BaV für Besserverdiener + Zuschuss Arbeitgeber - Lohnt sich das?

  • Hallo zusammen,


    mein Arbeitgeber bietet mir, trotz eines Jahresgehalts >97.000€, eine BaV mit 15% Zuzahlung an.


    Bei der BaV handelt es sich um Direktversicherung bei der Helvetica (CleVesto Allcase). Dabei werden 4 verschiedene Fonds mit unterschiedlichen Risikoprofilen bedient.

    Ich frage mich nun dennoch, ob sich die BaV lohnt. Mir schwirrt dabei vor allem die Frage im Kopf rum, ob ich trotz voller Beiträge zur Sozial- und Pflegeversicherung und der Gesetzlichen Krankenkasse diese bei Aufzahlung nochmals fällig werden. Dadurch würde sich die Rendite (soll Netto ca. 4-7% sein) ja doch erheblich schmälern.


    Vielen Dank für eure Rückmeldungen.

  • Hallo.


    Bei der Einzahlung spart man nur Steuern, sofern man über den Beitragsbemessungsgrenzen bleibt trotz Entgeltumwandlung.


    Wenn die Auszahlung später mehr als 5% der Bezugsgröße beträgt, halten auch Kranken- und Pflegeversicherung die Hand auf. Es ist aber zu beachten, dass es in der Krankenversicherung ein Freibetrag (die ersten X Euro sind immer frei) ist, während es sich bei der Pflegeversicherung um eine Freigrenze (1 Cent über dem Betrag und alles wird pflichtig) handelt.


    Man kann die Entgeltumwandlung ja auch wieder stoppen, um die spätere Beitragspflicht zu verhindern.

  • Nur 15% Arbeitgeberzuzahlung halte ich für einen kapitalen Witz - bei bereits heute >19% Beitragspflicht zu Kranken- und Pflegeversicherung.


    Ja, es gibt diesen von Referat Janders erwähnten Freibetrag (2023 sind die ersten 170 €/Monat in der KV beitragsfrei, aber nicht in der PV, wenns um die hier relevante Größenordnung geht).


    Alles in allem viel zu wenig, da sollte sich der Arbeitgeber schon ein gutes Stück nach oben bewegen (>30 % Zuschuss), bevor Du darüber nachdenkst, dort zu unterschreiben.


    Er wird es evtl. sogar tun, denn er hat ja selbst ein Interesse am Abschluss. Also verhandeln ...

    "Auch stören mich die vielen u's in Ihrem Satz 'Ulf ging zu Fuß'!"
    Robert Gernhardts "Lektor Lincke" zu einem gewissen Herrn von Tarne (Theodor Fontane)

  • Hallo zusammen,


    danke für eure Rückmeldungen.


    Ich lese heraus, dass ich in meinem Fall tatsächlich doppelt Sozialabgaben und Krankenversicherung zahlen würde. Da diese dann direkt bei Auszahlung zum Renteneintritt auf den gesamten Betrag (wenn man alles auf einmal auszahlen lassen würde) fällig werden.

    Korrekt?


    BG

  • Bei Einmalauszahlung wird der Zahlbetrag auf 120 Monatsbeträge verteilt, die in den ersten 10 Jahren monatlich fällig werden. Zahlenbeispiel: Auszahlungsbetrag 240.000 €, monatlich umgerechnet 2.000 €. Beitragsberechnung auf Basis 2023 (du. Kassensatz 16,2%):

    KV-Beitrag: (2.000 - FB 170 = 1.830 x 16,2%. = 296 €

    PV-Beitrag "mit Kind": 2.000 x 3,05% = 61 €

    PV-Beitrag "ohne Kind": 2.000 x 3,4% = 68 €

    Gesamtbeitrag aus der BAV also 357 € bzw. 364 €.


    Sollten durch diese umgerechnet 2.000 € mtl. deine beitragspflichtigen Einnahmen den Wert von (2023) 4.987,50 € mtl. überschreiten, wird der Beitrag insgesamt auf 960 € bzw. 978 € mtl. begrenzt.


    Wie hoch die Beitragssätze und die Beitragsbemessungsgrenze z.B. im Jahr 2053 liegen und ob das Ganze dann immer noch nach diesem Strickmuster berechnet wird, weiß nicht einmal die berühmte Glaskugel :/

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    Robert Gernhardts "Lektor Lincke" zu einem gewissen Herrn von Tarne (Theodor Fontane)

  • Du konzentrierst dich auf den falschen Aspekt. Steuern und Sozialabgaben heben sich in der Regel mehr oder weniger auf, zwischen jetzt und der Rente. In deinem Fall sogar eher weniger.

    Viel wichtiger ist in was du investierst. Was kostet das, was ist drin. Kommt dabei raus, dass du 2% im Jahr für einen schlecht kopierten MSCI World zahlst, dann kannst du das auch gleich selbst investieren

  • Naja, versuchen wir mal es aus anderem Winkel zu betrachten.


    Dein Steuersatz dürfte aktuell recht hoch sein. Weiterhin ist davon auszugehen, dass der Steuersatz im Alter tendenziell niedriger sein wird.

    Aus diesem Umstand, gepaart mit dem Zuschuss des Arbeitgebers, ergibt sich, dass die bAV nicht der Oberhammer sein muss, um sich zu lohnen. Falls aber später KV und PV reinkicken, kann es anders aussehen. Daher will alles abgewogen sein. In der Tendenz lohnt sich da eher der schlanke Einstieg, eben aufgrund von Freibetrag bzw. Freigrenze.


    Die bAV sollte aber definitiv nicht die Ausrede sein, weniger Vermögensaufbau zu betreiben. Die bAV wird maximal schmückendes Beiwerk sein.