Bei welcher Bank Depot für US-Bürger mit Sitz in Deutschland eröffnen, die auch ETFs kaufen möchten?

  • Hallo,

    meine Tochter ist in den USA geboren und lebt in D. Sie hat die US-Staatsbürgerschaft und die deutsche Staatsbürgerschaft und möchte beide Staatsbürgerschaften behalten. Bisher hatte sie ein Depot bei der Comdirect und hat ihr Geld in ETFs angelegt. Nun hat sie einen Brief von der Comdirect bekommen, dass sie ab 15.08.2022 nicht mehr ETFs kaufen dürfe und sich bis zum 31.08.2022 von den ETFs des Depots trennen müsse, d.h. verkaufen müsse, weil das Depot bei der Comdirect diese nicht mehr zulasse. Zu welcher Bank kann man wechseln? Ich habe BNP Paribas und Smartbroker als mögliche Ersatzbanken gefunden. Welche Bank würdet Ihr empfehlen?

    Danke für jedwede Information

    Christoph

  • Schwierig. Bezieht sich die Aufforderung der Comdirect auf alle ETFs oder nur auf solche ohne US-Zulassung? Wenn letzteres der Fall ist, blieben ja immer noch sämtliche ETFs, bei den die ISIN mit US... beginnt. Allerdings wäre es dafür wohl günstiger, zu einem US-Broker zu wechseln. Der darf dann aber wiederum keine Fonds ohne US-Zulassung an US-Staatsbürger verkaufen.


    Für Fonds ohne US-Zulassung, also z. B. solche mit ISIN DE... oder LU..., ist eine private US-Steuererklärung praktisch unmöglich, weil die dafür nötigen Daten nicht geliefert werden. Da möchte sich die Commerzbank wohl das Risiko vom Leib halten, gesagt zu bekommen, dass sie an Steuerhinterziehung von US-Bürgern mitwirkt, indem sie denen solche Produkte verkauft. Wegen solcher Themen haben manche Banken schon Milliardenstrafen an die US-Behörden zahlen müssen.


    Wenn mit BNP Paribas deren Vertriebsschiene Consorsbank gemeint ist, die halten es meines Wissen in der Frage genauso wie die Commerzbank. Und eigentlich fassen alle europäischen Banken US-Bürger schon seit einiger Zeit nur noch mit ganz spitzen Fingern an.

  • Danke schön für die schnelle Antwort, hätte nicht erwartet, dass das so schwierig ist. Das was du geschrieben hast, scheint nun auch auf Smart Broker zuzutreffen, denn wir haben heute versucht, ein Depot zu eröffnen und wurden abgelehnt mit dem Hinweis, dass das für US-steuerpflichtige Personen derzeit nicht möglich sei. US-Broker hieße dann solche wie diese!?

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    Habe von denen noch nie was vorher gehört und würde denen ungern unser Geld anvertrauen. Was gäbe es da noch oder wer wäre vertrauenswürdig? Vielen Dank!

  • Ansonsten vielleicht auch bei US-Banken und -Vermögensverwaltern mit deutschem Privatkundengeschäft anfragen. Die müssten doch ein US-Depot zumindest hausintern vermitteln können. J.P. Morgan Private Bank und Blackrock fallen mir spontan ein. Über Blackrock wäre z. B. die gesamte iShares-Fondspalette verfügbar und das ist ja ganz gewiss nichts schlechtes. Wieviel Geld man da für solche Wünsche mitbringen muss, weiß ich aber nicht

  • Nur zur Info:

    Smart Broker hat Online die Eröffnung eines Depots abgelehnt und schriftlich hat es bis jetzt nicht geklappt, soll aber möglich sein, ich warte.

    HSBC hat auf meine Anfrage nicht geantwortet.

    DAB BNP Paribas ermöglicht das nur über einen Vermögensverwalter.

    Black Rock schreibt lediglich:

    "Bitte beachten Sie, dass wir nur in Luxemburg domizilierte Fonds administrieren."

    Consors braucht für seine Antworten lange und schreibt dann, dass ein Depot eröffnet werden könne, fragt dann aber welche ETFs ich habe und als ich die denen mitteile, schreibt Consors, dass diese nicht bei Consors aufbewahrt oder gehandelt werden können.

    Interactive Brokers habe ich noch nicht versucht, ein Konto zu eröffnen.

    Da die Eröffnung eines Depots lange dauert und man Meldeunterlagen, etc. einreichen muss, die man bei der Stadt beantragen muss oder einen aktuellen Personalausweis braucht, den wir erst beantragen mussten, komme ich nicht umhin, die ETF-Bestände bei der Comdirect zu verkaufen, denn ich habe der Comdirect geschrieben, dass sich das mit der Eröffnung des neuen Depots hinzieht und habe mich entschuldigt und dass ich nach Eröffnung dann die Bestände sofort übertragen würde, aber die Comdirect schreibt nur, dass ab 01.09.2022 meine ETF-Bestände, die nicht verkauft wurden, beim Amtsgericht hinterlegt würden, Mitte Juli 2022 hatte die Comdirect mich deswegen zum erstenmal angeschrieben ohne Hinweis auf das Amtsgericht.