Gaspreise vor und nach Abschlagserhöhung

  • Im Finanztip vom 9.9.22 wird zum Thema Gaspreise eine unterschiedliche Bewertung abgegeben – Höhere Gas-Abschläge VOR und NACH einer Gaspreis-Erhöhung. Macht das einen Unterschied?

    In meinem Fall habe ich am 9.7.22 ein Schreiben meines Gasversorgers ESWE bekommen, in dem die monatliche Abschlagsrate von bisher 52 € auf 132 € ab Monat August angehoben wird.

    Am 18.8.22 erhielt ich ein weiteres Schreiben, in dem folgende Gaspreise zum 1.10.22 „angepaßt“ werden sollen: von 4,439 ct/kWh auf 18,455 ct/kWh (jeweils brutto). Das ist eine Erhöhung um 316%.

    FRAGE 1: worin besteht nun der o.g. Unterschied für mich, daß meine Preiserhöhung NACH der Abschlagserhöhung stattgefunden hat?

    FRAGE 2: wie kann ich als Verbraucher überhaupt erkennen, ob eine Preiserhöhung „angemessen“ ist? Mir scheint, daß diese ziemlich willkürlich vorgenommen werden? Kann ich überhaupt gegen diese Höhe der Preiserhöhung Einspruch erheben und worauf kann ich mich dann beziehen?


    QUELLE: Von: Finanztip-Redaktion <newsletter@finanztip.de>Gesendet: 09.09.2022 15:09

    Höhere Abschläge für Strom und Gas: So reagierst Du richtig

    Wann Du wie handeln solltest

    Wenn erst die Abschlagserhöhung kommt und danach eine Preiserhöhung, solltest Du genau prüfen, ob die Preiserhöhung rechtens ist. Viele eingeschränkte Preisgarantien sichern Dich z. B. gegen steigende Beschaffungskosten ab, aber nicht gegen steigende Umlagen wie die Gasumlage. Ein Blick ins Kleingedruckte Deines Vertrags hilft.

    Anders sieht es aus, wenn der Anbieter erst seine Preise erhöht und dann eine Erhöhung des Abschlags ankündigt. Wenn Du gut einschätzen kannst, dass Du in der aktuellen Abrechnungsperiode weniger Strom oder Gas verbrauchen wirst (weil Du vorbildlich Energie sparst), wende Dich an Deinen Anbieter, sag ihm genau das und widersprich Deiner Abschlagserhöhung. Am besten weist Du Deinen Anbieter dabei darauf hin, dass er das nicht als (Sonder-)Kündigung des Vertrags werten darf.