Vorsorge für Eltern von Kindern

  • Moin liebe Finanztipp Community,


    wir (3 Kinder) sind zur Zeit am Überlegen, wie wir zusammen eine Vorsorge für unsere Eltern einrichten können.

    Beide sind mittlerweile Rentner und haben schon das ein oder andere Wehwehchen und führen (noch) einen kleinen Nebenjob aus, wodurch die aktuell noch ganz gut über die Runden kommen können.

    Aber irgendwann wird das ja nicht mehr gehen und sie werden auf Hilfe angewiesen sein. Wir überlegen, wie wir unseren Eltern am besten unterstützen könnten - sei es auch nur, dass wir das Geld für Anschaffung oder Pflege (-Hilfsmittel) vorstrecken und nicht auf den Verwaltungsapparat warten müssen, bis da jemand etwas entschieden hat.

    Ebenso wird nach aktueller Lage keiner von uns vom Sozialamt für eventuelle Pflegekosten aufkommen müssen (>100.000€ Einkommen/ Jahr).

    Hat da jemand bereits Erfahrungen und wie macht ihr das?

    Oder wie würdet ihr das Thema angehen?


    Danke & Grüße,

    Lemmy


  • Hallo Lemmy,


    gut, dass Ihr Euch beizeiten kümmert. Aber eins vorweg: Der "Verwaltungsapparat" rund um die Pflege ist nach meiner praktischen Erfahrung - gut, die reicht nur für den Fall meiner Schwierigmutter, die nun vor ziemlich genau 5 Jahren das erste Mal eine Pflegebegutachung an sich heranließ - gar nicht so schlecht. Die gesetzlich eingerichtete Pflegeberatung ist verlässlich und hilfreich (bisher jedenfalls) und auch die Pflegeversicherung (in dem Fall die eisenbahnerische KVB) macht ihren Job. Nach vier Wochen ist das Geld auf ihrem Konto - das ist okay.


    Wichtig für Euch: Achtet darauf, dass die ärztliche Betreuung der Eltern funktioniert. Geht der altgediente Hausarzt evtl. demnächst in Rente? Wenn ja, die Nachfolge beizeiten sicherstellen. Fast nichts ist heute so unsicher wie die Neubesetzung eines Kassenarztsitzes, wenn der "Alte" nicht mehr will, kann oder darf.


    Gruß

    alexis

    "Auch stören mich die vielen u's in Ihrem Satz 'Ulf ging zu Fuß'!"
    Robert Gernhardts "Lektor Lincke" zu einem gewissen Herrn von Tarne (Theodor Fontane)

  • Redet doch mal mit euren Eltern über eine Vosorgevollmacht, damit ihr euch um ihre Geschäfte kümmern könnt, wenn sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Zusätzlich bietet sich auch an rechtzeitig eine Kontovollmacht bei der entsprechenden Bank auszustellen.

    Beides natürlich vorausgesetzt eure Eltern wollen, dass IHR euch im Zweifel um diese Sachen kümmert!

  • Achso, außerdem gibt es noch die Möglichkeit evtl. vorhandene Immobilien frühzeitig zu vererben (mit Eintragung eines Nießbrauchs für die Eltern) damit diese später nicht für die Pflege beleiht werden müssen oder so. Glaub dazu gab es von Finanztip auch schonmal ein Video, welche Möglichkeiten man beim Vererben von Immobilien hat und welche Vor-/Nachteile dabei.

  • Achso, außerdem gibt es noch die Möglichkeit evtl. vorhandene Immobilien frühzeitig zu vererben (mit Eintragung eines Nießbrauchs für die Eltern) damit diese später nicht für die Pflege beleiht werden müssen oder so. Glaub dazu gab es von Finanztip auch schonmal ein Video, welche Möglichkeiten man beim Vererben von Immobilien hat und welche Vor-/Nachteile dabei.

    Hierbei Vorsicht - nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.


    Alles nacheinander - aber am wichtigsten und vor allem dringlichsten sind die Themen 1) "Vorsorgevollmacht" und 2) "Bankvollmacht" (2 ist auch über 1) machbar). Und da solltet Ihr auf jeden Fall am Ball bleiben - noch bevor es evtl. zum plötzlichen Ernstfall kommt

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  • Hi,


    danke erst mal für euer Feedback.


    Mit der Vorsorge- & Bankvollmacht sind wir bereits dran. ;) Aber umso wichtiger, dass wir das möglichst bald final regeln.


    Alexis: das mit dem Hausarzt ist tatsächlich ein guter Tipp!


    Bezüglich der Immobilie und Grundstück sind wir auch dabei, darüber zu sprechen. Aber das wird sich wohl noch etwas hinziehen, da die Situation hier etwas komplizierter ist, als es im Normalfall ist…


    Aber noch mal zu einer meiner Fragen:

    Wenn ihr mehrere Kinder seid - macht jeder sein eigenes Ding und hofft bzw. Vertraut darauf, dass die Geschwister das gleich tun?

    Oder wäre es sinnvoll ein Konto / Depot auf dem Namen der Eltern abzuschließen (mit Kontenvollmachten) und jeder zahlt da seinen kleinen Obolus ein?


    Danke schon mal für die hilfreichen Informationen!


    Grüße,

    Lemmy


  • Aber noch mal zu einer meiner Fragen:

    Wenn ihr mehrere Kinder seid - macht jeder sein eigenes Ding und hofft bzw. Vertraut darauf, dass die Geschwister das gleich tun?

    Oder wäre es sinnvoll ein Konto / Depot auf dem Namen der Eltern abzuschließen (mit Kontenvollmachten) und jeder zahlt da seinen kleinen Obolus ein?

    Mir ist irgendwie nicht ganz klar worauf du hinauswillst. Geht es dir darum deine Eltern finanziell zu unterstützen?

  • Bei uns ist es so, dass wir (derzeit) kein Geld bereit stellen müssen, sondern mit anderer Unterstützung (der Ingenieur macht dies, der Nicht-Ingenieur macht etwas anderes) aushelfen können. Sobald Pflegebedürftigkeit ins Haus steht, könnte sich da so einiges ändern. Aber einen gemeinsamen Topf besparen wir Kinder nicht. Der Gedanke ist bisher auch noch nicht diskutiert worden, muss ich ehrlicherweise zugeben. :/

  • Nennen wir es mal einen eigenen „Vorsorge Fond“, wo alle 3 gleiche Beträge einzahlen. ;)

    Gibt es dafür denn einen Bedarf, also ist absehbar, dass die Eltern allein von ihrem Geld nicht klarkommen werden? :/

    Wenn eine eigene Immobilie vorhanden ist, kann ich mir das schlecht vorstellen.

    Das bei euch keiner über der 100k Grenze liegt, hattest du ja schon geschrieben. Insofern bleibt es komplett euch überlassen ob und wie und in welcher Höhe ihr die Eltern durch Zuzahlungen unterstützen wollt. Denke da hilft nur mit Eltern und Geschwistern zusammensetzen und mal drüber reden ;)

    Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass z.B. jemand die Heizkosten für seine Eltern übernimmt (MFH) oder der Mutter mit geringer Rente das Zeitungsabo zahlt und hin und wieder kleinere Ausgaben übernimmt. Von einem richtigen Vorsorge Fond wo alle Geschwister zu gleichen Teilen einzahlen habe ich noch nie gehört, könnte mir auch vorstellen, dass je nach Lebenslage und Einstellung der Geschwister man sich da nicht unbedingt einig wird.

  • Warum ein eigenes Konto auf Namen der Eltern? Reicht nicht eine Vereinbarung, dass z.B. jedes Kind z.B. xT€ auf Abruf bereit halten muss?

    Oder dass bestimmte Dinge von Euch finanziert werden und einmal pro Jahr untereinander verrechnet werden?