Brauche wieder eine KV in Deutschland

  • Problematisch hier ist jedoch, dass der Themensteller britischer Staatsbürger ist und damit kein Unionsbürger. Der Umweg zurück in die GKV bei >55 Jahren über eine >12-monatige Anstellung im Ausland (z.B. Polen) und dortiger gesetzlicher Krankenversicherung funktioniert bei Deutschen, für Ausländer gibt es Sonderregelungen. Ich verweise auf ein Dokument vom GKV-Spitzenverband, das man findet, wenn man "Grundsätzliche Hinweise Auffang-Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V vom 14. Dezember 2018" googelt. Siehe dortiger Abschnitt: A.2.5 Sonderregelung für Ausländer, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufent-halt in Deutschland nehmen (vgl. § 5 Abs. 11 SGB V).


    Wenn der Themensteller, wie erwähnt, für die Aufenthaltserlaubnis nachweisen muss, nicht auf die Unterstützung durch den deutschen Staat angewiesen zu sein, dann gilt das als Regelfall (Fallgruppe 1) und damit gibt es keinen Weg in die GKV über den genannten Paragraphen (siehe Seite 45 im Dokument): "Bei den Fallgruppen nach Nummer 1 ist die Versicherungspflicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 SGB V ausgeschlossen."


    Insofern würde ich versuchen, zunächst die rechtliche Situation zu verstehen, bevor hier über die Beratungsqualität von gesetzlichen Krankenkassen hergezogen wird, nur weil das gewünschte Ergebnis nicht zustande kommt.

  • Ich nehme an, ich bräuchte die Hilfe eines Anwalts, um einen GK-Versicherer darauf hinzuweisen?

    Thanks :)

    Die meisten Anwälte können nur Vorschußrechnung, Akteneinsicht und Verjährung.


    Ich denke die GKV hat hier richtig gehandelt.


    Soweit man die Sünden der Vergangenheit heilen kann, würde ich es veranlassen, z.B EU Staatsbürger werden und dann den EU Weg beschreiten.


    Es gilt meist: Wenn man sich auf den deutschen Staat verlässt, ist man verlassen.

    Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford

  • EU-Staatsbürger werden ist nicht ganz so einfach. Außer er hat viel Geld und fragt mal in Malta oder Zypern an. Wenn er deutscher Staatsangehöriger werden will, muss er als Ehegatte einer Deutschen bei Antragstellung vier Jahre ununterbrochen in Deutschland gelebt haben. Ohne die Ehe mit einer Deutschen wären es acht Jahre. Frühere Aufenthalte im Inland spielen dabei keine Rolle.

  • Vielleicht muss man sich nochmal klar machen, dass die GKV eine Solidversicherung ist. Die ist im Alter relativ günstig, weil sie in gesunden Jahren relativ teuer ist.

    Ich fände es etwas befremdlich, wenn ein Teil meiner Beiträge dafür drauf geht einen wohlhabenden Menschen quer zu finanzieren, der in seinen gesunden Jahren im Ausland Steuern gezahlt hat und nun gerne günstig in Deutschland alt werden möchte.


    Bitte nicht persönlich nehmen. Wir versuchen alle zu optimieren. Aber wenn Du nicht günstig in die KV kommst ist das für mich richtig so.

    Und genau das ist das große Manko der GKV: Sie ist eine Kasse, in der ein großer Teil der Leistungsempfänger nichts oder wenig einzahlt und die dadurch für Gutverdiener unattraktiv gemacht wird.


    Es gibt die Möglichkeit, durch den Rentenversicherungsträger einen Zuschuss zur PKV zu erhalten. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit?

  • Es gibt die Möglichkeit, durch den Rentenversicherungsträger einen Zuschuss zur PKV zu erhalten. Vielleicht wäre das eine Möglichkeit?

    Der Zuschuss wäre auch bei Versicherung als freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse zu zahlen. (Nur der Vollständigkeit halber.)


    Die grob 8 Prozent an Zuschuss sind zwar steuerfrei, werden aber nur aus der deutschen Rente berechnet. Daher sollte man keine Wunder erwarten.