Neu angesetzte Grundsteuer

  • Ihr habt da was ganz Großes aufgetan und solltet unbedingt klagen.


    Was wissen schon Gutachter, das sind Laien im Gegensatz zu euch.

    In Baden-Württemberg gibt es laut Wikipedia über 900 Gutachterauschüsse und es sitzt in sehr vielen davon kein einziger Gutachter im Gutachterauschuss. Es sind hauptsächlich Leute die im Rathaus arbeiten, jemand vom Finanzamt und vielleicht ein Architekt.


    Berlin, Hamburg und Bremen haben hingegen nur 2 Gutachterauschüsse. In Sachsen-Anhalt sogar für das ganze Bundesland nur einen einzigen. Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Gutachterausschuss


    Die Qualität dieser Auschüsse ist deshalb besonders in Baden-Württemberg fachlich fraglich und in anderen Bundesländern ist es fraglich, ob dieser Auschuss die Quantität auch mit angemessener Qualität bearbeiten kann.

  • Ich glaube du verstehst da was falsch. Ein Gutachterausschuss erstellt keine Wertgutachten (mit denen man sich ohnehin am besten den allerwertesten abwischt, denn 2 Gutachter 3 Werte...) sondern berechnet den Durchschnitt der Verkäufe. Könnte man vermutlich auch durch ein Stück Software ersetzen ;)


    Die Art wie Grenzen gezogen werden, wird immer Anlass zu Diskussionen geben. Es ist einfach die Natur der Sache, dass zwei Grundstücke aneinander Grenzen aber in verschiedenen Zonen liegen und einer der beiden fühlt sich benachteiligt. Oder man wird in eine Zone aufgenommen der man sich nicht zugehörig fühlt

  • Nicht alles, was jemand für falsch hält, muss deshalb auch verfassungswidrig sein.


    Und wenn Du es auch für verfassungswidrig hälst, warum hast Du nicht innerhalb der Jahresfrist Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz erhoben? Darüber könnte heute schon entschieden sein. Die gleiche Frage darf übrigens auch den Verbänden gestellt werden, die jetzt gegen die Regelung trommeln. Anstatt den effektiven, schnellen und direkten Weg zu gehen, wollen die sich lieber anhand von Einzelbescheiden durch die Instanzen klagen, mit einer Zeitperspektive von 10 Jahren ab Einreichung der ersten Klage. Was übrigens auch dafür spricht, dass die gar nicht an den Erfolg der (vielleicht) irgendwann einzureichenden Klagen glauben, sondern das eher als Werbeaktion für den eigenen Verband gedacht ist.

    Ganz einfach: Weil die Klage möglichst kurz vor dem 01.01.2025 entschieden sein muss, damit zu diesem Zeitpunkt keine neuen Regeln angewandt werden.

  • Wenn die angeblichen Gutachter so tolle Gutachten erstellen, warum darf man diese dann nicht einsehen? :rolleyes:

    Weil die zugrunde liegenden Daten sensibel und schützenswert sind!

    Wenn in einer kleinen Gemeinde ein Verkauf von Grundstück Y in Zone X für Z € in die Berechnung einfließt, dann weiß jeder, welches Grundstück gemeint ist und auch wer der Eigentümer ist.


    Die Besetzung der Gutachterausschüsse beispielsweise mit lokalen Architekten und Mitarbeitern vom Finanzamt ist definitiv nicht so verkehrt.

  • Was soll diese perfide Desinformation? Die Bodenrichtwerte basierend in der Regel auf tatsächlich erfolgten Transaktionen!

    Bei uns schon mal nicht. Hier gabs die letzten Jahre (Jahrzehnte?) eine einzige Transaktion, und das war ich. Der Richtwert liegt trotzdem über meinem Kaufpreis.

    Ihr habt da was ganz Großes aufgetan und solltet unbedingt klagen.


    Was wissen schon Gutachter, das sind Laien im Gegensatz zu euch.

    Ganz schön von oben herab, ohne a) unsere Gutachter und b) uns und unseren Background zu kennen...

  • Ich habe einmal ganz andere Fragen. Mit der Restnutzungsdauer wird ja gerechnet, die wäre dann 2025 geringer als 2022, wie wird denn das berücksichtigt? Wie kommt der Abzinsungsfaktor zu stande, der hängt ja dann auch von der Restnutzungsdauer ab. Bei mir wurde der höchste Zinsbetrag gewählt. Wie kann ich das denn nachvollziehen? Vielen Dank im voraus für die Antworten!

  • Ich habe einmal ganz andere Fragen. Mit der Restnutzungsdauer wird ja gerechnet, die wäre dann 2025 geringer als 2022, wie wird denn das berücksichtigt? Wie kommt der Abzinsungsfaktor zu stande, der hängt ja dann auch von der Restnutzungsdauer ab. Bei mir wurde der höchste Zinsbetrag gewählt. Wie kann ich das denn nachvollziehen? Vielen Dank im voraus für die Antworten!

    Die Restnutzungsdauer ist m.W. tatsächlich nur zum Zeitpunkt der Ermittlung des Grundwerts entscheidend. Dass die Nutzungsdauer in 3 Jahren dann nicht mehr 70 sondern 67 Jahre beträgt, wird m.W. nicht berücksichtigt werden. Hierfür müsste ja der Grundlagenbescheid geändert werden.

    Die Reduzierung der Restnutzungsdauer wird dann - sofern es wirklich so weit kommt - über die turnusmäßige (alle 7 Jahre?) Neuermittlung des Grundwerts berücksichtigt.


    Der Liegenschaftszins

    Liegenschaftszinssätze sind die Zinssätze, mit denen der Wert von Grundstücken abhängig von der Grundstücksart durchschnittlich und marktüblich verzinst wird:

    • 2,5 % für Ein- und Zweifamilienhäuser
    • 3,0 % für Wohnungseigentum
    • 4,0 % für Mietwohngrundstücke mit bis zu sechs Wohnungen
    • 4,5 %für Mietwohngrundstücke mit mehr als sechs Wohnungen

    Bei der Bewertung von Ein- und Zweifamilienhäusern verringert sich der Liegenschaftszinssatz um jeweils 0,1 Prozentpunkte je volle 100 Euro, die der Bodenrichtwert oder Bodenwert je Quadratmeter die Grenze von 500 Euro je Quadratmeter übersteigt, bis zu einem Bodenrichtwert von 1.500 Euro je Quadratmeter

    Der Abzinsungsfaktor ergibt sich aus der Anlage 41 zum Bewertungsgesetz.

    https://www.gesetze-im-internet.de/bewg/anlage_41.html

  • Mich verwundert ein bisschen die Leidenschaft bei der Aufregung über die Aktualisierung der Grundsteuer, es geht doch um fast nixs?! Zahlt man nicht nur ca. 400-800€ im Jahr? Und vor der Reform hat man sie ja auch schon gezahlt, also selbst wenns teurer geworden ist kann das doch nicht sonderlich viel Geld sein für jmd der eine Immobilie besitzt ^^ solche Erhöhung bekommen doch Mieter jedes Jahr über Mieterhöhung und jetzt KÖÑÑte es unter Umständen einmalig zu einer Anpassung kommen, da geht doch die Welt nicht von unter? Ernstgemeinte Frage, warum wird da so krass augerastet? Die Immoverbände etc gehen auch richtig nuts. Wasn die Absicht dahinter? Soll das zur Fake Steuerbelastung für darbende Besitzer hochgehypt werden damit man sie zukünftig weiterhin mit Seidenhandschuh anfasst? Etwa so: "ja aber wir ham doch gerad erst schon unter der Grundsteuerreform gelitten, noch 1 cent mehr und Omi muss ihr Haus verkaufen" ich weset nisch

  • Und vor der Reform hat man sie ja auch schon gezahlt, also selbst wenns teurer geworden ist kann das doch nicht sonderlich viel Geld sein für jmd der eine Immobilie besitzt

    Etwas verzerrte um nicht zu sagen bizarre Sichtweise. Nicht wenige Kommunen haben in den letzten Jahren beispielsweise heftig an den Hebesätzen der Grundsteuer gedreht. Machen Politiker gerne, da man im Gegensatz zur Gewerbesteuer (Unternehmen können glücklicherweise meist recht flexibel und schnell ihren Standort wechseln; da sind deshalb die Einnahmen für die Kommune dann wegen der Abwanderung nicht selten niedriger als vor der Erhöhung der Gewerbesteuer) dies bei Immobilieneigentümern kaum oder gar nicht zu befürchten hat.


    Um einen dieser politischen Protagonisten wörtlich zu zitieren: "Die können ja ihr Häuschen nicht auf dem Buckel wegschleppen" ...


    Hier in der näheren Umgebung (u. a. im Taunus) haben sich da beispielsweise viele Rentner, nach derartigen und teilweise massiven Erhöhungen, schwer beklagt - da für diese Rentner offenbar einige Hundert Euro mehr im Jahr relevante Beträge sind. Komische Leute, diese Rentner ... wo es "doch nicht sonderlich viel Geld ein kann für jmd, der eine Immobilie besitzt" ...


    Soll das zur Fake Steuerbelastung für darbende Besitzer hochgehypt werden damit man sie zukünftig weiterhin mit Seidenhandschuh anfasst?

    Zwar machen Immobilien nur einen sehr überschaubaren Anteil meiner Asset-Allokation aus. Nichtsdestotrotz vermiete ich an einigen Standorten im Rhein-Main-Gebiet (schon seit einigen Jahrzehnten) diverse Wohnungen. Insoweit erlaube ich mir da eine Anmerkung aus der Praxis.


    Von dem vermeintlichen "Seidenhandschuh" mit dem "Besitzer" (damit sollen wahrscheinlich "Eigentümer" gemeint sein) "angefasst" werden, vermag ich nicht mal unter der Lupe etwas zu erkennen. Das deutsche Mietrecht (ohnehin eines der mieterfreundlichsten Mietrechte im internationalen Vergleich - habe Bekannte, die z. B. in UK und in USA vermieten, da sieht das deutlich anders aus) hat sich in den letzten Jahrzehnten immer noch weiter zu Gunsten der Mieter verschoben (angefangen von asymmetrische Kündigungsfristen, Veränderungen bei Renovierungsklauseln über die Einführung des Bestellerprinzip sowie der Kappungsgrenzen und Mietobergrenzen bis hin zum Basteln an den Mietspiegeln usw. - daneben gab es viele steuerlichen Verschlechterungen wie der damaligen Verfünffachung der sog. Spekulationsfrist oder der Wegfall der degressiven Abschreibung).


    Damit hier kein falscher Tenor aufkommt: Einen ausgeprägten Mieterschutz halte ich für essentiell und damit unverzichtbar. Die Unwucht (beim Interessenausgleich zwischen Mieter und Vermieter) sollte aber nicht zu groß werden. Leidtragende sind nämlich am Ende meist die Mieter, wenn Angebot und Nachfrage immer weiter auseinanderfallen.


    Natürlich nicht der alleinige Grund aber einer der wesentlichen Ursachen: Um den Wohnungsmarkt (soweit man da überhaupt noch von einem Markt mit Preissignalen sprechen kann) stünde es vermutlich ohne die ständigen staatlichen Eingriffe (sprich Regulierungen, Restriktionen, Dirigismus, Interventionismus etc.) deutlich besser.


    Damit auch da kein falscher Tenor aufkommt: Für meinen Teil schöpfe ich bei der Miethöhe nicht mal den erlaubten Rahmen aus und erhöhe in bestehenden Mietverhältnissen auch so gut wie nie die Miete (außer jemand wohnt da extrem lange - ansonsten nur nach Renovierungen, Sanierungen, Verbesserungen usw.). Dies ist aber nur zu einem kleineren Teil meiner nichtsdestotrotz vorhandenen altruistischen und sozialen Haltung geschuldet, zu einem größeren Teil - offen gesagt - schlicht meinem Ruhebedürfnis (meine Mieter lassen mich in aller Regel nicht zuletzt deshalb völlig in Ruhe).


    Kenne aber genug private Vermieter, die sich nach Jahrzehnten aus der Sache (wegen o. g. Unwuchten) endgültig verabschiedet haben. Wenn dann diese Wohnungen (nicht selten im Paket) an einen Großanleger, ausländischen Investor, einen Fonds, einen Pensionsfonds etc.) verkauft werden - ob es dann für deren Mieter wirklich besser, fairer und gemütlicher zugeht, das wage ich nämlich zu bezweifeln.


    Im Gegensatz zu den Großen stellen nämlich die privaten (Klein)Vermieter m. W. ca. 60% aller Wohnungen zur Vermietung zur Verfügung. Und private Vermieter gehen - schon aus Eigeninteresse - in aller Regel freundlich, fair, sorgsam und schonend mit ihren Mietern um (negative Ausnahmen - übrigens auf beiden Seiten anzutreffen - bestätigen diese Regel).


    Nur meine bescheidene Meinung, die aber auf praktischen Erfahrung von Jahrzehnten beruht.

  • Die Frage war ja nicht : sind Immobilienbesitzer die großen Opfer unserer Zeit (zumal ja auch Mieter die Grundsteuer zahlen) sonder warum so ein Drama wegen potenzieller Erhöhung um lächerliche Euro ^^ is ne ehrliche Frage ich kanns mir nicht erklären

  • Die Frage war ja nicht : sind Immobilienbesitzer die großen Opfer unserer Zeit

    Der hier von Ihnen insinuierte Tenor

    damit man sie zukünftig weiterhin mit Seidenhandschuh anfasst?

    und die zitierte Behauptung - präziser Unterstellung - klingt für mich ganz anderes und eher nach pauschaler Stimmungsmache denn nach Realitätsbezug.


    Ganz generell: Auch wenn ich schon älter bin, funktioniert mein Gedächtnis noch halbwegs. An Ihre Unverschämtheiten samt persönlicher Beleidigung (auf einen sachlichen Beitrag meinerseits) kann ich mich daher noch gut erinnern. Aufgrund dessen habe ich mir eine dezidierte Meinung zu ihrer Person gebildet. An einem persönlichen Austausch mit Ihnen bin ich nicht (mehr) interessiert. Für meinen Teil wollte ich lediglich das von Ihnen unterstellte Zerrbild so nicht stehen lassen. Denn eventuell lesen ja hier noch andere Menschen mit.


    Das war es dann auch schon.

  • Unternehmen können glücklicherweise

    ja das ist ein großes Glück das Unternehmen in Steueroasen (gibts als Gewerbesteueroasen auch in Deutschland) Steuern sparen können. Wobei wenn die Unternehmen ihre Steuer bezahlen würden bräuchts vllt gar keine Grunderwerbsteuer, aber sooo weit wird dann doch nüscht jedacht ^^

  • Siehste da ist einer der mal hilft, Besitzer??? keine Ahnung wer das sein könnte, ACHSO Eiiiigentümer meint der bestimmt, ja klar das ist sicher der der die Immobilie besitzt wa :D

    Besitzer einer Mietwohnung ist nicht ihr Eigentümer, sondern ihr Mieter. Diesen kleinen, aber feinen Unterschied gilt es zu beachten.


    Also: Wer sich über die "Besitzenden" aufregt, stellt damit auch die Mieter an den Pranger. Wobei nicht gesagt ist, dass es unter denen keine gibt, die es nicht auch mal verdient hätten - nicht jeder Messi heißt mit Vornamen LionelX(

    "Allmählich neigt sich die Nacht der Dunkelheit zu."

  • Ich werde irgendwann mehre Mietwohnungen eben. Die werden dann in eine Wohnungsgenossenschaft umgewandelt, da man den Mitgliedern da einiges auferlegen kann... Mitgliedsbeiträge zum Ausgleich der Co2-bepreisung, unvereinbarkeit mit mietervereinen usw... Und grunderwerbssteuerfreiheit gibt's on top.