Preiserhöhung Fernwärme

  • dunnerkeilnochemool

    Kann es sein, dass Du die Wärme über Deinen Vermieter bezahlst statt direkt an die Stadtwerke und hier Dinge durcheinander wirfst?


    Ich habe in meiner Mietwohnung auch Fernwärme-Anschluss, aber die Abrechnung geht direkt über den Versorger und ich bekomme immer am 1.4. und 1.10 die neuen Preise für das nächste Halbjahr mitgeteilt.


    Die Miete (ob Index oder nicht) hat erstmal überhaupt nichts mit der Fernwärme zu tun.


    Aber ja: Mit Fernwärme hat man nur einen einzigen Anbieter an den man gebunden ist (der aber glaub ich relativ streng reglementiert ist und das nicht gut ausnutzen kann).

  • dunnerkeilnochemool

    Da hatte ich Dich mit dem Vergleich zur Index-Miete wohl falsch verstanden.


    Ja, dass der Fernwärmepreis sich aus einem allgemeinen Energie-Mix-Preis-Index ableitet habe ich auch. Aber ähnlich wie bei der zitierten Indexmiete kann dadurch ja trotzdem nicht mittendrin oder gar kontinuierlich angepasst werden.

    Bei mir ändert sich der Preis wie gesagt zweimal im Jahr und kann auch online abgefragt werden. Aktuell gelten noch die Bedingungen von 1.4. (bis 1.10.). Ob es aktuell vielleicht Möglichkeiten gibt dass in Extremfällen auch zwischen drin anzupassen, weiß ich nicht. Aber auch dann sollte der Kunde davon erfahren und nicht erst auf der Abrechnung in Kenntnis gesetzt werden.

  • dunnerkeilnochemool

    Da hatte ich Dich mit dem Vergleich zur Index-Miete wohl falsch verstanden.


    Ja, dass der Fernwärmepreis sich aus einem allgemeinen Energie-Mix-Preis-Index ableitet habe ich auch. Aber ähnlich wie bei der zitierten Indexmiete kann dadurch ja trotzdem nicht mittendrin oder gar kontinuierlich angepasst werden.

    Bei mir ändert sich der Preis wie gesagt zweimal im Jahr und kann auch online abgefragt werden. Aktuell gelten noch die Bedingungen von 1.4. (bis 1.10.). Ob es aktuell vielleicht Möglichkeiten gibt dass in Extremfällen auch zwischen drin anzupassen, weiß ich nicht. Aber auch dann sollte der Kunde davon erfahren und nicht erst auf der Abrechnung in Kenntnis gesetzt werden.

    Ja, Du hast schon Recht damit, dass der Kunde sowas eigentlich erfahren sollte. Aber vielleicht hast Du auch einfach einen besseren Anbieter, der mehr Service bietet, als er gesetzlich müsste. Meiner (ich nenne jetzt keine Namen zwecks Vermeidung von Beleidigungsklagen) war ja blöd genug, erst vor kurzer Zeit von Kohle auf Gas bei der Eigenstromerzeugung umzusteigen und sich damit auch noch zu brüsten. Was kann man von so einer Firma schon erwarten?


    Und wegen der Anpassungen: Da ist mein Versorger schon "innovativ". Bis letztes Jahr im Herbst arbeitete er mit Referenzwerten, die in absoluten Zahlen angegeben wurden, also z. B. "Gaspreis: Arithmetisches Mittel Oktober 2015 bis März 2016 = ... Cent / MwH"


    Das hat ihm aber wohl nicht gepasst, da man ihm so besser auf die Schliche kommen konnte. Und schwuppdiwupp gilt seither besagte Voodooh-Formel, die nur noch Indexwerte enthält. Ob das jetzt rechtens war, weiß ich auch nicht - aber wer will schon durch alle Instanzen gegen einen Monopolisten klagen?


    Wegen alldem hab ich ja meinen Beitrag geschrieben mit dem Warnhinweis:


    Fernwärme ist mit Sicherheit keine einfache und bequeme Wärme.

  • Bei meinem kommt genau diese Umstellung ende dieses Jahres. :thumbsup:


    Aber doof war das vor 1-10 Jahren als das geplant wurde ja noch nicht...


    Von Kohle und Kernkraft wegkommen zu wollen, war zweifellos richtig. Aber dass fast allen Primärversorgern nichts besseres eingefallen ist als Gas, sagt etwas über die Phantasielosigkeit bzw. Risikoscheu dieser Leute.

  • Von Kohle und Kernkraft wegkommen zu wollen, war zweifellos richtig. Aber dass fast allen Primärversorgern nichts besseres eingefallen ist als Gas, sagt etwas über die Phantasielosigkeit bzw. Risikoscheu dieser Leute.

    Ne, das sagt viel über die tatsächlichen Möglichkeiten. Fernwärme braucht hohe Temperaturen, es sind ja auch viele Altbauten angeschlossen. Neben Öl, Kohle und Gas erreichst du die nur durch die Verbrennung von Holz. Davon gibt es in Deutschland aber nicht genug und das ist auch zu teuer.

    Wärmepumpen ist nur etwas für Nahwärme in Neubaugebieten. Hier in Konstanz ist ein Stadtteil geplant der so versorgt werden soll, dann bist du aber gleich bei einem ganzen Feld mit Erdwärmebohrungen unter dem Fußballplatz. Und das geht auch nur weil der Neubau von heute in der Regel (EH55 Standard) 35 kWh/qm verbraucht und Fußbodenheizung hat.

  • Ne, das sagt viel über die tatsächlichen Möglichkeiten.

    Mein Groll geht nicht gegen Fernwärme alleine , auch wenn da die Monopolverhältnisse noch so sind wie vor 40 Jahren in ganz Deutschland. Mich ärgert vor allem, wie hier die Kommunem in unheiliger Allianz mit den Stadtwerken mit ihrem Werbeetat ihre Bürger von einer Abhängigkeit (Gas) in die nächste treiben wollen. An jeder Ecke hängt heutzutage ein Plakat "Auch vor Ihrer Haustür bald Fernwärme". Die Vermieter freut's, weil die sich damit den Ärger mit der Thermenwartung vom Hals schaffen können und die Gelackmeierten sind die Mieter.


    Und wenn man als Mieter nach dezentralen Lösungen sucht (wie zum Beispiel Balkonkraftwerke), die einen ein wenig autarker machen könnten, dann fallen den Versorgern oder den Baugesellschaften oder beiden gleich etliche Schikanen ein, um einem die Lust auch daran zu vermiesen.

  • Fernwärme ist eigentlich ein super Konzept. Man nutzt Abwärme die ohnehin entsteht (z.B. im Kraftwerk) und heizt damit Häuser statt alles durch Kühltürme wegzublasen. Und auch manche Nahwärmekonzepte wie das Erdwärmefeld haben ihre Berechtigung. Der Tross für eine Erdwärmebohrung ist der Wahnsinn und es ist einfach viel sinnvoller da gleich ein komplettes Sondenfeld für eine Nachbarschaft zu machen. Auch Blockheizkraftwerke sind nicht verkehrt...gleiche Argumentation wie beim Kraftwerk, nur andersrum. Wenn ich ohnehin Gas zum Heizen verbrenne, warum nicht gleich noch dabei Strom erzeugen?


    In der Realität gibt es halt öfters das Problem, dass sich das nur lohnt wenn ein Anschlusszwang besteht und damit hat man dann ein Monopol geschaffen.

  • Auch Blockheizkraftwerke sind nicht verkehrt...gleiche Argumentation wie beim Kraftwerk, nur andersrum. Wenn ich ohnehin Gas zum Heizen verbrenne, warum nicht gleich noch dabei Strom erzeugen?


    In der Realität gibt es halt öfters das Problem, dass sich das nur lohnt wenn ein Anschlusszwang besteht und damit hat man dann ein Monopol geschaffen.


    Das sind alles erwägenswerte Alternativen, sofern man ein Haus und ein Grundstück sein Eigen nennen kann (weshalb ich gerade für mein Elternhaus auch etwas Passendes in der Art suche).


    Und weil ich sowieso am Suchen war, bin heute bei meiner langjährigen Ersatzheimatstadt München hängengeblieben. Und siehe da - das Heizkraftwerk München Nord existiert immer noch und liefert mit 2 Blöcken für Restmüllverbrennung immer noch Strom! An diese Möglichkeit hatte ich überhaupt nicht mehr zu denken gewagt. Restmüll wird es aber trotz perfekter Trennung immer geben und vom Schmuddelimage haben sich die Müllverbrennungsanlagen zumindest in Deutschland befreien können. (Hoffe sehr, ich bekomme jetzt keinen Ökosau-Orden umgehängt).

  • Anderes Beispiel: Ökostrom-Kunden hatten dieses Jahr scharenweise ihre böses erwachen. Obwohl der Strom aus lokalen Quellen stammt und die Versorger eigentlich unabhängig vom Weltgeschehen sein sollten, werden trotzdem steigende Marktpreise aufgerufen

    Zu dieser Schar scheine ich nicht zu gehören und kann diese Aussage daher so nicht unterschreiben.

  • Zu dieser Schar scheine ich nicht zu gehören und kann diese Aussage daher so nicht unterschreiben.

    Zu diesem Thema bin ich erst ab Januar sprechfähig, weil mir mein Versorger erst ab dann die Umstellung in einen reinen Ökostromtarif genehmigt hat. Der Kilowattpreis steht zwar jetzt schon fest und ist besser als mein bisheriger Nicht-Ökotarif, aber bis Januar sind ja noch 5 Monate hin und auf Zusagen kann man in dieser Zeit ja nicht mehr vertrauen.

  • Ich glaube aktuell macht das wirklich keinen so großen Unterschied. [...]


    Und gerade beim Thema Hackschnitzel und Pellets dürfte so mancher feststellen dass die Geschichte vom Abfallholz nicht stimmt und da doch einiges importiert wurde, auch aus Russland.


    Bei der Fernwärme kommt dann noch dazu, dass die Anbieter eine Monopolstellung in ihrem Gebiet haben. Einfach wechseln geht da nicht.

    Laut lokalem Fernwärmeanbieter - ein privates, ortsansässiges Unternehmen (also weder die Kommune noch deren Stadtwerke) stammen die Holzhackschnitzel "zu 99 % aus heimischer Forst- und Landwirtschaft." Ich sehe keinen Grund, dem Unternehmer zu misstrauen. Wie zuvor schon geschrieben: die letzte Preisanpassung zum 1. Januar 2022 betrug 4,77 %

  • Wo liegt der, wenn ich fragen darf?

    24,75 ct /kWh , aber wie gesagt, das ist momentan noch so eine Art Wurst, die man dem Esel hinhält, damit der brav dabei bleibt. Ob dieser Preis bis Januar überlebt, hoffe ich zwar aber befürchte das Schlimmste.

    Und dann war das Angebot auch noch kontingentiert und nur deshalb habe ich auf Verdacht zugegriffen.


    Bin halt schon seit Jahrzehnten beim selben Versorger. Ich frage mich, wie es denn gerade den Tarifhoppern so ergeht, die waren bei den Versorgern ja alles andere als beliebt.

  • dunnerkeilnochemool

    Ob es aktuell vielleicht Möglichkeiten gibt dass in Extremfällen auch zwischen drin anzupassen, weiß ich nicht.

    Brandaktuelles Beispiel aus einer kreisfreien Stadt an der dänischen Grenze: ein ausgewiesener Experte hat mir berichtet, dass ein nicht geringer Teil der Fernwärmekunden der Stadtwerke einen zu hohen Grundpreis bezahlt. Dieser soll in der Vergangenheit nach der Heizleistung der zuvor abgelösten fossilen Heizanlage berechnet worden sein. Hatte der Kunde also vorher einen Ölbrenner mit einer Heizleistung von 20 KW, wurde dieser Wert für die Berechnung des Fernwärmegrundpreises einfach übernommen.


    Das habe ich einem mir bekannten Fernwärmekunden erzählt. Der rief mich vorgestern an und erzählte mir, dass er Anfang der Woche bei den Stadtwerken nachgefragt hat; daraufhin wurde sein Grundpreis von jetzt auf gleich fast halbiert, er zahlt jetzt knapp 470,00 € weniger im Jahr.


    Im Umkehrschluss bedeutet das, dass er vermutlich seit Bestehen seines Fernwärmevertrages (das Haus ist eine ältere Bestandsimmobilie, also kein Neubau) eine deutlich überhöhte Grundgebühr gezahlt hat.

  • 24,75 ct /kWh , aber wie gesagt, das ist momentan noch so eine Art Wurst, die man dem Esel hinhält, damit der brav dabei bleibt. Ob dieser Preis bis Januar überlebt, hoffe ich zwar aber befürchte das Schlimmste.

    Und dann war das Angebot auch noch kontingentiert und nur deshalb habe ich auf Verdacht zugegriffen.


    Bin halt schon seit Jahrzehnten beim selben Versorger. Ich frage mich, wie es denn gerade den Tarifhoppern so ergeht, die waren bei den Versorgern ja alles andere als beliebt.

    Nur zur Info: meiner liegt bei einem der ältesten (und erfahrensten) Ökostromanbieter der Republik seit Anfang des Jahres bei 30,5 ct plus Grundpreis von 9,95 € / Monat. Seit 1.07. minus 4,43 ct brutto wegen Abschaffung der EEG-Umlage. ;)

  • Nur zur Info: meiner liegt bei einem der ältesten (und erfahrensten) Ökostromanbieter der Republik seit Anfang des Jahres bei 30,5 ct plus Grundpreis von 9,95 € / Monat. Seit 1.07. minus 4,43 ct brutto wegen Abschaffung der EEG-Umlage. ;)


    Danke für den Vergleich - sehr hilfreich.


    Den Wegfall der EEG-Umlage habe ich komplett vergessen, das könnte sich bei meinem Tarif ab Januar natürlich ausgewirkt haben, weil der Versorger da nicht mehr tricksen kann (FT berichtete) und das Angebot ohne EEG-Umlage berechnen muss



    10 € pro Monat Grundgebühr habe ich auch.


    Lass mich mal raten: ist der "älteste (und erfahrenste) Ökostromanbieter" etwa der, der weiter oben zitiert wurde, weil er einräumen musste, dass sogar der "reinste" Ökostrom von Kollateralschäden an der Strombörse betroffen sein kann? Man lernt halt nie aus, aber nicht zuletzt wegen dieses Artikels bin ich mit meinem Optimismus bei "meinem" Kilowatt-Tarif auch sparsam geworden ;-)

  • Lass mich mal raten: ist der "älteste (und erfahrenste) Ökostromanbieter" etwa der, der weiter oben zitiert wurde, weil er einräumen musste, dass sogar der "reinste" Ökostrom von Kollateralschäden an der Strombörse betroffen sein kann? Man lernt halt nie aus, aber nicht zuletzt wegen dieses Artikels bin ich mit meinem Optimismus bei "meinem" Kilowatt-Tarif auch sparsam geworden ;-)

    Nein, der aus Post #18 ist es nicht.