US-Anleihen ETF Eur hedged

  • Hallo,


    da die Zinsen bei US-Anleihen im Moment ganz attraktiv sind und in den nächsten Monaten noch etwas attraktiver werden könnten, überlege ich ob Kurzläufer mit 0-1 Jahren zumindest teilweise eine Alternative zum Tagesgeld sein könnten (ca. 4,2% vs ca. 2%).

    Was haltet ihr von Eur hedged ETFs auf US-Anleihen?

  • Das TER sind die Produktkosten (Managementkosten), nicht die Preise der (Hedge-)Assets, die in den Fonds gelegt werden.


    Ich würde derzeit keinen Rentenfonds kaufen, da weiter steigende Zinsen gut möglich sind. Dann fällt der Kurs des Fonds.


    Wenn, würde ich kurzlaufende Dollar-Anleihen kaufen, da ist zumindest der Rückzahlungskurs (in USD) fest.

    Natürlich hast Du volles Währungsrisiko und der USD schwankt schnell mal um +/- 10%. Kann also gut oder schlecht sein. Ein Zinsvorteil von 2% kann schnell mal weg sein.


    Beispiel (2 J., Rendite 4,9%): www.helaba-zertifikate.de - Produktdetails HLB36P

  • OK, danke erstmal. Aber verstanden habe ich das Ganze noch nicht so wirklich. Vielleicht kann mir hier nochmal jemand weiterhelfen.

    Wovon ich bisher ausgegangen bin:

    Ein ETF bildet ja einen bestimmten Index ab, einmal mit mehr, einmal mit weniger tracking error. Aber im Großen und Ganzen verlaufen beide gleich. Wenn ich einen EUR-gehedgeden ETF kaufe, logge ich mir den Wechselkurs der Währungen quasi zum Zeitpunkt des Kaufs ein. Ein Euro bleibt ein Euro solange sich der Index nicht bewegt, auch wenn sich die Wechselkurse bewegen.

    Wo machen sich dann jetzt dabei die Hedging-Kosten bemerkbar?

  • Gehe mal von physischer Replikation aus und Du bist der Fondsmanager.


    Dann kaufst Du zunächst die Aktien in den Fonds, die den Index (in Originalwährung) abbilden.

    Dann sollst Du zusätzlich die Währung absichern. Also kaufst Du zusätzlich entsprechende Hedgegeschäfte, z.B. Devisentermingeschäfte, in den Fonds.


    Wenn der Index (in USD) konstant bleibt, aber der USD fällt, macht Deine Aktienposition (in EUR bewertet) Verlust. Gleichzeitig macht Deine FX-Hedgeposition aber einen Gewinn. Wenn Du beim Hedge keinen Fehler gemacht hast, gleichen sich Gewinn und Verlust aus, d.h. der Wert eines Fondsanteils bleibt unverändert. Gleiches gilt mit jeweils umgekehrtem Vorzeichen, wenn der USD steigt.


    FX-Derivate sind aber nicht kostenlos, d.h. Deine FX-Position kostet auch, wenn der USD konstant bleibt, abhängig von Geld-Brief-Spread, Zinsdifferenz, Volatilität etc. Diese Position ist ja etwa sowas wie eine Versicherung. Diese Kosten vermindern kontinuierlich etwas den Wert eines Fondsanteils und haben nichts mit Deiner Managementgebühr zu tun, die letztlich auf Deinem Privatkonto landet.

  • Hmm, die Frage die ich mir dabei aber stelle, bleibt immer noch unbeantwortet für mich.

    Und zwar: Wo bleiben die Hedgingkosten im Endeffekt hängen? Dass Hedging etwas kostet ist mir auch klar. Dass ich und niemand anderes das bezahlt ist mir auch klar. Nicht klar ist mir aber über welchen (wohl erst mal versteckten) Weg?

    TER: ich dachte hedging wird über einen festen Anteil der TER bezahlt - dem ist wohl nicht so (wobei eur-hedged ETFs schon meistens eine signifikant höhere TER haben...)

    Kurs: Der Kurs eines Anteils vom ETF wird ja, auch bei hedged Versionen, durch den Index vorgegeben. Die Kosten müssten ja einen Abschlag (zusätzlich zur TER) vom Index-Kurs verursachen, was so aber wohl nicht der Fall ist oder doch?

    Ein anderer Weg fällt mir nicht ein.

    Oder anders gefragt. Ich kaufe mir heute einen 0-1y US-Bonds eur hedged ETF und möchte nach einem Jahr sehen, was mich das Eur hedging gekostet hat. Wie komme ich zu der Antwort?

  • Wo bleiben die Hedgingkosten im Endeffekt hängen?

    In einem Abschlag in der Rendite des Produkts gegenüber dem gehedgten Index. Die Kosten liegen etwa in der Höhe der Erwartung der Zinsdifferenz. - sonst würde der Kontrahent des Hedges sich nicht darauf einlassen.

    Ich kaufe mir heute einen 0-1y US-Bonds eur hedged ETF und möchte nach einem Jahr sehen, was mich das Eur hedging gekostet hat. Wie komme ich zu der Antwort?

    Im Vergleich des Index zum Produkt. Am Beispiel des MSCi World Hedged von ishares, der hat 3-Jahres-Performance von ca. 18,4 %, der gehedgte Index von 19,17%. (Zahlen sind vom 17.11. bei MSCI und 18.11. beim Produkt, da die Daten des Produktes am Folgemorgen veröffentlicht werden).
    Quellen

    https://app2.msci.com/products/index-data-search/regional_chart.jsp?asOf=17/Nov/2022&size=Standard%20(Large%2BMid%20Cap)&scope=R&style=None&WCF_AMPERSAND¤cy=EUR&priceLevel=NETR&indexId=124086&indexName=MSCI%20World%20100%25%20Hedged%20to%20EUR&suite=5

    https://www.fondsweb.com/de/IE00B441G979

  • ... überlege ich ob Kurzläufer mit 0-1 Jahren zumindest teilweise eine Alternative zum Tagesgeld sein könnten (ca. 4,2% vs ca. 2%).

    Jatzt mal davon abgesehen, wie das Hedging funct... wer an eine Alternative zu Fetzgeld denkt, denkt wahrschweinlich auch an den sog. 'sicheren Anteil' vom Gesamtvermögen.

    Wenn ich auf 'sicher' gehe, dann brauche ich kein Währungsrisiko... oder anders herum, wenn ich Risiken eingehe. dann kann ich auch die Vola hinnehmen ;-)


    Die zweite Frage, die ich mir stelle, ist die nach dem Volumen bzw. dem Ertrag (vor Steuern), den mir die 22 Promille an Mehr bescheren können. Kommt's wirklich darauf an? Ist Pfandflaschen und -dosen zu sammeln nicht ähnlich lukrativ, wenn nicht sogar lukrativer?

  • Die zweite Frage, die ich mir stelle, ist die nach dem Volumen bzw. dem Ertrag (vor Steuern), den mir die 22 Promille an Mehr bescheren können. Kommt's wirklich darauf an? Ist Pfandflaschen und -dosen zu sammeln nicht ähnlich lukrativ, wenn nicht sogar lukrativer?

    Ich denke deine Frage hängt sehr stark von den Gegebenheiten eines jeden einzelnen ab.

    Mein PKW ist z.B. 14 Jahre alt. Die nächste größere Reparatur die kommt, wird sich nicht mehr rentieren. D.h. ich hab hier entsprechend etwas auf der Seite liegen. Zusätzlich das notwendige Eigenkapital für den Kauf einer Wohnung, wenn sich ne Chance ergibt. Da machen 22 Promille einiges aus.

  • OK das hier bringt mich nicht mehr weiter. Ursprüngliche Frage ist für mich soweit geklärt.

    Was ich mit meiner Kohle mach, darfst du tatsächlich schon schön mein Problem sein lassen.

    Dein Problem ist GsD nicht unser Problem.


    Wenn es kein Problem geworden ist, werden wir sicher davon hören bzw. lesen. Wenn doch, dann nicht - auch ok.

    Heinrich Zille: "Vorne zu eng, hinten jeht er ausenander - det is'n Schuh von Salamander!"