GRV oder ETF-Einmalanlage

  • Ich weiß, es gibt den Dauerbrenner "GRV ungleich Investment" hier. Aber ich habe die Übersicht in dem Thema verloren und stelle daher meine Frage in einem gesonderten Threat.


    Situation: Ich bin 37, Angestellter, ledig, keine Kinder.

    Man hat 10.000€ zur Verfügung und steht vor folgender Frage:


    Für die Zeit von 16. - 17 Lebensjahr (Schulzeit) nachträglich in die GRV einzahlen oder lieber eine Einmalanlage in einen bestehenden ETF tätigen. Ein "Rentenpunkt" kostet dieses Jahr ca. 7.500€.


    Überlegungen:

    Durch den Kauf des zusätzlichen "Rentenjahres" kann man eventuell früher in Rente gehen oder hat die Möglichkeit eine höhere Rente zu bekommen (Gesetzliches Hin und her die nächsten 30 Jahre mal ignorierend). Das Geld ist weg, aber im Idealfall imaginär durch Rentensteigerungen "verzinst".

    Bei Anlage in ETF steht es mehr oder minder dauerhaft zur Verfügung (Kursschwankungen ignoriernd) und wirft tendenziell eine höhere Rendite ab.


    Da die Kosten für einen Rentenpunkt dieses Jahr gesunken sind und ein Nachzahlen für die Schulzeit nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahrs möglich ist, kommt man ins grübeln ob man hier eine günstige "Chance" verpasst oder auf ein totes Pferd setzen würde.


    Entschuldigt wenn der Text etwas wirr ist, ich hoffe man versteht meine Überlegungen.


    Ich bin auf eure Meinungen / Anregungen gespannt.

  • Ich bin auf eure Meinungen / Anregungen gespannt.

    Niemand weiß, wie sich die Situation der GRV in den nächsten 30 Jahren entwickelt.

    Die notwendige Bereitschaft und Ernsthaftigkeit vorausgesetzt die Investition auch wirklich über einen Zeitraum von 30 Jahren nicht anzurühren, würde ich das Geld lieber in ein ETF-Depot investieren.


    Eine Nachzahlung in die GRV kann dann ggf. auch zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Sozusagen, wenn man sich langsam auf die Zielgerade zubewegt und das 'Ziel' in Sicht ist (10-15 Jahre vor Rentenbeginn).


    Georg hat auf seinem Blog mal durchgerechnet, ab welchem Lebensalter eine Investition in die GRV renditetechnisch vorteilhafter ist. Das evtl. als Anregung.

    https://www.finanzen-erklaert.…versus-gesetzliche-rente/

  • Ohne die Mathematik komplett durchzurechnen, ich würde es nicht in deinem Alter machen. Du hast nach aktuellem Stand noch 3 Jahrzehnte in denen politisch viel passieren kann und werden muss. Denn aktuell ist relativ klar, dass die Mathematik für die GRV schlecht aufgeht wenn man weder die Renten kürzen, noch die Beiträge erhöhen, noch längere Arbeitszeiten festlegen und nicht das Loch mit einem immer weiter ausufernden Bundeszuschuss verschleiern will.


    Entsprechend ist aktuell keine seriöse Aussage möglich was eine heutige Investition in die GRV in mehr als 30 Jahren wert ist. Was genau ein Rentenpunkt dieses Jahr kostet, ist dann unerheblich. Rentenpunkte kaufen kann eine gute Idee sein wenn man kurz vor der Rente ist und absehen kann was man bekommen wird. Der Teil den du hier ignorieren willst, ist der entscheidende Teil.

  • Hallo Cheeky_guy,

    abgesehen davon, dass deine Frage m.E. doch sehr gut in den Dauerbrenner gepasst hätte - nun gibt es unnötigerweise zwei Threads zum praktisch gleichen Thema - hast du noch eine dritte Option:


    Lege die 10 Mille in einen ETF deiner Wahl an (ok, nur 8, keine 15 Jahre Horizont), beobachte die GRV-Entwicklung und entscheide dich erst kurz vor dem GRV-Einzahlungs-Ultimo (der sich im Laufe dieser 8 Jahre aber auch noch per Gesetzgebung verschieben könnte).


    Nur eine Idee, kein Ratschlag..

    "Auch stören mich die vielen u's in Ihrem Satz 'Ulf ging zu Fuß'!"
    Robert Gernhardts "Lektor Lincke" zu einem gewissen "Herrn von Tarne" (Thedor Fontane)

  • Für mich, kurz vor 60, ist die Einzahlung in die GRV Teil meines Sicherheitsbausteins, liegt aber bei 37 etwas anders. Wie es mit der Rentenversicherung weiter geht, weiß man nicht. Meine jetzt nicht die Horrorszenarien sondern die Gesetzgebung. Ich werde mit 63 meinen Ruhestand beginnen, ob das dann in 25 Jahren noch möglich ist, weiß momentan niemand. Die 10k werden als Investment im ETF eine ordentliche Rendite bringen, der Rentenpunkt im Schnitt zwischen 1,5 und 2,5% bringen. Beides wird als Altersvorsorge nicht reichen, ob durch die gekauften Beitragszeiten eine frühere Rente möglich ist, kann man auch nicht beantworten, heißt für mich würde in deiner Situation der ETF mehr Sinn machen. Hinterher wird man schlauer sein, also eine schwierige Entscheidung.

  • Problem dieser Idee, der Rentenpunkt wird dann deutlich mehr kosten. Ob die Gesetzgebung in 8 Jahren mit der in 25 Jahren noch etwas zu tun hat, weiß man dann auch noch nicht.

  • Problem dieser Idee, der Rentenpunkt wird dann deutlich mehr kosten. Ob die Gesetzgebung in 8 Jahren mit der in 25 Jahren noch etwas zu tun hat, weiß man dann auch noch nicht.

    Man weiß im Prinzip überhaupt nichts, und stochert insoweit im Nebel. Höchstens dass vllt.doch noch der ein oder andere hier mit den richtigen Nebelscheinwerfern vorfährt. Nur soviel ist klar: Mit der Sonnenbrille 8) kommt man ausnahmsweise nicht weiter.

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    Robert Gernhardts "Lektor Lincke" zu einem gewissen "Herrn von Tarne" (Thedor Fontane)

  • Beim Aktienmarkt hat die Vergangenheit gezeigt, dass bei jedem kleinsten Schluckauf Milliarden vom Staate zur Verfügung gestellt werden um die Party weiter laufen zulassen. Daher mehr Gewinn bei wesentlich geringerem Risiko im Vergleich zur GRV. Andererseits hat die GRV 2 Weltkriege und ein geteiltes Deutschland überlebt, dann wird sie auch Lindner überleben! Wieviel % deines Vermögens steckt denn im Aktienmarkt/ETF und wieviel in Rentenpunkten?

  • Vielen Dank schon jetzt für alle Antworten.


    30 Jahre und mehr sind eine viel zu lange Zeit, das finde ich auch aber manchmal zwingen einen halt die Umstände, oder aktuellen Gesetze, solche Überlegungen/Entscheidungen auf gut Glück zu treffen. Aber ich bin froh über jeden konstruktiven Beitrag hier. Es hilft einfach sein eigenes Gedankenkarussell zumindest etwas von außen zu betrachten.


    Pablo:

    So viel ist in ETFs noch nicht, da sind nur ca 7.000€, ich habe einen Sparplan laufen und zahle parallel noch meine ETW ab. Rentenpunkte sind ca 14 oder so. Ich müsste erst den letzten Bescheid raussuchen.

  • Also, der ETF wird über die Jahre mehr bringen, davon ist auszugehen.

    Andererseits hat man (von wilden Ausnahmen abgesehen) ab 45 keine Möglichkeit mehr, ein früheres Unterlassen zu heilen.


    Falls man nachzahlt, dann eher viel, weil man sonst den Durchschnittswert für die Rentenberechnung drückt, ggf. kann man seine Rente durch "falsche" Zahlungen sogar verringern.

    Also tatsächlich richtig beraten lassen und schauen, was man will und was nicht.


    Bei tatsächlicher Zahlung im nächsten Jahr, selbst wenn der Antrag schon dieses Jahr gestellt wird, kann man die gezahlten Beiträge zu 100% steuerlich geltend machen (und nicht nur zu 94%).