Riester Guthaben übertragbar in geplante Aktienrente?

  • Hallo zusammen,

    ich habe einen Riester-Banksparplan und möchte aufgrund der wahrscheinlich sehr niedrigen, ungewissen Rentenzahlung das Guthaben in eine fondsgebundene Riester-Rentenversicherung (Continentale RiesterRente Invest Garant) wechseln. Jetzt soll aber Ende des Jahres der Plan für eine mögliche staatliche Aktienrente bekannt gegeben werden. Kann es möglich sein, dass man sein Riester-Guthaben auch in diese Aktienrente übertragen kann? VG

  • Die Frage ist nicht beantwortbar da noch kein konkreter Entwurf vorliegt. Alles was jetzt kommt ist also Spekulation, da lautet nach meinem Wissen die Antwort aber Nein.

    Alle Berichte bisher gehen in die Richtung, dass die GRV einen Topf aufbaut der kapitalgedeckt ist und später aus diesem Topf entnimmt um die Renten auszuzahlen. Sprich, eine individuelle Aktienrente vergleichbar mit einem 401k o.ä. ist nicht geplant. Angesichts des geplanten Umfangs ist das auch durchaus vernünftig, denn das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein und wenn man den noch individuell verwalten würde, bleibt gar nichts mehr übrig

  • Hallo.


    Mit Aussagen zu noch künftig erfolgenden Ankündigungen werde ich mich zurückhalten.


    Sobald es zumindest einen Referentenentwurf gibt, könnte man Vermutungen anstellen.


    Die Aktienrente bedeutet ja bisher, dass die Rentenversicherung einen Teil ihrer Gelder auch anders anlegen dürfen soll.

    Ein Kapitalstock von 2 Mrd. Euro (einmalig) wird bei Monatsausgaben von über 22 Mrd. Euro nicht viel an Wirkung entfalten.

  • Ich gehe mal davon aus das sich in der Hinsicht dieses Jahr nicht viel tun wird, die haben momentan ganz andere Probleme. Bisher gab es noch nicht einmal eine Diskussion über die genaue Vorgehensweise, bei 3 Parteien und einer Opposition wird es wohl noch Jahre dauern.

  • Mal ein paar Zahlen von 2019( Daten von Mai 2022) zur Riesterrente:

    Insgesamt sind in allen 10.662.648 Riesterverträgen knapp 4Mrd. € an Förderung geflossen. Durchschnittlich wurden in jeden Vertrag 1.060,51€ eingezahlt. Für 2019 betrug das gesamte Sparvolumen somit 11,8 Mrd. €.

    10 Mrd. € in die Aktienrente entspräche noch nicht mal soviel wie jetzt in die Riesterrente p.A. eingezahlt werden. Nur um mal eine besser Einordnung der aktuellen Aktien-Rentenpläne zu haben.....


    https://www.bundesfinanzminist…_blob=publicationFile&v=2

  • Ob das dann auch so zielführend ist? 10 Jahre Anlagezeitraum und Aktien kreditfinanziert sind schon einmal 2 Häkchen bei den Dingen die man nicht tun sollte. Auch dass der Bund dann seine abgeranzten Telekom-Aktien überschreibt statt breit zu streuen...

    Wir reden vom Staat. Wundert dich da, dass alle möglichen Fehler auch gemacht werden?

    Taxation is not charity. It is not voluntary. As we shrink the state and make government smaller, we will find that more and more people are able to take care of themselves.


    Grover Norquist

  • Nicht Alles was hinkt ist ein Vergleich.

    Norwegen hat den kleinen aber feinen Vorteil, dass Sie Ihre Gewinne aus den Gas- und Ölexporten in den Fonds investieren können.

    Welche Gewinne könnte Deutschland investieren?:/


    Da finde ich den Vergleich mit dem schwedischen Staatsfonds schon zielführender, da dieser von den Arbeitnehmern getragen wird.

    Nur reich ist damit wohl noch kein Schwede geworden.


    Selbst wenn man jetzt mal annimmt, jemand könnte seinen Riester-Vertrag in eine Aktienrente umschichten. Wie lange dauert es bis hieraus ein nennenswerter Entnahmebetrag für die Rente wird? Wer schichtet wann um und wohin? Gibt es dann noch eine Beitragsgarantie?

    So viele Fragen, und noch immer ist m.W.n. nicht einmal beantwortet, wer den deutschen Rentenfonds verwaltet und nach welchen Kriterien das Geld überhaupt angelegt wird.

  • Es ist jetzt nicht wirklich überraschend, dass der ehemalige Gewerkschafter gegen Aktien ist und lieber auf Umlagen vertraut ;)


    Klar sollte aber sein, dass bei 10 Milliarden noch deutlich mehr folgen muss. Andernfalls könnte man sich das auch komplett sparen. Die paar Euro pro Person werden nicht einmal als Zuschuss für eine Monatsrente reichen

  • Hauptproblem ist sicherlich, dass man die momentane Rente nicht von heute auf morgen in eine Aktienrente umbauen kann. Auf das Umlagesystem sind zurzeit alle Rentenempfänger angewiesen. Dann gibt es weiterhin das Problem wenn wieder Mal ein schwarzer Freitag oder eine lange Durststrecke an der Börse kommt. Schwierig den Rentnern zu vermitteln, deine nächste Zahlung gibt es wenn die Kurse wieder steigen. Ich denke selbst bei viel Wohlwollen dauert es Jahrzehnte bis es soweit wäre, zumal es einer enormen Rücklage bedarf um die beschriebenen Szenarien zu überbrücken. Bei den Schweden lief auch erstmal einiges schief und mit Norwegen können wir uns definitiv nicht vergleichen. Thema Bodenschätze und Bevölkerung.

  • So viele Fragen, und noch immer ist m.W.n. nicht einmal beantwortet, wer den deutschen Rentenfonds verwaltet und nach welchen Kriterien das Geld überhaupt angelegt wird.

    Die Verwaltung soll der KenFo ("Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung") übernehmen. (Quelle: https://www.tagesschau.de/wirt…ienrente-lindner-101.html)


    Aber in der geplanten Größenordnung ist das ganze mehr Schein als Sein. Wird auf jeden Fall interessant zu beobachten sein, ob und in welcher Größenordnung das noch wachsen wird.

  • Aber in der geplanten Größenordnung ist das ganze mehr Schein als Sein. Wird auf jeden Fall interessant zu beobachten sein, ob und in welcher Größenordnung das noch wachsen wird.

    Das mit 'Schein und Sein' will ich gerne fett unterstreichen.


    An anderer Stelle, nämlich im Thread 'GRV gleich Investment' (oder so ähnlich...) habe ich mal ganz grob überschlagen, wieviel der Bund resp. wir Steuerzahlen via Kreditaufnahme in den 'Fonds' werfen müssten...