungsverhältnis bei 79 : 21 zugunsten der Aktien lag. Diese Beimischung von Gold hätte das Depot - bei striktem Rebalancing (ich meine einmal jährlich) - lukrativer und zugleich risikoärmer gemacht. Das Ergebnis hat mich selbst überrascht (mein Goldanteil ist deutlich kleiner).

    Diversifizierung ist nicht nur Aktiendiversifizierung sondern schließt auch andere Anlageklassen mitein.

    Das ist wohl unstrittig so.


    Gold ist zudem eine gute "Versicherung" gegen schlechtes bzw. besonders schlechtes Papiergeld (Beispiel: Es braucht aktuell 6 oder 7 mal so viel Euro, um die gleiche Menge Gold zu kaufen wie bei Euroeinführung im Jahr 1999) aber auch eine "Versicherung", wenn es im System mal richtig knirschen oder gar krachen sollte.


    Die Wirkung von Gold entfaltet sich meist erst über (sehr) lange Zeiträume. Wenn man Gold unter obigem Aspekt sieht und versteht (Versicherungsgedanke), dann sind einem kurzfristige Bewegungen ohnehin egal. Eine Versicherung kündigt man ja auch erst, wenn das zu versichernde Risiko nicht mehr besteht.


    Meine Sicht: Gold dürfte weniger gut geeignet sein, um wohlhabend zu werden (auch, wenn die o. g. "Untersuchung" etwas anderes aussagt) - es ist als Beimischung (ab einer gewissen Vermögensgröße) aber gut geeignet, um wohlhabend zu bleiben (oder - im schlimmsten Fall - wenigstens nicht seinen Wohlstand weitestgehend wieder zu verlieren oder gar arm zu werden) und auch um die Volatilität im Depot etwas zu dämpfen.


    Nur meine bescheidene Meinung.

  • Klingt toll, aber sind auch nur ca. 8% p.a.

    Das "nur" ist ganz schön viel für eine schlichte "Versicherung", oder ?


    Deine Berechnung veranschaulicht aber ganz nett, was solche auch nur einstelligen Zahlen (Beispiel "nur" 8% Inflation per annum) auf etwas längere Zeiträume für Auswirkungen haben ...

    Also ähnlich einer Aktienanlage.

    Was ich allerdings erstaunlich finde (wenn es denn so stimmt, was ich aber mal unterstelle).


    Bin schon älter und mein Gedächtnis ist nicht mehr so gut wie früher mal, meine mich aber an permanent kritische bis negative Stimmen zum Thema "Gold" zu erinnern (übrigens auch von den Verbraucherzentralen - jedenfalls bis vor einiger Zeit; könnte sich dann im Kontext mit der Finanzkrise und insbesondere der Eurokrise geändert haben). Das aber nur am Rande.


    Einzelne Anlageklassen betrachte ich immer nur iZm mit der Entwicklung meines gesamten Depots.


    Solange wir nur ausschließlich Papiergeldwährungen haben und ich zudem eine Währung mit (aus meiner Sicht) schweren Konstruktionsfehlern (Einheitswährung Euro) verwenden muß, werde ich auf eine Beimischung von Gold nicht verzichten. Würde Gold daher auch nicht zu einem stark gefallenen Preis pro Unze von 100 Euro oder einem extrem gefallenen Preis von 1 Euro verkaufen. Wie schon kurz erwähnt, bei Einführung eines digitalen Euro würde ich Gold zukaufen, bei gleichzeitiger Abschaffung des Bargelds Gold stark akkumulieren (s. Beitrag 26 letzter Absatz). Und auch weitere grundlegendere Überlegungen anstellen. Das wäre aber wieder ein anderes Thema.

  • an permanent kritische bis negative Stimmen zum Thema "Gold" zu erinnern (übrigens auch von den Verbraucherzentralen

    Gold ist nur ein einzelnes Asset, keine Assetklasse. Die Schwankungsfreudigkeit ist recht hoch. Deshalb wird es nicht als Core-Investment empfohlen. So wie Du Dich bei Aktien nicht auf eine einzelne Aktie konzentrieren solltest.

    Sehr wohl ist Gold eine gute Diversifikation, wie Du es ja auch machst.

  • Gold ist nur ein einzelnes Asset, keine Assetklasse.

    Dem würde ich zustimmen - unter der Voraussetzung, daß man Gold unter die Assetklasse "Rohstoffe" subsumiert. Wie schon gesagt, für mich sehe ich es eher nur als eine Art "Versicherung".


    Für viele Private aber auch Institutionelle - offensichtlich auch die Notenbanken weltweit (siehe die > 33.000 Tonnen dort gebunkertes Gold) ist Gold aber offensichtlich ein sehr besonderer "Rohstoff". Für manche mithin offensichtlich Geld, eine Währung, vielleicht sogar "die" Währung, das sozusagen ultimative Geld ... Wie auch immer.

    Die Schwankungsfreudigkeit ist recht hoch.

    Stimmt. Über lange Zeiträume aber eher nicht. Da ist Gold ein recht zuverlässiger Wertspeicher (mehr aber meist auch nicht) - im Gegensatz zum Papiergeld. Da steht die wichtige Geldfunktion als "Wertaufbewahrungsmittel" (Schatzcharakter des Geldes) nur noch in allen Lehrbüchern. Wie etwa ein Geld wie der Euro bei einem derart weit ins Negative verschobenen Realzins (minus 7-8% p. a. aktuell) die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel noch erfüllen soll, konnte (oder wollte) mir bislang keiner erklären. Auch die Frage, ob der Euro ohne diese wichtige Geldfunktion überhaupt noch Geld ist, blieb unbeantwortet.


    Vielleicht sollte man die Lehrbücher ehrlicherweise mal umschrieben und Geld nicht mehr über die drei klassischen Geld-Funktionen (Zahlungsmittel, Wertmaßstab und Wertaufbewahrungsmittel) definieren ... ?

    Sehr wohl ist Gold eine gute Diversifikation, wie Du es ja auch machst.

    Sehe ich ebenso. Darauf sind aber einige (Banken, Fonds, Verbraucherzentralen, Politik usw.) relativ spät gekommen (wenn überhaupt). Dazu brauchte es einige Begegnungen mit der Realität wie Finanzkrise, Eurokrise, Hair-Cuts, Bail-Ins, Null- und Negativzinsen etc.


    Kleine Anekdote aus dem Jahr 1998: Das Münzkabinett (Anlagegold sowie Numismatik) meiner Bank stand damals kurz vor der Schließung. Der Vorstand hatte beschlossen sich auf für die Bank lukrativere Zweige zu konzentrieren. Auf meine noch durchzuführenden Order reagierte der Bankmensch mit dem süffisanten Hinweis: "Sie wissen aber schon, daß wir nicht mehr im alten Rom leben und Gold kein Zahlungsmittel mehr ist ?" Meine schon damals gestellte Frage, warum die Deutsche Bundesbank (damals war die noch für unsere Geld (DM) verantwortlich und nicht die ECB dann trotzdem Tausende von Tonnen hält, blieb unbeantwortet. Stattdessen bot er mir einen Kaffee an. Immerhin.

  • Würdest Du beim aktuellen Preisniveau - vom Euro-Raum aus gesehen - (zu)kaufen?

    Bitte um Verständnis, daß ich auf diese konkrete Frage die Antwort "verweigere"


    Bin a) kein Anlageberater (und b) selbst wenn man einer wäre, ohne die vorherige Klärung einiger Dutzend Fragen bliebe eine solche Antwort unseriös und Stochern im Nebel).


    Wünsche Dir gute Finanz-Entscheidungen !

  • Bitte um Verständnis, daß ich auf diese konkrete Frage die Antwort "verweigere"


    Bin a) kein Anlageberater (und b) selbst wenn man einer wäre, ohne die vorherige Klärung einiger Dutzend Fragen bliebe eine solche Antwort unseriös und Stochern im Nebel).


    Wünsche Dir gute Finanz-Entscheidungen !

    Alles klar, aber so war meine Frage gar nicht gemeint … ich kenne meine eigene Entscheidung: beim momentanen Preis kein Gold zu kaufen, da ich aus mehreren Gründen mit einem aus Euro-Sicht deutlich günstigeren Preis in den nächsten Monaten rechne. Mich hätte einfach Deine Sicht der Dinge auf diese Frage interessiert, weil ich Deine Meinungen immer interessant finde, weil Du anders tickst - nicht falsch verstehen! ist als eine neutrale Formulierung gemeint! - als ich und viele andere hier. (Bspw. kann ich Deine kritische Sicht auf den Euro nicht vollumfänglich teilen … vieles in der Einschätzung ja, aber nicht in der Bewertung. Ich schätze die politische Bedeutung einer gemeinsamen Währung für das Friedensprojekt Europa höher ein, und bin dafür auch bereit, eine etwas schwächere Währung zu akzeptieren.)

  • ... unter der Voraussetzung, daß man Gold unter die Assetklasse "Rohstoffe" subsumiert.

    Tatsächlich zählt Gold ja als Währung (Basel). Daher hinkt ja auch ein Vergleich mit Platin und anderen Rohstoffen. Entsprechend dürfen alle Banken Gold halten, auch wenn sie keine Bankerlaubnis für Rohstoffe haben.

    Wie etwa ein Geld wie der Euro bei einem derart weit ins Negative verschobenen Realzins (minus 7-8% p. a. aktuell) die Funktion als Wertaufbewahrungsmittel noch erfüllen soll, konnte (oder wollte) mir bislang keiner erklären.

    Immerhin gibt es ja jetzt wieder positive Zinsen beim Euro und anderen Papierwährungen, was historisch betrachtet ja fast immer so war. Bei Gold ist der Zins immer 0%. Daher ist klar, dass ohne Betrachtung der Zinsen Gold die stabilste Währung sein sollte. Wenn Du aber die Zinsen mitrechnest ist es fraglich, wer das bessere Wertaufbewahrungsmittel ist, je nach Betrachtungszeitraum.