Geeignete Anlage für meine 59-jährige Mutter (Neben ETFs, Tagesgeld, Festgeld)

  • Hallo,


    ich konnte vor ein paar Monaten meine Mutter endlich überzeugen, dass ihr Geld auf dem Sparbuch nicht gut aufgehoben ist. Sie ist derzeit nicht arbeitsfähig und bekommt Rente (ich glaube Erwerbsminderungsrente) und Unterhalt von meinem Vater. Nach Abzug von Miete und anderen Kosten kann sie so monatlich noch ein paar hundert Euro sparen (bis vor kurzem ging das alles aufs Sparbuch, jetzt auf ein ETF-Depot). Jedoch wird der Unterhalt irgendwann wegfallen und dann muss sie an die Ersparnisse.


    Derzeit ist die grobe Aufteilung ihres Geldes so:


    72% Sparbücher und Girokonto

    19% ETF-Depot, wobei der Betrag dort monatlich von einem Tagesgeld auf das eigentliche Depot übertragen wird. In 6 Monaten ist dann alles angelegt. ETF-Auswahl habe ich weiter unten noch gepostet

    8.5% Deka-Fonds (keine weitere Einzahlungen mehr, da sehr teuer)

    0.5% Cryptos (Sie wollte es mal ausprobieren und ich habe einen relativ kleinen Betrag für sie über 20 Coins gestreut. Mehr wird da nicht mehr angelegt, viel zu riskant)


    Nächstes Jahr bekommt sie mehrere Lebensversicherungen ausbezahlt, wodurch sich ihr Geld auf dem Sparbuch dann fast verdoppeln wird.


    Wir wollen jetzt noch mehr Geld anlegen, so dass maximal 30-40% noch auf dem Sparbuch liegen. Die Frage ist wo. Alles in ETFs zu stecken ist in dem Alter zu riskant. Ich habe erst über aktive Fonds mit niedriger Volatilität nachgedacht, aber da die meist sehr teuer sind und nicht besonders gut performen, lassen wir das wahrscheinlich.


    Die Zinsen steigen aktuell ja. Daher wollen wir einen Teil auf einem Festgeldkonto anlegen. Sicherheit ist sehr wichtig, von daher nur deutsche Banken mit höchster Bonität. Die Frage ist jetzt, sollen wir besser nur für ein Jahr anlegen und auf weiter steigende Zinsen hoffen oder gestaffelt einen Teil für 1,2 bzw. 3 Jahre?


    Macht Tagesgeld überhaupt einen Sinn oder können wir einen Teil auch einfach auf dem Sparbuch lassen?


    Gibt es noch irgedwelche anderen Anlageprodukte, die in dem Alter geeignet sind? Anleihen-ETFs z.B.?


    Zum ETF-Depot noch die Aufteilung:

    45% iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc)
    27% iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF (Acc)

    18% Xtrackers STOXX Europe 600 UCITS ETF 1C
    5% Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (USD) Accumulating

    5% iShares Dow Jones Global Sustainability Screened UCITS ETF


    Alles sind accumulating ETFs. Wir wollen jetzt für zusätzliches passives Einkommen noch einen ausschüttenden ETF dazunehmen. Ich denke über den Vanguard ESG Global All Cap UCITS ETF (USD) Distributing nach. Wäre der eine gute Wahl oder ist ein anderer besser geeignet? Den Anteil dieses ETFs würde ich so lange erhöhen, bis die 801€ Freibetrag an Dividenden ausgeschöpft sind.


    Grüße,

    backprop

  • Wird das Geld demnächst benötigt? Dann Tages- oder Festgeld bis zum Tag wo es gebraucht wird.

    Bei einer Anlage, ich nenne es mal, zum vererben, einen von Finanztip empfohlenen weltweiten ETF. Ausschüttender ETF ist halt immer so eine Sache, wenn es für das gute Gewissen sein soll, ist es ok, ansonsten wie hier im Forum schon oft diskutiert, ein Thesaurierer und bis zum Freibetrag jährlich Anteile verkaufen.

  • Wird das Geld demnächst benötigt? Dann Tages- oder Festgeld bis zum Tag wo es gebraucht wird.

    Bei einer Anlage, ich nenne es mal, zum vererben, einen von Finanztip empfohlenen weltweiten ETF. Ausschüttender ETF ist halt immer so eine Sache, wenn es für das gute Gewissen sein soll, ist es ok, ansonsten wie hier im Forum schon oft diskutiert, ein Thesaurierer und bis zum Freibetrag jährlich Anteile verkaufen.

    Sie würde sich zwar gerne eine Wohnung oder ein Haus kaufen, aber in dem Alter und mit dem vorhandenen Geld und den derzeitigen Preisen wird es wahrscheinlich schwer. Andere größere Anschaffungen sind nicht geplant.

    Wo könnte man das Geld sonst noch anlegen, wenn man nicht alles komplett in ETFs stecken will? Ein Teil wird auf jeden Fall auf ein Festgeldkonto kommen, aber nicht alles. Anleihen? Irgendwelche aktiven Fonds, die neben Aktien auch Rohstoffe und Anleihen beinhalten?


    Die ist ein bissel fürn Popo. Werden dort alle ETFs noch bespart?

    Die Sparpläne laufen alle noch. Was würdest du ändern?
    Das Portfolio ist im Prinzip 90% "50-30-20 von Finanzfluss" und die restlichen 10% sorgen für mehr ESG-Fokus und bessere Weltabdeckung. Welche würdest du rausnehmen / anders gewichten / dazunehmen?
    Die Sparpläne laufen mit den derzeitigen Raten noch 6 Monate weiter, bevor die oben genannten 19% im ETF-Depot erreicht sind. Im Moment sind erst 2.5% wirklich in den ETFs und der Rest liegt auf dem mit dem Depot verbundenen Tagesgeldkonto.

  • Hi backprop,


    mir scheint das ETF-Depot ein bissle … als hättest Du zu viele Tipps umsetzen wollen. Um mal unstrukturiert ein paar Punkte zu nennen:


    - Warum den FTSE AllWorld zur Kombi aus MSCI World und MSCI EM dazu?

    - Was soll die homöopathischen Sustainability-Beimischung?

    - Hast Du eine Vorstellung, wie viel Du in den angedachten Ausschütter packen musst, bis Du den Freibetrag ausschöpfst?

    - Du schreibst nichts zur Gesamthöhe und sonstigen Lebensplanung … also kann man Aufteilung / Verteilung etc. nicht mal im Ansatz bewerten, ob das sinnvoll scheint.

    - Ich persönlich habe Tagesgeld / Festgeld / ETFs / aktive Fonds / Gold / Immobilienfonds. Ob das auch für jemand anderen eine sinnvolle Verteilung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.


    Wenn Du Dich da ums Geld Deiner Mutter kümmerst, nur noch der Hinweis: Das ist toll und richtig, aber macht es nicht „nur“ so, wie Du es richtig findest, sondern auch Deine Ma muss komplett dahinter stehen.

  • Das Portfolio ist im Prinzip 90% "50-30-20 von Finanzfluss" und die restlichen 10% sorgen für mehr ESG-Fokus und bessere Weltabdeckung

    50-30-20 ist in Ordnung. Aber die 5% ESG sind auch nur fürs gute Gewissen. Wenn man ESG macht, dann sollte das einem doch mehr als nur 5% Wert sein, oder? ;)

    Der All-World ist hier dann ja auch doppelt gemoppelt. Warum solltest du hier eine bessere Weltabdeckung haben? Du investierst doch schon mit deinem World und deinem EM in die ganze Welt.


    Also ICH würde den ESG- Anteil rausnehmen (oder alle deine ETFs auf ESG umrüsten, je nach Mindset) und den All-World ebenso.

    Oooooooder, weil es schließlich um deine Mutter geht und es ja auch möglichst einfach und leicht für sie sein soll, NUR noch den All-World besparen. Also eine 1-ETF-Lösung. Denk dran, mit Pech bist du nicht ewig für deine Mutter da. Dann muss sie das Schiff auch alleine steuern können.

  • Depots mit einem Sammelsurium unterschiedlicher ETFs werden ja gerne kritisiert. Ein wirklicher Fehler ist das aus meiner Sicht aber nicht, denn letztlich hat das in einem Fall wie diesem hier nicht viel Auswirkung auf das Ergebnis. Das Depot hier wird am Ende wahrscheinlich so ähnlich performen, wie ein ACWI ETF.

  • Sie würde sich zwar gerne eine Wohnung oder ein Haus kaufen, aber in dem Alter und mit dem vorhandenen Geld und den derzeitigen Preisen wird es wahrscheinlich schwer. Andere größere Anschaffungen sind nicht geplant.

    Wo könnte man das Geld sonst noch anlegen, wenn man nicht alles komplett in ETFs stecken will? Ein Teil wird auf jeden Fall auf ein Festgeldkonto kommen, aber nicht alles. Anleihen? Irgendwelche aktiven Fonds, die neben Aktien auch Rohstoffe und Anleihen beinhalten?

    Wie bereits etwas höher geschrieben, du wirst deiner Mutter erklären müssen, was eigentlich mit ihrem Geld passiert. Hier gilt noch mehr als bei einer Anlage für sich selber, nur in Anlagen investieren, die man versteht und nach vollziehen kann. Rohstoffe würde ich persönlich außen vorlassen. Über Anleihen wurde hier an anderer Stelle im Forum reichlich diskutiert, einfach mal suchen. Für die Übersicht macht natürlich eine Anlage in so wenige ETFs wie möglich zu investieren. Aber jeder macht mit seinem Vermögen was er/sie für richtig hält. Auf jeden Fall muss ein intensives Gespräch mit deiner Mutter statt finden.

  • Ich habe erst über aktive Fonds mit niedriger Volatilität nachgedacht

    Davon halte ich wenig. Dann lieber die Aktienquote reduzieren und dadurch die Volatilität des Gesamtportfolios reduzieren.

    Auch hier die Frage, wie viel Volatilität Deine Mutter aushalten kann. Deine Risikoaffinität ist irrelevant, nicht dass Du ihr Vertrauen in Dich verspielst, wenn es mal kräftig runter geht.

    Die Frage ist jetzt, sollen wir besser nur für ein Jahr anlegen und auf weiter steigende Zinsen hoffen oder gestaffelt einen Teil für 1,2 bzw. 3 Jahre?

    Auch hier würde ich nicht nach aktueller Markteinschätzung gehen, sondern eher ein System für die Zukunft aufsetzen. Erkläre ihr das System der Zinstreppe (Jedes Jahr wird x€ fällig, was Du nicht benötigst, wird mit der längsten Laufzeit +1 wieder angelegt), bis sie sagt, ja, so will ich es machen.

  • Zitat

    Du schreibst nichts zur Gesamthöhe und sonstigen Lebensplanung … also kann man Aufteilung / Verteilung etc. nicht mal im Ansatz bewerten, ob das sinnvoll scheint.

    Also insgesamt sind zur Zeit folgende Kontostände vorhanden:

    - Sparbuch + Giro: 60.000€
    - Deka: 8000€
    - Cryptos: 1000€
    - ETF-Depot + dazugehöriges Tagesgeld: 17.000€ (per Sparplan wird langsam investiert wg. Cost Average Effect)

    Wir haben jetzt aber noch ein Tagesgeldkonto und ein Festgeldkonto eröffnet und werden die 60.000 vom Sparbuch so aufteilen:
    - 25.000€ Tagesgeld
    - 10.000€ Festgeld 6 Monate
    - 10.000€ Festgeld 12 Monate
    - 15.000€ bleiben auf dem Sparbuch und wenn die Zinsen weiter steigen, werden nochmal 10.000€ auf einem Festgeldkonto angelegt.


    Somit wird danach die Aufteilung ungefähr so sein:

    - Sparbuch 17%
    - Tagesgeld 30%
    - Festgeld 6 Monate 11%
    - Festgeld 12 Monate 11%
    - Deka 9%
    - Crypto 1%
    - ETF 19%


    Innerhalb des nächsten Jahres kommen mehrere Lebensversicherungen mit insgesamt ca. 50.000€ zur Auszahlung, die dann teilweise wieder ins ETF-Depot kommen und teilweise auf Fest- und Tagesgeldkonten.


    Eigentlich will sich meine Mutter eine Wohnung kaufen, was aber leider nicht sehr realistisch ist. Somit geht es im Moment eigentlich nur um Erhalt des Kapitals und idealerweise einer kleinen Steigerung.


    Durch Unterhalt und Erwerbsminderungsrente hat sie derzeit genug Einkommen, um monatlich weiterhin 400-500€ sparen zu können. Leider ist sowohl beim Unterhalt als auch bei der Rente derzeit nicht sicher, wie lange diese noch gezahlt werden. Die Rente läuft noch mindestens ein Jahr und muss dann neu beantragt werden.


    Was ist von dieser Aufteilung zu halten? Insgesamt sind 47% liquide und der Rest mehr oder weniger sicher angelegt. Ich weiß nicht, ob wir vielleicht lieber noch mehr anlegen sollten. Ich habe mich noch nicht mit Immobilienfonds beschäftigt, aber davon jetzt schon öfter gehört. Wären die eine gute Ergänzung?

  • Wird das Geld demnächst benötigt? Dann Tages- oder Festgeld bis zum Tag wo es gebraucht wird.

    Bei einer Anlage, ich nenne es mal, zum vererben, einen von Finanztip empfohlenen weltweiten ETF. Ausschüttender ETF ist halt immer so eine Sache, wenn es für das gute Gewissen sein soll, ist es ok, ansonsten wie hier im Forum schon oft diskutiert, ein Thesaurierer und bis zum Freibetrag jährlich Anteile verkaufen.

    In naher Zukunft sind keine wirklichen Anschaffungen geplant und für Notfälle wie Auto kaputt, Waschmaschine kaputt oder ähnliches befindet sich immer noch genug auf dem Tagesgeldkonto und Sparbuch.
    Der Ausschütter hätte den Vorteil, dass sie sieht, dass beim Investment was raus kommt. Wenn ich einen Thesaurierer habe und jährlich bis zum Freibetrag Anteile verkaufe, könnte es sein, dass ich Verlust mache, sofern die Kurse gerade gefallen sind.


    Hi backprop,


    - Ich persönlich habe Tagesgeld / Festgeld / ETFs / aktive Fonds / Gold / Immobilienfonds. Ob das auch für jemand anderen eine sinnvolle Verteilung ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

    Aus welchem Grund hast du zusätzlich noch aktive Fonds? Und welche sind das, wenn ich fragen darf? Welche Immobilienfonds könntest du empfehlen?


    50-30-20 ist in Ordnung. Aber die 5% ESG sind auch nur fürs gute Gewissen. Wenn man ESG macht, dann sollte das einem doch mehr als nur 5% Wert sein, oder? ;)

    Der All-World ist hier dann ja auch doppelt gemoppelt. Warum solltest du hier eine bessere Weltabdeckung haben? Du investierst doch schon mit deinem World und deinem EM in die ganze Welt.


    Also ICH würde den ESG- Anteil rausnehmen (oder alle deine ETFs auf ESG umrüsten, je nach Mindset) und den All-World ebenso

    Den All-World habe ich reingenimmen, weil die Unterteilung zwischen Industrie- und Schwellenländer sich zw. MSCI und FTSE unterscheiden.


    Statt den ESG rauszunehmen, würde ich dann aber lieber komplett auf ESG umstellen. Ich habe vor ein paar Tagen eine Analyse gesehen, in der die ESG-Varianten sogar besser abgeschnitten haben als die Originale.


    Ich würde dann folgendermaßen umstellen:

    - 70% MSCI World ESG oder FTSE All-World ESG

    - 20% emerging markets IMI
    - 10% Europa


    Ich weiß, dass der FTSE All-World auch EM enthält, aber nicht besonders hoch im Anteil. Deswegen noch separat 20% zusätzlich dazu.
    Die bisherigen ETFs würde ich einfach behalten und die Sparpläne löschen. Wenn es irgendwann mal zum Rebalancing kommt, kann man die ggf. immer noch verkaufen und auf die neue Aufteilung umschichten.

    Wie wäre dieses Portfolio? Immer noch zu kompliziert?


    Die Rente ist auf Zeit oder unbefristet?

    Nicht dass sich da plötzlich Kapitalbedarf ergibt, weil die Rente wegfällt und die Altersrente erst mit 63 (oder 61+X mit Schwerbehindertenausweis) beginnt.

    Derzeit ist sie noch befristet. Aber ich gehe sehr stark davon aus, dass sie nochmals genehmigt wird, da sie einen Unfall hatte und nicht mehr wirklich arbeiten kann.

  • Aus welchem Grund hast du zusätzlich noch aktive Fonds? Und welche sind das, wenn ich fragen darf? Welche Immobilienfonds könntest du empfehlen?

    Die aktiven Fonds sind - wenn ich ehrlich bin - Spielzeug. Das dort investierte Geld könnte genauso gut oder schlecht in meinem FTSE All World oder MSCI ACWI stecken. Aber es sind ein paar kleine Häppchen, die einerseits als Gegengewicht zur US-Tech-lastigen Indexwelt ein bisschen mehr Augenmerk auf Value-Titel legen (bspw. Quantex Global Value, M&G Global Basics) oder Chancen suchen (bspw. Seilern World Growth, Franklin Technology Fund). Und sie sind - wenn ich unehrlich zu mir bin - das i-Tüpfelchen auf meiner genialischen Investmentstrategie. 😂


    Wegen Immobilienfonds … ich habe mich für grundbesitz global, HausInvest, Leading Cities Invest und Fokus Wohnen Deutschland entschieden.

  • Solange "Muddi" zufrieden ist mit dem, was mit ihrem Geld passiert, ist das alles okay.


    Wegen der Erwähnung eines Unfalls müsste man später (also nach der Verlängerung der Erwerbsminderungsrente) noch einmal genau auf den Rentenbescheid schauen (lassen) und ggf. erst nach einer Probeberechnung die Altersrente beantragen. Es kann Konstellationen geben, da macht es mehr Sinn mit der Umwandlung in eine Altersrente zu warten, anstatt frühestmöglich umwandeln zu lassen.