Kostenaufteilung in Beziehung

  • Oh, oh, schwieriges Thema. Hier mal das Zitat aus der Verfassung:

    Zitat

    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Da steht nicht "Männer und Frauen sind gleich". Sie sind vor dem Gesetz gleich und sie sind gleichberechtigt. Beides schließt nicht aus, dass es Unterschiede gibt, die durch nachvollziehbare und individuelle Gründe zu rechtfertigen sind.


    Ich persönlich bin dafür, dass bei gleicher Leistung Männlein und Weiblein gleich bezahlt werden. Aber was sind gleiche Leistungen? Leistet die Frau in Elternzeit für die Firma genauso viel wie der Mann, der diese Auszeit nicht in Anspruch nimmt? Ich finde, man muss differenzieren und nicht über einen Kamm scheren... (z. B. kann der gesellschaftliche Wert einer Frau in Elternzeit höher sein als die des Mannes, der dies nicht ist)

  • Es gibt da kein Erfolgsrezept, wichtig in einer Beziehung sind Gespräche auf Augenhöhe, besonders auch bei finanziellen Dingen. Was hilft da wir machen es so und wir ganz anders. In meiner Beziehung wird alles besprochen und nach einer gemeinsamen Lösung gesucht, hat bisher auch gut geklappt.

  • Bei uns kommt alles in einen Topf. Jeder erhält ein ordentlichen "Selbstbehalt", der betraglich identisch ist. Von diesem Betrag sind alle individuellen Aufwendungen zu zahlen. Es gibt daher ein gemeinsames und ein getrenntes Sparen.

    Unsere Gesamteinkünfte sind überdurchschnittlich, so dass auch bei drei Kindern am Ende des Montas Geld übrigbleibt.


    In der Zeit ohne Kinder haben wir entsprechend der Gehälter aufgeteilt.

  • Moin,

    1995 haben sich die Wege meiner Ex-Frau und mir getrennt. Zu dem Zeitpunkt hatten wir 2 Kids im Alter von 10 und 7,5 Jahren. Es war ausser einer Altbau-Mietwohnung, einer gerade abgeschlossenen Lebensversicherung und dem gemeinsamen Hausrat kein Vermögen vorhanden. Ich habe eine Liste des Hausrates erstellt und auf wenige Dinge verwiesen, die mir vor der Ehe gehörten weil es mir wichtig war, dass die Kids in ihrer gewohnten Umgebung bleiben und nicht auch noch der gewohnte Hausrat zerfleddert wird. Meine Ex-Frau legte Wert darauf, dass ich das Ehebett mitnehme. Ich habe mir eine Wohnung in der Nähe gesucht - etwa 10 Minuten Fussweg für die Kurzen - damit die Kinder jederzeit kommen können.

    Das schlimmste war damals, dass meine Ex-Frau gleich am Anfang der Trennung auf Rat ihrer Anwältin darauf bestand, dass ich umgehend meine Steuerklasse von 3 auf 1 ändern müsse - da half kein argumentieren, dass das für mich als Alleinverdiener und plötzlich Unterhaltspflichtiger einen herben Verlust für das Familieneinkommen bedeutete: vom einen auf den anderen Monat sank das Familieneinkommen damit um 600 DM.


    Damals habe ich mir geschworen, nicht ein zweites Mal zu heiraten.


    Als die Ehe dann 1998 rechtskräftig geschieden war, habe ich meine jetzige Partnerin kennengelernt, die auch voll berufstätig und bis heute unverheiratet ist. Wir haben uns anfangs locker so arrangiert, dass einer die Mietkosten trägt und die andere für den täglichen Einkauf sorgt. Das läuft eigentlich bis heute so, es wird aber nicht detailliert auf Heller und Cent abgerechnet. Ich glaube, das ist uns Norddeutschen zu anstrengend. Hauptsache, es läuft 8)


    https://www.ndr.de/fernsehen/D…-Norden-ist,spots186.html


  • Wille

    Sicherlich kann man über vieles in unserer Gesellschaft diskutieren, es ist aber eine Tatsache, dass Männer und Frauen sich nicht nur vom Körper her unterscheiden, sondern offensichtlich auch andere (genetische???) Faktoren eine Rolle spielen. Ich wäre froh darüber, wenn es im MINT-Bereich mehr Frauen geben würde, weil gerade durch die unterschiedliche Herangehensweise von Frauen an ein Problem oft höchst effiziente Lösungen entstehen.

    Und wenn Du das Thema 'Benachteiligung' von Frauen so offensiv ansprichst, kann ich Dir versichern, dass es genauso 'Benachteiligungen' in allen anderen Bereichen des Lebens gibt (u.a. Herkunft, Alter, usw.). Das Eine sollte nicht gegen das Andere aufgewogen werden.


    Es wäre schön, wenn in unserer Gesellschaft allein die Leistung zählen würde, dass ist aber ein frommer Wunschtraum. Wer hat es noch nie erlebt, dass ein andere Bewerber einem selbst vorgezogen wurde, obwohl Alles 100%ig gepasst hat?

    Manchmal erfährt man dann im Nachgang, dass z.B. die Frau desjenigen der die Stelle gekriegt hat mit der Frau des Personalchefs im gleichen Tennisclub spielt.

    In meiner Heimat gibt es einen größeren regionalen Versorger. Die Ausbildungsplätze waren in meiner Jugend extrem begehrt. Trotz bester Zeugnisse wurde ich nicht mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen. :/ Im Nachgang habe ich dann Erfahren, dass die Ausbildungsplätze bei dem Versorger quasi alle 'Intern' vergeben werden. Sprich ohne einen 'Fürsprecher' bei dem Unternehmen war es seinerzeit quasi nicht möglich einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

    So What, ich habe meinen Weg trotzdem gemacht. Bin aus meiner 'Heimat' weggezogen und sage, gut das es Alles so gekommen ist.


    Sorry für Off-Topic.

  • Auch von mir nochmal sorry für Off-Topic, einen letzten Gedanken zu dem Thema aber noch:


    monstermania

    Natürlich ist das Leben des Öfteren subjektiv (und vielleicht auch objektiv) betrachtet nicht ganz "fair". Und es gibt sicherlich auch genug andere Beispiele, wo es nicht um die Thematik "Benachteiligung von Frauen" geht. Hier konkret ging es mir um die schlichte Behauptung zweier User, Frauen würden sich

    a) fast immer freiwillig schlecht bezahlte Berufe aussuchen und

    b) bei Vorstellungsgesprächen fast immer das Argument anführen, nicht genommen worden zu sein, weil sie eine Frau sind, da sie sich nicht selbst reflektieren könnten / wollten, weil sie im Umkehrschluss dann wohl nicht geeignet gewesen zu sein schienen.


    Das wollte ich so einfach nicht stehen lassen. Es gibt durchaus auch sehr viele Bereiche, in denen du als Frau einfach nicht rein kommst, weil du Frau bist, oder zumindest nur unter extrem erschwerten, nicht gleichen Bedingungen wie der Mann. Das soll auch kein Gejammer sein, sondern das darf man auch gerne mal als das akzeptieren, was es ist: Nämlich fehlende Gleichbehandlung und eine Ungerechtigkeit, die viele Frauen auch sicher dazu zwingt, Umwege bei der Berufs-, Lebens- und auch Finanzplanung in Kauf nehmen zu müssen (die der Mann unter gleichen Voraussetzungen eben nicht hätte).

    Das kann man dann gerne (als Mann) auch einfach mal anerkennen und nicht mit Stammtischparolen beiseite wischen.


    Wie gesagt ist das auch alles nicht aus der Luft gegriffen, sondern vielfach so erlebt worden. Aber lassen wir es gut sein, das soll es von mir jetzt aber auch zu dem Thema gewesen sein.

  • Hallo zusammen,

    ja, es ist immer noch so, dass Frau und Männer unterschiedliche Chancen haben und wir leben in einer Gesellschaft die bereit ist es zu ändern… es dauert leider sehr häufig sehr lange.

    Über die Dekaden ist es besser geworden.

    Wir bleiben am Ball.

    LG

  • Das kann man dann gerne (als Mann) auch einfach mal anerkennen und nicht mit Stammtischparolen beiseite wischen.

    Ich würde mir an der Stelle auch wünschen, dass Frauen auch mal harte Zahlen anschauen statt nur subjektiv ihrem Gefühl zu folgen. Die Berufswahl zeigt es deutlich, egal ob Ausbildungen oder Studium. Frauen wählen sehr viel mehr schlecht monetarisierbare Berufe als Männer. Daran gibt es nichts zu rütteln. Und das lässt sich auch nicht damit begründen dass Frauen beim Vorstellungsgespräch benachteiligt werden, das ist nämlich zum einen noch Jahre nach dem Studienbeginn und zum anderen müsste man die Argumentation dann auf alle Berufe anwenden.


    Ich würde mir an der Stelle übrigens auch wünschen, dass Frauen akzeptieren dass Männer ebenso diskriminiert werden. Teilweise von genau denen die angeblich so für Gleichstellung sind. Ich habe damals an der Uni mal ein Schnupperstudium für Mädchen als Mentor betreut. Ein Jahr zumindest, danach ist dem sogenannten Gleichstellungsrat (faktisch immer noch ein 70er Jahre Frauenrat) eingefallen, dass Männer nicht dafür geeignet sind Schülerinnen zu betreuen. Im Jahr darauf hat sich dann wundersamerweise niemand mehr fürs Mentoring gefunden...

  • Also jetzt wird es doch eher kritisch für die "Bearbeitung" hier im Forum, oder nicht?

    Ansonsten müssten wir hier erst ellenlang Begriffe definieren, damit wir vernünftig miteinander diskutieren können. Und ich glaube, da wird es schon schwierig. Das wäre etwas für einen Podcast von mehr als einer Stunde Länge.

  • Man sollte ja eine intrinsische Motivation haben sich einzubringen, wie man es kann und den anderen schätzen.

    Das Problem hierbei ist, dass es keine Währungsumrechnungen gibt von Kinder Betreuen zu länger im Beruf Arbeiten oder Auto sauber Halten zu Bad Putzen.
    --> mittleres Konfliktpotential


    Bestimmte Ausgaben kann man einfach sehr schwer runterrechnen. Wo soll es sonst enden, wenn man stoppt wie lange jemand warmes Wasser für die Dusche verbraucht?

    Wenn man auf so einem Niveau rechnet dann hat man mindestens 1 Problem: Knappe Kasse oder Erbsenzähler oder Unzufriedenheit in der Partnerschaft oder eine Kombination aus alledem.

    --> mittleres Konfliktpotential


    Wer denkt, dass er mit 25 einmalig eine feste Kostenaufteilung macht und das war es dann für das Leben, der denkt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten!

    Sehr richtig- sowohl die Einahmenseite als auch die Ausgabenseite verändert sich laufend. Und die Ansichten der Beteiligten in Bezug auf Finanzen auch.

    --> mittleres bis hohes Konfliktpotential


    Ich habe in jüngeren Jahren meiner damaligen Partnerin den Rücken frei gehalten, damit Sie sich voll auf Ihr Studium konzentrieren konnte. Als später die Trennung erfolgte, habe ich auch keine Rechnung aufgemacht, wie viel Geld ich all die Jahre 'zugebuttert' habe. So ist halt das Leben.

    Es gibt halt keine Universallösung, sondern man muss einen gemeinsamen Weg finden.

    Habe ich ähnlich erlebt. Ich durfte im Zugewinnausgleich die Schulden aus meinem Studium zu 50% behalten, während die Exfrau ihre Ersparnisse aus ihrer Zeit im Lehrberuf aus dem Zugewinn entnehmen konnte.
    Wo ich bei einem wichtigen Hinweis bin: Es ist schön und gut, wenn man sich mit seinem Partner einig ist. Nur gibt es gesetzliche Regelungen (insbesondere in bezug auf Unterhalt und Scheidung) um die man nicht herum kommt. Auch (Ehe-)Verträge können diese Regelungen nur bedingt aufheben.

    Ich nehme es so wahr, dass Frauen oft weniger an Finanzen interessiert sind. Dementsprechend misstrauisch sind sie dann wenn es um Aufteilung oder um Regelungen nach Trennungen geht- einfach aus mangelnder Übung im Umgang mit den unterschiedlichen Positionen und Zahlen. Dann wird sich professionelle Hilfe genommen (ein Anwalt für "Familienrecht"). Dieser hat Interesse daran, "das Maximum" für seinen Mandanten harauszuholen.

    --> hohes Konfliktpotential

    Eine Lösung habe ich auch nicht- aber so einfach wie "wir teilen alles 50-50" oder "wir teilen alles im Verhältnis unserer Einkommen" ist es leider nicht.

  • und die richtige Einstellung, Motivation und Commitment sind das A&O

    Ja, das halte ich auch für wichtig, aber ich warne eigentlich immer: Das A und O einer guten Partnerschaft ist eine gute Partnerwahl.


    Man kann erfahrungsgemäß Inkompatibilitäten nicht beliebig durch Einstellung kompensieren. Wenn es nicht wirklich gut passt, dann wird das auf Dauer nichts.


    Und auch ganz wichtig, weil oft romantisch verklärt: Liebe allein genügt nicht. Kompatibilität ist auf Dauer mindestens so wichtig, wenn nicht wichtiger. Liebe ist allerdings eine wirklich gute Basis und sollte der Anlass sein, sich überhaupt darüber Gedanken zu machen.

  • Hm, bist du sicher? Soweit ich weiß, hat die Ehe mit Scheidung im Vergleich zu Zusammenleben/Trennung KEINEN wesentlichen Einfluss auf das Umgangsrecht. Das ist lange her und entspricht nicht mehr der Gesetzgebung.


    Ebenso sehe ich keine besondere Relevanz bezüglich Mietverträgen. Könntest du das erläutern? Sehr viele Paare mieten gemeinsam ohne Mietvertrag. fast schon Standard und die Mehrheit inzwischen.


    Steuernachteile... sehe ich ebenfalls nur extrem bedingt. Zwei Eheleute müssen schon stark unterschiedlich verdienen, damit es überhaupt zu Steuervorteilen kommt. Verdienen sie ähnlich, sollte dies keine Rolle spielen. Vielleicht kannst du auch bei diesem Thema kurz erläutern, was du meinst.


    Die Auskunft von Ärzten... nun, das lässt sich mit einer Patientenverfügung so einfach regeln, dass das nicht relevant sein sollte. Eine Patientenverfügung sollte ohnehin unbedingt vorhanden sein und dann hat es sich quasi automatisch erledigt.


    Erben ist tatsächlich noch DER Punkt, der den größten Unterschied macht, da die Freibeträge einfach vom Ehestand abhängen. Vielleicht wird sich auch das mal ändern, aber noch sind wir nicht soweit. Wenn man gemeinsame Kinder hat und denen direkt vererben will, dann ist dieser Punkt ggf. nicht so tragisch, aber wenn keine Kinder existieren, dann ist Erben unter Partner ohne Trauschein derzeit so teuer, dass es fast unmöglich ist, wenn Immobilien beteiligt sind.