Bank hat Depot ohne Auftrag verschoben, was tun?

  • Hallo zusammen,


    Ich habe mein Depot vom Ausland nach Deutschland verschoben, wo es auch bei meiner lokaler Bank angekommen ist. Nach 6 Wochen bekomme ich plötzlich eine Mail, dass versucht wurde, das Depot wieder ins Ausland zu schicken, was aber nicht funktioniert habe, und ich Kontakt zu der dortigen Bank aufnehmen solle, weil man nicht wisse, warum diese ablehne.

    Ich fiel aus allen Wolken, hatten nie einen Auftrag zur Zurücksendung (oder zu irgend etwas anderem im Zusammenhang mit dem Depot) erteilt.

    Auf Nachfrage sagte meine Bank, es würde nie etwas ohne schriftlichen Auftrag von mir geschehen. Diesen Auftrag konnten sie natürlich nicht zeigen und murmelten etwas von internem technischen Fehler, was ich sehr unbefriedigend finde.

    Ich habe offiziell Beschwerde eingelegt, Antwort kommt Freitag, denke aber, dass da nichts Neues kommt.

    Nun die Frage, was tun?

    Ich empfinde es als ungeheurlichen Vorgang, mein Depot (und damit fast mein gesamtes Vermögen) ohne mein Wissen oder meinen Auftrag einfach zu verschieben. Mein Vertrauen tendiert gegen null, weiss aber nicht, ob so etwas nicht auch bei anderen Banken passiert.

    Was würdet ihr tun, habt ihr einen Rat, Ideen, Gedanken dazu?

    Viele Grüsse und einen schönen Tag, Luzie

  • Erst mal ruhig abwarten und klären, was passiert ist.

    a) Ist es ein Fehler der hiesigen Bank? Fehler sind immer möglich. Das kann aber m.E. nicht zu Deinem Nachteil sein, im Extremfall müsste die Bank den Schaden ersetzen.

    b) Betrug aus dem Ausland? Dann auf jedem Fall Anzeige erstatten und versuchen, gemeinsam mit Bank und Polizei herauszufinden, wer wie welche Daten von Dir geklaut hat. Klären, wie eine Wiederholung vermieden werden kann.

  • Hallo zusammen,


    Ich habe mein Depot vom Ausland nach Deutschland verschoben, wo es auch bei meiner lokaler Bank angekommen ist. Nach 6 Wochen bekomme ich plötzlich eine Mail, dass versucht wurde, das Depot wieder ins Ausland zu schicken, was aber nicht funktioniert habe, und ich Kontakt zu der dortigen Bank aufnehmen solle, weil man nicht wisse, warum diese ablehne.

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    Hallo Luzie129na a

    ist diese Mail noch vorhanden? Wenn ja, sollte man - mit gebotener Vorsicht natürlich - prüfen oder prüfen lassen, wer der eigentliche Absender ist. Genau wie TamInvest erscheint es auch mir höchst ungewöhnlich, dass die eigene Hausbank solche wesentlichen Vorgänge via externe E-Mail kommuniziert. Oder kam das bankintern über Online-Banking bei Dir an?

    Heinrich Zille: "Vorne zu eng, hinten jeht er ausenander - det is'n Schuh von Salamander!"

  • Hallo nochmal,

    Sehr nett von euch, dass hier mitdenkt.

    Ich bin mir sicher, dass die Mail von der Bank (Sparkasse) bzw dem Depotverwalter (SBroker) selbst kommt. Ich habe zunächst mit dem Absender (Sbroker) kommuniziert, die ziemlich unwillig waren und genervt antworteten, es sei nur ein interner technischer Fehler und nun sei ja nichts passiert.

    Daraufhin habe ich mich bei der Sparkasse beschwert, die sich dafür auch nur sehr mässig interessierte, bis ich ein Gespräch mit der Geschäftsleitung wünschte. Diese hat dann formell eine Beschwerde auf Geschäftsleitungsebene aufgenommen („das hat Gewicht und wird ernstgenommen“). Wie ernst, kann ich deutlich nach über 4 Wochen sehen, auf Nachfrage ist bisher weder der SBroker noch die Sparkasse zu irgendeinem Ergebnis gekommen.

    Ich vermute da entweder Betrugsversuch eines einzelnen Mitarbeiters, oder einen tatsächlichen technischen Fehler, der aber auffallen müsste.

    So bleibt für mich die Situation sehr unbefriedigend und mein Depot könnte inzwischen sonstwo sein....

    Was würdet ihr tun? Meinen schriftlichen Auftrag zu sehen verlangen, und in Ermangelung von diesem (habe ja keinen gestellt) Anzeige erstatten? Nützt das was? Was gibt es noch für Möglichkeiten, gegen eine offensichtlich unwillige Bank/Broker vorzugehen?

  • Die Mail ist vom SBroker Kundendienst. Ich habe sie natürlich noch, kam ganz normal über den Mailprovider, nicht intern übers online banking. Scheint da aber üblich zu sein, man bekommt auf eine Anfrage eine Bestätigung mit Ticketnummer, wartet dann ein paar Wochen auf Antwort, dann kommt die Antwort per normaler Mail. Sehr umständlich und nervig, ist aber deren normales Vorgehen. Wie würde eure Bank das denn handhaben?

  • Ich bin auch mit ein paar Sachen bei einer KSK … und bei allem, was über eine bloße Infofrage hinausgeht und nur ein bissle wie ein Auftrag riecht, läuft es so: Ich schreibe eine Mail hin und bekomme aus Sicherheitsgründen eine Antwort als Brief.

  • Mir hat die Ing, ohne irgendeine vorherige Kommunikation, das Depot gekündigt wegen USA-Bezug. Hatte nur fürs Reisen eine US Telefonnummer (Google Fi) hinterlegt - sonst nix mit USA zu tun. Vielleicht war ja sowas auch bei Dir der Auslöser.

  • Was würdet ihr tun? Meinen schriftlichen Auftrag zu sehen verlangen, und in Ermangelung von diesem (habe ja keinen gestellt) Anzeige erstatten? Nützt das was? Was gibt es noch für Möglichkeiten, gegen eine offensichtlich unwillige Bank/Broker vorzugehen?

    Hallo nochmal,

    Die Antwort des Brokers ist da, erwartungsgemäss löcherlich: es sei ein Missverständnis, und es sei ja nichts passiert.

    Fakt ist aber, dass ich 2 Mails von unterschiedlichen Sachbearbeitern des SBrokers habe die besagen, dass mein Depot von hier verschoben wurde und es im Ausland nicht angenommen wurde, und sie nicht wissen warum nicht, und ich solle das selbst mit der dortigen Bank klären. Also ist ja offenbar aktiv gehandelt worden, und dies wird nun als „Missverständnis“ abgetan.

    Wie würdet ihr reagieren/weiter vorgehen?

    Danke und schönes Wochenende, Luzie

  • Für mich ist die Frage von #3 unverändert offen. Verlange, dass die Dir den Auftrag vorlegen, aufgrund dessen die tätig geworden sind und den Übertrag angestoßen haben.


    Ebenso würde mich die Antwort der ausländischen Bank im Original interessieren. Hatten die einen Verdacht auf Betrug? Zu wessen Gunsten sollte gebucht werden? Wie wurde die Ablehnung begründet?

  • Ansonsten, wenn die keine schlüssige Erklärung liefern, eine letzte kurze Frist setzen und ankündigen, dass du dich nach Ablauf der Frist an die Bafin wendest. Manchmal wirkt das motivierend auf die Banken, kann aber auch sein, dass du die Bafin dann einschalten musst.

  • Hallo Luzie129na,


    ich würde mich dem Vorschlag von andiii_98 anschließen wollen. Denken Sie an andere Kunden und informieren Sie die Bafin. Selbst wenn es nur ein Missverständnis gewesen sein sollte, spricht das nicht für das Funktionieren der internen Kontrollmechanismen. Wenn die ordnungsgemäße Geschäftsführung in Frage steht, ist es auf jeden Fall ein Thema für die Bafin. Die lassen sich nicht mit einem Dreizeiler abspeisen – auch wenn Sie das Ergebnis ggf. nicht erfahren.


    Gruß Pumphut

  • Die Bank hat sich nochmal gemeldet, möchte unbedingt ein Gespräch mit mir. Ich habe nach dem Inhalt des Gesprächs gefragt, sie sagten, sie wollten gern hören, ob die Antwort mein Vertrauen in sie wieder hat herstellen können......

    Ich denke mal, sie wollen horchen, was ich nun vorhabe, oder?

    Von ihrer Position bewegen sie sich jedenfalls nicht, bleiben bei ihrer Version des Missverständnisses.

    Ich denke, ich werde wohl die Bafin informieren, möchte aber vorher meine Banksachen regeln, bevor sie mir da Steine in den Weg legen und mir als Kunden kündigen, weil ich ja jetzt lästig bin....

    Was meint ihr?

  • Hallo Luzie129na,


    eine Beschwerde bei der Bafin kann kein offizieller Kündigungsgrund sein. Aber selbstverständlich spielen die Betroffenen danach vom Blatt. Zumindest mittelfristig sollten Sie sich dann doch eine andere Bank suchen.


    Ob Sie das Gesprächsangebot wahrnehmen, hängt etwas von Ihrer Selbsteinschätzung ab. Lassen Sie sich leicht „belatschern“ oder bleiben Sie bei Ihrer Meinung? Vielleicht können Sie einen Freund oder Verwandten bitten, als Zeuge mitzugehen. Kündigen Sie das der Bank vorher an. Wenn die dann kein Gesprächsinteresse mehr haben, kennen Sie die Absicht.


    Gruß Pumphut