Beruftsunfähigkeitsversicherung im Bürojob ein Muss?

  • NiWe Vergleiche neigen ja immer dazu, zu hinken. Der Vergleich mit dem Smartphone hinkt besonders deutlich. Zum einen dürfte heutzutage fast jeder über ein Smartphone verfügen. Zum anderen bewegt sich die Relevanz einer Handyversicherung unterhalb des Gefrierpunkts. Die Absicherung des Einkommens spielt da unter den Gesichtspunkten Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe in einer etwas anderen Liga. :)

    Der Vergleich war bewusst so gewählt. Sie schreiben selbst "fast jeder über ein Smartphone verfügen" aber eben doch nicht 100%. Ich schrieb "selbst wenn sich diese Versicherung für 99,9% der "anderen" rentieren würde" (was es für die meisten ja nicht tut, so wie ich auch Sie verstehe), würde dies dem/der Smartphone-losen Zeitgenossen/genossin nichts nützen. Sie können aber gerne weitere Beispiele anführen, die für eine bestimmte Personengruppe höchstwahrscheinlich Sinn machen, für andere allerdings nicht.

  • NiWe28 , es ist ja völlig legitim, wenn Sie für sich persönlich entscheiden, das nicht unerhebliche finanzielle Risiko einer Berufsunfähigkeit nicht absichern zu wollen. Vielleicht haben Sie reiche Eltern, Erbtanten oder Sie meinen, notfalls langfristig mit der Grundsicherung auszukommen.


    Kritisch wird es, wenn hier durch eine inhaltlich wackelige Argumentation bei anderen, die nicht mit dieser Sorglosigkeit bzw. Risikofreude gesegnet sind, der Eindruck erweckt wird, eine BU wäre nicht so wichtig und man könne sich die Kosten sparen, weil man zur Not mal eben den Arbeitsplatz oder die mobbenden Kollegen austauscht.


    Das ist so das Problem mit Empfehlungen, für die der den Rat Erteilende seinen Kopf nicht hinhält. Ohne Sorge vor "Konsequenzen" kann man entspannter mutige Thesen aufstellen.

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Berufsunfähigkeit, Private Krankenversicherung, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: https://schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Deren Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Das ist so das Problem mit Empfehlungen, für die der den Rat Erteilende seinen Kopf nicht hinhält. Ohne Sorge vor "Konsequenzen" kann man entspannter mutige Thesen aufstellen.

    Ist das eine Variante des Marx‘schen Diktums, das Sein bestimme das Bewusstsein? Und ist eine Variante desselben auch, dass derjenige, der Geld durch den Verkauf von Versicherungen wie bspw. von Berufsunfähigkeitsversicherungen verdient, diese tendenziell auch für wichtiger und unentbehrlicher hält? 😉

  • Vom ollen Marx fand ich leider nichts zum Thema Berufsunfähigkeit. Aber dann nehmen wir doch einfach die völlig unverdächtige Empfehlung von Finanztip. Siehe https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/ . :)


    Die Frage ist, wer mit seiner Einschätzung näher an der statistischen Realität liegt. Derjenige, der sich hauptberuflich mit einem Thema beschäftigt und die Folgen einer Berufsunfähigkeit öfters erlebt. Oder derjenige, der vielleicht zufällig keinen Menschen kennt, der berufsunfähig wurde.


    Nehmen wir mal an, Sie wären Polizist TamInvest . Dann hätte Sie vermutlich eine andere, m.E. richtigere Einschätzung zur Durchschnittskriminalität in Ihrer Stadt, als jemand, der am Stadtrand in einer heileren Welt wohnt.


    Abgesehen davon soll es übrigens durchaus vorkommen, dass Menschen, die mit dem Verkauf von Dienstleistungen Geld verdienen, dennoch richtig (be-)raten.:)

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  • In wie weit ist das denn einem neuen Arbeitgeber offenlegungspflichtig (insofern keine Behinderung vorliegt)? In meiner Branche ist Burn Out fast allgegenwärtig und man bekommt den Eindruck, dass Arbeitgeber es gerne mal gezielt "fördern", dass der/die ArbeitnehmerIn "alles gibt" (z.B. wichtige Meetings im Urlaub oder früh morgens oder spät abends..). Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass Burn Out ein KO Kriterium bei der Einstellung gewesen wäre.

    Offenlegungspflichtig durch den Bewerber ist das nicht. Wir fordern aber die Personalakte vom bisherigen Arbeitgeber an, da ist sowas dann oft Bestandteil, wenn z.B. ein BEM gemacht wurde oder wegen längerer Fehlzeiten nachgehakt wurde.

  • NiWe28 , es ist ja völlig legitim, wenn Sie für sich persönlich entscheiden, das nicht unerhebliche finanzielle Risiko einer Berufsunfähigkeit nicht absichern zu wollen. Vielleicht haben Sie reiche Eltern, Erbtanten oder Sie meinen, notfalls langfristig mit der Grundsicherung auszukommen.


    Kritisch wird es, wenn hier durch eine inhaltlich wackelige Argumentation bei anderen, die nicht mit dieser Sorglosigkeit bzw. Risikofreude gesegnet sind, der Eindruck erweckt wird, eine BU wäre nicht so wichtig und man könne sich die Kosten sparen, weil man zur Not mal eben den Arbeitsplatz oder die mobbenden Kollegen austauscht.


    Das ist so das Problem mit Empfehlungen, für die der den Rat Erteilende seinen Kopf nicht hinhält. Ohne Sorge vor "Konsequenzen" kann man entspannter mutige Thesen aufstellen.

    Ich habe hier in keinster Weise Empfehlungen für andere ausgesprochen (ist ja auch nicht mein Job), sondern nur versucht, ein Thema möglichst kritisch und von allen/möglichst vielen Seiten beleuchten und hinterfragen zu lassen, gerade eben damit jede/r selbst die (idealerweise für sich richtige/passende/passendste) Entscheidung treffen kann.


    Sich mit Disclaimern und Kleingedrucktem abzusichern, ist für mich übrigens kein "Kopf hinhalten".

  • In der Abwägung "BUV, Ja/Nein?" spielt der Schutz durch die gesetzliche Rentenversicherung eine Rolle.

    Hierzu hat der "Versicherungsbote" einen netten Artikel vom 25.10.2022 auf der Seite, der vielleicht bei der Einschätzung hilft. Bitte selbst suchen, verlinken will ich nicht. :saint:

  • Ganz oben in dem Artikel steht das Wichtigste: :)

    "Das staatliche Sicherungsniveau der Arbeitskraftabsicherung ist äußerst niedrig: Erwerbsminderungsrenten sind gering und sind schwer zu erreichen."

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  • Das ist wie eine Multiplikation. "Im Schnitt 877 EUR" mal extrem geringe Eintrittswahrscheinlichkeit zieht das Ergebnis ganz schön runter.

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  • Man kann es vielleicht auf diesen Punkt bringen:

    Wer sich zu 100 % auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente verlässt, ist zu 90 % verlassen.


    Gilt zumindest für die Jahrgänge *1961 und jünger. Da sieht man übrigens, wie die Zeit vergeht: Von diesen "Jungfüchsen" sind inzwischen ja auch schon etliche über 60.

    "Allmählich neigt sich die Nacht der Dunkelheit zu."

  • Man kann es vielleicht auf diesen Punkt bringen:

    Wer sich zu 100 % auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente verlässt, ist zu 90 % verlassen.


    Gilt zumindest für die Jahrgänge *1961 und jünger. Da sieht man übrigens, wie die Zeit vergeht: Von diesen "Jungfüchsen" sind inzwischen ja auch schon etliche über 60.

    Diese Jungfüchsen bekommen zwar mit deutlich erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Rente, aber die dann eher nur in Höhe der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung (wegen BU). Und dann sind wir wieder bei der Höhe der Rente, die wahrscheinlich nicht ausreicht. :(

  • Da zeigt ein Professor dem Bund der Versicherten mal, wie man richtig rechnet. :)

    Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung GmbH & Co. KG - Spezialisten für Berufsunfähigkeit, Private Krankenversicherung, Altersvorsorge, Geldanlage. Angaben gem. § 11 VersVermV, § 12 FinVermV: https://schlemann.com/erstinformationen. Beiträge in der Finanztip Community erstelle ich mit größtmöglicher Sorgfalt, jedoch ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität. Deren Nutzung erfolgt auf eigene Gefahr.

  • Auch wenn die BDV Studie durch den IFA kritisiert wird und sicher verfeinert werden kann, spricht eins für die entkoppelte Strategie BU und Altersvorsorge :

    -Die Wechselfälle des Lebens!!!

    Wenns das Geld Knapp wird (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Bau, Kinder etc.) kann man seinen Vorsorgeplan pausieren /beenden , aber den BU Baustein durchhalten.

    Bei Koppelprodukten wird die Luft SCHNELL dünn.

    Selber erlebt nach Hauskauf trotz gutem Einkommen.

  • Auch wenn die BDV Studie durch den IFA kritisiert wird und sicher verfeinert werden kann, spricht eins für die entkoppelte Strategie BU und Altersvorsorge :

    -Die Wechselfälle des Lebens!!!

    Wenns das Geld Knapp wird (Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Bau, Kinder etc.) kann man seinen Vorsorgeplan pausieren /beenden , aber den BU Baustein durchhalten.

    Bei Koppelprodukten wird die Luft SCHNELL dünn.

    Selber erlebt nach Hauskauf trotz gutem Einkommen.

    Einige Koppelprodukte kann man solange man nicht berufsunfähig ist jederzeit wieder entkoppeln, d.h. die Basisrente beitragsfrei stellen und aus der BUZ ohne Risikoprüfung eine SBU machen! Und das in Summe ohne finanzielle Nachteile.

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  • Einige Koppelprodukte kann man solange man nicht berufsunfähig ist jederzeit wieder entkoppeln, d.h. die Basisrente beitragsfrei stellen und aus der BUZ ohne Risikoprüfung eine SBU machen! Und das in Summe ohne finanzielle Nachteile.

    Welche Unternehmen bieten den !Entkoppelbare! BU+Anlageprodukte an?
    Die Allermeisten sind eben nicht entkoppelbar.