Einstieg in die Welt der ETF

  • Hallo zusammen,


    wir haben aktuell die Möglichkeit 200k€ zu investieren. Der erste Gedanke war, in eine vermiete Immobile zu gehen, aber der Markt scheint dafür aktuell völlig ungeeignet zu sein.


    So bin ich über die Idee der ETF gestolpert. Wir haben eine vermietet Immobilie und wohnen im eigenen Haus (welches wir wie alle noch etwa 8 Jahre tilgen müssen). Auf dem Girokonto sind hinreichend Rücklagen.


    Nun wohin mit den 200k?

    MSCI World - stark USA und tech. Wenn ja welchen? Gerne hätte ich jedes Jahr eine Dividende die ich dann nach gutdünken entweder wiederanlegen kann oder aber verkonsumieren, ...


    Jedes Jahr bekomme ich noch ein paar Euro Prämie die ich ggf. auch noch investerieren möchte. Und die Erlöse aus der Vermietung (etwa 1500Euro im Montag ohne Rücklagenaufbau) wollen auch noch ins Trockene gebracht werden. Aktuell haben wir immer alles auf das Girokonto gepackt - nicht clever aber naja.


    Was würdet ihr uns raten?


    Grüße

    Marc

  • Was würdet ihr uns raten?

    Deiner Schilderung nach hört es sich so an, als hättet ihr ein Luxusproblem ;-) Das muss aber nocht zwangsläufig so sein.

    Einen vernünftigen Rat kann man mMn erst dann loswerden, wenn die Gesamtsituation in etwa bekannt ist. Und wenn ihr euch eurer Gesamtsituation bewusst seid,fällt euch möglicherweise der 'Rat' wie Schuppen von den Haaren...

    Was soll das Ziel xein, das ihr mit der Anlage der 200k erreichen wollt?

  • Es ist sicherlich keine unkonfortable Situation, das ist richtig.


    Ich möchte das Geld ein wenig vor Inflation schützen, weiteres Vermögen aufbauen und würde gerne so in 15 Jahren (60) das Arbeiten einstellen und mich mehr um die Gitarre und das Reisen kümmern.


    Hilft das?

  • Hilft das?

    Ja und nein ;-)


    Da solltest du dich einmal (mehr) um das Thema Entnahmeplan kümmern und dabei deine derzeitigen Einkünfte und Ausgaben, wie deine (angenommenen) künftigen Einkünfte und Ausgaben berücksichtigen. Ferner fällt mir ein, das derzeitige Nettovermögen zu betrachten (und zu dokumentieren, falls dies noch nicht gemacht wurde), und es auf das künftige Nettovermögen hochzurechnen... selbst ohne Kenntnis zukünftiger Inflations- und Kostenentwicklungen. Damit lässt sich dann ein individueller Entnahmeplan stricken, wobei die Entwicklung des Nettovermögens Jahr für Jahr beobachtet/festgehalten werden darf. Ggfs. darf man auch Änderungen zur Anpassung vornehmen, sollte dies angeraten sein.

    Unter einem Entnahmeplan stelle ich mir vor, ein vernünftiges Verhältnis von Cash (Geldwerten) und Sachwerten zu erzielen. Der Cash-Anteil mindert später das Schwankungsrisiko volatiler Sachwertinvestitionen bzw. ermöglicht, Entnahmen zu günstigen Zeitpunkten (Kursen) vornehmen zu können.

  • Hallo.


    Vielleicht hilft folgende Überlegung:

    Viele Leute sind mit einem ETF-Sparplan auf den MSCI World sehr zufrieden, unabhängig vom Anbieter und der Überlegung ausschüttend/thesaurierend.

    Die Idee mit den ominösen 15 Jahren passt ja auch.

    Daher macht es wohl Sinn, einen Sparplan zu starten, auch um erstmal "die Badetemperatur zu testen".


    Ob man später eine Einmalzahlung (oder mehrere größere Zahlungen) hinterherknallt, oder lieber Schulden abbaut, kann man noch immer entscheiden

  • FT empfiehlt das 4 Töpfe-Prinzip, einfach mal genau lesen, du brauchst bei deiner Lage sicherlich einen recht hohen Sicherheitsbaustein (eigenes Haus + Eigentumswohnung), da sind mögliche Reparaturen natürlich Wahrscheinlicher als bei Mietern. 15 Jahre ETF Sparplan und Sonderzahlungen sind dann sicherlich die günstigste Variante für alles was übrig ist. Nun kann hier keiner vorher sagen welcher ETF den meisten Ertrag liefert. Wir hatten jetzt reichlich 10 Jahre in denen die Gewinne sehr stark waren, mal vom kurzfristigen Corona-Knick abgesehen. Wie die nächsten 10-15 Jahre laufen kann ebenfalls erst in 10-15 Jahren beantwortet werden. Ich bin seit 20 Jahren in einen MSCI World investiert und weite gerade meinen Sicherheitsbaustein aus, der Ruhestand rückt halt näher. Auf jeden Fall anfangen und keine Zeit verlieren, wenn es abwärts geht Ruhe bewahren und sich über niedrige Kosten für den Sparplan freuen.

  • Hi, mir geht es ähnlich und habe die gleiche Frage. Nach allem was ich bisher gelesen habe tendiere ich klar zur ETF Anlage. In deinem Fall würde ich es dir auch empfehlen. Ihr habt bereits in Immobilien investiert, seit für unvorhergesehenes finanziell abgesichert und sucht nun eine Möglichkeit euer Geld langfrstig mit Chance auf Rendite zu investieren. Da würde ich ein Onlinedepot mit dem ishares core MSCI IE00B4L5Y983 empfehlen.

    Viele Grüße

  • Ich bin seit 20 Jahren in einen MSCI World investiert und weite gerade meinen Sicherheitsbaustein aus, der Ruhestand rückt halt näher. Auf jeden Fall anfangen und keine Zeit verlieren, wenn es abwärts geht Ruhe bewahren und sich über niedrige Kosten für den Sparplan freuen.

    Hallo ichbins


    darf ich bitte fragen wie du deine Sicherheitsbaustein ausweitest.


    Investierst Du nicht mehr in ETF und stattdessen in Tagesgeld investieren


    oder


    Verkaufst du nach und nach ETF ?


    Das Thema Interessiert mich sehr.


    Gegenwärtig habe ich viel in ETF investiert und da ich 50 Jahre alt bin überlege ich bis zur Rente nur in TG zu investieren

  • Ich habe vor dem leichten Kursrutsch einige ETF-Anteile verkauft und auf Tages und Festgeld umgeschichtet. Habe vorher einen Plan über den monatlichen Bedarf und eventuelle Zusatzkosten gemacht. Jetzt sollte es für 5 Rentenjahre reichen. Bei guten Kursen werde ich dann wieder umschichten, der Großteil liegt also weiter im MSCI World.

  • Habe noch einiges vergessen zu schreiben, mit 55 habe ich meine monatlichen Zahlungen eingestellt und die Summe in die GRV eingezahlt, eine Wette aufs Alt werden und eine Art Sicherheitsbaustein. Denke die Rente reicht für die üblichen Kosten und der Rest für die schönen Dinge des Lebens.

  • Gegenwärtig habe ich viel in ETF investiert und da ich 50 Jahre alt bin überlege ich bis zur Rente nur in TG zu investieren

    Ich bin 42 und fühle mich bei Deinen Posts immer sehr alt. Weil: In nur acht Jahren bin ich auch 50 … aber da denke ich noch nicht an die baldige Rente und das baldige Sterben, sondern in meiner Gedankenwelt habe ich da noch viel Lebenszeit und Leben und auch Arbeitsleben vor mir, sodass sich ETFs auch mit dem klassischen 15-Jahres-Rat noch bestens ausgehen. Da ist mir mehr Altsachse ein Vorbild: Ich will mit um die 80 mein Geld auch (noch) nicht in Wollsocken eingewickelt unter der Eckbank liegen haben.


    Und btw, natürlich ist mir sehr klar, dass mich morgen ein Bus überfahren kann oder kurz nach diesem Posting ein stechender Brustschmerz das letzte sein kann, was ich fühle … aber gut, dann sind mir die momentanen Börsenkurse egal und meine Erben müssen halt evtl. Kursdellen aussitzen.


    Ganz ernsthaft: Es ist Dein Geld und Du kannst damit machen, was Du möchtest. Ich vermute aber, hier in diesem Forum wirst Du niemanden finden, der Deinen „nur noch Tagesgeld“-Plan bejubelt und für sich übernimmt und damit für Doch absegnet.

  • Hallo MarcRoller und Herzlich-Willkommen im FT-Forum,

    ergänzend zu den Hinweisen der Kollegen empfehle ich Dir mal einen eingehenden Blick auf den Blog von Georg, der sich seht intensiv mit unterschiedlichen Entnahmestrategien auseinander gesetzt hat: https://www.finanzen-erklaert.de/


    Das Thema Aktienquote und Sicherheitsbaustein beschäftigt mich mit 50 natürlich auch.

    Zum Thema Aktienquote und Alter empfehle ich einmal einen Blick auf diesen Beitrag und die dort verlinkte Studie: https://zendepot.de/asset-allocation/

    Man darf halt nicht außer acht lassen, dass mit jedem Lebensjahr zwangsläufig die Zeit, die man das Geld überhaupt noch selbst benötigen kann, kleiner wird.;)

    Ich plane wie ichbins mit einem finanziellen Puffer von 5 Jahren in die Entnahmephase zu starten (Rentenbeginn mit 63 Jahren). Bei mir kommt das Geld für den Puffer aus der Auszahlung meiner KLV und der Auszahlung meiner bAV.

    Bis zum geplanten Rentenbeginn soll mein ETF-Sparplan zunächst mal weiter laufen, wobei ich mir die Möglichkeit offen lasse ggf. alternativ freiwillige Rentenbeiträge zu leisten um meinen Abschlag durch die Rente mit 63 auszugleichen. Das ist aber erstmal nur Plan B.

    Aktuell habe ich meinen potentiellen Rentenabschlag bereits deutlich mehr als ausgeglichen (nach 4%-Regel).