Arithmetische Rendite / Geometrische Rendite / Volatility Drag

  • Guten Morgen liebe Finanztip-Community,


    ich habe eine etwas technische Frage.


    Es ist ja insbesondere für langfristige Investments wichtig, die geometrische von der arithmetischen Rendite zu unterscheiden. Einen interessanten Blogbeitrag dazu findet ihr bspw. hier: https://www.marko-momentum.de/…maerkten-volatility-drag/


    Nun stellte sich mir die Frage, ob Investmententscheidung häufig auf Basis der arithmetischen Renditen getroffen werden, welche ja i.d.R. von der Finanzindustrie ausgewiesen werden, da diese ja entsprechend höher und nicht um den Volatility Drag bereinigt sind.


    Falls sich jemand in dem Thema auskennt, würde ich mich über Meinungen freuen.


    Viele Grüße und schönen Sonntag euch,

    ETF_Paul

  • Guten Morgen liebe Finanztip-Community,


    Nun stellte sich mir die Frage, ob Investmententscheidung häufig auf Basis der arithmetischen Renditen getroffen werden, welche ja i.d.R. von der Finanzindustrie ausgewiesen werden, da diese ja entsprechend höher und nicht um den Volatility Drag bereinigt sind.

    Woher stammt die Information, dass in der Regel arithmetische Renditen ausgewiesen werden?


    Soweit ich das kenne werden die Renditen über verschiedene Zeiträume ausgewiesen und wenn eine jährliche Rendite für einen längeren Zeitraum ausgewiesen wird, wird dabei nicht das arithmetische Mittel der Jahresverzinsungen angegeben, sondern der Zinssatz bei dem die für den gesamten Zeitraum angegebene Rendite per Zinseszinsrechnung erreicht wird.

  • Es ist ja insbesondere für langfristige Investments wichtig, die geometrische von der arithmetischen Rendite zu unterscheiden.

    Die Rendite ist meiner Meinung nach einer der letzten Faktoren, der in die Entscheidung eingeht. Und eigentlich nur dann, wenn es mehrere Optionen gibt. Und selbst dann hat man das Problem, dass mir keiner sagt, dass die nächsten 30 Jahre so laufen wie die letzten 3...


    Für alle Investments ist zuallererst die eigene Strategie wichtig. Viele hier nutzen marktbreite ETFs zur Vermögensbildung. Andere nutzen aktivere Produkte. Je aktiver desto wichtiger wird es natürlich seine eigene Gedanken vor dem Kauf einfließen zu lassen. Ein Gedankengang könnte dann natürlich die höhere erwartete Rendite gegenüber dem marktbreiten ETF sein.


    Aber ich finde Deine Aussage insofern richtig, da sie zeigt, dass man eben nicht bei einem Berater auf Grundlage eine Hochglanzprospektes unterschreiben sollte. Bitte immer selbst nachrechnen!

  • Woher stammt die Information, dass in der Regel arithmetische Renditen ausgewiesen werden?


    Soweit ich das kenne werden die Renditen über verschiedene Zeiträume ausgewiesen und wenn eine jährliche Rendite für einen längeren Zeitraum ausgewiesen wird, wird dabei nicht das arithmetische Mittel der Jahresverzinsungen angegeben, sondern der Zinssatz bei dem die für den gesamten Zeitraum angegebene Rendite per Zinseszinsrechnung erreicht wird.

    Hallo Dirk,


    danke für deine Rückmeldung.


    Ich habe mich dabei auf die Factsheets von MSCI bezogen:

    https://www.msci.com/documents…e6-47b9-82be-e1fc565ededb


    Oder auch die ausgewiesene annualisierte Performance auf den Produktseiten von iShares:

    https://www.ishares.com/de/pri…-world-ucits-etf-acc-fund


    Handelt es sich hier um arithmetische oder geometrische Renditen?

  • Ich habe mich dabei auf die Factsheets von MSCI bezogen:

    https://www.msci.com/documents…e6-47b9-82be-e1fc565ededb


    Handelt es sich hier um arithmetische oder geometrische Renditen?

    Also soweit ich das sehe ist das immer die jährliche Rendite unter Berücksichtigung des 'Zinseszinseffekt. Wenn man die Daten des MSCI World aus dem Chart nimmt: sept 2012: ~95; sept 2022: 212


    (212/95)^(1/10)=1.084. Das entspricht der durchschnittlichen Rendite von 8.6% über 10 Jahre, wie im fact sheet angegeben. Abweichung vermutlich, da ich den Sept 2012 Wert nicht exakt weiß.


    LG

    Johu

  • Arithmetische Renditen sind eher Unfug und werden m.E. in der Finanzmathematik nicht genutzt.

    Hornie, dieser Gedanke hat mich beim Lesen des Artikels auch beschlichen. Für sich genommen, liest sich das ja alles plausibel, verständlich und auf den ersten Blick gut nachvollziehbar.


    Auf den zweiten Blick bedient sich der Autor aber eines gängigen Tricks. Erst eine Behauptung aufstellen - nämlich dass die arithmetische Rendite gerne für irgendwelche Belege herangezogen wird - und dann schlüssig belegen, dass dies ein Fake ist.

    Der Fake besteht aber in seiner Behauptung selbst - die ist Unfug.

    "Auch stören mich die vielen u's in Ihrem Satz 'Ulf ging zu Fuß'!"
    Robert Gernhardts "Lektor Lincke" zu einem gewissen Herrn von Tarne (Theodor Fontane)